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June Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.09.2007 Beiträge: 230 Wohnort: Schleswig-Holstein
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Verfasst am: 07.02.2010, 15:37
Titel: Eigene Ansprüche nicht auf das Kind übertragen |
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Hallo!
Nachdem ich im Kindergarten noch fürchtete, J. könne an seinem eigenen Perfektionismus in der Schule scheitern, muss ich inzwischen feststellen, dass dem definitiv nicht so ist. Er ist da - zumindest nach außen - relativ entspannt. Alle Zensuren zwischen 1 und 3 findet er OK, sagt er, seine 4+ im Diktat hat ihn schon genervt, allerdings nicht tiefgreifend.
Jetzt hat er eine 3 im HSU-Test - und zwar nur und ausschließlich nur wegen Schusseligkeit. 11 Punkte fehlen ihm, da er zwar alle Monate richtig aufzählte, dann jedoch beim Unterstreichen der mit 30 bzw. 31 Tagen die Farben verwechselte... Die Lehrerin hat den Fehler richtig eingeschätzt, einen entsprechenden freundlichen Vermerk daruntergeschrieben, aber eben all die Punkte abgezogen, und zusammen mit anderen Schusselfehlern ergab das eine 3.
Mich würde soetwas sehr sehr ärgern. Ich fand es für ihn auch sehr schade.
J. nahm es recht gelassen. So wie er alle Schusselfehler, Unkonzentriertheiten etc. gelassen nimmt - bisher haben sie ihm ja auch ein 2er Zeugnis nicht vermasselt.
Meine Ansprüche an mich sind eher sehr sehr hoch, und ich glaube, dass J. mit seiner Einstellung entspannter und fröhlicher durchs Leben kommen wird.
Da ich aber weiß, dass J. mit einem Tacken mehr Konzentration deutlich häufiger im 1er Bereich sein könnte, kämpfe ich immer wieder mit meinem eigenen Perfektionismus, den ich nicht auf ihn übertragen möchte...
Geht es hier jemandem ähnlich?
Ich weiß, dass es an mir liegt, mich da zurückzunehmen und ich mich über seine Gelassenheit eher freuen sollte.
Aber - es fällt mir nicht immer leicht.
Über Eure Erfahrungen hierzu freut sich
June _________________ mit J. (11/01) in der Schule und S. (6/05) im Kindergarten
June |
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Online Sponsor 2010
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.07.2008 Beiträge: 447 Wohnort: Sachsen
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Verfasst am: 07.02.2010, 16:25
Titel: Re: Eigene Ansprüche nicht auf das Kind übertragen |
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| June hat folgendes geschrieben: |
| 11 Punkte fehlen ihm, da er zwar alle Monate richtig aufzählte, dann jedoch beim Unterstreichen der mit 30 bzw. 31 Tagen die Farben verwechselte... Die Lehrerin hat den Fehler richtig eingeschätzt, einen entsprechenden freundlichen Vermerk daruntergeschrieben, aber eben all die Punkte abgezogen |
So was würde mich ärgern... allerdings über die Lehrerin. Die Aufgabe von der schulischen Leistung komplett richtig, nur die Aufgabe einwenig umgewandelt. Wo liegt da der Fehler?
Da unser Kind auf einer Montessorischule lernt, kenn ich den Druck von Zensuren sprich Leistungskontrollen schreiben nicht. Das Kind gibt jeden Tag seine Tagesarbeit ab und bekommt diese dann abgestempelt oder gekennzeichnet zurück. Die Lehrerin hat daurch den reellen Wissensstand.
Letztes Beispiel: In Geometrie hat sie die Figuren komplett richtig gezeichnet, nur sollte das noch "ausgemalt" werden. "Wie so? Ausmalen ist doch nicht Geometrie!" Zum Glück sieht man es an unserer Schule gelassen. In Mathe gabs nur "Punktabzug" für Textaufgaben. Hier hat sie einfach keine Zeit, die Aufgabe bis zum Schluss zu lesen.
