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Jetzt haben wir den Salat


 
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Hansemann



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 12.06.2007
Beiträge: 33

BeitragVerfasst am: 08.10.2007, 22:34
BeitragTitel: Jetzt haben wir den Salat
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Hallo,

ich bin gerade ziemlich durch den Wind. Aber ich erzähle wohl am besten der Reihe nach.

Vor vier Wochen ist unser Primus in die erste Klasse der hiesigen Sprengelschule gekommen -- mit 5,2 Jahren noch relativ jung. Natürlich waren wir nach den ersten Schulwochen interessiert, wie er sich in der Schule macht: obwohl wir überzeugt sind (auch: überzeugt worden sind), dass es richtig war, ihn jetzt in die Schule zu schicken, nagt natürlich die Unsicherheit. Wie gibt er sich in der Schule, schläft er dort die ganze Zeit über, zeigt er gelegentlich, was er kann, ...

Wir haben also die KL um ein Gespräch gebeten, das am vergangenen Donnerstag stattgefunden hat. Das Gespräch selbst verlief etwas seltsam -- wir hatten die ganze Zeit über das Gefühl, dass die KL Angst vor dem Gespräch hat. Sie ist von sich aus auf das Thema hb zu Sprechen gekommen; wir wollten wie gesagt nur wissen, wie sie Primus im Unterricht erlebt.

Aber ihre klare Aussage war, dass es genau richtig war, ihn jetzt in die Schule zu schicken, und dass alles in bester Ordnung sei, mit Ausnahme seines Trödelns. Aber das vielleicht ein Zeichen seines jungen Alters, und auch nicht ausgeprägter als bei manchen seiner Klassenkameraden. Ich hab mich darüber gefreut: endlich etwas ruhigere Fahrwasser mit unserem Großen, der anscheinend einfach ein Jahr zu jung ist für sein Alter, ansonsten aber (nicht nur) auf uns einen völlig normalen Eindruck macht.

Heute hat die KL von Primus bei uns angerufen. Sie hatte ein Gespräch mit der Rektorin über die Situation in den ersten Klassen, bei dem auch unser Sohn zur Sprache gekommen ist. Sie hat nochmal über ihn nachgedacht, und ist sich jetzt sicher, dass er in der ersten Klasse chronisch unterfordert ist. Sie will jetzt differenzieren, was für sie aber bedeutet, ihm Material der zweiten Klasse zu geben.

Sie meint aber, dass das keine Dauerlösung sein kann. Noch in diesem Schuljahr muss etwas passieren: Wir sollten uns darüber Gedanken machen, ob er nicht an eine speziellere Schule gehen soll (siehe Extra-Thread). Als Alternative sieht sie nur den Sprung, den sie aber auf Grund von negativen Erfahrungen (sowohl bei Schüleren als auch im privaten Umfeld) nicht empfehlen will. Mit Extra-Nachmittagsprogramm alleine sei Primus jedenfalls nach ihrer Meinung nicht zu helfen, weil sie sich nicht vorstellen kann, wie sie den Unterricht für ihn interessant gestalten kann.

Als hätte uns die Überlegung "Vorzeitige Einschulung ja/nein" im vergangenen Jahr nicht genug Kopfzerbrechen bereitet. Muss das schon wieder von vorne anfangen? Ich weiss echt nicht, was ich denken soll. Auch wenn ich den Eindruck habe, dass die KL vielleicht ein bisschen in Richtung "Eislauflehrer" tendiert, so dürfen wir ihre Einschätzung ja kaum ignorieren, oder?

Aber was heißt das für uns konkret? Ich sehe da die begabungspsychologische Beratung hier an der Uni, die Schulpsychologin, evtl. einen Test, zumindest wenn es ums Springen geht(?), Auseinandersetzung mit alternativen Schulformen (und damit das Wiederaufkochen von Fragen, die wir schon vor langen für uns beantwortet haben), und natürlich der Dauerbrenner: Acceleration oder Enrichment.
Ach ja: die beiden Kleineren sollen dabei natürlich auch nicht zu kurz kommen.

