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Chaos Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.05.2007 Beiträge: 1170 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 18.09.2007, 10:17
Titel: Problem |
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Hallo Alhambra!
Das gehört jetzt vielleicht nicht gerade hierher, aber es macht mir halt zu schaffen und ich muss es mir einmal von der Seele schreiben.
Mein Großer ist jetzt in der 1. Klasse Regelgrundschule. Wegen seiner Wahrnehmungsstörungen reagiert er schon einmal mit Schubsen und starker Unruhe auf Lautstärke und körperliche Nähe (was bei 25 Kindern in der Klasse nicht zu vermeiden ist). Da uns die Problematik schon lange bekannt ist und er auch einen integrativen Kindergarten besucht hat, haben wir mit Schwierigkeiten gerechnet. Die KL ist sehr offen und gut über ihn informiert, hat auch im Vorfeld, z.B. durch die Platzwahl, bereits Vorkehrungen getroffen, um die ärgsten Spitzen raus zu nehmen.
Heute morgen bat sie mich um einen Gesprächstermin (wird nach den Ferien stattfinden), weil Sohni manchmal ein Verhalten an den Tag lege, welches allein durch seine Problematik nicht zu erklären sei. Z.B. schubse er die anderen Kinder manchmal ohne Grund, einfach so im Vorbeigehen, völlig ohne Anlass. Ich weiß, er ist nicht einfach. Es haben sich viele seiner Schutzmechanismen derart eingefahren, dass er sich gar nicht klar darüber ist, was er tut. Er weiß nicht einmal, dass er anderen Kindern weh tut, er kann sich einfach nicht in andere hineinversetzen (Verdacht auf Asperger stand auch schon öfter im Raum, ist aber unbestätigt geblieben). Ich weiß, wir sollten die Hilfe eines Psychologen in Anspruch nehmen, und ich bin auch dabei, jemand passendes zu finden, aber zurzeit bin ich völlig am Ende.
Wieso muss es ausgerechnet UNSER Sohn sein, der solche Probleme hat?
Übrigens ist der kleine Bruder zwar lebhaft, zeigt solche Verhaltensweisen aber nicht (es kann also nicht nur an der Erziehung liegen, wie ich auch schon von vermeintlich fachkundiger Seite zu hören bekommen musste). _________________ Chaos
mit Sohn 1 (07/00) Sohn 2 (02/04) |
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scout

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 1774 Wohnort: ba-wü
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Verfasst am: 18.09.2007, 12:11
Titel: |
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hallo chaos,
das verhalten deines sohnes deutet darauf hin, dass er mt dem trubel der klassenkameraden überfordert ist. er steht unter stress und wehrt instinktiv ab, was diesen stress erzeugt. das ist eine strategie, die ihn sehr schnell ins off bringen kann, denn die klassenkmeraden werden ihn abstrafen dafür und die lehrer genauso.
das verhalten kann mit dem stress erklärt werden, aber es bleibt dadurch nicht weniger problematisch. gerade wenn er nicht anders kann als sich die anderen kinder von der pelle zu halten, helfen auch strafen oder auf ihn einreden nicht dauerhaft.
wahrnehmungsstörungen sind ja schon thematisiert worden. wurde auch schon ads angesprochen? hat er bereits eine behandlung deshalb gehabt und wie hat das gewirkt?
das asperger-ähnliche verhalten kann - wie auch bei unserem sohn - ein schutzmechanismus sein. die anderen kinder sind zuviel für ihn, er kann aber nich einfach weglaufen. also versucht er verzweifelt, sie auf abstand zu halten. da macht er dann sogar nicht nur in akuten streitsituationen, sondern sozusagen auch prophylaktisch, indem er abwehr auch unprovoziert praktiziert.
bei unserem sohn sah das verhalten anfangs auch nicht so richtig nach ads aus, weil bei ihm die oft beschriebene impulsivität und unruhe nicht offensichtlich war. seine strategie, sich die anderen kinder von der pelle zu halten, war unauffälliger als bei deinem, weil er sich einfach zurückzog und ausklinkte. er ließ den schulalltag immer mehr an sich abprallen und nahm immer weniger anteil, weil ihm alles zu viel war. er wäre über kurz oder lang auch im off gelandet, obwohl er immerhin von den kameraden toleriert und nicht geplagt wurde.
