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Feeli
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2007 Beiträge: 307 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 02.09.2008, 08:33
Titel: vorlesen - leise lesen |
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Hallo,
ich versteh mal wieder nur Bahnhof:
Sohnemann liest leise für sich inzwischen ja ziemlich flüssig und problemlos, und wenn's gerade spannend ist, auch schnell
Beim Vorlesen jedoch (Lesekalender, mama muss zuhören...) gerät er immer mehr ins Stocken, verliert wieder die Zeilen, hat den Finger unter jedem Wort, und manchmal hab ich den Eindruck, er war mit den Augen schon weiter, und baut dann Anfangsbuchstaben/Wortfetzen aus der nächsten Zeile in das ein, was er gerade vorlesen soll.
Er fängt auch verstärkt wieder an, sich auch leichte Wörter zu "erlesen" und lautiert sehr stark.
Gestern hatte er einen Satz in einem Moment ("heimlich") ratz fatz für sich gelesen, um den Inhalt zu erfassen, und las ihn mir dann holpernd und stockend laut vor.
Ich versuch das nicht weiter zu beachten, kommentiere nur, wenn er blos den Anfang liest und sich den Rest dazu errät. Aber auffallend ist es schon.
Kennt ihr das?
Ist da wieder der Schauspieler am Werk, oder fällt es ihm wirklich so schwer?
LG,
Feeli |
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eva Quiz-Gewinnerin

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 1137 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 02.09.2008, 08:45
Titel: |
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Hallo,
ich meine, dass leise lesen und vorlesen zwei unterschiedliche Abläufe sind (bzw. sein können). Für das Vorlesen muss man die Buchstaben in Laute umsetzen. Üblicherweise lernt man so lesen und die meisten Kinder lesen leise, in dem sie sich die Worte unhörbar vorsagen. Wirklich schnell lesen kann man aber nur, wenn man nicht mehr stumm mitspricht sondern die Wörter (oder ganze Satzteile) optisch erfasst und das Gehirn das Bild direkt interpretiert.
Mit zunehmender Übung kann man von einer Technik auf die andere umschalten, aber das dauert einige Zeit. Laut vorlesen lernt er schon irgendwann, das "wirklich stumme" Lesen lernt nicht jeder - sei froh, wenn er es jetzt schon kann.
eva _________________ eva |
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Moffi Sponsor 2010/2011
Anmeldungsdatum: 29.03.2005 Beiträge: 2070
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Verfasst am: 02.09.2008, 08:55
Titel: |
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Hallo Feeli,
das ist bei meiner Großen (tagesformabhängig) ähnlich. Leise lesen kann sie schnell und versteht auch alles, was sie liest (hab ich sicherheitshalber getestet ) - beim Vorlesen hat man an manchen Tagen (wir haben auch einen Lesekalender) das Gefühl, sie kann gar nicht lesen... Sie rät dann viel, und dabei kommt oft ziemlicher Unsinn raus. Das Ergebnis ist eigentlich schlechter als bei Kindern, die einfach jedes Wort Buchstabe für Buchstabe vor sich hin sprechen.
Ich glaube, sie stellt beim Vorlesen zu hohe Ansprüche an sich selbst - es soll genauso schnell gehen wie bei der Mama, mit Betonung, etc. - das ist zu viel auf einmal und es kommt zum "Crash"...
Ich weiß auch noch, dass ich selbst, obwohl immer schon Leseratte, in der Schule immer ganz schlecht beim Vorlesen war...
Liebe Grüße
Karin |
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Feeli
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2007 Beiträge: 307 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 02.09.2008, 09:43
Titel: |
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Hallo eva + moffi,
danke für Eure nachrichten - bin ich ja erstmal beruhigt.
Auch ich hab getestet, ob er denn allein für sich wirklich alles versteht, und das scheint so zu sein.
War vielleicht beunruhigt, weil wir Eltern so unterschiedliche Erfahrungen mit Lesen gemacht habe:
ich hab immer schon viel und rasend schnell gelesen, mein Mann hatte in der Schule eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (und hat die eigentlich immer noch) und bei ihm macht es keinen Unterschied, ob er laut oder leise liest...
LG,
Feeli |
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Nina36
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.03.2008 Beiträge: 263 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 02.09.2008, 11:18
Titel: |
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Hallo Feeli!
Mein Sohn tat sich auch sehr schwer mit dem Lesen lernen. Laut Vorlesen war lange ein Graus für alle Beteiligten. Allerdings gab es zwischendurch auch mal gute Tage, da hörte es sich meistens fast fließend an. Doch er hat immer den Sinn des Textes verstanden, das hat mir auch die KL gesagt. Mittlerweile ist er in der 5. Klasse und liest laut noch immer nicht ganz so toll, aber leise für sich klappt es. Und das ist mir das Wichtigste: Hauptsache er versteht den Text!
Es gibt Kinder, die können laut prima vorlesen, wissen aber anschließend gar nicht, WAS sie da eigentlich gelesen haben!!!
Also mach dir keine Sorgen. _________________ Gruß, Nina |
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Snowy Quizzgewinnerin, Sponsor, Lotusfüßchen