Grüße und danke fürs Zuhören

Hansemann
(der sich natürlich über einen cleveren Sohn freut, bei dem aber im Moment eher die Panik überwiegt)

--
Hansemann, Primus (6/2002), Secundus (3/2005) und Tertius (5/2006)


Zuletzt bearbeitet von Hansemann am 09.10.2007, 00:00, insgesamt einmal bearbeitet
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sun
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Anmeldungsdatum: 03.03.2005
Beiträge: 2614
Wohnort: Rheinland

BeitragVerfasst am: 08.10.2007, 23:58
BeitragTitel: Re: Jetzt haben wir den Salat
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Huhu Hansemann winkie,

hm, ehrlich gesagt finde ich es ein wenig Aktionismus, nach vier Wochen zu sagen, es muss etwas passieren. Ist Primus denn auffällig im Sinne von "er findet es doof / langweilig / stört"? Nicht alle Kinder brauchen eine Förderung am Rande ihrer Möglichkeiten... Das fände ich erst mal wichtig - inwiefern ist er auffällig??? Wie geht es Primus in seiner Klasse / in der Schule, was ist euer Gefühl?

Gibt es keine Fördermöglichkeiten, die über den Erstklässlerstoff hinausgehen, ohne den des zweiten Schuljahres vorweg zu nehmen?
Klar, läuft natürlich drauf hinaus, sich was außerhalb der bisherigen Stoffsammlung zu überlegen, und das ist Arbeit...

Ich kann euch gut verstehen... all die Fragen, die jetzt wiederaufkommen, nachdem man gerade dachte, erst mal einen Entscheidung geschafft zu haben...
Immerhin habt ihr anscheinend ein bisschen Zeit, euch umzugucken...

Viel Glück dabei!
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LG sun mit Naseweiß (*3/9Cool, PeterPan (*6/99) und TigerLily (*6/05)
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Hansemann



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 12.06.2007
Beiträge: 33

BeitragVerfasst am: 09.10.2007, 00:35
BeitragTitel: Re: Jetzt haben wir den Salat
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sun hat folgendes geschrieben:

hm, ehrlich gesagt finde ich es ein wenig Aktionismus, nach vier Wochen zu sagen, es muss etwas passieren. Ist Primus denn auffällig im Sinne von "er findet es doof / langweilig / stört"? Nicht alle Kinder brauchen eine Förderung am Rande ihrer Möglichkeiten... Das fände ich erst mal wichtig - inwiefern ist er auffällig??? Wie geht es Primus in seiner Klasse / in der Schule, was ist euer Gefühl?


Richtig, dieser Aktionismus ist mir auch etwas suspekt. Je mehr ich darüber nachdenke, desto unausgegorener klingt das für mich.

Primus sagt, er geht gerne in die Schule, und am liebsten mag er die Pause. Klingt für mich soweit erstmal nach einer gesunden Einstellung.

Allerdings sitzt er an seinen HAs oft übermäßig lange. Seitenweise "A"s usw. empfindet er wohl als Strafe -- zumindest verhält er sich dabei genau so. Die meisten Kinder erledigen einen großen Teil der HAs schon in der Schule, aber da schaut er (lt. KL) lieber den anderen zu.

Was uns aber wirklich Sorge bereitet: vor zwei Wochen begannen meine Frau und ich unabhängig voneinander, den Anfang des Abtriftens in eine Machtkanpf-Situation zu spüren, die wir vor einem Jahr schon mal "hatten"... das war damals echt übel. Da wußten auch die Erzieher im KiGa keinen Rat mehr, außer ihn an der Vorschule teilnehmen zu lassen...

Ich glaube, dass er damals unterfordert war im KiGa, ohne Aussicht auf baldige Besserung. Das ist zwar nur eine Hypothese -- die kann aber den Verlauf der damaligen Geschichte recht plausibel erklären.

sun hat folgendes geschrieben:

Gibt es keine Fördermöglichkeiten, die über den Erstklässlerstoff hinausgehen, ohne den des zweiten Schuljahres vorweg zu nehmen?


Oh, ich bin mir eigentlich sicher, dass es die gibt, aber das...

sun hat folgendes geschrieben:

[...] läuft natürlich drauf hinaus, sich was außerhalb der bisherigen Stoffsammlung zu überlegen, und das ist Arbeit...

