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jutta Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2005 Beiträge: 4602 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 05.10.2007, 19:31
Titel: Trennung der Eltern |
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Ihr Lieben,
vielleicht könnt ihr mir ein paar Worte sagen. Was sagt man Kindern, wenn die Eltern sich einvernehmlich trennen?
Die Situation ist die, dass sie sich räumlich trennen, der Vater zieht aus, will aber in der Nähe bleiben. Das gemeinsame Kind wird 7, der ältere Bruder (Stiefsohn des Vaters) ist 13.
Morgen sollen sie erfahren, dass er übermorgen ausziehen wird. Alles ohne schmutzige Wäsche waschen.
Habt ihr ein paar Ideen, wie man das möglichst nett rüberbringt?
Fragt euch
Jutta _________________ Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99) |
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Frau Wolle Sponsor

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 4906 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 05.10.2007, 19:45
Titel: |
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Hallo Jutta,
ach herje, das ist eine schwierige Situation.
Da sich in unserem Bekanntenkreis einige Elternpaare getrennt haben, kann ich aus Anschauungserfahrung sagen, dass Kinder in der Regel schon einiges mitbekommen, auch, wenn die Eltern das nicht für möglich halten. EHRLICHKEIT ist das oberste Gebot! Wenn der Vater in der Nähe bleibt, haben sie ja die Möglichkeit, ihn jederzeit zu sehen. Es ist auf alle Fälle absolut wichtig, den Kindern zu sagen (und immer wieder zu betonen!), dass es NICHT an ihnen liegt und dass BEIDE Eltern sie IMMER lieb haben werden und sie jederzeit Kontakt zu beiden Eltern haben können. Das muss immer wieder gesagt und gezeigt werden.
Ach nee, sowas ist immer total schlimm. Nur, wenn die Eltern sich wirklich in Frieden trennen, fällt zum Glück dieses gegen einander hetzen flach. DAS war in allen Trennungen im Bekanntenkreis der blanke Horror für die Kinder. Da geraten sie in einen schrecklichen Konflikt, den ich keinem Kind wünsche.
Liebe Grüße
Frau Wolle _________________ Derjenige, der denkt, er hätte keine Fehler, hat mindestens zwei!
Frau Wolle |
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starkejungs Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.10.2006 Beiträge: 5625 Wohnort: BW
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Verfasst am: 07.10.2007, 12:28
Titel: |
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Hallo Jutta,
ich konnte das vor kurzem genau im Bekanntenkreis miterleben.
Die Kinder sind da 6,5 + 11 Jahre alt. Der Vater ist in den Nachbarort gezogen- 8min. mit dem Auto.
Sie haben viel gestritten, die Kinder haben das mitbekommen. Ehrlichkeit war Trumpf. Sie haben den Kindern erklärt,dass sie nicht mehr so viel streiten wollen,weil es sie selbst und die Kinder ganz traurig macht,dass sie (die Kinder )da überhaupt keine Schuld tragen, sondern ganz allein die Eltern, dass sie beide für die Kinder da sein werden- auch der Papa.
Die Kinder haben es irgendwie wohl schon kommen sehen! SIe waren zwar traurig, aber kommen wirklich gut mit der Situation klar- es wird von keinem der beiden Elternteile über den anderen Teil hergezogen, der Papa nimmt sich wirklich regelmäßig die Zeit (WE,abwechselnd, Ferien wochenweise...),sie kommen beide(!) auf Veranstaltungen der Kinder(war hier z.B. die Einschulung,Musikschulvorführungen, Schulfest der Großen etc).
UND der Vater speilt nicht immer den supernetten Alleserlauber, sondern nimmt seine Kinder ernst- und dazu gehört auch die begonnene Erziehung einvernehmlich mit der Mutter weiterzuführen.
