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Waldengel



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 05.02.2010
Beiträge: 41
Wohnort: Kreis LM

BeitragVerfasst am: 09.02.2010, 09:52
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Lieben Dank,

melde mich später, der jüngste Spross meldet gerade Bedürfnisse an Wink

Liebe Grüße
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joeymc



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 17.09.2009
Beiträge: 440
Wohnort: hessen

BeitragVerfasst am: 09.02.2010, 18:06
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Zitat:
Hast Du schon mal mit dem/der Leiter/in des Schulamtes gespprochen? Wir haben hier eine sehr fähige Dame die sich sehr für "besondere" Kinder einsetzt.

Warst Du schon mal beim SchuPsy? Könnte er vielleicht hilfreich sein, oder sind die in Eurer Ecke so überlaufen, dass es eh nichts bringt?


Lieber Waldengel,
beides, was Svea hier vorschlägt, sind gangbare Wege. Bei uns im Kreis ist der Schulpsychologe mittlerweile sehr gut, wie es bei euch ist, weiß ich leider nicht. Wissen die Lehrer um die Testergebnisse? Ansonsten würde ich auf einem weiteren Gespräch mit Beistand und Schulleitung bestehen, wo die Lehrerin dir bitte alles nochmal wiederholen soll, was sie vor deinem Kind gesagt hat. Fertige jetzt schnell - solange es frisch ist - ein Gedächtnisprotokoll ihrer Aussagen an, vor allem der unqualifizierten, demütigenden bezüglich deines Sohnes. Zitiere dies dann vor der Schulleitung, und erinnere daran, dass dein Sohn in der vorigen Schule diese "Probleme" nicht hatte!
Erst nach einem erfolglosen Gespräch mit der Schulleitung würde ich das Schulamt einschalten, Schupsy eventuell parallel.
Denke daran, dass in Hessen die Schulempfehlung nicht bindend ist, sondern der Elternwunsch über die weiterführende Schule entscheidet! Such das Gespräch mit der Schule deiner Wahl, dort kannst du - mit den richtigen Hinweisen - erreichen, dass dein Kind dort trotz Hauptschulempfehlung angenommen wird.
Ich würde gut überlegen, ob es wirklich eine Waldorffschule sein muss - das Konzept dort kommt cleveren Kindern nicht unbedingt entgegen.
LG Joey

P.S.: Würde ihm denn noch ein Schulwechsel nicht zu viel?
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veni, lusi, fugi
(Ich kam, scherzte und floh - mein Sohn Nr 1 (13) über die Schule und wech )
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Waldengel



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 05.02.2010
Beiträge: 41
Wohnort: Kreis LM

BeitragVerfasst am: 09.02.2010, 21:05
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Ihr Lieben,

ich kann mich nur ganz herzlich bedanken für Eure Hilfe hier. Es ist so schade, daß ich nicht schneller tippen kann und mir so wenig Zeit fürs Internet bleibt Sad

@starkejungs: nein, ich war mit meinen Kindern dann doch alleine dort, ich hatte zwischenzeitlich von einer Kennerin der dortigen Verhältnisse erfahren, daß das an der Schule einfach "so ist" und es besser ist, die Bälle flach zu halten, nett zu sein, nach dem Mund zu reden und vor allem nicht auf Konfrontation zu gehen. Nein, ich glaube, das hätte auch nichts gebracht, obwohl ich nun schon denke, vielleicht wärs besser gewesen, meine Freundin wäre dabei gewesen. Auf keinen Fall werde ich nochmals zulassen, daß mein Sohn bei einem Gespräch anwesend ist und ich werde auch nicht mehr allein hin gehen. Danke für den Link, ich hab ihn seit heut Morgen auf und lese immer wieder mal einen Absatz :)

@Moffi: Montessori wäre mir auch lieber, aber gibts hier anscheinend nix in erreichbarer (=bis zu 20, 25 Minuten Autofahr wären okay) Nähe. Auch Jenaplan und was es so gibt hats hier nicht, eben nur diese Waldorfschule. Ich hoffe, daß er hospitieren darf und werde einen Wechsel natürlich von ihm abhängig machen, aber die beraten ja eh ausführlichst. Überzeugt haben mich letztlich lange Gespräche mit einer lieben Freundin, die W. von der 1 bis zur 13 durch hat, ich durfte ihre Zeugnisse lesen und habe sie wirklich gelöchert. Ich denke, arbeiten muss er hier und dort, aber ihn als Menschen, als Ganzes wahrzunehmen, das erhoffe ich mir von der Waldorfpädagogik.