Ich kann euch gut verstehen... all die Fragen, die jetzt wiederaufkommen, nachdem man gerade dachte, erst mal einen Entscheidung geschafft zu haben...
Immerhin habt ihr anscheinend ein bisschen Zeit, euch umzugucken...

Viel Glück dabei!


Danke Sun!
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Hansemann mit Primus (6/2002), Secundus (3/2005), Tertius (5/2006) und Quartus (9/2008)
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Island



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Anmeldungsdatum: 12.03.2007
Beiträge: 205
Wohnort: BW

BeitragVerfasst am: 09.10.2007, 07:59
BeitragTitel:
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Hallo Hansemann,

oh ich kann euch nachfühlen. Immer wieder diese schnellen Entscheidungen.

Ich will es aber mal positiv sehen, dass die Lehrerin sich einen Kopf macht. Unsere hat alles Verhalten das die Maus an den Tag legte, auf das junge Alter geschoben und am Ende des Schuljahres hatten wir ein depressives Kind das mit Panikattacken und Angstzuständen und chronischen Selbstbewußtseinmangel daher kam. Dabei ging sie mal wirklich gern zur Schule. Also vielleicht will die Lehrerin genau das deinem Sohn ersparen. Es kann aber auch sein, das sie darauf spekuliert ihn schnell los zu werden. Das wäre für sie natürlich die einfachste Variante.

Ich würde ihr Angebot mit dem Differenzieren ersteinmal dankend annehmen, aber darauf bestehen das das Arbeitsmaterial auch anderen Kindern bereitgestellt wird. So umgehst du die Sonderrolle von Sohnemann. Wobei es ihm freigestelt werden sollte ob er es nutzt oder nicht. Sollte er nicht darauf anspringen, dann könnte man es ja mal Zuteilung probieren. Unsere hatte die Aufgaben meistens ein paar Tage vorher bekommen. Die anderen haben die gleichen Zettel adann als Zusatzhausaufgabe bei vergehen als Strafe bekommen, das war nicht so der Renner. Da wollte sie die Strafblätter nicht mehr.

Für Mathe gibt es zum Beispiel schöne Sachen bei www.egladil.de . Das würde ich der Lehrerin vielleicht sogar empfehlen, da es keinen Stoff vorwegnimmt und das Köpfchen zum rauchen bringt.

Wichtig wäre für mich die Frage was Sohnemann will. Unsere wollte ihre alte Klasse nie verlassen. Sie liebte ihre Lehrerin (wie wohl alle Kinder). Erst als sie schier vor langer Weile umkam und die Beratungslehrerin ihr vorschlug zu springen, gab sie nach und brachte den Mut zur Probezeit auf. Solange das Kind nicht leidet, würde ich ihn nicht springen lassen. Die lange Weile kommt sehr schnell zurück und nochmal springen ist dann kaum noch möglich. Vielleicht kann er ja auch nur in einem Fach in die höhere Klasse gehen wenn es nötig wird.

Solange der kleine aber zufrieden ist und du das Gefühl hast er kommt damit klar, dann lass alles einfach laufen. Und gegen die vielen A s kann man ja was unternehmen. Man kann damit Wörter schreiben, man kann Länder aufschreiben die damit beginnen oder alle Autokennzeichen die ein A beinhalten. Dann ist es auch nicht ganz so öde.

Ach ja wir haben unsere 7 jährige jetzt in der 4. Klasse. Ihr geht es gut, sie fühlt sich wohl. Aber die Bombe tickt schon wieder. Erstrebenswert ist dieser Zustand nicht.

Gruß
Island


Zuletzt bearbeitet von Island am 09.10.2007, 08:05, insgesamt einmal bearbeitet
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BigBird



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Anmeldungsdatum: 05.10.2007
Beiträge: 701
Wohnort: Main-Kinzig-Kreis

BeitragVerfasst am: 09.10.2007, 08:04
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Solange er in der Schule gut zurecht kommt und sich noch nicht offensichtlich langweilt, würde ich da auch noch nichts unternehmen. Allerdings wäre ich wachsam, was die Schule unternimmt, und würde schon mal darüber reden, wie sie ihn im Falle des Springens unterstützen wollen, in welchen Gebieten er tatsächlich in der 2. Klasse schon mitkommen würde, und wo er dann vielleicht noch Hilfe bräuchte.