Anmeldungsdatum: 03.03.2005 Beiträge: 4922 Wohnort: BW
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Verfasst am: 02.09.2008, 11:26
Titel: |
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Hallo Feeli,
manchmal klappte bei uns das laute Vorlesen auch besser, wenn ich im Zimmer nebenan war und dort (natürlich mit gaaaaanz langen Ohren) vor mich hinwurschtelte, anstatt neben meinem Kind auf dem Sofa zu sitzen.
Grüßle
Snowy |
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Feeli
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2007 Beiträge: 307 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 02.09.2008, 12:03
Titel: |
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@snowy
oooh, daneben auf dem Sofa geht gar nicht,
aber der Herr wünscht ausdrücklich Anwesenheit auf dem Sessel gegenüber, denn in der Küche z.B. könnte ich ja heimlich was anderes machen
LG,
feeli |
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Tar-Miriel Sponsor 2010/2011

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 5260 Wohnort: Südhessen
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Verfasst am: 02.09.2008, 13:00
Titel: |
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Hallo Feeli,
wie liest Du denn?
Wenn ich ein Buch lese, bin ich meilenweit davon entfernt Wort für Wort zu lesen, ich erkenne Wortbilder und tauche in die Geschichte ein. Da kann es durchaus vorkommen, dass ich genau weiß was ich gelesen habe, es aber niemals wörtlich wiedergeben könnte.
Vorlesen ist für mich etwas völlig anderes: ein mechanische Lesen einzelner Wörter, die durchaus auch einen Zusammenhang ergeben, aber da passiert es mir immer wieder, dass ich während des Vorlesens meine Gedanken schweifen lasse und trotzdem weiter betont vorlese. So richtig zu meiner eigenen Zufriedenheit Vorlesen habe ich erst wegen meiner Kids gelernt, die extrem ausdauernd zuhören konnten/können.
Schwierig wird es bei Sach- und Fachbüchern, da muss ich mich manchmal regelrecht zwingen, jedes Wort zu lesen, da dort durchaus die Tücke im Detail steckt.
Es laufen also irgendwie völlig unterschiedliche Vorgänge dabei ab.
Bei meinen Kids erlebe ich das ähnlich, sie haben durchweg ihre Probleme beim lauten Vorlesen, da hilft auch nur Training. Dafür lesen sie "leise" in unglaublicher Geschwindigkeit (vor allem der Große) und wissen trotzdem genau, was sie gelesen haben.
Leider ist Lesen in der Grundschule bei den Lehrern nur mit tollem, betonten Vorlesen verknüpft. Das ändert sich zum Glück, später ist dann der Inhalt wichtiger als die "Verpackung".
Liebe Grüße
Tar-Miriel _________________ "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." - Aus Sambia
Tar-Miriel |
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eva Quiz-Gewinnerin

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 1137 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 02.09.2008, 13:15
Titel: |
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Mir fällt die unterschiedliche Lesetechnik übrigens extrem bei englischen Texten auf. Solange ich nicht bewusst darüber nachdenke, kann ich problemlos Wörter lesen und verstehen, von deren Aussprache ich keine Ahnung habe. Erst beim langsamen Lesen stolpere ich da drüber. Zahlen sind in der Regel überhaupt "sprachfrei".
eva _________________ eva |
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Tar-Miriel Sponsor 2010/2011

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 5260 Wohnort: Südhessen
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Verfasst am: 02.09.2008, 13:22
Titel: |
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| eva hat folgendes geschrieben: |
Mir fällt die unterschiedliche Lesetechnik übrigens extrem bei englischen Texten auf. Solange ich nicht bewusst darüber nachdenke, kann ich problemlos Wörter lesen und verstehen, von deren Aussprache ich keine Ahnung habe. Erst beim langsamen Lesen stolpere ich da drüber. Zahlen sind in der Regel überhaupt "sprachfrei".
eva |
*unterschreib* _________________ "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." - Aus Sambia
Tar-Miriel |
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BigBird