@Svea: es tut mir leid, daß es dir ähnlich ergeht/ergangen ist. Ich bin einfach immer noch fassungslos und traurig, daß DAS wirklich Alltag sein soll an deutschen, hessischen Schulen Sad Nein, ich habe mich bisher weder an Schulamt, noch an Schulpsych gewendet. Schulamt ist vielleicht keine schlechte Idee - aber wohl eher, um nach Alternativen zu fragen. Über unsere Schule würde ich mich gern beschweren, auch gerne weitere Schritte einleiten, mir fehlt nur definitiv die Kraft dazu Sad Ich brauche momentan alle Ressourcen für meine Kinder und den Aufbau eines sozialen Netzes hier am neuen Wohnort. Zum Glück zeichnen sich wirklich helle Silberstreife am Horizont ab, aber es ist kräftezehrend und meine zwei anderen Kinder sind ja noch so klein (5 und 2). Der Schulpsych, wofür bräuchte ich den denn? Hab ich mich noch nie mit beschäftigt Embarassed Ich weiß, daß er mir z.B. beim Notenschutz behilflich sein könnte.

@Joey: auch dir ganz herzlichen Dank für deine Anregungen :) Wegen Waldorf habe ich ja weiter oben bereits geschrieben. Sicherlich wäre ein weiterer Schulwechsel viel, aber erstens kanns kaum schlimmer kommen, als es jetzt ist. Zweitens steht eh in einem halben Jahr ein Schulwechsel an und drittens hat der Wechsel an eine Waldorfschule ja den Vorteil, daß die Klasse, in die er dann käme, bis zur 8. Klasse im Klassenverband bliebe. Ich glaube, wenn das mit der Waldorfschule nicht klappt, werden wir den Schulwechsel auch eher nicht in Erwägung ziehen, das wäre zu viel, definitiv.
Ein Gedächtnisprotokoll habe ich so erstellt, daß ich es wohl recht flott in Wordformat gebracht hätte :)
Die Schulempfehlung ist GsD nicht bindend, irgendeinen Vorteil muss es ja geben, im Kochland (DEN lieb ich ja...) zu leben. Aber trotzdem liegt es im Ermessen der Schule, ob sie ihn entgegen der Lehrerempfehlung auf Real beschulen oder nicht. An Gymnasium denke ich aktuell nicht mal. Aber ich weiß eines sicher: er wird KEINE Hauptschule besuchen. Alternative wäre wohl noch eine Förderstufenschule für zwei Jahre, den Tip habe ich heute bekommen.
Warum denkst du, das Waldorfkonzept käme den Cleveren nicht unbedingt entgegen? Ist ganz ehrliches Interesse, ich möchte wirklich versuchen, alle Fürs und Widers gegeneinander abzuwägen und momentan denke ich, auch das öffentliche Schulsystem kommt zumindest meinem Cleveren alles andere als entgegen Neutral

Herzlichst
der Waldengel
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Citrus
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Anmeldungsdatum: 02.03.2005
Beiträge: 3492
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 09.02.2010, 21:55
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Hallöle Waldengel

Zitat:
daß das an der Schule einfach "so ist" und es besser ist, die Bälle flach zu halten, nett zu sein, nach dem Mund zu reden und vor allem nicht auf Konfrontation zu gehen.


Ich sehe einen kleinen Unterschied zwischen "nett sein und nach dem Mund reden" und diplomatisch zu bleiben.
Reine Konfrontation bringt m.E. eben nicht viel... es sei denn, man hat GAR nichts mehr zu verlieren.
Wenn Frau Leererin DIR zeigen möchte, dass Dein Kind eben NICHTS kann, dann wird sie das können motz Und das NUR auf Kosten Deines Kindes.
Deshalb plädiere ich oft für die Diplomatie mit Schüssen von hinten ins Knie! Aber nicht für reines Jasagen!

Ich finde die Walddorfschulidee gut. Kenne selbst einen Jungen, der nicht ganz schulkonform dort gut zurecht kommt.

Zitat:
Denke daran, dass in Hessen die Schulempfehlung nicht bindend ist, sondern der Elternwunsch über die weiterführende Schule entscheidet! Such das Gespräch mit der Schule deiner Wahl, dort kannst du - mit den richtigen Hinweisen - erreichen, dass dein Kind dort trotz Hauptschulempfehlung angenommen wird.