Ich bin selbst gesprungen (2.->3. Klasse), und meine Eltern und ich wurden damit überrumpelt. Es gab einen Test beim schulpsychologen, und dann wurde ich nach den Ferien einfach in die 3. Klasse gesteckt, den antrag 'durften' meine Eltern dann nachträglich stellen. Und an irgendeine Form der Unterstützung kann ich mich nicht erinnern. Ich kam zwar schon gut mit, aber in einigen Bereichen hat mir schon was gefehlt, z.b. Kopfrechnen, also gerade solche Dinge, wo es die Übung macht.

Viele Grüße,
Christine
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grünergeist
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Anmeldungsdatum: 21.05.2005
Beiträge: 2644

BeitragVerfasst am: 09.10.2007, 08:09
BeitragTitel:
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Hallo Hansemann,
das klingt ja ähnlich wie bei uns. Das Geistlein geht auch gerne in die Schule aber trödelt wie verrückt und erkennt gar keinen Sinn hinter den Übungen. Der Klassenlehrer meint allerdings die Motivation wäre unsere Sache, er hätte 27 Schüler und sie müßten alle den Stoff der Ersten Klasse - wenn auch schnell - durchmachen, um die Übung zu haben.
Damit hat er ja irgendwo Recht, das schnelle Schreiben beherrscht sie ja nicht und sie kann auch immer schneller machen, es ist nur sooo langweilig und sinnlos für sie. sie spielt halt mit allem, was geht: die Buchstaben bekommen Beine, gerechnet wird falsch und verquer und die Motivation ist schwer.
Wir haben beschlossen, wir scheuchen sie also durch den ersten Stoff durch (Seitenweise Fu-ruft-Fara-Schreiben) damit sie bald mit dem Stoff der Zweiten Klasse anfangen kann und das schnelle Schreiben auch hinkriegt, das kostet unsere Zeit zum Danebensitzen aber ich habe die Hoffnung, daß es besser wird, wenn sie den Sinn erkannt hat und die Geschicklichkeit zunimmt.
Das komplette Überspringen finde ich problematisch, weil sie ein Arbeitsvermeider ist, was sie nicht sofort kann, läßt sie gerne weg und daß soll sich auch nicht festsetzen, durch ein gewisses Fleiß-Pensum müssen sie einfach durch.
Einer anderen Schule trauere ich noch etwas nach, weil ich glaube mit anspruchsvolleren Aufgaben übt sich auch das Schreiben lieber, vielleicht ist das aber auch ein Trugschluß und das Öde wird vernachlässigt, wenn es genug interessantes Anderes gibt.
Ich glaube ich bin auch genauso am Diskutieren und Ausprobieren wie ihr.
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Moffi
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Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beiträge: 2070

BeitragVerfasst am: 09.10.2007, 09:00
BeitragTitel:
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Hallo Hans,
o jeh, Ihr Armen!

"Spezielle Schule", wenn ich dass schon höre... motz Wenn ein Kind nicht in ihr Schema passt, wird es abgeschoben, oder was?

Die wichtigste Frage ist doch: Wie geht es denn Eurem Sohn im Moment? Klagt er selbst über Langeweile? Wie weit ist er schon im Erstklass-Stoff? Wo ist er am weitesten voraus? Hat er denn bisher überhaupt ein besonderes Nachmittagsprogramm?

Wie wird denn der Unterricht im allgemeinen gestaltet, wird differenziert, oder machen alle Kinder stur das Gleiche. Gerade bei den Hausaufgaben wäre es doch ziemlich einfach, ihm (und anderen) mal was Herausforderndes zu geben...
Vielleicht könntet Ihr der Lehrerin selbst Vorschläge zur Differenzierung machen. Ist die Lehrerin denn ganz jung und unerfahren?