Mein Kind findet i-Punkte komplett unsinnig. "Man erkennt doch trotzdem den Buchstaben!" Nervig, aber auch nicht komplett falsch. Ich sehs gelassen, die Einsicht kommt schon noch.
Wie du siehst, ganz ähnlich "Probleme". Nur hier wird anders damit umgegangen. Hauptsache das Kind kann den Schulstoff. Nur das zählt hier. Zum Glück!
Setz dich und dein Kind nicht unter Druck. Vielleicht ist es bei der nächsten Arbeit schon viel entspannter. _________________ LG Anja |
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ranunkel
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.04.2008 Beiträge: 296 Wohnort: Schleswig-Holstein/nahe Kiel
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Verfasst am: 07.02.2010, 17:46
Titel: |
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Hallo June,
ich kann dich sehr gut verstehen. Mir geht es häufig ähnlich. In dem geschilderten Beispiel finde ich die Reaktion der Lehrerin richtig, schließlich hat er die Aufgabe ja nicht erfüllt und sie hat deutlich gemacht, dass sie weiß, dass dein Sohn es eigentlich könnte....
Aber darum geht es dir ja gar nicht, nicht wahr?
Ich ertappe mich auch immer wieder dabei, mich über Schusseligkeit, Nachlässigkeit u.s.w. bei den Arbeiten und Hausaufgaben meiner Sprößlinge zu ärgern.
Gleichzeitig kann ich mich aber noch gut an meine eigene Schulzeit erinnern und daran, wie weit weg ich manchmal von den gerade zu lösenden Aufgaben war.....
Bei uns ist alles, was bis zur 3 im Zeugnis geht, nicht erwähnenswert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kinder in der Regel ganz gut einschätzen können, wo sie mal ein bisschen Gas geben müssen. (Sie sind ja schon auf der weiterführenden Schule, deshalb spielen die Empfehlungen keine Rolle mehr). Ich glaube es ist ganz gut, wenn sie sich über schlechtere Noten mal ärgern und dann pike ich schon manchmal ein wenig in die Wunde
Ich empfinde das bei uns aber als jammern auf hohem Niveau. Beide können, ohne sich den Arm auszureissen, (zum Glück!) ganz gute Ergebnisse erzielen. Deshalb kann ich meine Energie beruhigt darauf verwenden, mich zusammenzureißen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Erfahrungen zu machen.
Manchmal mag es ja taktisch durchaus dienlicher sein, nicht immer nur Bestnoten zu haben und somit in der Klassengemeinschaft nicht in "Streberverdacht" zu kommen. Besonders beim Frosch (also unter pubertierenden Jungs) scheint das ein schlimmes Schimpfwort zu sein.
Die Schnecke ist jetzt in der Profiloberstufe und legt nochmal nach, weil sie die Noten ja für ihr Abitur braucht.... Da ist es ganz gut, dass sie noch was zum Nachlegen hat.....
Ich glaube aus meiner Erfahrung, dass man die Kinder selbstbewußter macht, wenn man zwar den Rahmen vorgibt, sie sich darin aber frei bewegen können.
Fröhliche und gelassene Schulkinder sind doch schon ein Wert an sich und wenn es wirklich mal eng werden sollte, ist ja noch was in der Hinterhand, auf das man zurückgreifen kann.
Auch der Druck wegen der Empfehlung ist bei uns in S.-H. ja glücklicherweise nicht so groß.
LG ranunkel _________________ Die ersten Menschen waren nicht die letzten Affen.
(Erich Kästner)
*******
mit Schnecke 7/92 und Frosch 8/95 |
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June Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.09.2007 Beiträge: 230 Wohnort: Schleswig-Holstein
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Verfasst am: 07.02.2010, 21:00
Titel: |
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Hallo Ranunkel,
Du hast Recht, um die Beurteilung der Lehrerin geht es mir nicht. Wenn J. sich verzweifelt darüber geärgert hätte, dann hätte ich evt. mit ihr mal gesprochen - ich finde, man kann es so oder so sehen.
Mir geht es darum, dass ich immer einen überhohen Anspruch an mich selber hatte und ihn nicht meinem Kind überstülpen will.