Joey,

ich sehe da schon dennoch ein Problem. Wenn er jetzt mit Hängen und Würgen durch die Vierte kommt, und das auch noch unter solchen Umständen... das Kind kann dann schon so am Boden sein, dass es dann auch dort keinen Fuß mehr auf den Boden bekommt. Und außerdem klingelt der Schulbuschfunk ja auch nicht schlecht. Stempel werden gern auch weiter gereicht traurig

Ich bin für raus aus dieser Schule, ehe dem Kind noch mehr Schaden zugefügt wird. Denn auf Kooperation scheint man da nicht bauen zu können. Auch wenn man etliche Geschütze auffährt. Und die Vierte geht auch nur noch ein halbes Jahr. Das sieht eigentlich nur danach aus, dass der Junge schnelle Hilfe braucht und nicht bald ganz am Boden ist. Ganz ehrlich.

LG Zitrone
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Waldengel



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Beiträge: 41
Wohnort: Kreis LM

BeitragVerfasst am: 09.02.2010, 22:53
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Hallo Citrus,

ja, ich weiß, was du meinst, konnte mich schlecht ausdrücken. Bin müde und kaputt Sad Ich dneke, ich habe genau das probiert, habe immer wieder probiert, der Dame deutlich zu sagen, daß ich mir eine Zusammenarbeit wünschen würde, daß ich gern bereit bin, alles zu tun, was erforderlich ist, um für Marc den richtigen Weg zu finden, aber daß wir doch nur gemeinsam wirklich etwas erreichen können - schließlich IST er die Hälfte des Tages nicht bei mir. Ich kann die Reaktionen darauf nicht klar einordnen. Subjektiv kam sie mir eher ablehnend vor, das mag aber auch daraus resultieren, daß ich an dieser Stelle schon vollkommen verzweifelt war.

Citrus, würdest du wirklich eine Quer- oder sonstige Versetzung an eine andere GS in Erwägung ziehen?

Liebe Grüße :)
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Citrus
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Anmeldungsdatum: 02.03.2005
Beiträge: 3492
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 10.02.2010, 07:46
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Guten Morgen Waldengel

Zitat:
Citrus, würdest du wirklich eine Quer- oder sonstige Versetzung an eine andere GS in Erwägung ziehen?


Ja, einzig schon aus dem Grund, dass er dort raus kommt!
Ich kenne die Verhältnisse an dieser GS (ich darf das in beiderseitigem Einvernehmen jetzt hier sagen ;) ) und weiß, dass Du dort auf wenig Kooperation seitens seiner LeererInnen hoffen darfst. Schade, ist aber so. *aus eigener Erfahrung weiß*
Ich denke auch einfach, die Zeit ist knapp. Da ist schnelles Handeln gefragt.
Wenn er dort bleibt... es ist doch nun mal so, dass sich manche Dinge nicht schnell regeln lassen. Dazu gehört auch die Kontaktaufnahem zu Institutionen und Ämtern... das Schuljahr vergeht, die Empfehlung bleibt die Gleiche, aber das Schlimmste ist, dass Dein Sohn bis dahin schon recht klein gemacht sein kann.

Die andere nahe GS würde ich da ausschließen wollen, aber die Waldorfidee gefällt mir nach wie vor gut.
Vielleicht liesse sich das alles parallel machen? Kontaktaufnahme in alle Richtungen ;)

LG Citrus
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Moffi
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Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beiträge: 1681

BeitragVerfasst am: 10.02.2010, 09:24
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Hallo Waldengel,
bevor ich ihn in dieser Schule lasse, würde ich ihn auch so schnell wie möglich umschulen! Er hat doch schon massive Versagensängste, es stehen sogar Depressionen im Raum - sehr viel schlimmer kann es ja gar nicht mehr werden!

Du brauchst eine liebevolle, kindzentrierte Umgebung für ihn, wo er erst einmal wieder aufgebaut wird. Einen Vorteil an der Walddorfschule fände ich, dass es dort erstmal keine Noten gibt.

Was das Rechtschreiben angeht, habe ich gute Erfahrungen mit dem Buch "Das neue Rechtschreibspiel" gemacht. Das Buch hat einen langen Einleitungsteil mit Tipps, wie man mit den Kindern "positiv" übt, ihnen ihre Ängste vor der Rechtschreibung nimmt...