Dass er Euch wieder in Machtkämpfe verwickelt, würde ich jetzt noch nicht unbedingt als Folge der Schulsituation ansehen. Offenbar machen viele Kinder in dem Alter eine "etwas schwierige" Phase durch - dazu gab es hier im Forum schon einige Threads.

Ich schreib Euch gleich noch mal eine Mail.

LG winkie ,
Karin
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Biene Maja
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Beiträge: 656
Wohnort: Augsburg

BeitragVerfasst am: 09.10.2007, 09:10
BeitragTitel:
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Hallo Hansemann,

zuerst mal, lass dich nicht verrückt machen von der Lehrerin.

Ich würde auch zuerst das Differenzierungsangebot von der Lehrerin annehmen. Ich finde es auch nicht wirklich problematisch, den Stoff der 2. Klasse vorweg zu nehmen. Ein fittes Köpfchen hat das innerhalb kürzester Zeit sowieso drauf. Egal ob der Lehrer das schon unterrichtet hat oder nicht. Hauptsache, dem Kind hat Spaß daran.

Zeilenlang nur einzelne Buchstaben zu schreiben ist wirklich öde. Da hat mein großer damals auch rebelliert. Er hätte allerdings auch Sätze schreiben dürfen. Nur wollte er das nicht, "weil sonst doch die anderen Schüler sehen, dass ich schon viel mehr kann!". Entsprechend sank seine Motivation und Lust in der Schule. Unmögliches und nerviges Verhalten war damals die Folge. Allerdings hatte er andere Hausaufgaben als der Rest der Klasse. Bei uns war relativ schnell klar, dass ein Sprung unvermeidbar ist und er lernte damals zeitgleich die Schreibschrift.

Ich würde einen Sprung aber trotzdem im Auge behalten. Nur weil die Lehrerin schlechte Erfahrungen gemacht hat heißt das nicht, dass es immer schief gehen muss.

Mein großer kam damals mit gerade 6 in die 1. Klasse. Er wäre gern ein Jahr früher in die Schule gegangen. Aber in Bayern hatten wir damals keine Chance. (Da mussten wir froh sein, dass wir ihn vorzeitig hineinbekamen). Nach den Weihnachtsferien durfte er in die 2. Klasse springen und war von Anfang an das glücklichste Kind. - Fröhlich, fleißig, höflich, ... - . Allerdings bröckelte es bald wieder weil er innerhalb von ca. 8 Wochen den ganzen Stoff aufgeholt hatte und sich die Langeweile wieder breit machte. Und weil es dann anfang der 3. Klasse mit dem neuen Lehrer noch langweiliger wurde (Unterrichtsstil!) beschloss er selbst, dass er nochmal springen möchte und somit nächstes Jahr ins Gym gehen will. Er war damals 7. Mit viel Lauferei und noch mehr Gesprächen wurde uns damals dann zähneknirschend ein weiterer Sprung erlaubt und somit ging er 3 Wochen nach seinem 8. Geburtstag in die 5. Klasse Gym. Zuerst sehr erfolgreich (1. Mathetest - klassenbester mit voller Punktzahl), Zwischenzeugnis ein Schnitt von 2,5 und in der 6. Klasse am Klassenmobbing gescheitert und durchgefallen. Jetzt ist er 13, 9. Klasse und manöveriert sich mit nichts lernen und Minimalismus durch die Schule ohne hoffentlich noch mal hängen zu bleiben.

Unser Weg ist und war alles andere als geradlinig. Aber ich habe keine meiner Entscheidungen bereut. Ihn länger in der Grundschule zu lassen hätte zu Mord- und Totschlag geführt, die spezielle Situation wenn der Altersunterschied sehr groß ist ist bestimmt nicht einfach aber sicher auch nicht zwingend zum Scheitern verurteilt.

Ich bin immer FÜR das Springen wenn es den Kindern zu langweilig wird. - Ich hab halt gute Erfahrungen damit gemacht. - Sie mit gewalt an einfachen Aufgaben zum Üben zu "zwingen" heißt nicht, dass sie später auch langweiliges besser ertragen oder dass sie z.b. Kopfrechnen besser verinnerlicht haben. Bei meinem ist es heute noch so, dass er hochzählt wenn er +2 oder +3 rechnen soll. Auch schafft er Matheschulaufgaben komplett richtig zu rechnen (mit wirklich schwierigen Thermen) und am Schluß beim Kürzen sich zu verrechnen. (Zum Glück waren das nur 4 Punkte die fehlten und es gab noch die 1).