seine wahrnehmung ist definitiv anders als normal. es ist ihm alles zuviel, zu laut, zu grell, zu scharf. laute kinderstimmen könne ihn in panik versetzen, wenn er nicht weg laufen kann (zb sporthallengeschrei). er ist also unter schullatagsbedingungen immer am rande des crashs gewesen.
bei deinem großen sohn findet dagegen eine aktive abwehr statt. er kann sich nicht ausklinken oder weghören, er kämpft aktiv gegen den reizüberflutungsstress an. und bringt sich damit bei den kameraden und bei den lehrern in schwierigkeiten.
wir hatten das glück, eine erfahrene kinderärztin kennen zu lernen, die trotz des untypischen bildes sein ads erkannt hat und mir mut machte, etwas dagegen zu unternehmen. seit wir diesen schritt gewagt haben, ist das aspische verhalten so gut wie verschwunden. er crasht jetzt nur noch bei wirklich reizstarken situationen ((hundegekläff, wilde fußballspiele etc) und kann auch mit fremden kindern viel besser umgehen. daher muss er sich nicht mehr ausklinken und kann sich wieder auf das reale leben und auf die alltagsbelastungen einlassen.
wär das auch bei euch möglich,d ass eher ads als asperger dahinter steckt? und dass man bei allen maßnahmen - egal ob medikamente oder vt - diese möglichkeit im hinterkopf haben sollte?
gruzli
scout
ps
hab jetzt gerade deinen steckbrief noch mal durchgelesen und fand, dass auch in der biografie deines sohnes vieles für einen verdacht auf ads spricht. festgestellt worden ist aber bisher nur seine hb, oder? ich finde es schade, dass in solchen fällen manchmal nicht weiter geguckt wird. die eltern werden mit der diagnose hb nachhause geschickt und versuchen, alle seltsamen verhaltensweisen des kindes damit zu erklären. und währenddessen müht sich das kind ab und kann aufgrund der anderen besonderheiten gar nicht an das potenzial anknüpfen,d as eigentlich drin wäre. die schere klafft dann immer weiter. _________________ 'It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities.' (Albus Dumbledore)
scout |
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Chaos Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.05.2007 Beiträge: 1170 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 18.09.2007, 12:56
Titel: |
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Hallo scout!
Ich habe jetzt nicht nachgelesen, was ich hier so alles geschrieben habe, aber vielleicht wurde deutlich, dass wir schon an sehr vielen Stellen Hilfe gesucht, aber leider nur zum Teil gefunden haben.
Bei unserem letzten Besuch im SPZ z.B. wurde er auf AD(H)S untersucht, durch einen Ergotherapeuten, eine Pädagogin, es wurde auch ein EEG gemacht. Leider habe ich mit dem Leiter des SPZ keinen guten Start gehabt, er zweifelte, nachdem er meinen Sohn 10 min (!) gesehen hatte, die Hb an. Als ich dann Vergleiche zwischen einem Kinderpsychologen mit 20-jähriger Hb-Erfahrung und einem Allgemeinmediziner (nämlich ihm) zog, war im Grunde alles vorbei. Er wollte dann einen neuen IQ-Test mit Sohni machen, den ich aber ablehnte, weil Niklas schon einen solchen Test- und Untersuchungsmarathon hinter sich hatte, dass ich ihm das nicht noch einmal zumuten wollte, schon auch deswegen, weil ja bereits ein Testergebnis vorlag.
Der Leiter des SPZ meinte daraufhin: "Wenn Sie uns diesen Test nicht machen lassen, können wir auch nicht AD(H)S ausschließen, geschweige denn diagnostizieren". Peng!
Auch die Kinderpsychologin, die wir vor einigen Jahren aufgesucht haben, hat nur an den Symptomen, nicht an den Ursachen gearbeitet. Im Grunde hatte ich immer das Gefühl, die sogenannten "Fachleute" reden von einem völlig anderen Kind als ich. Hilfe gab es wirklich erst nach dem Kindergartenwechsel, aber damit war es nach einem Jahr leider vorbei - wir haben uns oft gewünscht, den Wechsel viel früher betrieben zu haben.
Möglicherweise hilft uns ja ein Besuch beim Schupsy. Der Gedanke an Ritalin kommt und geht....................
Wie kann ein Kinderarzt ADS diagnostizieren? Ich dachte bisher immer, das könne nur ein Kinderpsychologe? Wie habt Ihr das gehandhabt? Ach übrigens, Asperger würde ich aus dem Bauch raus auch eher ausschließen, da passt zu vieles nicht ins Bild.