Es gibt auch ein Computerprogramm namens Gut1, das oft empfohlen wird, vor allem für Legastheniker, damit kenn ich mich aber nicht aus, es gibt aber auch eine Website dazu.

liebe Grüße
Karin
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Anmeldungsdatum: 03.03.2005
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BeitragVerfasst am: 10.02.2010, 16:54
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Hallo Waldengel,

wir waren mal (auch HB+ADHS) in einer mindestens ähnlich katastrophalen Situation, in der 6. Klasse, die bei uns die letzte Grundschulklasse ist - mit fürchterlichen Lehrern, haltlosen Drohungen usw. usf. Wenn ich nochmals vor der Wahl stünde, würde ich das Kind sofort in eine andere Grundschule quereinschulen - Wenn es dem Kind sehr schlecht geht, dann können meiner Erfahrung nach schon wenige Wochen bis zum Totalzusammenbruch reichen. LOder Du lässt ihn erstmal einige Wochen krankschreiben - denn mit diesem Gesamtzustand ist er definitiv nicht schulfähig.

Waldorf hatte ich mir damals auch intensiv angeguckt, dann davon aber wieder Abstand genommen. "Echte" Waldorfs legen nämlich viel Wert darauf, dass die Kinder in einer festen Gemeinschaft (also in Klassen, und die sind bei Waldorfs sehr groß) im Mainstream mitlaufen, und außerdem darauf, dass das Kind nicht zu sehr "verkopft" ist. Da sind Probleme sowohl bei HB als auch bei ADHS nicht ganz unwahrscheinlich.

Meiner inzwischen ziemlich umfänglichen Erfahrung nach steht und fällt das Ganze tatsächlich ausschließlich mit der Persönlichkeit der Lehrkraft. Ein noch so tolles pädagogisches Konzept kann gut nach hinten losgehen, wenn die Lehrkraft nicht die nötige Empathie, die Flexibilität, den Blick fürs Wesentliche, die Zielorientiertheit und vor allem das Wohlwollen mitbringt, das für so ein Kind nötig ist. Ich würde also gar nicht so sehr nach der Schulart schauen, sondern danach, wie gut die Lehrkräfte Deinem Kind tun (das ist schwer, weil man das ja leider vorher so schlecht feststellen kann).

Kopf hoch, Undercover
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joeymc



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BeitragVerfasst am: 10.02.2010, 18:51
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Hallo Waldengel,

undercover hat meine Gedanken zu Waldorf gut auf den Punkt gebracht:

Zitat:
"Echte" Waldorfs legen nämlich viel Wert darauf, dass die Kinder in einer festen Gemeinschaft (also in Klassen, und die sind bei Waldorfs sehr groß) im Mainstream mitlaufen, und außerdem darauf, dass das Kind nicht zu sehr "verkopft" ist.


Auch ist "querdenken" und das Zulassen desselben nach meiner Erfahrung (eine Freundin hat dort eine Weile als Lehrerin gearbeitet) nicht unbedingt eine Stärke dieser Pädagogik!

LG

Joey
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starkejungs
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BeitragVerfasst am: 11.02.2010, 02:11
BeitragTitel:
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Hallo Waldengel,

ich war auch mal so weit- und habe mir die Waldorfschule hier angesehen. Sah nett aus, die Kinder schienen gerne da zu sein. Dann hatte ich ein Gespräch mit einem Lehrer dort- und kam schon ein weing ins Wanken. Ein ziemlich deutliches Buch nahm mir dann die Entscheidung ab.
Weil genau das nicht gefragt war- selbst denken, selbstständig Wege finden, einen eigenen Weg gehen...

Allerdings- es gibt auch Ausnahmen. Und dahin wäre allemal besser, als an der alten Schule bleiben.

Liebe Grüße
Steffi
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Anmeldungsdatum: 02.03.2005
Beiträge: 3492
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 11.02.2010, 07:15
BeitragTitel:
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Moin moin

ich denke, sich die Schule anzuschauen schadet aber dennoch nicht.
Und JETZT für ein halbes Schuljahr die GS und dann mit einer bescheidenen Empfehlung auf die nächste Schule zu wechseln, ist für ihn auch nicht das Optimale, oder? Er hat ja so gar keine Gelegenheit, irgendwo mal anzukommen.

