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Brigitte die mit Frau Google tanzt, Sponsor
Anmeldungsdatum: 01.07.2005 Beiträge: 974 Wohnort: Franken
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morlis

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2008 Beiträge: 485 Wohnort: BaWü
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Verfasst am: 10.07.2008, 16:46
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Ich frage mich immer, warum man so weit über den Tellerrand raus schauen muss, wenn man doch die Lösung in der Geschichte des eigenen Landes hat?
Warum fragt niemand z.B. mal die Bundeskanzlerin, wie es in der DDR lief?
Dort wurden 10 Jahre gemeinsam gelernt, auf m.E. weit höherem Niveau als in den alten Bundesländern. Es reichten weitere 2 Jahre um ein Abitur abzulegen (übrigens in Sachsen und Thüringen gab es nie 13 Schuljahre - wie machen die das bloß? )
Es gab im Kindergarten regelmäßige Vorschulübungen, damit in der 1. Klasse das Lernen angefangen werden konnte - oh Wunder, ohne Kuschelecke und sonstigem Krimskrams.
Einschulung im September - bis Weihnachten war das ganze Alphabet durch und zwar mit Füller geschrieben und in Schreibschrift! Und Noten gabs schon im 1. Halbjahr der 1. Klasse - schließlich war man ja auch ein richtiges Schulkind!
Es gab einen Schulhort bis 16 Uhr, weil die Mütter fast ausnahmslos arbeiten gingen, es gab ein warmes Mittagessen für alle und es gab jede Menge AGs - von den Lehrern geleitet, die damals nicht mittags in der Stadt beim Einkaufsbummel anzutreffen waren... |
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Heike gest. im Oktober 2011

Anmeldungsdatum: 09.11.2005 Beiträge: 3520 Wohnort: Südthüringen
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Verfasst am: 10.07.2008, 17:06
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| morlis hat folgendes geschrieben: |
Dort wurden 10 Jahre gemeinsam gelernt, auf m.E. weit höherem Niveau als in den alten Bundesländern. Es reichten weitere 2 Jahre um ein Abitur abzulegen (übrigens in Sachsen und Thüringen gab es nie 13 Schuljahre - wie machen die das bloß? ) |
Es waren nicht 10 Jahre sondern nur 8. Nach der 8. Klasse ging ein Teil auf die EOS. Voraussetzung war ein Notendurchschnitt von mindestens 1,7. Gern gesehen war noch wenn die Eltern der Arbeiterklasse angehörten. Ein anderer Teil verließ die Schule ganz um eine Ausbildung zu beginnen. Das waren meistens die schlechteren Schüler. Der Rest lernte gemeinsam weiter.
| Zitat: |
Es gab im Kindergarten regelmäßige Vorschulübungen, damit in der 1. Klasse das Lernen angefangen werden konnte - oh Wunder, ohne Kuschelecke und sonstigem Krimskrams.
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Die Kuschelecken gab es trotzdem.
LG Heike _________________ Am Ende des Weges mag der Pessimist recht bekommen, aber unterwegs hat es der Optimist leichter.
Otto Ernst (1862-1926) |
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morlis

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2008 Beiträge: 485 Wohnort: BaWü
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Verfasst am: 10.07.2008, 17:45
Titel: |
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| Heike hat folgendes geschrieben: |
Es waren nicht 10 Jahre sondern nur 8. Nach der 8. Klasse ging ein Teil auf die EOS. Voraussetzung war ein Notendurchschnitt von mindestens 1,7. Gern gesehen war noch wenn die Eltern der Arbeiterklasse angehörten. Ein anderer Teil verließ die Schule ganz um eine Ausbildung zu beginnen. Das waren meistens die schlechteren Schüler. Der Rest lernte gemeinsam weiter.
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Unsere EOS - Schüler gingen definitiv erst nach der 10. dahin. Sie brauchten einen Schnitt von 1,6 oder noch besser: wollten Offizier der NVA werden.
Ja nach 8 Schuljahren konnte man die Schule ohne Abschluss verlassen (also auch, wenn man dann wegen Sitzenbleiben erst in der 6. oder 7. Klasse war). Entweder fing man eine Lehre an oder ging ungelernt arbeiten.
| Heike hat folgendes geschrieben: |
Die Kuschelecken gab es trotzdem. |
Bei uns nicht. Aber es gab in der 1.Kl. noch Mittagsschlaf.