Jedenfalls danke erst einmal für die Unterstützung, es hilft schon sehr, wenn man nicht allein ist _________________ Chaos
mit Sohn 1 (07/00) Sohn 2 (02/04) |
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scout

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 1774 Wohnort: ba-wü
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Verfasst am: 18.09.2007, 13:49
Titel: |
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hi chaos,
der kinderarzt allein kann adhs nicht diagnostizieren. aber er ist die erste anlaufstelle, welche dann alle weiteren diagnostikbausteine koordinieren und in die wege leiten kann. wenn ihr an einem spz wart, sollte das alles nter einem dach gewesen sein.
bei uns waren das mehrere stellen, also auch eine ziemliche zeitliche belastung für unser kind. bei unserem sohn wurden auditive probleme in der pädaudiologie abgeklärt, ein differenziertes blutbild mit schilddrüsenfunktion erstellt, bei der schulpsychologischen beratungsstelle ein hawik gemacht. normalerweise wird noch ein eeg und ekg gemacht, um sicher zu gehen. aber die wichtigste stelle war doch die kinderärztin, die aus einem 3 stündigen (!) gespräch mit mir und einsicht in schulzeugnisse und befunde vorangegangener untersuchungen auf den richtigen trichter gekommen ist.
in weiteren gesprächen wurden wir umfassend aufgeklärt, was eine mögliche medikation oder die alternativen sein würden. sie hat uns weder gedrängt noch überredet. aber es war nach diesen gespächen klar, dass sie es bereits für sehr wahrscheinlich hielt, dass ads die ursach seiner probleme war. das hat sich dann auch bei der testerei gezeigt, die testerin hatte denselben starken eindruck.
das problem gerade bei ads-kindern ist oftmals, dass sie sich bei den doch ganz spannenden tests und dem arzt oder ergotherapeuten gegenüber ganz normal verhalten. das übliche reizüberflutende umfeld ist ja da nicht vorhanden, also wirken sie viel strukturierter und konzentrierter als in der schule. daher kommen oft falsch negative diagnosen zustande, also kein hinweis auf adhs, obwohl die kinder in der schule eben doch unkonzentriert, wirr und aggressiv sind.
ich will euch beileibe nix einreden, hatte nur grad keine zeit, alles nachzulesen. daher bin ich froh, dass du nochmal kurz zusammengefasst hast, was vorab an diagnostik gelaufen ist.
adhs ist immer noch ne ausschlussdiagnose, dh wenn alle anderen ursachen ausgeschlossen werden können, heißt es eben adhs. wenn co-faktoren gefunden werden wie zb ads oder asperger, dann kann es allerdings sein, dass der diagnostiker das für die ursache hält und dann adhs ausschließt. aber ich bin immer mehr davon überzeugt, dass hb allein ncht so heftige probleme macht. es lohnt sich aber, genau hinzugucken, ob co-faktoren bestehen, die auch bedacht und ggf. behandelt werden müssen.
gruzli
scout _________________ 'It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities.' (Albus Dumbledore)
scout |
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Physikus Sponsor 2010/2011

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.03.2005 Beiträge: 474 Wohnort: Ruhrpott
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Verfasst am: 18.09.2007, 14:47
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Äh, Scout,
ADS als Co-Faktor für ADHS? Ich glaube, da ist Dir was durcheinander geraten.
Viele Grüße
Physikus |
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clementine
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.03.2007 Beiträge: 1393 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 18.09.2007, 15:25
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hallo chaos, ich würd Dich jetzt so gerne drücken und Dich mal trösten. Sicherlich ist es ganz wichtig, dass Ihr wirklich eine aussagekräftige und verlässliche Diagnostik bekommt, vielleicht gibt es doch noch eine kompetente Anlaufstelle für Euch?
Und dieses Aufbegehren kann ich dir so gut nachvollziehen, weils mir selbst manchmal so geht. Auch dass Frau und Mama die Schuldige sein soll, ist mir nicht unbekannt ...
Ich denke, es ist ganz wichtig, dass man sich diese Gefühle und die Trauer und auch mal den Wunsch, einfach nur ein GANZ NORMALES Kind zu haben zugesteht und nicht noch ein schlechtes Gewissen hat, weil man so denkt und fühlt.
(Obwohl ich das auch dann oft noch hinterher habe, weil ich mein Kind dann nicht so annehme).
