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tinkerbelle

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.01.2008 Beiträge: 159 Wohnort: NDS
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Verfasst am: 28.04.2008, 08:52
Titel: Das Leben verstehen |
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Gestern abend fing Sohn1 an zu weinen (kurz nachdem wir ihn ins Bett gebracht haben), wie das denn mit dem Tod ist, er möchte nie sterben, gibt es dann noch Felder, dann kann man jar gar nicht mehr sehen usw.
Dazu möchte ich sagen, dass er übermüdet ins Bett gegangen ist, und in solchen Momenten was sucht woran er sich hochziehen kann... Das ändert nichts an der Tatsache: die Ängste waren/sind da, die sind natürlich ernst zu nehmen.
Jedenfalls weiß ich gar nicht so recht, wie ich damit umgehen soll. Ich kann ihn nicht anlügen und steif und fest behaupten, dass wir uns im Jenseits auf jeden Fall wiedersehen werden. Ich kann sagen, dass es was ist was wir glauben und drauf hoffen und es auch Hinweise darauf gibt (Nahtoderfahrungen), aber etwas ist, was wir in diesem Leben nie wissen werden.
Ich finde es furchtbar schwierig da was zu vermitteln, wo ich selber keine rechte Meinung habe, mir das Thema selbst Angst einjagt. Ich begreife die Welt, das Warum und Wie und Wieso doch selber nicht - wie kann ich es meinen Kindern begreiflich machen? Unser Mittlerer löchert mich zwischendurch auch schon mit Fragen - und ich weiß keine Antwort.
Wie geht ihr mit solchen Fragen um?
Habt ihr schöne Buchtipps zu dem Thema Leben und Tod, Sinn des Lebens usw. - ob für Erwachsene oder Kinder? _________________ lg,
tinkerbelle
Sohn1 (11/00, 1. Klasse)
Sohn2 (06/03, KiGa)
Sohn3 (05/06, bei Mama) |
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Ima
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.03.2007 Beiträge: 1471 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 28.04.2008, 09:12
Titel: Re: Das Leben verstehen |
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| tinkerbelle hat folgendes geschrieben: |
Ich finde es furchtbar schwierig da was zu vermitteln, wo ich selber keine rechte Meinung habe, mir das Thema selbst Angst einjagt. |
Also, das hier gequotete *g* ist mir grad als erstes ins Auge gesprungen: Wie willst Du einem Kind eine Angst nehmen, die Du selber hast...
Ich finde das Thema natürlich auch nicht einfach und werde da immer wieder von Kindchen damit konfrontiert... Ich gehe da folgendermaßen damit um, auch wn ich nicht weiß, ob es die ultimativ richtige Umgehensweise ist bzw ich weiß, dass da jede/r seine/ihre eigene Meinung zu hat; es ist mein rein persönlicher Denkensansatz... aber vllt kannst Du ja damit etwas anfangen...
Ich hab keine Angst vor dem Tod und ich glaube nicht, d. die Kinder primär Angst davor haben ich glaube, die eigentlich Angst ist die Verlustangst, also die Angst, nicht mehr Mama/Papa etc bei sich zu haben... dazu natürlich auch die Angst vor dem Unbekannten, und grade was den Tod angeht, so denke ich, d. unsere christlich geprägte Kultur (wobei es vielen anderen ähnlich ist) mit ihren angsteinflößenden Bilder von Fegefeuer, Hölle und Bestrafung diese Angst vor dem "danach" über Jahrhunderte geschürt haben.
Als mein Kind die ersten Male mit dem Thema Tod ankam, hab ich ihm gesagt, d. der Tod zum Leben gehört und alles irgendwann stirbt, jede Pflanze, jeder Stein, jedes Tier, jeder Mensch... Was danach kommt, kann niemand mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, das hängt u.a. mit dem Glauben zusammen (Gespräche zum Thema Religion/Philosophie haben wir dementsprechend auch des Öfteren)... Wir reden viel darüber, auch viel über den Glauben oder das Denken aller Menschen, vor kurzem haben wir uns Sofie´s Welt als Hörbuch angehört und reden immer wieder und viel darüber...
ABER, egal was danach kommen mag, wichtig ist das Hier und Jetzt, also das Leben, dass wir führen... Wichtig ist, dass wir die Zeit miteinander genießen, wir ein so gut es get schönes Leben haben bzw darauf hin arbeiten, d. es lebenswert ist/wird/bleibt...
Ja so in etwa ist mein/unserer Ansatz...
Mein Kind hat - vllt auch wg meiner Haltung dazu - auch keine Angst vor dem Tod an sich, zumindest nicht in "ungesunder" Art und Weise... Er hat dafür, was wohl auch normal ist (vor allem für ein Trennungskind mit leider nicht gerade positiver Erfahrung i.dieser Hinsicht), immer wieder Angst, mich zu verlieren Angst davor, d. ich vllt mal nicht mehr da sein könnte... Das nehme ich immer sofort ernst, rede mit ihm viel darüber, wenn er es braucht, darf er dann auch bei mir schlafen etc... und ich sage ihm immer immer wieder, d. ich immer immer für ihn da sein will und werde, wn er mich braucht... _________________ Ima |
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Penelope Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2007 Beiträge: 397 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 28.04.2008, 09:46
Titel: |
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Hallo Tinkebell,
unsere 7. jährige ist zu Zeit in der gleichen Phase.
Ich halte es auch nicht für sinnvoll ihr etwas Vorzumachen.
Wenn wir unsere Kinder bisher zu starken Kindern erzogen haben, schaffen sie es mit negativen Gefühlen umzugehen.
Der Tod ist etwas sehr sehr trauriges und unsere Kinder haben, meiner Meinung nach, ein Recht darauf traurig sein zu dürfen.
Als Eltern können wir die Kinder trösten. Wir können sie bei Trauer in den Arm nehmen, damit sie sich nicht einsam fühlen.
Sie werden so eigene Mechanismen entwickeln mit der Trauer umzugehen.
Bücher zu dem Thema gibt es mittlerweile eine ganze Menge. Ich habe aber noch keins gelesen, kann dir also keinen wirklichen Rat geben. Vielleicht kannst du im Buchladen mal reinschauen.
Hier 2 Titel, die ich gefunden habe:
"Wenn Kinder nach dem Sterben fragen", D.Tausch-Flammer/L.Bickel
(Für Eltern, Erzieher und Kinder)
"Leb wohl, lieber Dachs", Susan Varley (Bilderbuch ab 4)
Ich wünsch dir noch viele hilfreiche Antworten.
@Ima Ich glaube beim Thema Tod geht es nicht nur um die Angst. Da liegst du mit deinem Ansatz wahrscheinlich garnicht so falsch. Der Tod ist aber auch ein Abschied und verursacht Trauer. Dieses Gefühl sollte man nicht übersehen. _________________ Gruß Penelope
Nicht weil es unerreichbar ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es unerreichbar.
Seneca
Penelope |
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grünergeist Quiz-Gewinnerin

