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Ima
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.03.2007 Beiträge: 1471 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 23.01.2009, 11:31
Titel: Lernen lernen... |
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Ich brauch mal euren Rat bzw eure Kritik bzw eure Meinung.
Ausgangssituation war folgende:
Gestern morgen auf dem Weg in die Schule hat mir Sohni erzählt, dass er heute in Sachfach eine Arbeit schreibt. Ich fand das super, dass er es mir gesagt hat - war ja ein ziemlicher (auch schon hier bejammerter) K(r)ampf, überhaupt dahin zu kommen, dass er so etwas mitteilt bzw aufschreibt - und hab ihn auch dafür gelobt... Ich meinte daraufhin, dass er sich ja mal darauf vorbereiten könnte, er meinte "Ja, in Ordnung"... Soweit alles super, wir unterhielten uns weiter, ich meinte dann, dass er daran denken muss, seinen Sachfach-Hefter einzupacken bzw mitzunehmen. Er daraufhin "Warum das denn?" Ich "Na halloo, wolltest Du Dich nicht auf Sachfach vorbereiten?" Er "Ja habe ich doch gesagt" Ich "Na dann musst Du doch Deinen Hefter mitnehmen!" Er "Warum denn das?" ...... Irgendwie haben wir da aneinander vorbeigeredet... Es hat sich dann herausgestellt, dass Sohni unter sich-auf-die-Arbeit-vorbereiten verstanden hat, dass er es sich einfach noch mal kurz in der Schule anschaut und gut ist. Er "Das reicht doch völlig aus, ich habe mich doch noch nie auf eine Arbeit vorbereitet!" Mir ging es aber eben darum, dass er einfach auch mal lernen muss, sich mal für eine Arbeit hinzusetzen und sich darauf vorzubereiten, und sei es, dass er es sich ZUHAUSE noch mal durchschaut, wie jeder andere.
Nun ja, hitzig und stur wie wir beide sind, haben wir uns ziemlich in die Wolle gekriegt, denn Herr Sohn wollte es partout nicht einsehen, warum er seinen Hefter nun mitbringen soll...
Ich meinte irgendwann nur noch "Ich möchte, dass Du diesen verd*** Hefter einfach mitbringst, verstanden!"
Wieder mal ein toller Start in den Tag; ich habe den ganzen Tag auf Arbeit nur noch drüber grübeln können... Die Sache ist nämlich die, dass mir immer wieder Leute (auch gestern) sagen, dass ich einfach zu ängstlich bin und mein Kind doch einfach seinen Weg gehen lassen soll... Von den Lehrern hab ich, wenn es um das sich auf eine Arbeit vorbereiten ging, auch zu hören bekommen, dass er es sowieso kann (sein KL meinte mal, der kleine hätte so einen großen Wissensspeicher, der bräuchte sich gar nicht vorbereiten, da war ich doch etwas... perplex)...
Nun mag ja sein, dass es jetzt er Fall ist... aber ich mache mir nun doch etwas Sorgen um das, was da noch kommen mag. Mein chaotisches ziemlich strukturloses Kind hat einfach keine Lernmethode (es zeigte sich ja gestern ziemlich, was er unter "lernen" versteht)... und genau darum ging es mir: Ich wollte einfach, dass er sein Hefter mitbringt, auf dass wir es einmal zusammen durchgehen, auf dass er einfach "lernt" und dieses "Lernen" automatisiert...
Nun ja, als ich gestern mein Kindchen vom Hort abholte, hatte ich mir vorgenommen, noch einmal mit ihm darüber zu reden und eine Einigung zu finden, wie wir da herangehen ohne uns wieder zu fetzen...
Tja, ich holfe mein Kind ab, der mir stolz erklärte, er habe seine Sportsachen (mitllerweile die 3te Ausgabe) auch brav mitgebracht hat, also daran gedacht hat... Ja, schöne Sache das, aber als ich ihn nach seinen Hefter fragte..... betretenes Schweigen, er hat ihn tatsächlich VERGESSEN!!!! Aaaaaargh!!!!!!
Ich war nicht wirklich sauer, nur enttäuscht und traurig... Hatten wir uns doch am Morgen so gefetzt wegen dieses Hefters, und dann vergisst er ihn...
Er war auch selber total traurig und weinte sogar auf dem Weg nach Hause...
Nun, wir haben uns dann so "vorbereitet", dass er mir einfach erzählt hat, was sie in Sachfach alles durchgenommen haben... was anderes ging ja nicht...