Man muss sicher auch nicht alles 1 zu 1 übernehmen, vor allem das ganze rot angehauchte Zeugs (Staatsbürgerkunde, Pioniernachmittage und FDJ-Kram) war ja mal wirklich obermies.
Aber in den allgemeinbildenden Fächern könnte man sich eine Menge abschauen - vor allem in den ersten 4 Schuljahren. |
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Heike gest. im Oktober 2011

Anmeldungsdatum: 09.11.2005 Beiträge: 3520 Wohnort: Südthüringen
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Verfasst am: 10.07.2008, 18:41
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| morlis hat folgendes geschrieben: |
Unsere EOS - Schüler gingen definitiv erst nach der 10. dahin. Sie brauchten einen Schnitt von 1,6 oder noch besser: wollten Offizier der NVA werden.  |
Gut, das ist aber erst seit den 80-ern so gewesen.
LG Heike _________________ Am Ende des Weges mag der Pessimist recht bekommen, aber unterwegs hat es der Optimist leichter.
Otto Ernst (1862-1926) |
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morlis

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2008 Beiträge: 485 Wohnort: BaWü
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Verfasst am: 10.07.2008, 20:52
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@Heike: jap, das war ziemlich genau 1986
War aber sicher auch besser so, denn so hatten sie wenigstens die Mittlere-Reife-Prüfung mit uns gemacht und hatten einen Abschluss, auch wenn sie das Abi vlt. nicht gepackt hätten. |
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Brigitte die mit Frau Google tanzt, Sponsor
Anmeldungsdatum: 01.07.2005 Beiträge: 974 Wohnort: Franken
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Verfasst am: 11.07.2008, 08:13
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Ich habe sogar in einem Vortrag mal gehört (ob das Fakt ist, kann ich aber nicht untermauern), dass die DDR-Schulen das "Vorbild" für die Schulreform in Finnland waren - also im Basiskonzept, nicht der Ideologie *g*.
Ich bin mir sicher, dass es durchaus positives an dem Konzept gab (wie ich auch die Krippen-/Kindergartensituation dort - auch da wieder ohne das Ideologie-Anhängsel - wesentlich flächendeckender funktioniert).
Witzig ist, dass für die EOS (dank Wiki weiß ich jetzt was das ist) Arbeiterkinder bevorzugt wurden ... wenn aus diesen Arbeiterkindern dann aber Akademiker wurden, die irgendwann selber Kinder bekamen, wurden diese Kinder wieder "benachteiligt" ?!!!! - Das ist wie "1 ziehen, 1 aussetzen, 1 ziehen, 1 aussetzen" .. und die Quote der EOS-Schüler war wohl auch eher nicht die, die man hier für Abi-Abschlüsse (gesetztes Ziel ((das Deutschland lt. Zeitungsbericht von heute nicht schaffen wird)) sind 85 % der Schüler machen Abi).
Das habe ich zu den Quoten im Wiki gefunden:
Erweiterte Oberschule und Berufsausbildung mit Abitur [Bearbeiten]
An der Erweiterten Oberschule (EOS) konnten Schüler das Abitur ablegen. Sie bestand aus den Klassen 9 bis 12, seit 1983 – abgesehen von den Spezialschulen – nur noch aus den Klassen 11 und 12. Nur eine bestimmte Anzahl der Schüler eines Jahrgangs konnte eine EOS besuchen (lediglich 3-10% eines Jahrgangs). Für eine Zulassung waren neben den Leistungen der Berufswunsch, eine gewisse politische „Zuverlässigkeit“ und auch die Tätigkeit der Eltern maßgebend. Die Herkunft aus der „Arbeiterklasse“ war hier von Vorteil. Zum Erwerb des Abiturs bestand weiterhin die Möglichkeit der dreijährigen so genannten Berufsausbildung mit Abitur, die nach der 10. Klasse eine Berufsausbildung mit weiterem Schulunterricht mit dem Ziel des Ablegens des Abiturs an einer Berufsschule verband. Die Zahl dieser Lehrstellen und die Arten der angebotenen Ausbildungsberufe waren jedoch begrenzt (weniger als 1% eines Jahrgangs).