Anmeldungsdatum: 21.05.2005 Beiträge: 2644
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Verfasst am: 28.04.2008, 11:59
Titel: |
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Beim Geistlein stand bei solchen Fragen eindeutig die Verlustangst im Vordergrund und ich habe ihr erklärt, daß, wenn ich so alt bin, daß ich sterben muß, sie so alt ist wie ich jetzt und Familie und Kinder hat und wenn sie so alt ist, sie schon Enkel hat, und so weiter. dieses einbinden in das gesamte Leben hat ihr viel Sicherheit gegeben. _________________ Falls Freiheit überhaupt irgend etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen. [George Orwell]
grünergeist |
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eva Quiz-Gewinnerin

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 1137 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 28.04.2008, 12:33
Titel: |
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Bei uns war es ähnlich wie bei grünergeist. Wir haben zusätzlich darüber gesprochen, dass auch jüngere Menschen sterben können, aber dass das sehr selten vorkommt und wir alles dafür tun, es zu verhindern (vorsichtig Fahren, Helm, Sicherheitsgurte...).
Zur religiös-philosophischen Seite habe ich ihr erklärt, dass ich selbst davon überzeugt bin, dass es "hinterher" irgendwie weitergeht, ich aber nicht weiß wie. Wir haben über unterschiedliche Glaubensvorstellungen gesprochen (und einige davon einhellig "abgelehnt").
eva _________________ eva |
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Penelope Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2007 Beiträge: 397 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 28.04.2008, 14:49
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In der Parallelklasse unseres Großen (7 Klasse) hat sich vor kurzem ein Junge erhängt.
Dieser Junge ist tot.
Er hat uns mit vielen Fragen zurück gelassen. War es Absicht, war es ein Unfall, was steckt dahinter.
Wir haben keine Antworten auf diese Fragen.
Wir sind voll Trauer und es fällt uns schwer unsere Kinder zu trösten, denn uns fehlen die Worte.  _________________ Gruß Penelope
Nicht weil es unerreichbar ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es unerreichbar.
Seneca
Penelope |
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Ima
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.03.2007 Beiträge: 1471 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 28.04.2008, 18:56
Titel: |
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*schluck* Puuuuuh, das ist natürlich richtig übel!!!!!!!!
Da werden wohl alle noch ein Weilchen zu knabbern haben, meine Güte...
Und ja Penelope, ich geb Dir natürlich recht, das Gefühl v. Abschied und Trauer und Traurigkeit darf/sollte man natürlich nicht vergessen... aber auch da denke ich, d. eine gesunde Trauer, ein guter Abschied ein nicht so furchterregendes Bild vom Tod voraussetzen sollte: Man kann doch leichter vom geliebten Menschen Abschied nehmen, wn man den Tod akzeptieren und als etwas dazugehörendes annehmen kann... was natürlich im Falle des Jungen viel viel schwieriger ist... Auf die da aufkommenden Fragen wüßte ich erstmal auch eine guten Antworten... _________________ Ima |
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