Würde denn ein Klassenwechsel überhaupt zur Diskussion stehen? Und könnte er sich vorstellen, die Klasse zu wechseln? Oder klingen vielleicht schwierigere Aufgaben spannend? Meiner durfte von den Herbstferien bis Weihnachten in Mathe schon in die 2. gehen und wäre am liebsten sofort dort geblieben.

Oje, das wurde ganz schön viel. Ich hoffe, ich habe dich nicht zu sehr verwirrt. Versuch mal klar zu überlegen, welche Mögichkeiten euch zur Verfügung stehen und wie die Situation dann aussieht.

Liebe Grüße

Conny winkie
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Biene Maja
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BeitragVerfasst am: 09.10.2007, 09:57
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Hallo,Hansemann

Die von dir beschriebene Situation haben wir gerade hinter uns. Gleiches Alter bei Einschulung und ungefähr die gleiche Aussage der KL.
Sie hat auch differenziert, allerdings hat sich unsere Tochter dagegen gesträubt, dadurch in der Klasse aufzufallen, sie war eh bekannt wie ein bunter Hund durch ihr Alter.
Die KL gab zu, mit ihr überfordert zu sein, nicht durch Maditas Wissen, sondern durch ihre Ansprüche an den Unterricht, ihre Auffassungsgabe, ihrer Ausdrucksweise.
Wir haben die gleichen schlaflosen Nächte wie ihr jetzt wahrscheinlich gehabt. Das Kind entwickelte immer weitere Ticks, Auffälligkeiten. Letztendlich wollte sie unbedingt springen und wir sind diesen Weg gegangen.
Ob das die Lösung war? Das Kind ist im Moment glücklich, geht endlich gerne zur Schule, hat viele Freundinnen, passt besser in diese Klasse, ABER sie scharrt schon wieder mit den Hufen, leistungsmäßig steht sie wieder ziemlich oben. Sie hat nun aber eine KL, die sich recht gut auskennt, zudem eigene Kinder in diesem Alter hat, also auch genau weiß, dass sie eben mit ihren 6 Jahren emotional oft erst reagiert wie eine 6-Jährige und wir hoffen, die GS-Zeit gut hinter uns zu bringen.
Vielleicht hat die KL der ersten Klasse und auch wir zu schnell aufgegeben, aber unserem Kind ging es damals zunehmend schlechter, ich erinnere mich ungern an diese Zeit. Irgendwann gibt es Handlungsbedarf, verpasst diesen Zeitpunkt nicht!

Gruß Kerstin
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Anmeldungsdatum: 29.03.2005
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BeitragVerfasst am: 09.10.2007, 10:14
BeitragTitel:
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Huhu Kerstin,
ich glaube eigentlich nicht, dass es immer dazu kommen muss, dass "Handlungsbedarf" im Sinne von "Jetzt-aber-schnell-Springen" entsteht. Ich glaube auch nicht, dass es einen bestimmten, festgelegten Zeitpunkt gibt, den man auf keinen Fall verpassen darf, weil sonst das Kind kaputtgeht.

Hans hat gar nicht geschrieben, dass es seinem Kind in irgendeiner Weise schlecht geht.

LG winkie
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scout




Anmeldungsdatum: 02.03.2005
Beiträge: 1774
Wohnort: ba-wü

BeitragVerfasst am: 09.10.2007, 12:01
BeitragTitel:
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hallo hansemann,

ich bin ja der festen überzeugung, dass schule generell für ein kluges kind nicht der richtige ort sein kann, um sich komplett auszulasten und nie unter langeweile leiden zu müssen. dahe rkann ich die aussage der kl nicht nachvollziehen, dass sie eine außerschulisce förderung für sinnlos hält.