Darüber hinaus gab es an einigen Universitäten einen ein Jahr dauernden Vorkurs für junge Facharbeiter, um die Hochschulreife zu erlangen, die allerdings nur für wenige Studienrichtungen galt. Voraussetzung war, dass die Berufsausbildung fachlich zum Studium passte.
Mit Abitur oder Hochschulreife konnte man ein Studium beginnen. Voraussetzung für Männer war die Zustimmung des Wehrkreiskommandos. Soweit keine besonderen Gründe dagegen sprachen, war der Wehrdienst vor dem Studium abzuleisten. Während des Studiums gab es keine Unterbrechungen durch den Wehrdienst, mit Ausnahme eines 5-wöchigen Reservedienstes im Verlauf des 3. oder 4. Semesters. Weil die Begrenzung der Zahl der Studienanfänger über die Zulassung zum Abitur erfolgte, war für jeden Abiturienten ein Studienplatz - wenn auch nicht zwingend in der gewünschten Fachrichtung - vorhanden.
Was m.E. nicht hilft, ist dieses ständig Flickwerk. Hier mal 'ne kleine Reform - und da mal ein bischen Neues .... prinzipiell müsste man da eher ein fundiertes Konzept haben und dann radikal umstellen. Ein echte Reform also. Beispiele gibt es genug - gute Beispiele, gute Ansätze .. aber hier fängt es ja schon damit an, dass jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kochen will und auch eisern an seinen Kultusministerien-Beschlüsen festhält .. pro Bundesland ein eigenes Lehrprogramm - eigene Bücher ... und und und .. aber ganz klar - wer der Kultusminister möchte auf seine Wichtigkeit verzichten ..
LG - Brigitte _________________ Brigitte |
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Heike gest. im Oktober 2011

Anmeldungsdatum: 09.11.2005 Beiträge: 3520 Wohnort: Südthüringen
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Verfasst am: 11.07.2008, 08:30
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| Brigitte hat folgendes geschrieben: |
| .. und die Quote der EOS-Schüler war wohl auch eher nicht die, die man hier für Abi-Abschlüsse (gesetztes Ziel ((das Deutschland lt. Zeitungsbericht von heute nicht schaffen wird)) sind 85 % der Schüler machen Abi). |
Mal abgesehen von den paar Leutchen, die durch Beziehungen auch mit einem Durchschnitt von 2,5 auf die EOS kamen, waren es wirklich nur leistungsstarke Schüler.
Die Kehrseite war aber auch, dass man selbst mit einem Durchschnitt von 1,4 nicht auf die EOS kam, sobald man konfirmiert war. Das war aber mehr ein ideologisches Problem.
Das Schulsystem als solches war schon nicht verkehrt.
LG Heike _________________ Am Ende des Weges mag der Pessimist recht bekommen, aber unterwegs hat es der Optimist leichter.
Otto Ernst (1862-1926) |
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Online Sponsor 2010/2011
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.07.2008 Beiträge: 763 Wohnort: Sachsen
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Verfasst am: 11.07.2008, 09:22
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| Heike hat folgendes geschrieben: |
Die Kehrseite war aber auch, dass man selbst mit einem Durchschnitt von 1,4 nicht auf die EOS kam, sobald man konfirmiert war. Das war aber mehr ein ideologisches Problem.
Das Schulsystem als solches war schon nicht verkehrt.
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Sorry, aber ich reagiere empfindlich, wenn das Schulsystem der DDR "verherrlicht" wird.
Ich selbst, war eine sehr gute Schülerin, ging auf eine Schule mit erweiteren Russischunterricht, habe verschiedene Matheolypmiaden gewonnen usw.usw.
Aber: Abitur habe ich nicht
Warum? Ich passte nicht in die Norm. Ich habe meine Meinung offen geäußert, habe nicht z.B. bei Gedichtinterprätationen die gewünschte Meinung geschrieben, wollte nicht Mitglied der FDJ werden (auf Druck der Eltern und der Schule: Du verbaust dir dein Leben!!!!), bin konfirmiert - die Reihe liese sich noch endlos fortführen. Ich bekam schlechte Noten (meist mündlich, weil nicht nachvollziehbar) und durfte damit keine EOS besuchen. Alles 1985 / 1986.
Jahre später - nach der Wende - habe ich erfahren: "Das war eine Riesensauerei was mit dir gemacht wurde!"