Und realistisch gesehen IST es oft nicht einfach, wir wollen ja nur das Beste für unsere Kinder und zu sehen wie sie aufgrund Ursachen, die sie nicht zu verantworten haben, mehr Probleme im Leben haben wie andere, tut einfach weh - mir zumindest... die Sorgenkinder sind einem ja so ganz nah am Herzen.
auf die frage Warum es grad das eigene kind sein muss..??? ich hab noch keine Antwort drauf gefunden... vielleicht nur die Erkenntnis dass Wir Eltern da eine noch größere Verantwortung haben mit ihnen einen Weg zu bereiten und diese Aufgabe so gut es geht annehmen und bewältigen müssen. Das ist mehr, als viele andere Kinder haben.
Es wird wieder ruhiger bei Euch werden und auch andere Kinder schubsen und raufen... sogar ganz Gesunde. Unsere beeinträchtigten Kinder brauchen auch nicht besser sein als andere, vielleicht hat das jetzt gar nix mit der Wahrnehmungsstörung zu tun. Unser Nachbarsjunge brüllt und schubst auch und der hat nix ausser wenig Erziehung...
Vielleicht nur ein schwacher aber hoffentlich ein ganz kleiner Trost
ganz liebe Grüße  _________________ clementine mit Sohn 9/03 und Tochter 6/07
***
Wenn die Klügeren immer nachgeben, geschieht nur das,
was die Dummen wollen.
Albert Einstein |
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Chaos Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.05.2007 Beiträge: 1170 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 18.09.2007, 17:05
Titel: |
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Ach, Ihr seid lieb!
Ich bin so froh, dass ich mich hier ausheulen kann. Übrigens habe ich selbiges heute noch bei der Sozialpädagogin von N's Kita gemacht. Die Frau ist sehr kompetent und hat damals als erste den Kern in seiner Problematik erkannt. Wir werden uns demnächst noch einmal (in ihrer Freizeit !!!) zusammensetzen um jemanden zu finden, der eine fundierte Diagnostik machen kann, ohne das Thema zu zerreden oder reine Verhaltenstherapie zu machen. Denn das sei bei N. nun mal absolut der falsche Ansatz. Ich bin froh, dass ich noch jemanden habe, an den ich mich wenden kann und dem ich auch vertraue. Ich hoffe sehr, dass wir um Medikamente herumkommen können - wobei ich sie als Alternative immer im Hinterkopf behalten werde.
Ach Clementine:
| Zitat: |
Auch dass Frau und Mama die Schuldige sein soll, ist mir nicht unbekannt ...
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Auch Mütter gehen noch zur Schule, und zwar lernen sie da, sich nicht mehr jeden Schuh anziehen zu lassen  _________________ Chaos
mit Sohn 1 (07/00) Sohn 2 (02/04)
Zuletzt bearbeitet von Chaos am 19.09.2007, 11:00, insgesamt einmal bearbeitet |
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clementine
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.03.2007 Beiträge: 1393 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 18.09.2007, 17:19
Titel: hups... |
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hups, mir ist grad was aufgefallen.. nicht dass Du meinst, ich dächte dein Sohn hätte einen Mangel an Erziehung (unser Nachbarsbub aber schon ).... ne, ich meine, dass vielleicht Jungs auch "einfach mal so" schubsen usw. Der andere Nachbarsjunge z.B. hat das vor zwei Jahren angefangen, hat provoziert, die Kinder von der Rutsche geschubst - so ganz nebensächlich... - und dessen Mutter bewundere ich immer für ihre Geduld und ihren Umgang... aber trotzdem war R. eine Zeitlang ziemlich raudimäßig unterwegs....
lg
P.S.: das mit dem Schuh anziehen lerne ich erst so langsam... anfangs hat mich jede Kritik über den Sohn völlig aus der Bahn geschmissen und ich hab schon wieder ein neues Symptom oder problem auf mich zukommen sehen. Aber es bessert sich...  _________________ clementine mit Sohn 9/03 und Tochter 6/07
***
Wenn die Klügeren immer nachgeben, geschieht nur das,
was die Dummen wollen.