Am Wichtigsten finde ich zur Zeit, dass er einfach mal so angenommen wird, wie er ist. Man ihn nicht nur über seine Defizite definiert. Dass er erst mal wieder zu sich selbst findet und wieder stabil wird, sein Selbstvertrauen wieder findet.

Schwierig schwierig...

LG Zitrone
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Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beiträge: 1681

BeitragVerfasst am: 11.02.2010, 09:12
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Hallo,
ich glaube, es bleibt einem nichts anderes übrig, als sich die Schulalternativen mal anzusehen...

Montessorischulen setzen halt sehr viel Selbständigkeit und vor allem auch Konzentrationsfähigkeit voraus (jeder macht was anderes, Kinder laufen durch die Gegend, um sich Material zu holen, etc...) Aber auch da sind die Unterschiede je nach Konzept/Lehrkraft gigantisch - vom völlig freien Arbeiten bis zu einem ziemlich regelschulmäßigen Unterricht mit gelegentlichen Freiarbeitsphasen und die auch noch durch Wochenpläne reglementiert. (Das ist bei uns alles in ein und derselben Schule vertreten.)

Zur Waldorfschule: Es geht hier ja nicht um ein Kind, das in der Regelschule als "Querdenker" aneckt, weil es schon viel weiter ist als die Klassenkameraden, sondern um eines, das total am Boden ist und von der bisherigen Lehrkraft völlig auf seine Defizite reduziert wurde. Da würde ich die Waldorfschule nicht gleich völlig ausschließen, sondern wenigstens mal mit denen sprechen. (Allerdings könnte ich mir vorstellen, das Antroposophen eventuell nichts von Medis halten...? Das wäre dann noch so ein Problem...)

liebe Grüße
Karin
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Waldengel



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 05.02.2010
Beiträge: 41
Wohnort: Kreis LM

BeitragVerfasst am: 11.02.2010, 12:29
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Ja, es ist nicht einfach Sad An der alten GS wurde von der KL (in den Parallelklassen war es nicht so, da wurde mehr Frontalunterricht gehalten => es liegt einfach wirklich am Lehrer...) so ein Mittelding gefahren: Stationenlernen, Gruppenarbeiten und Wochenpläne waren ganz wichtig. Wobei mein Ableger durchaus zu gnadenloser Selbstüberschätzung neigte green Auch Referate und freiwillige Zusatzaufgaben wurden sehr ermutigt. Morgens gab es z.B. eine Ankommzeit, in der sich die Kinder mit den vorhandenen Materialien beschäftigen durften, aber auch jedes Kind ein vollkommen freies und nach Interessenlage gestaltetes Thema referieren durfte. Es kam dadurch in der Klasse unter anderem zu einer Mineraliensammelei, zu einem anderen Zeitpunkt haben sie begeistert die kompliziertesten Origamis gefaltet. Die Lehrerin griff solche Interessen dann gern für die gesamte Kalsse auf. Einiges wurde auch in Frontalunterricht erarbeitet. Alle Schüler erhielten Aufmerksamkeit und Förderung. Und all das wohlgemerkt an einer völlig normalen Regelgrundschule - halt logischerweise mit sehr motivierter und erfahrener Lehrerin (die mit Sicherheit älter ist, als unsere Jetzige, also das Vorurteil älter=ausgebrannt und lustlos stimmt so auch nicht Wink ). Gespräche haben wir übrigens immer in Marcs Anwesenheit geführt, ein Grund, warum ich am Montag dem gemeinsamen Gespräch anfänglich wirklich zugeneigt war. Wir haben uns recht regelmäßig getroffen. Es gab dann eine Bestandaufnahme, auch Marcs Einschätzung wurde erfragt. Und immer, IMMER wurde das Positive vornan gestellt! Auch wurde Marc immer mit einbezogen in die Frage, wie wir an den Defiziten arbeiten können, was er sich selbst vorstellt, ob er Ideen hat.

Wir haben ja schon im Kigaalter gemerkt, daß "etwas anders ist". Haben diverse Untersuchungen und Testungen durch (KiSS hatte er heftigst, allerdings erst mit 4 erkannt und behandelt, anschließend INPP Diagnostik und Therapie, Händigkeitstestung und - kann sein, daß ich nun was vergesse Laughing ). Er hatte irgendwann zu Beginn der zweiten Klasse so die Nase voll, daß er sich allem verweigerte, worauf die Lehrerin und ich beschlossen, nichts Therapeutisches mehr zu unternehmen, sondern ihn mit konsequentem Training sein Ding machen zu lassen. Das funktionierte so, daß er sich recht stabil auf einem befriedigenden Level hielt, kleinere Ausbrüche nach oben und unten gab es, aber er hielt sich eben gut im Mittelfeld. Daher habe ich auch so lange nichts mehr weiteres an Diagnostik/Therapie in Angriff genommen.