vllt hat sie angst vor den ansprüchen eines hb-kindes, weil sie schon von schwer verhaltensauffälligen hbs gehört hat, die jede schule verweigern oder unterricht sprengen. die medien tun ja alles, um solche horrorbilder fest in die köpfe einzuhämmern.

dass es deinem primus im moment in der schule gefällt und er außer ein bisschen trödelei keine verhaltensauffälligkeiten zeigt, gibt euch eltern die zeit, in ruhe naczudenken und nicht panisch einen schritt zu machen, derdas kind verunsichert und euch unter druck bringt. ich kenne inzischen etliche hb-kinder, die normal oder sogar eher spät eingeschult worden sind und die ohne verhaltensauffälligkeiten oder verweigerungen durch die schule laufen. man muss also nicht immer sofort panisch aktiv werden.

manche lehrer können differenzieren, ohne dass es den kindern groß auffällt und ohne dass die das kind damit zum bunten hund machen. und wahrscheinlich könnt ihr sogar mitreden bei dem, was die schule deinem kind anbietet an differenzierung. warum also nicht anstatt eine seite "a" zu schreiben die schreibfähigkeit bereits einsetzen und den jungen einen kurzen text selbst formulieren lassen. oder er darf sich viele wörter ausdenken, die den buchstaben a enthalten. dann übt er es und darf gleichzeitig den kopf benutzen.

wie schätzt du denn die schreibfähigkeit ein? läuft das schon gut rund und hat er 2.klässlertempo, wenn er will? kann er auch mal voran machen,w enn das in der schule verlangt wird? ohne trödeln und ohne träumen? das wird nämlich immer wichtiger mit dem tempo. und kann (will) er das auch trainieren, wenn es nötig ein sollte? all das käme nämlich auf euch zu, wenn er jetzt springen sollte.

ich würde eien sprung nur nach sehr reiflicher überlegung und vorbereitung machen. vor allem die aufnehmende lehrerin muss voll dahinter stehen, sonst kann sie einem springerkind - noch dazu einem, das sogar 2 jahre jünger ist als andere in ihrer klasse, das leben ziemlich schwer machen. noch dazu geht bei jungens der aufbau der rangordnung sehr nach den körperlichen fähigkeiten. damit sind schon manche gleichalrtigen überfordert, die körperlich schwach sind. ein so junges kind muss auch einiges aushalten können, nicht nur können.

und seien wir mal ehrlich: der stoff der 2. klasse ist nicht wirklich spannender als der der 1. dass man ein kind mit schulkram auslasten kann, halte ich für ein gerücht. aber dass der primus sich noch wohl zu fühlen scheint, gibt euch den aufschub, den ihr braucht. überlegt es in aller ruhe, habt die pläne in der schublade, wenn sie notwendig sind, aber wenn nicht, dann freut euch und nehmt es gelassen.

ein beispiel aus der klasse meiner tochter: es heißt nicht offiziell differenzierung, was dort passiert, aber man hat das gefühl, dass es der lehrerin gelingt, die kinder dort abzuholen, wo sie stehen. meine 7jährige könnte schneller voran kommen, wenn man sie springen ließe. aber sie nutzt die zeit, um geschichten zu erfinden, verabredet sich mit ihren freunden, spielt viel und oft und verwendet auf den schulstoff wenig zeit und energie. aber sie nimmt aus der schule viel mehr als das mit. und zu hause haben wir dann zeit, ihr die sachen zu erklären die sie wissen und können will. wenn sie springen würde, käme sie 1. zu einer weniger geschickten lehrerin und 2. müssten wir vermutlich mit ihr tempo üben und mehr antreiben.

ich sehe keinen handlungsbedarf bei ihr, obeohl sie vermutlich unterfordert ist. aber sie geht gern und ist entspannt, und das genießen wir sehr. warum was ändern? wenn sie den kasper machen oder stören würde, müssten wir uns was überlegen. aber so kann das weiter laufen.

gruzli und alles gute für den primus
scout
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Beiträge: 1814
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BeitragVerfasst am: 09.10.2007, 12:16
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Hi, Moffi

Nee, da bin ich falsch rübergekommen.Nicht Handlungsbedarf, der immer im Springen endet! Ein Sprung war und ist in meinen Augen immer der letzte Ausweg, wenn nichts anderes mehr zu gehen scheint.
Handlungsbedarf immer dann, wenn man merkt, dass das Kind leidet, kann ein Gespräch mit der KL sein, Nachmittagsaktivitäten, die angeboten werden ,........