Albert Einstein |
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scout

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 1774 Wohnort: ba-wü
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Verfasst am: 19.09.2007, 09:02
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@physikus
du hast selbstverst#ndlich recht. ich habe das oben im beitrag falsch geschrieben. nicht ads als co-faktor, sondern hb sollte das heißen.
es scheint manchmal so zu sein, dass während einer diagnostik wegen verdachts auf adhs eine hb festgestellt wird und dann alles mit langeweile zu erklären versucht wird, ohne wirklich dem verdacht weiter nachzugehen.
man muss also nicht gleich die erste möglichkeit einer anderen ursache ergreifen, nur weil natürlich die "diagnose" hb für die eltern leichter zu schlucken ist als ads. wenn die probleme trotz bekannter hb und angemessener förderung anhalten, muss man weiter gucken.
gruz
scout _________________ 'It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities.' (Albus Dumbledore)
scout |
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Frischer Wind
Anmeldungsdatum: 16.08.2006 Beiträge: 211
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Verfasst am: 20.09.2007, 12:38
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Hallo chaos,
ich habe jetzt nicht alle Beiträge so aufmerksam gelesen, wie ich es normalerweise mache, da mir z.Zt. etwas die Zeit fehlt - sorry.
Wie du weißt ( wir hatten ja schonmal E-mail-Kontakt ) hat unser Jüngster auch sensorische Integrationsstörungen, daher möchte ich trotzdem meinen Senf dazu geben.
Kinder mit SI haben, wie du weißt, große Schwierigkeiten mit der Reizverarbeitung. Sie reagieren empfindlich auch Gerüche ( das Leberwurstbrot des Nachbarn), Geräusche, die ja bekanntlich in einer Schule überwältigend sind und körperliche Berührungen. Dein Sohn muss viel mehr stillsitzen als im Kindergarten. Er bekommt beim Sitzen wesentlich weniger Informationen über seinen Körper und die Raum-Lage, er hat, im Gegensatz zum Kindergarten, kaum Ausweichmöglichkeiten......Mensch, Chaos, du bist doch ein alter Hase. Halt dir das alles mal vor Augen und du wirst sehen, dass der kleine Mann machmal gar nicht anders reagieren kann. Dass soll keine Entschuldigung für schlechtes Benehmen sein, sondern dir die Sorge nehmen, dass dein Sohn zum Rowdy mutiert.
Im übrigen war es bei uns im ersten Schuljahr so, dass unser Sohn in dieser Sache kaum Schwierigkeiten machte und unsere sozialverhaltensmäßig vorbildliche Tochter rumschubste und ab und zu ihren Tischnachbaren kniff. Damit sieht man, dass auch ganz normale ausgeglichene Kinder Anpassungsschwierigkeiten haben können.
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Grüße
Andrea
Mach dir nicht all zu viele Gedanken und genieße die Herbstferien |
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Chaos Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.05.2007 Beiträge: 1170 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 20.09.2007, 13:02
Titel: |
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| Frischer Wind hat folgendes geschrieben: |
Mensch, Chaos, du bist doch ein alter Hase. Halt dir das alles mal vor Augen und du wirst sehen, dass der kleine Mann machmal gar nicht anders reagieren kann. Dass soll keine Entschuldigung für schlechtes Benehmen sein, sondern dir die Sorge nehmen, dass dein Sohn zum Rowdy mutiert.
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Hallo Wind
Klar bin ich ein alter Hase, aber auch alte Hasen lullen sich schon mal selber ein und lassen sich durch plötzliche Störungen aus der Umlaufbahn schießen (äh.....der Vergleich hinkt jetzt nicht, oder? )
Habe mittlerweile mein Orbit wieder erreicht und sehe das Ganze gelassener, aber nicht unkritisch. Wenn mein Sohn nicht lernt, seine Probs in den Griff zu bekommen, wird er, über kurz oder lang, zwangsläufig ausgegrenzt. Das ist eine Tatsache. ICH weiß, dass mein Sohn kein Rowdy ist, aber die Kinder in seiner Klasse interessiert das doch nicht die Bohne. Kein Kind lässt sich ungehindert schubsen und knuffen, nur weil der Knuffer eine Störung seiner Wahrnehmung hat. Ich finde es durchaus legitim, wenn wir als Eltern uns Sorgen machen, denn schließlich hat er noch 8 Jahre Schule vor sich. Wenn die Gelassenheit in Untätigkeit mündet, bin ich lieber ungelassen.
Dennoch weiß ich, dass Du mich nur beruhigen möchtest und danke Dir dafür, Ihr habt ja ähnliches durchgemacht.  _________________ Chaos
mit Sohn 1 (07/00) Sohn 2 (02/04) |
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