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June Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.09.2007 Beiträge: 281 Wohnort: Schleswig-Holstein
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Verfasst am: 09.09.2008, 12:47
Titel: Die ersten Tage in der Schule - von top bis flop alles dabei |
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Hallo,
der lang ersehnte erste Schultag war letzte Woche.
Vieles läuft sehr gut: 25 der 26 Schüler scheinen nett und verträglich zu sein, J. kennt die meisten. seine Lehrerin hat einen sehr guten Ruf. Am schönsten findet er bisher Deutsch und die Hausaufgaben Auch die Randstundenbetreuung läuft prima, nachdem ich ihn am ersten Tag ziemlich versteinert und klein aussehend dort zurückgelassen hatte, mit blutendem Mutterherz.
Tja, der Flop ist der 26. Schüler.
Leider uns schon aus dem vorletzten Kindergartenjahr bekannt. J.´s Kommentar zu ihm: "Der haut!". Seitdem hielt er sich von ihm fern. Letztes Jahr eingeschult, extrem auffällig und gewalttätig (an unserer Kleinstadtschule in der Hauptschule schon länger ein Problem, in der Grundschule so eher nicht bisher). Wurde nach Unterschrifteninitiative der Eltern ausgeschult, 4 Monate in einer Tagesklinik betreut. Jetzt bei uns neuer Versuch.
Gleich am ersten Tag kam J. schwer humpelnd nach Hause. Der Junge (G.) hatte seinen Freund geschlagen und J. verfolgt, der so panisch weggelaufen war, dass eine Zerrung am Bein wieder akut wurde. J. hat tagelang Schmerzen gehabt. Am Morgen danach saß er weinend beim Frühstück "Ich kann nicht in die Schule, ich kann doch so vor G. nicht weglaufen!"
Ich habe ihm erstmal gesagt, dass er nun mal Schulpflicht hat, um jeglichem Drama und Verweigern vorzubeugen. Außerdem hab ich ihm einen Brief an die Lehrerin mitgegeben. Den hat er allerdings dann nicht abgegeben. Ich habe ihm erlaubt, ganz ausdrücklich, sich gegen G. zu wehren und ihm geraten, sich in der NÄhe der Lehrerin aufzuhalten.
Die Gewalt des Jungen geht unterdessen weiter. J. kann wieder wegrennen, also geht es ihm besser. Allerdings hat er jetzt schon mehrmals nachts wieder eingenässt und sich gestern in der Schule nassgepieselt, weil die Toilette besetzt war.
Wir Eltern haben uns zum Teil ausgetauscht, anderen Kindern geht es nicht anders. Sie haben Angst.
Die Schulleitung (gestern war Elternabend) sprach erstmal von "Hetzkampagne einiger Eltern", die Eltern von G. waren übrigens nicht dabei. Ich habe mich sehr dagegen verwehrt, dass unsere Sorgen so abgestempelt werden.
Ich finde, das Verhalten des Kindes berechtigt dazu, eine Schulbegleitung vom JA einzufordern, der Schulleiter könnte das tun. Er allerdings ist bekanntermaßen konfliktscheu und hob die guten Ansätze nach der Therapie hervor. Mag ja sein, und natürlich hat der Junge eine Chance in der Schule verdient. Aber doch bitte mit der nötigen Unterstützung und nicht auf dem Rücken von Erstklässlern!
Ich bin mit in der Elternvertretung, ggf. muss der konfliktscheue Mensch sich den Konflikt mit uns Eltern stellen.
*seufz*
Kann mir jemand Mut machen? Habt Ihr irgendwelche ähnlich gelagerten Erfahrungen? Auch mit dem Thema Schulbegleitung?
Jetzt auch als Grundschulmutter
grüßt June _________________ mit J. (11/01) auf dem Gymnasium und S. (6/05) in der Grundschule
June |
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Sigiruna Sponsor 2010/2011
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2006 Beiträge: 898 Wohnort: nicht mehr Nordfriesland!!!!
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Verfasst am: 09.09.2008, 19:15
Titel: |
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Ich kennen aus der GS meiner Kinder zwei solcher Fälle. Beide Kinder wurden zeitweise von ihren Müttern in den Unterricht begleitet. Der eine, der zusätzlich lernbehindert ist und mehrere Klassen wiederholte - also erheblich älter und stärker war als die Mitschüler, bekam andauernd Verweise und Schulverbote. Er kam später auf die Sonderschule und wurde zum Teil einzelbeschult. Der andere, der als Kleinkind von seinem leiblichen Vater misshandelt worden war, hatte sich nach einigen Monaten stationärer Therapie zusammen mit der Mutter soweit gefangen, dass er nach Wiederholung der Klasse erfolgreich und verhaltensmäßig unauffällig am Unterricht teilnahm.
