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clementine
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.03.2007 Beiträge: 1393 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 06.01.2009, 22:40
Titel: Wie lernen und spielen Eure Kinder? |
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würd mich mal interessieren, wie Eure Kinder lernen, sich eigenständig Wissen und Kulturtechniken erarbeiten aber auch spielen bzw. sich im spielerischen Weg ihr Wissen erweitern z.B. über Naturgesetzmäßigkeiten usw.
Mir ist das beim Großen mal aufgefallen, ich finde dass er so völlig unorthodox "lernt" und spielt, er macht seine geistigen Errungenschaften auf völlig anderem Wege als ich das so erwarten würde...
Beim Rechnen und den Zahlen z.B., er springt hin und her, irgendwie scheint es mir, er beschäftigt sich mit allen vier Rechenarten gleichzeitig. Kann irgendwie alles nicht richtig, trotzdem löst er manchmal schwere Rechnungen für die man aber dies voraussetzen muß...
Lesen und Buchstaben gleiches: Er kann wohl Wörter mit zwei bis drei Buchstaben entziffern, mehr eigentlich nicht. Gleichzeitig aber macht er Buchstabenaustausch-Spielchen mit Wörtern, die wesentlich mehr Buchstaben haben... wie geht das, wenn er doch nicht lesen kann?
Beim Bauen mit Kugelbahn, Lego usw. kommt es mir oft vor, als habe er schon so ungefähr den Bauplan im Kopf, das "Spiel" mit den fertigen Sachen interessiert ihn übrigens nicht so sehr, nur der Herstellungsvorgang, er baut jeden Legobausatz und dann ist es nicht mehr interessant, ich hab ihn nie mit den Bionicles spielen sehen und trotzdem will er immer welche, nur um zusammenzubauen...
Wenn er puzzelt, dann kippt er alle Teile auf den Tisch und fängt an, passende Teile zu suchen
Lauter solche Sachen macht er .... anders halt... als ich es machen würde. Ich werd deshalb auch immer ausgepfiffen, wenn ich mal mitspielen möchte  _________________ clementine mit Sohn 9/03 und Tochter 6/07
***
Wenn die Klügeren immer nachgeben, geschieht nur das,
was die Dummen wollen.
Albert Einstein |
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scout

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 1774 Wohnort: ba-wü
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Verfasst am: 06.01.2009, 23:39
Titel: |
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hi clementine,
dein großer ist auf der suche nach ordnung. er liebt es, wenn jedes teil seinen platz hat, eine struktur, die ihm einleuchtet. darum baut er nach vorschrift und mag es nicht, wenn jemand mitmachen und womöglich kreatives chaos in seine teile bringen könnte.
auch die kugelbahnen faszinieren, weil sie die kugeln so vorhersehbar lenken und rollen lassen. keine unangenehmen überraschungen. solche kinder spielen aus diesem grund auch oftmals gern allein und mögen gar nicht immer so gesellig sein und andere mitspielen lassen, die die eigenen bahnen stören könnten. ich hab auch so einen .
klare ursachen-wirkungsprizipien werden schnell durchschaut. komplexe und dynamische zusammenhänge, ebenso wie chaotische beziehungen (zb bei spielenden kindern) werden manchmal gar nicht durchschaut und daher gemieden. das war während der gesamten kigazeit so und auch in der grundschule noch eine weile.
meine kinder versuchen meistens, neue erkenntnisse gleich in das vorhandene wissen einzupassen und die zusammenhänge zu erkennen. die kleine fragt zur sicherheit öfter nach und lässt ihre gedanken raus, der große macht das mit sich ab und gerät dabei manchmal auch auf holzwege. oder er kommt nicht weiter, weil eine neue information nicht wirklich passen will und steckt es vorerst auf. die methode der kleinen ist deutlich effizienter und weniger störanfällig .
sie kommt vor allem mit komplexen beziehungssystemen gut klar, ist gesellig und aufmerksam mit anderen. streng logische muster bedeuten ihr nicht soviel, weil sie auch mit dynamischem chaos umgehen kann. der große kann das nicht, also versucht er überall die logik zu erkennen und wenn das nicht geht, steckt er's. er hat ein hohes sicherheitsbedürfnis und mag dinge, die er nicht verarbeiten kann, lieber auch gar nicht wissen. zz werden zb keine nachrichten geguckt wegen der vorgänge im nahen osten.
in deinem großen erkenne ich meinen vor ein paar jahren ganz gut wieder.
gruz
scout _________________ 'It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities.' (Albus Dumbledore)
scout |
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June Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.09.2007 Beiträge: 281 Wohnort: Schleswig-Holstein
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Verfasst am: 07.01.2009, 10:28
Titel: |
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Hallo,
das mit dem Puzzlen kenne ich von meinem Großen auch. Schon immer hat er so chaotisch gepuzzlet, wir konnten nie wirklich gemeinsam puzzlen. Ich gehe systematisch vor, erst die Ecken, dann alle Randteile, dann den Rest ggf. noch sortieren... Das hasst er. Er puzzlet auch nicht oft, eher so anfallsweise. Dann puzzlet er wild drauflos, fängt irgendwo an, gerne auch überkopf, was ich nieeee tun würde
Mit meiner Tochter komme ich da besser klar, die puzzlet so wie ich
Legobausätze macht J. auch so wie Dein Sohn. Er mochte noch nie freies Legobauen, es sei denn mit seinem ideenstiftenden Papa, sondern er baut genau nach Plan und dann ist gut.