Zum heutigen Schulsystem kann ich nix sagen, mein Kind kommt erst im Sommer zur Schule, aber ich wünsche mir, dass sie immer offen und klar ihre Meinung sagen darf. Denn darunter habe ich sehr gelitten!
LG Anja |
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starkejungs Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.10.2006 Beiträge: 5625 Wohnort: BW
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Verfasst am: 11.07.2008, 09:32
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Hallo Anja-
wie vorher schon von anderen geschreiben- DAS war ja die Ideologie, die eben Mist war- das Schulsystem an sich mit langem gemeinsamen Lernen etc., das war anscheinend gut. Denn was hier ja so bemängelt wird, ist die frühe, mit extremem Druck verbundene Selektion von 9/10jährigen (und mit zunehmend früherer EInschulung dann 8jähriger) aufgrund nicht immer zuverlässig aussagekräftiger Kriterien...
Dass man, wenn die Ideologie nicht reinpasste- oder der Beruf oder die Einstellung der Eltern, schlechte Karten hatte lag ja prinzipiell nicht an der Schule und dem System"Schule" an sich, sondern am System DDR.
Oder liege ich da verkehrt??? Habe diese Zeit ja nicht selbst und am eigenen Leib miterlebt, sondern als (junger) Zuschauer von außen...
Grüßle Steffi |
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Heike gest. im Oktober 2011

Anmeldungsdatum: 09.11.2005 Beiträge: 3520 Wohnort: Südthüringen
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Verfasst am: 11.07.2008, 09:33
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| Online hat folgendes geschrieben: |
Sorry, aber ich reagiere empfindlich, wenn das Schulsystem der DDR "verherrlicht" wird.
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In wie weit habe ich es denn verherrlicht?
Ich durfte selbst nicht auf die EOS, aus genannten Gründen.
Das war aber doch die ideologische Seite.
Gelernt hat man schon eine ganze Menge. Oder würdest Du sagen, dass man die DDR-Bürger dumm hat sterben lassen? Auf mein Allgemeinwissen kann ich mir schon ein bischen was einbilden.
LG Heike _________________ Am Ende des Weges mag der Pessimist recht bekommen, aber unterwegs hat es der Optimist leichter.
Otto Ernst (1862-1926) |
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Moffi Sponsor 2010/2011
Anmeldungsdatum: 29.03.2005 Beiträge: 2070
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Verfasst am: 11.07.2008, 09:57
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Hallo ,
muss jetzt auch mal mitsenfen...
Kann sein, dass man in der DDR viel gelernt hat - mir ist es aber irgendwie doch unwohl, ausgerechnet das DDR-System zum Vorbild zu nehmen. Die DDR war meiner Meinung nach ein klassischer Obrigkeitsstaat, in der die Untertanen zu tun hatten, was die Chefs verlangten... Dementsprechend lief es wohl auch in den Schulen.
Abgesehen davon, dass ich ein Schulsystem, dass so wenig auf Selbstverantwortung und Selbstbestimmung der Kinder setzt, schon an sich schlecht finde - ich glaube, dass es heute, unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen auch gar nicht mehr funktionieren würde!
Die Kinder werden heute in den Familien meist so erzogen, dass sie ein Mitspracherecht haben, das gesamte Gesellschaftssystem ist demokratisch und beruht auf Selbstverantwortung und Selbstbestimmung -und in der Schule sollen die Kinder (und auch die Eltern) einfach widerspruchslos gehorchen? Das kann nicht klappen!
Unser heutiges Regelschulsystem ist (und zwar ganz ohne Anlehnung an die DDR) meiner Meinung nach immer noch zu sehr dem obrigkeitsstaatlichen Denken verhaftet - die Kinder müssen, unabhängig von ihrem tatsächlichen Können gewissermaßen im Gleichschritt marschieren, und die "Obrigkeit" bestimmt (verbindliche Empfehlungen!), welcher Lebensweg für de Landeskinder der beste ist...
In dieser Form passt das ganze System nicht mehr zu unserer demokratischen Gesellschaftordnung. Ich glaube, dass viele Probleme heute sich gerade daraus ergeben: Aufsässigkeit der Kinder, die einfach nicht mehr über ihren Kopf hinweg bestimmen lassen wollen, Burn-out der Lehrer, die ihre ganze Kraft darauf verwenden müssen, die Kinder zum Gleichschritt und zum Gehorsam zu bringen, Aggressivität der Eltern, die sich ebenfalls nichts mehr vorschreiben lassen wollen, in dem gegenwärtigen System aber keine Möglichkeit haben, ihren Willen zum tragen zu bringen, und deshalb gegen Noten klagen müssen, etc...