Mit einer 2 war ich schon unzufrieden, eine 3 hätte mich sehr erschüttert und kam vielleicht 1-2x in meinem Schülerinnenleben vor...
Auch heute noch stelle ich sehr hohe Ansprüche an meine Leistung, was nicht immer gerade hilfreich ist.
Und ich sehe an zumindest einer meiner Schwestern, wie schwer man sich das Leben machen kann, wenn man trotz absoluter Höchstleistungen nie mit sich zufrieden ist.
Vielleicht ist Selbsterkenntnis und erhöhte Aufmerksamkeit ja schon ein Schritt zur "Besserung"
@online:
Ja, was Du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor...
Bei uns wir diese Art von "Dinge nicht so wichtig nehmen" halt sofort in der Note sichtbar. Und ich bemühe mich, mich von den Noten freier zu machen...
Viele Grüße
von June _________________ mit J. (11/01) in der Schule und S. (6/05) im Kindergarten
June |
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oesb Sponsor 2010

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.07.2007 Beiträge: 1328 Wohnort: Nordstemmen
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Verfasst am: 07.02.2010, 22:55
Titel: |
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Hallo June,
irgendwie sind bei euch zu uns umgekehrte Verhältnisse. Unsere Tochter ist wohl eher so wie du dich beschreibst, schlechter als eins oder jetzt A geht gar nicht und wir Göga und ich sind eher die Typen wofür brauch ich die Note um weiterzukommen gut besser als 5 also.
Ich kann dir versichern auch uns ist es nicht immer leicht gefallen, die Trauer unserer Tochter zu verstehen und auch mit aufzufangen. Denn in unserem Verständnis war es doch total OK was sie geschrieben / erhalten hat. _________________ LG Oesb
mein Steckbrief
Bitte beachtet auch die Stammtischdaten für Hannover! Immer der erste Sonntag im ungeraden Monat!!! |
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Moffi Sponsor 2010
Anmeldungsdatum: 29.03.2005 Beiträge: 1753
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Verfasst am: 08.02.2010, 09:46
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Hallo June,
ich kenne das sehr gut! Der ziemlich ausgeprägte Perfektionismus meiner Tochter wurde sicher zum Teil von mir (bzw. meinem Mann) verursacht. Ich habe aber ziemlich lange gebraucht, um diesen Zusammenhang zu verstehen, bevor ich Kinder hatte kannte ich das Wort "Perfektionismus" gar nicht und hätte es ganz sicher nicht mit mir selbst in Verbindung gebracht.
Ich glaube schon, dass es etwas hilft, sich das Ganze überhaupt erst einmal bewusst zu machen (und vielleicht auch darüber nachzudenken, woher denn der eigene Perfektionismus kommt.... ), dann fällt es auch leichter, ein bisschen Abstand davon zu nehmen - ich schaffe es jedenfalls inzwischen oft, Fehler der Kinder unkommentiert stehen zu lassen. Die Kinder lernen trotzdem was, auch wenn man sie nicht ständig auf jede Fehlleistung hinweist... Allerdings gibt es bei uns auch keine Noten, dass macht es mir einfacher.
Ganz kann man natürlich nicht aus seiner Haut, und es ist ja auch o.k., von den Kindern bestimmte Leistungen zu erwarten. (Wobei ich jetzt nicht meine, dass man bestimmte Noten erwartet, da kann einem ja irgendwas einen Strich durch die Rechnung machen, eher ein gewisses Maß an Anstrengung - das beschränkt sich bei uns aber auf das Musikinstrument, weil es im Grundsschulstoff jetzt nicht so viel Gelegenheit dazu gibt.) Ich finde es wichtig, diese Erwartungen den Kindern auch klar zu kommunizieren, damit nicht ständig so eine unangenehme "Eigentlich hätte ich mehr von Dir erwartet!"-Stimmung über allem schwebt. Naja, ich weiß nicht, ob ich mich jetzt verständlich ausgedrückt habe...
liebe Grüße
Karin |
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