Beim Rechnen finde ich es auch manchmal chaotisch. Gelegentlich weiß er die Lösung für eine Aufgabe, die er noch gar nicht kennen kann, und sagt dann "das hab ich geraten" D.h., er weiß schlichtweg nicht, wie er es gerechnet hat, es kam einfach so.
Auch schön sind die Tricks, die er beim Rechnen von mehreren Aufgaben anstellt: Er versucht, die verschiedenen Aufgaben zu einem System zusammenzuschließen, eine Regelmäßigkeit zu finden, und rechnet dann die Aufgaben nicht einzeln sonder löst sie mehr logisch: Oben hab ich 15+4 gerechnet, hier 15+2, also muss ich von meinem ersten Ergebnis 2 abziehen Hat mich ein bisschen Zeit gekostet, ehe ich hinter diese Denke gekommen bin.
Ist doch spannend, wie anders die Kinder so sind als man selber
Viele Grüße
von June _________________ mit J. (11/01) auf dem Gymnasium und S. (6/05) in der Grundschule
June |
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clementine
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.03.2007 Beiträge: 1393 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 07.01.2009, 21:31
Titel: hihi... |
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na wenn ich mir sein Kinderzimmer so anschaue... da herrscht der Meister der Unordnung höchstpersönlich .
... aber Du hast recht - er sucht die Ordnung in den Dingen und liebt auch strukturierte Dinge und Aufgaben. Die Kugelbahn ist ja trügerisch und das lernt er gerade - scheinbar so einfach in der Vorstellung, aber dann doch so schwer umzusetzen. Mitspielen darf ich nicht, weil ich nicht mache was er sagt. Wenn ich mich zu seinem Handlanger mache bin ich gnädig geduldet
Ein großes Sicherheitsbedürfnis hat er auch, gepaart mit seinem Perfektionismus kommt dann des öfteren auch die völlige Blockade dabei raus.
Wenn ich sehe, wie unser kleiner Moppes spielt, dann frag ich mich natürlich auch, wieviel geschlechtsspezifisch ist... sie ist - obwohl sie ja grad erst 18 Monate alt ist, auch schon so fit in ihrer sozialen Wahrnehmung, sie wuselt sich durch, beobachtet und kapiert so viele Zusammenhänge undzwischenmenschliche Situationen, da bin ich immer baff erstaunt. Sie ist extrem kommunikativ, obwohl sie vielleicht grad mal 1o Wörter spricht - aber mehr braucht sie auch nicht, sie kommt bestens durch, hat einen Fingerzeig wie ein General
Bin mir auch sicher, dass sie später keine Probleme in chaotischen Situationen haben wird, sie begibt sich ja jetzt schon mitten in die Kinderrunde, wenn ich den Großen im Kiga abhole. Das hätte der nie getan, der bleibt ja heut noch lieber mit Abstand
ja und sie spielt schon Rollenspiele mit ihren Puppen und ihren Tieren - das macht der Große bis heut nur mit seinen Stofftieren und seiner besten Freundin. Alleine würd er das im Leben nicht tun. Moppes herzt ihre Puppen und rührt in ihrer Kinderküche, das hat den Großen alles nie interessiert... das kann ja nicht alles Erziehung sein
Aber ich denke auch, sie ist die Stabilere von Beiden Kindern, der so sachlich spielende Junge ist in Wirklichkeit nämlich ein großes Sensibelchen mit ganz großer Empfindsamkeit, während unsere liebende Puppenmami ein sehr selbstbewußtes und fittes Persönchen zu werden scheint, die kleine Niederlagen bestens wegsteckt  _________________ clementine mit Sohn 9/03 und Tochter 6/07
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grünergeist Quiz-Gewinnerin

Anmeldungsdatum: 21.05.2005 Beiträge: 2644
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Verfasst am: 08.01.2009, 08:35
Titel: |
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Beim Geistlein habe ich festgestellt, daß das Sicherheitsbedürfnis sich vor allem auf Kontrolle bezieht. Sie springt vom 7,5-Meter-Brett, das ist Überwindung von Höhenangst, Springen kann sie und das weiß sie. das geht kontrolliert. Beim Schlittschuhlaufen oder Inlinen ist sie immer ganz langsam, das darf nie so schnell werden, da0 sie die Kontrolle verliert und womöglich hinfällt. Sogar Schlittenfahren sollte nie zu schnell werden.
Die Verhältnisse sind da vollkommen individuell. Ich fände das Turmspringen viel unsicherer, ein Bauchklatscher tut sicher mehr weh als ein Sturz beim Schlittschuhfahren mit Schützern, das sieht sie gar nicht so. Da ist sogar eine neue Aufgabe beim Cello "gefährlicher", denn das könnte falsch klingen (Perfektionismus) und dann blockiert sie. Schwierig diese konstellation. _________________ Falls Freiheit überhaupt irgend etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen. [George Orwell]
grünergeist |
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