Ich bin nun nach einem guten halben Jahr wirklich beruhigt, wie gut und friedlich das klappt. Es geht! DIe Kinder sehen keinen als den/die Böse/n an, sie versuchen auch nicht die Erwachsenen zum eigenen Vorteil auszuspielen, weil sie wissen,dass die Kommunikation auf ganz normaler Ebene funktioniert- das ist ja leider nicht selbstverständlich
Aber traurig ist sowas immer
Grüßle Steffi |
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jutta Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2005 Beiträge: 4602 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 07.10.2007, 16:57
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Ja, es ist traurig. Aber es wird sicher ohne Missstimmungen einhergehen. Ich mag beide Elternteile.
Ich werde nächste Woche erfahren, wie es ausgegangen ist und die Kinder reagiert haben. Ich wünsche mir sehr, dass es nur vorübergehend ist, aber das tut man als Aussenstehender wohl so, auch wenn es die Betroffenen vielleicht nicht so sehen.
Danke euch!
Jutta _________________ Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99) |
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Ima
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.03.2007 Beiträge: 1471 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 07.10.2007, 19:36
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Hmmm da kann ich mit meiner persönlichen Geschichte aufwarten... wobei es bei uns ziemlich übel gelaufen ist.
Ich habe mich vor 2 Jahren von dem Vater meines Kindes getrennt, es ist sehr schmerzhaft und traurig für alle Beteiligten gelaufen, aber es war für mich auf den letzten Drücker; es ging einfach nicht mehr anders... Ich werde hier nicht die ganze Geschichte darlegen, ich will nur eines mit auf dem Weg geben, was unheimlich wichtig für die Kinder ist: Es ist wahnsinnig wichtig, daß ihnen klar gemacht wird, daß sie überhaupt keine Schuld dran tragen, daß es nicht an ihnen liegt sondern eben "nur" eine Sache der Eltern unter sich ist, daß die Eltern nicht mehr klarkommen! Kinder neigen dazu, die Schuld bei sich zu suchen und sich Vorwürfe zu machen (egal wie alt sie sind) und da muss von beiden Seiten gegengesteuert werden!!
Auch wenn es bei uns ziemlich übel lief und der Vater weiterhin noch seine Wut und mehr an mir ausläßt und v.a. sich wenig um sein Kind kümmert, so haben wir mindestens das hinbekommen. Der kleine hat leider öfters auch miterleben müssen, wie wir uns schlimm gefetzt haben, und wir haben ihm klarmachen können daß wir uns getrennt haben, weil wir uns einfach nicht mehr streiten wollten und dies nur mit Abstand geht. Auch wenn er definitiv unter der Trennung gelitten hat (und das tut jedes Kind, da müssen beide auch wirklich drauf eingehen und die Kinder stützen und auffangen), so hat er zum Glück k Schuldgefühle aufgebaut...
Ich hoffe wirklich sehr, daß es bei den beiden sich Trennenden halbwegs gut verläuft und v.a., daß sich weiterhin beide gut um die Kids kümmern werden und ihnen weiterhin klarmachen, daß sie sie beide sehr lieben. |
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subu Sponsor

Anmeldungsdatum: 06.03.2005 Beiträge: 2029 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 08.10.2007, 08:23
Titel: |
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| jutta hat folgendes geschrieben: |
Ja, es ist traurig. Aber es wird sicher ohne Missstimmungen einhergehen. Ich mag beide Elternteile.
Ich werde nächste Woche erfahren, wie es ausgegangen ist und die Kinder reagiert haben. Ich wünsche mir sehr, dass es nur vorübergehend ist, aber das tut man als Aussenstehender wohl so, auch wenn es die Betroffenen vielleicht nicht so sehen.
Danke euch!
Jutta |
Wie grauslich, jede einzelne Trennung ist - für Kinder besonders - eine zu viel.
Aus meiner Erfahrung heraus gibt es über kurz oder lang immer Missstimmungen - ich kann dir nichts raten, da bin ich wirklich überfragt.
Vielleicht haben swie Glück und alle Besitzstände sind eindeutig geklärt.
Bekannte trennten sich zunächst äußerst harmonisch und als es dann um Geld ging, war der tiefe Schnitt da.
Traurig!