Lieben Gruß Kerstin
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Hansemann



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BeitragVerfasst am: 10.10.2007, 00:44
BeitragTitel:
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Hallo,

danke Euch für das Gut-Zureden, die Tipps und die Erfahrungen! Es tut gut, zu hören, dass wir nicht alleine sind. Heute gehts schon viel besser, und wir sehen auch dank Euch schon einiges klarer.

Wir haben uns bewußt für die Sprengelschule entschieden, und die Gründe dafür gelten auch weiterhin. Ein Beispiel die Nähe, ca. 300 Meter. Das spart einfach enorm viel Zeit, die wirklich sinnvoll (oder auch zum Trödeln) genutzt werden kann. Ein anderes Beispiel ist die soziale Mischung, die ja der seines Lebensumfeldes entspricht. Solange keine bedeutenden Argumente dazukommen, wünschen wir uns, dass er dort bleibt.

Auch die Aussage der KL, dass sie ihn nur mit Zweitklass-Stoff füttern kann, glaube ich nicht ohne weiteres. Danke für Eure Hinweise, Beispiele und Links!

Das steht jetzt auf unserer Liste:

  • Gespräch mit der KL wg. Differenzierung; wir werden, sofern die KL dafür offen ist, auch selbst Materialien und Vorschläge liefern.
  • Wir versuchen, ob sich die KL auf veränderte HAs ohne "Strafaufgaben-Charakter" einlässt.
  • wieder die Beratung an der Uni besuchen
  • Genaue Beobachtung von Primus
  • bei Entscheidungen: Tempo rausnehmen


Scout hat folgendes geschrieben:

vllt hat sie angst vor den ansprüchen eines hb-kindes, weil sie schon von schwer verhaltensauffälligen hbs gehört hat, die jede schule verweigern oder unterricht sprengen.

Nach ihrer Aussage mag sie Primus gerne und möchte ihn nicht hergeben. Ich glaube nicht, dass sie uns oder sich da etwas vormacht, obwohl das natürlich auch sein kann.

Biene Maja hat folgendes geschrieben:

Zeilenlang nur einzelne Buchstaben zu schreiben ist wirklich öde. Da hat mein großer damals auch rebelliert. Er hätte allerdings auch Sätze schreiben dürfen. Nur wollte er das nicht, "weil sonst doch die anderen Schüler sehen, dass ich schon viel mehr kann!"

Ich hoffe, dass Primus dieses Problem nicht hat! Ein Versuch lohnt jedenfalls.

Grüße,
Hansemann

PS. Heute hat er seine HA in nur 15 Minuten erledigt.
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Anmeldungsdatum: 03.03.2005
Beiträge: 2614
Wohnort: Rheinland

BeitragVerfasst am: 10.10.2007, 13:10
BeitragTitel:
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Hansemann hat folgendes geschrieben:

Auch die Aussage der KL, dass sie ihn nur mit Zweitklass-Stoff füttern kann, glaube ich nicht ohne weiteres. Danke für Eure Hinweise, Beispiele und Links!


Hier ist noch eine Empfehlung zur Stoffsammlung: Die Kartei "Schon fertig: und was jetzt?" von Almuth Bartl enthält Aufgaben aus allen Bereichen, die über den Schulstoff hinaus gehen oder ihn üben, ohne den des nächsten Schuljahres vorweg zu nehmen.

Es gibt für jedes Schuljahr eine - allerdings weiß ich nicht, ob es für Primus die Erstklässler- oder Zweitklässlerkartei sein sollte.

Link zu den Karteien bei einem bekannten Online-Buchhändler


Ach nochwas: In der Grundschulklasse für Hochbegabte in Basel standen auf den Wochenplänen der Kinder neben klassischen Schul-Aufgaben auch sowas wie Logicals, Schach gegeneinander spielen, ein bestimmtes Buch lesen, oder Lernprogramme auf dem Computer...
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