Erst in den letzten Monaten begann er (noch an der alten Schule), vor allem an seinem Schriftbild zu verzweifeln, und ein Gespräch mit einer lieben Bekannten, die selbst Hb ist, zeigte mir, daß ich da wohl doch nochmals in diese Richtung aktiv werden sollte. Ich war bis dahin eher der Meinung, daß mir der IQ-Wert nicht mehr als eine Zahl liefert, die für mich eher bedeutungslos ist, denn arbeiten und üben muss er sein Leben lang, das muss jeder Mensch.

Im Prinzip sehe ich das auch noch immer so, merke aber, daß ich den Karren damit gehörig in den Dreck gefahren habe Sad Auch das macht mir zu schaffen: der Gedanke, daß man mit früher einsetzender Diagnostik auch deutlich früher eine adäquate Therapie hätte starten können (ich beziehe das nun eher auf die ADS-Symptomatik, die ja auch eigentlich schon immer mehr oder weniger stark ausgeprägt vorlag, wenn ich mich jetzt hier so umlese Shocked ). Ich bin mir sicher, daß die ganze Sache vor einem Jahr und unter der alten Lehrerin ohne Medikamente hätte vonstatten gehen können, denn sie hat immer gefragt, was sie tun könne und gesagt, sie würde alles unterstützen, was in ihrer Macht steht (hat sie ja auch getan). Die Frau ist ein echtes Juwel ihrer Zunft :)

So, ich schweife schon wieder ab. Ich denke, Waldorf ist schon das Richtige für Marc: er braucht Führung, nur dann blüht er zu Höchstform auf. Er braucht das Gefühl, daß nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Weg dort hin zählt. Er braucht das Gefühl, als Mensch, als Ganzes gesehen und nicht auf Stärken und Schwächen reduziert zu werden. Er braucht ein geschütztes Umfeld. Marc ist kein Querdenker von sich aus. Er neigt dazu, alles in Frage zu stellen und bis ins Tausendste zu diskutieren, ist aber Argumenten gegenüber aufgeschlossen - zumindest, sobald er sie argumentativ nicht mehr weiter in Frage stellen kann green Und ja, da muss ich einfach schauen, wie der Lehrer so drauf ist. Mir ist klar, daß es im Rahmen Schule kaum möglich ist, ihn seine Diskussionswut ausleben zu lassen (das holt er dafür ja ausgiebigst daheim nach devil ). Aber das "Drumherum" scheint mir in der Waldorfschule, zumindest der Theorie nach, näher an seinen Bedürfnissen dran zu sein, als an anderer Stelle. Aber ja, letztlich bleibt nichts weiter, als es zu probieren - und da graut es mir ehrlich vor, weil es ja jetzt so schief gelaufen ist Sad

Danke für eure Gedanken :)

Liebe Grüße vom frierenden und keinen-Schnee-mehr-mögenden Waldengel
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Waldengel



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 05.02.2010
Beiträge: 41
Wohnort: Kreis LM

BeitragVerfasst am: 12.02.2010, 10:41
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Die Anmeldung ist weggebracht, hatte Marc dabei gehabt. Davon abgesehen, daß ich bald in Ohnmacht gefallen bin, weil ich ein Waoldorfgebäude erwartet habe, diese Schule aber in einer ehemaligen Kaserne untergebracht ist (echt, ich hab gedacht, ich hätte mich in der Adresse geirrt Laughing ), war der allererste Kurzeindruck wirklich nett. Im (hoffentlich) zukünftigen Jahrgang meines Mittleren siehts gut aus, es gibt noch gar nicht viele Anmeldungen für die neuen ersten Klassen.

Wir warten nun auf Meldung von denen :)

Liebe Grüße winkie
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Epilog




Anmeldungsdatum: 19.02.2010
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 20.02.2010, 16:06
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Hallo, Waldengel!

Gerade lese ich deinen Steckbrief und bin schockiert. Ich habe den Tread noch gar nicht zu Ende gelesen!