Wie gesagt, in beiden Fällen haben die Mütter sich nach Kräften eingesetzt, denn eine offizielle Schulbegleitung hat es nicht gegeben.
Wichtig wäre m.E. die Eltern von G. miteinzubeziehen. Natürlich ist es für sie nicht gerade toll, mal wieder zu hören, dass die anderen Kinder vor ihrem Sohn Angst haben. Sie müssten aber die Möglichkeit haben, die Situation für die anderen Eltern aus ihrer Seite darzustellen. _________________ Sigiruna
mit
Sohn 6/93, Dozent; Töchti 2/96, Mathemaster in Arbeit; Tertia 7/98, Studium |
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June Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.09.2007 Beiträge: 281 Wohnort: Schleswig-Holstein
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Verfasst am: 14.09.2008, 08:02
Titel: |
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Hallo Sigiruna,
vielen Dank für Deine Erfahrungen!
Die Eltern sind getrennt, G. war wohl anfangs bei der Mutter, dann beim Vater, der eher besser mit ihm klarkommt.
Beide scheinen sich zwar mit Jugendamt und Tagesklinik zu verständigen, eine echte Zusammenarbeit ist aber wohl schwierig.
Inzwischen weiß ich, dass das Jugendamt sehr eng dran ist und evt. auch erwogen wird, das Kind aus der Familie herauszunehmen.
Er scheint sich an die Situation in der neuen Klasse übrigens besser gewöhnt zu haben, zumindest berichtet J. nicht mehr von ängstigenden Aktionen. Vielleicht reguliert es sich ja erstmal so, ohne dass weitere Aktionen von uns nötig sind.
Schule insgesamt findet J. weiterhin gut (naja, nach 1,5 Wochen sagt das noch nicht so viel aus ). Mathe ist natürlich langweilig, sie zählen und malen Reihenfolgen aus....
Deutsch findet er gut, ist motiviert, seine Lesekenntnisse auszubauen, vor allem mit Hilfe von Papas Tim und Struppi-Heften
Außerdem fängt nächste Woche die Friesisch-AG an, auch das findet er super, hatte damit schon im KiGa angefangen.
Zu Hause verhält J. sich verträglicher als vor dem Schulbeginn, allerdings haben wir heftige Alltagskämpfe ums Aufräumen, Anziehen etc.
Und es beginnt wieder etwas, was zwischendurch etwas abgeebbt war: Seine Angst, alleine zu sein, wird wieder ziemlich heftig.
Er geht im Moment nicht mehr alleine in den ersten Stock - wo sich leider sein Zimmer befindet. Das Problem ist schon immer vorhanden gewesen, zwischendurch war es aber entspannter.
Kennt eine von Euch dieses Problem? Irgendwelche Lösungsansätze, die geholfen haben?
Im Moment lasse ich ihn meistens, ärgere mich aber sehr, wenn es Probleme gibt, weil er sich nicht selber einen Pulli von oben holen will o.ä. Auch darf er nur oben seiner Leidenschaft, Elektrogeräte auseinanderzubauen, nachgehen. Das führt zu mauliger Langeweile hier unten, wenn er keine Begleitung nach oben in Form seiner Schwester oder eines Freundes findet
Über Eure Erfahrungen mit solch ängstlichen Kindern
freut sich
June _________________ mit J. (11/01) auf dem Gymnasium und S. (6/05) in der Grundschule
June |
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eva Quiz-Gewinnerin

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 1137 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 14.09.2008, 08:43
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Hallo,
meine Kleine ist eigentlich gar nicht ängstlich, sie hatte aber auch mit 6 eine Phase, dass sie nicht allein in den ersten Stock wollte. Nachts konnte sie nicht allein aufs Klo, weil in dem einen Zimmer Drachen sind . Außerdem hatte sie Angst, die Klospülung zu betätigen - keine Ahnung wieso.
Gegen die Drachen hat sie selbst eine Lösung gefunden: sie hat leise vor sich hin gesagt "Ich bin die E." (Schwester), weil sich die Drachen nur für sie interessieren .
Wir haben es mit Belohnungspunkten versucht, aber im Endeffekt ist es wohl von selbst verschwunden.
eva _________________ eva |
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Sigiruna Sponsor 2010/2011
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2006 Beiträge: 898 Wohnort: nicht mehr Nordfriesland!!!!
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Verfasst am: 14.09.2008, 11:16
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Moin June!