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.10.2007 Beiträge: 701 Wohnort: Main-Kinzig-Kreis
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Verfasst am: 02.09.2008, 13:29
Titel: |
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| Tar-Miriel hat folgendes geschrieben: |
Es laufen also irgendwie völlig unterschiedliche Vorgänge dabei ab.
Bei meinen Kids erlebe ich das ähnlich, sie haben durchweg ihre Probleme beim lauten Vorlesen, da hilft auch nur Training. Dafür lesen sie "leise" in unglaublicher Geschwindigkeit (vor allem der Große) und wissen trotzdem genau, was sie gelesen haben.
Leider ist Lesen in der Grundschule bei den Lehrern nur mit tollem, betonten Vorlesen verknüpft. Das ändert sich zum Glück, später ist dann der Inhalt wichtiger als die "Verpackung".
Liebe Grüße
Tar-Miriel |
Hier gibt es immer mal wieder (mehrmals im Halbjahr) eine 'Lese-WM'. Dabei geht es ausschließlich um das Leseverstehen. es ist ein Text zu lesen und dann Fragen zu beantworten, und dann noch unter Zeitdruck (Schnelllesen) aus jeweils 3 Sätzen den einen sinnvollen raussuchen.
Viele Grüße,
Christine _________________ BigBird
D. 06/01, R. 12/02, T. 10/04
Mein Kreativblog |
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Feeli
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2007 Beiträge: 307 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 02.09.2008, 13:32
Titel: |
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hallo,
hmmm, über unterschiedliche Lesetechniken hab ich mir vorher noch nie so genau Gedanken gemacht.
Dass Sohnemann aber mit den Augen manchmal weiter ist, und dann völlig sinnfreie Dinge vorliest, ist mir halt aufgefallen
Ich selbst lese in für einige Leute unfassbarer Geschwindigkeit (meine Mutter wollte mir nie glauben, dass ich schon durch bin mit dem neuesten Buch), und auch heute streiten mein Mann und ich, ob ich denn wirklich alles gelesen habe. Ich glaube, da kommen auch unterschiedliche Ausbildungen zum tragen. Männe ist halt Naturwissenschaftler, da muß man schon oft auf jedes Wort achten (wie Tar schon richtig schreibt).
Ich glaube, ich hab beim (leise) Lesen die halbe Seite im Blick, und dann formen sich die Sätze, ohne das ich die Augen bewegem müßte.
Oder so ähnlich
LG,
Feeli |
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Feeli
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2007 Beiträge: 307 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 02.09.2008, 13:37
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Nachtrag:
halbe Seite im Blick ist glaub ich doch übertrieben (hab's gerade mal getestet), aber doch auf jeden Fall mehr als einen Satz - und dann springen die Augen zum nächsten überschaubearn Absatz.
Das mit den Wortbildern trifft es ganz gut  |
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Snowy Quizzgewinnerin, Sponsor, Lotusfüßchen

Anmeldungsdatum: 03.03.2005 Beiträge: 4922 Wohnort: BW
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Verfasst am: 02.09.2008, 14:39
Titel: |
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| Leider ist Lesen in der Grundschule bei den Lehrern nur mit tollem, betonten Vorlesen verknüpft. Das ändert sich zum Glück, später ist dann der Inhalt wichtiger als die "Verpackung". |
Bei uns am Gym geht es durchaus noch darum, dass SCHÖN vorgelesen wird. Es wurden - zumindest in Kl. 6 - bei meinem jüngeren Sohn noch Noten dafür vergeben - nicht nur in den Sprachen, sondern auch in Deutsch.
Meine Kinder sind auch immer Schnell-Leser gewesen und konnten sehr früh sinnerfassend lesen. Aber ich finde es schon wichtig, dass auch sauber und mit der richtigen Betonung vorgelesen werden kann. Wer das nicht kann, blamiert sich in den höheren Klassen ziemlich. Es kommt halt immer wieder vor, dass ein Einzelner mal einen Text vorlesen muss.
LG
Snowy (die auch gelernt hat diagonal zu lesen) |
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Tigermami Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.06.2007 Beiträge: 839 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 02.09.2008, 16:29
Titel: |
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Hallo!
Ich habe ja letztens auch erst gepostet bzgl. des Lesens meines Sohnes.
Mal kann er es super, dann ist´s wieder furchtbar anzuhören. Ich hatte schon manchmal den Eindruck, je mehr er während des Lesens über den Inhalt nachdenkt, desto holpriger wird´s. Wenn er sein Gehirn über den Sinn des Satzes quasi ausschaltet, hört es sich toller an.
Ich bin eine gute Leserin. Ich kann sehr schnell leise lesen, und auch im lauten Vorlesen bin ich gut. Ich muss aber selber sagen, dass ich am besten laut vorlesen kann, wenn ich mich wirklich nur auf die Wörter und die Betonung konzentriere. Also, ich weiß jetzt nicht ob man das verstehen kann; wenn ich zügig und betont vorlese, habe ich hinterher weniger von dem Text oder Inhalt behalten, als wenn ich eben leise lese.
LG _________________ Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel
der Blickrichtung.
Tigermami |
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