Gelesen aber habe ich, dass du nicht daran denkst, deinen Sohn auf ein Gymnasium zu schicken. Warum nicht!? - Und diese Frage meine ich ernst!!!

Eine Legasthenie ist kein Hinderungsgrund. Der Begriff der Legasthenie ist vielmehr ein Schutzbegriff, und zwar für genau jene Schüler, deren Rechtschreibungleistung nicht der Leistung entspricht, die aufgrund des gemessenenen intellektuellen Potentials zu erwarten gewesen wäre. Bei einem IQ von 125 und wegen der Rechtschreibung ausrastenden Lehrern ist das wohl der Fall.

Ich rate dir dringend, deinen Sohn testen zu lassen, denn du brauchst die Diagnose, um den für deinen Sohn wichtigen Notenschutz durchzusetzen. Offensichtlich sind die Lehrer ja nicht gewillt, die Rechtschreibschwäche selbst zu erkennen.

Den Notenschutz und ein klärendes Gespräch braucht dein Sohn, um sich erstens nicht mehr "dumm" zu fühlen, und zweitens, um in den nächsten Jahren seine Defizite in der Rechtschreibung in Ruhe aufarbeiten zu können. Ich zweifele daran, dass ihr das alleine könnt. In der Regel wird bei einer Legasthenie eine Therapie eingeleitet, weil die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes gefährdet ist, schließlich vermag ein Kind nicht ohne weiteres zu verstehen, warum es offensichtlich etwas nicht kann, was scheinbar allen anderen "mühelos" gelingt. Daher hält es sich ja für dümmer. Das Selbstwertgefühl von Legasthenikern ist in der Regel stark angegriffen, wenn begonnen wird, die Rechtschreibung nach den für einen Legastheniker notwendigen Regeln zu unterrichten - und so wie du die schulische Situation deines Sohnes beschreibst, ist sein Selbstwertgefühl mehr als nur stark angegriffen.

Ritalin, mmh. Will ich nichts zu sagen, denn da bin ich ein zu großer Gegner von, zumal ich weiß, wie sich eine unbehandelte Legasthenie auswirken kann.

Für deinen Sohn wäre jedenfalls ein Signal gut wie: Jetzt erst recht! Du gehst aufs Gymnasium, denn intelligent genug bist du! - Überlege einmal, dass wir 40 Prozent unserer Kinder aufs Gymnasium schicken. Wie intelligent sind die wohl durchschnittlich!? Und alternativ habt ihr doch sicher auch eine Gesamtschule in eurer Nähe.

Wenn er aufs Gymnasium soll, dann musst du in Hessen drei Gymnasien angeben. Auf keinen Fall Realschule oder Gesamtschule, denn du wählst nur den Schulzweig. Gibst du dreimal ein Gymnasium an, wird er auf jeden Fall auf ein Gymnasium gehen, wenn auch nicht unbedingt auf eines seiner Wahl.

Das Schlimmste, was dir passieren kann, ist dass er nach einem halben Jahr auf die Realschule wechseln muss, aber da wolltest du ihn ja ohnehin hinschicken! - Und wer weiß, vielleicht nutzt er die Chance! (Auf eine Gesamtschule wird er allerdings mit großer Wahrscheinlkichkeit nicht mehr wechseln können, weil Gesamtschulen nur wenig Schüler verlieren.)

Sei kein Frosch! Lass dich von den Lehrer auslachen oder anfeinden. Lass sie mit offenem Mund dastehen! Es ist dein Sohn! Und es ist deine Entscheidung!!! - Sag den Lehrern einfach: Er hat eine Lagasthenie. Haben Sie das nicht erkannt! Bitte achten Sie ab sofort darauf, dass Sie seine Rechtschreibfehler nicht mehr rot anstreichen. Aber Sie wissen ja gewiss, wie man mit Legasthenikern umgehen muss. Gewähren Sie ihm bitte in den Arbeiten sämtlicher Fächer mehr Zeit und halten Sie sich an die gesetzlichen Vorgaben!

Übrigens ist das Abschreiben von Texten sehr sinnvoll für Legastheniker. Sollte er extrem viele Fehler machen, sollte er nicht Satz für Satz schreiben, sondern vielleicht sogar nur Wort für Wort. Jedes Wort genau anschauen, vielleicht sogar buchstabieren, anfänglich sogar mit Hinschauen(!) und dann erst schreiben. Ja, extrem mühsam.

Viele Grüße
Mingi
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