LG
subu |
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clementine
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.03.2007 Beiträge: 1393 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 08.10.2007, 08:50
Titel: oder so... |
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aus einem Beispiel von Freunden : man sollte es auch nicht übertreiben mit der innigen Harmonie. hat bei Diesen die es nur gut meinten dazu geführt, dass die kinder immer auf eine Neuauflage der beziehung hofften und dann irgendwann der neue LAG der Mutter heftig bekämpft wurde....
da sollte auch ein sehr klares freundliches Bild nach aussen hin vermittelt werden, damit die Kinder auch einen Abschluß finden. Natürlich mit allen vorher genannten Dingen wie Schuldbefreiung, vernünftige Besuchs- und Unterhaltsregelung usw
lg von
clementine, auch scheidungskind _________________ clementine mit Sohn 9/03 und Tochter 6/07
***
Wenn die Klügeren immer nachgeben, geschieht nur das,
was die Dummen wollen.
Albert Einstein |
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Undercover Sponsor 2010/2011

Anmeldungsdatum: 03.03.2005 Beiträge: 1711 Wohnort: Brandenburg
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Verfasst am: 09.10.2007, 06:39
Titel: |
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Ich habe das selber durch. Wir haben uns bemüht, das für die Kinder in Anstand und Würde ablaufen zu lassen, und ich habe vorher auch etliches an Literatur dazu gelesen.
Ganz wichtig außer dem, was schon gesagt wurde: Die Kinder erstmal möglichst wenig fragen, was sie möchten. Also nicht: Wie oft wollt ihr Papa besuchen ? Sondern mitteilen: Jedes zweite Wochenende seid ihr dann bei Papa. Wenn in einer konkreten Situation sich die Kinder mit einer Regelung unwohl fühlen, ist das nochmal etwas anderes, dann kann man neu überlegen. Aber mit dem "Jetzt sagt ihr mal was" stürzt man sie nur in Loyalitätskonflikte. Die Eltern müssen also Regelungen finden und sie den Kindern mitteilen, und es müssen ganz konkrete Regeln sein. Also: Was heißt Wochenende, von wann bis wann genau...
Und an die Regeln muss man sich erstmal halten.
Auch noch ganz wichtig: Kleineren Kindern selbständige Kontakte ermöglichen. Also z.B. die neue Papa-Nummer, die Papa-Handy-Nummer, die Papa-Büro-Nummer mit Kurzwahltasten einspeichern, so dass auch die Kleinen ihn alleine anrufen können.
Und die Papazeit möglichst normal gestalten (Wenn dann Geburtstagseinladungen sind, müssen die nicht abgesagt werden, und auch Papa muss zur Hilfe bei Schulaufgaben ran und kann nicht immer nur tolle Dinge machen).
Bei uns funktioniert es eigentlich ganz gut, aber es hat uns in der Anfangszeit enorm viel Kraft gekostet, die Konflikte erstmal unter uns zu regeln und ie Kinder nicht spüren zu lassen.
Undercover |
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wombat

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.03.2007 Beiträge: 324 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 09.10.2007, 08:30
Titel: |
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hallo,
Ich denke, ganz egal wie behutsam man es macht- die Kinder haben dann immer sehr viel zu durchdenken. Ich war eine Grundschulkind als sich meine Eltern getrennt haben, und es war sehr hart.
Noch viele Jahre habe ich mir Gedanken gemacht,
meinen Eltern nicht richtig verziehen, weil ich nicht richtig "Aufgeklärt" wurde warum und wieso dass jetzt so sein muss.
Ganz wichtig ist es immer wieder zu betonen, dass die Kinder gar keine Schuld haben. Und EHRLICHKEIT.
Ein wenig Teller schmeissen/Streit ist nicht so schlimm, wie die Unwissenheit, warum es zur Trennung kam.
Ein Kind hat ein ganz anderen Blickwinkel.
Einfach sich selbst als Kind vorstellen und dann in die Lage versetzen.
Es gibt auch Literatur. Und kleine hbchen bekommen so viel mehr mit als man glaubt, also Mut zur Kommunikation!
lg
wombat |
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