Hab ein bisschen Geduld mit ihm. Der Schulanfang ist eine schwierige Zeit für die Kinder, für die von Natur aus etwas ängstlicheren besonders. Söhnchen war in dem Alter ähnlich, z.B. wollte er nicht allein in seinem etwas abseits von den übrigen Räumen liegenden Zimmer schlafen. Wir habe ihn bei uns schlafen lassen und ihn immer behutsam ermutigt. Es hat lange gedauert, bis sich die "Angst", woran auch immer sie gelegen hat, gegeben hat. Wichtig ist vor allem, dass das Kind sich geborgen fühlt und nicht denkt, dass man seine Ängste für lächerlich ansieht. Begleite ihn die halbe Treppe rauf - "Den Rest schaffst du allein." Geh runter, wenn er in sein Spiel vertieft ist, und lobe ihn anschließend, wie schön lange er sich selbst beschäftigen kann.
Wird schon!
LG Sigiruna _________________ Sigiruna
mit
Sohn 6/93, Dozent; Töchti 2/96, Mathemaster in Arbeit; Tertia 7/98, Studium |
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June Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.09.2007 Beiträge: 281 Wohnort: Schleswig-Holstein
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Verfasst am: 03.10.2008, 20:02
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Mal ein update:
Sigiruna, zunächst vielen Dank für Deinen Trost - es entspannt sich gerade tatsächlich ein bisschen. Allerdings hat er jetzt seine Schwester auch angesteckt, auch sie geht nicht mehr alleine nach oben
Die Situation mit dem aggressiven Mitschüler hat sich für J. entspannt, irgendwie schafft er es, ihm aus dem Weg zu gehen. Insgesamt ist die Situation mit dem Jungen allerdings absolut katastrophal. Ich weiß inzwischen, dass er - wie sollte es anders sein - zu Hause misshandelt und vernachlässigt wurde - wird?. Er hat derweil mehrere Kinder ins Gesicht geboxt, Kindern mit einem Stock aufgelauert, zwei ängstliche gemobbt. Ständig ist irgendetwas. Jetzt ist er für 3 Tage von der Schule suspendiert worden. Als wenn das etwas bringen würde.
Ich kann und kann nicht verstehen, dass es der Schule nicht gelingt, einen 8jährigen soweit zu kontrollieren, dass er in den Pausen niemanden prügelt! Den würde ich mir ans Bein binden! Anscheinend macht er in den Pausen was er will, es scheint keine geeignete Aufsicht zu geben, ich bin wirklich fassungslos!
Das JA ist inzwischen erneut dran, aber alles gestaltet sich langsam und schwierig.
Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass erst jemand ernsthaft verletzt werden muss, bis etwas Grundlegendes passiert... Wobei die KL sich viel Mühe gibt und von J. heiß geliebt wird.
Allerdings würde er doch lieber wieder in den von ihm gar nicht so geschätzten KiGa gehen: Da kenne er alle besser, und man könne besser rumtoben
Es ist ihm einfach zu langweilig, das war zu erwarten.
Inzwischen erfindet er Rechenaufgaben, wenn ihm im Auto zu langweilig wird und hat schon mehrmals gefragt, wie das so funktioniert, eine Klasse zu überspringen - ich habe definitv noch nie davon gesprochen!!!
Insgesamt bin ich sehr froh über den bisherigen Verlauf. Er geht problemlos in die Randstundenbetreuung und in den Unterricht, macht eine freiwillige AG (Friesisch), erledigt in der Betreuung selbständig seine HAusaufgaben (ich darf ihn nicht so früh dort abholen, da er sonst nicht fertig wird. Also geh ich vorher noch einkaufen oder koche schnell etwas )
Gibts eigentlich noch andere Erstklässler hier, die insgesamt gut zurecht kommen?
Viele Grüße
von June
derzeit einerseits der Klasse wegen besorgt, persönlich jedoch erleichtert _________________ mit J. (11/01) auf dem Gymnasium und S. (6/05) in der Grundschule
June |
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BigBird

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.10.2007 Beiträge: 701 Wohnort: Main-Kinzig-Kreis
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Verfasst am: 03.10.2008, 20:09
Titel: |
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Hier, meine Erstklässlerin ist auch glücklich. Vor allem, weil sie auch mal besondere Aufgaben kriegt. Die KL kriegt es anscheinend gut hin, die Kinder zu begeistern. Sohn hatte auch eine gute KL in der ersten, und mit der jetzigen sind wir auch zufrieden.
Viele Grüße,
Christine _________________ BigBird
D. 06/01, R. 12/02, T. 10/04
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