Durch ein "freieres" System könnte man da viel Zündstoff rausnehmen - aber dafür wird sich wohl nicht mal unter den Eltern eine Mehrheit finden, die über das Regelschulsystem meckern...
So, jetzt höre ich aber auf.
Liebe Grüße (und Entschuldigung für den Sermon - mein Steckenpferd... )
Karin |
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Brigitte die mit Frau Google tanzt, Sponsor
Anmeldungsdatum: 01.07.2005 Beiträge: 974 Wohnort: Franken
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Verfasst am: 11.07.2008, 10:27
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.. so - nach meiner Eingangs gestellten Feststellung, das ich gehört habe, dass das finnische System auf dem DDR-Schulsystem basiert, hier ein interessanter Artikel dazu (und es stimmt wohl wirklich).
http://www.dfgnrw.de/ALT/S/UT/www.netzeitung.de-feuilleton-490410.pdf
Das zeigt aber auch, dass man durchaus die positiven Aspekte eines Systems annehmen kann, ohne die negativen (Ideologie, absichtliches Unterdrücken von Schülerfähigkeiten, etc.) Seiten mit zu übernehmen.
Es ist auch meiner Ansicht nach das größte Manko: Die Assoziation "Schule wie in der DDR" ist mit zu vielen negativen Aspekten verknüpft und es wird nicht differenziert zwischen dem, was wohl wirklich positiv war und dem, was eben nicht gut war.
Ich stimme Moffi da durchaus zu, dass auch unser "West-"Deutsches Schulsystem viel zu obrigkeitshörig ist, dass kritische Lehrer (oft genau die engagierten) schnell wegversetzt werden oder eben Druck "von oben" ausgesetzt sind, dass sich zu viele Köche (jedes einzelne Bundesland) um ihren eigenen Brei kümmern und dass aktive, demokratische Mitentscheidung von Pädagogen, Eltern und Schülern nicht erwünscht sind.
Doch ich denke, dass das finnische Modell durchaus zeigt, dass - selbst wenn - das Grundgerüst eines prinzipiell guten Schulsystem aus einem nicht demokratischen System kommt - es so aus- und umbauen kann, dass es in eine moderne, demokratische Gesellschaft passt.
LG - Brigitte _________________ Brigitte |
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Heike gest. im Oktober 2011

Anmeldungsdatum: 09.11.2005 Beiträge: 3520 Wohnort: Südthüringen
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Verfasst am: 11.07.2008, 11:19
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Liebe Karin,
jetzt mal unabhängig von einer staatstragenden Debatte, ich habe beide Schulsysteme zur Genüge erlebt, mit engagierten und weniger engagierten Lehrern und mit guten und weniger guten Dingen. Ich muss mich jetzt zum Glück nur noch 1 Jahr damit beschäftigen, dann habe ich es hinter mir, es sei denn, die Enkel brauchen später Hilfe.
Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass das DDR- Schulsystem nicht das Schlechteste war.
Was die Mitbestimmung betrifft, Kinder müssen auch mal etwas tun, ohne es vorher großartig auszudiskutieren.
LG Heike _________________ Am Ende des Weges mag der Pessimist recht bekommen, aber unterwegs hat es der Optimist leichter.
Otto Ernst (1862-1926) |
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Online Sponsor 2010/2011
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.07.2008 Beiträge: 763 Wohnort: Sachsen
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Verfasst am: 11.07.2008, 11:19
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Hallo,
erst mal: Ich will (oder wollte) niemanden mit meinem Posting angreifen. Sorry, wenns so rüber kam.
Wie ich schon schrieb: ich reagiere auf dieses Thema einfach empfindlich . Liegt einfach daran, dass es immer wieder die Meinung "früher war alles besser" gibt. Und dazu von mir ein klares NEIN!
Unser Kind wird eine MontessoriGS besuchen, sicher auch, weil dies so herrlich anders ist, als ich die Schule erleben durfte. Und meine Erinnerungen sind leider sehr negativ
LG Anja |
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