Nun bin ich weiterhin am grübeln: Verlange ich zuviel? Übe ich zuviel Druck aus? Soll ich ihn einfach seinen Weg machen lassen und darauf vertrauen, dass der kleine Chaot von selber früher oder später einsieht, dass er sich auch mal vorbereiten muss? Es ist ja nicht so, dass ich ihm nicht vertraue bzw ihm nichts zutraue, was ich ihm gestern abend auch noch mal gesagt und erklärt habe... aber ich glaube nicht, dass es immer so gut gehen wird, und er kommt nun mal im Sept aufs Gym, wo es einfach härter zugehen wird... Er mag ja so schlau sein, aber ohne Lernstruktur geht es doch nicht, da fällt er garantiert früher oder später auf die Nase... Irgendwann kommt der Moment garantiert, an dem er ohne "Lernen" nicht weiterkommt...
Mir geht es ja nicht darum, dass er stundenlang büffelt oder dass er Super-Noten bekommt, sondern darum, dass er eben dieses "Lernen" drauf hat, sich den Stoff zumindest einfach durchschaut... Auch lernen will gelernt sein, das merk ich doch auch an mir: Ich habe lernen nie gelernt und habe da jetzt, wo ich für meine Prüfungen büffeln muss, ziemlich Herangehens-Schwierigkeiten... Vielleicht projizier ich ja auch meine Erfahrungen/Ängste auf ihn, ich weiß nicht...
Was meint ihr?
LG von der Ima, der (um dem ganze noch die Krone aufzusetzen) gestern während des Streits mit Kind in der Schule ein Zahn-Krone rausgefallen ist... War das ein Vergnügen, das Ding auf dem Boden zu suchen, die Lehrer und Eltern haben ganz schön blöd geguckt, als ich da auf dem Boden rumkroch... Auf jeden Fall hab ich gleich nen Zahnarzt-Termin um das Ding (ja ich hab sie wiedergefunden) wieder einzusetzen... _________________ Ima |
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June Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.09.2007 Beiträge: 281 Wohnort: Schleswig-Holstein
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Verfasst am: 23.01.2009, 11:46
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Hallo Ima,
zum eigentlichen Thema kann ich nicht soo viel sagen, aber zum Thema Projektion der Ängste.
Ich kämpfe massiv mit Ängsten bzg. des Sprungs meines Sohnes. Ab übernächster Woche ist er Zweitklässler...
Er hat real beim Lesen und Schreiben Schwierigkeiten, aber die Ängste, die ich mit diesem Sprung verbinde, gehen weit darüber hinaus.
Es ist besser geworden, als mir klargeworden ist, dass es meine Ängste sind. Ja, ich projiziere sie auf ihn, und nein, das ist nicht im Geringsten hilfreich oder produktiv. Bei mir geht es darum, dass für mich das Alter, in dem J. jetzt ist, familiär ein katastrophales war. Und wenn in dieser Zeit jemand von mir verlangt hätte, meine vertraute Schulklasse zu verlassen, mein vertrautes problemloses Alleskönnen - dann wäre ich wahrscheinlich panisch dekompensiert.
Ich musste begreifen, dass J. ein anderes Kind ist, anders sozialisiert, dass er in einem ganz anderen Klima aufwächst. Und dass er seine Erfahrungen machen muss, ich ihn zwar unterstütze, es aber sein Leben, seine Schullaufbahn, sein Können oder Nichtkönnen ist.
Ich wünsche Dir Ruhe und Distanz - und mir auch *seufz*
Viele Grüße
von June _________________ mit J. (11/01) auf dem Gymnasium und S. (6/05) in der Grundschule
June |
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eva Quiz-Gewinnerin

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 1137 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 23.01.2009, 12:20
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Hallo Ima,
mit meiner Großen bin ich derzeit genau in der Lage, in der ihr nächstes Jahr kommen werdet.
Sie war in einer Monte-Grundschule, wirklich "zu lernen" hatte sie nie. Allerdings hat sie ihre Baustellen (Rechtschreibung), an denen wir gelegentlich gearbeitet haben, und das "Üben als Grundprinzip" wird anhand von Geige seit ein paar Jahren "trainiert" (mit einigem Kampf).
Die ersten Wochen im Gym habe ich sie mehr oder weniger selbsständig machen lassen (abgesehen von kleinen Erinnerungen bezgl. Schultasche-Packen). Englisch war von Anfang an eine Katastrophe - da habe ich sofort eingegriffen und mit ihr Vokabel gepaukt. Deutsch werde ich mich auch kümmern, aber derzeit bleibt dafür nicht mehr viel Kapazität neben Englisch :rolleyes: .
In Geo ging's am Anfang gut mit ihrem Vorwissen + durchlesen vor der Stunde. Nachdem das erste fette Minus eintrudelte, weil diese Technik nicht mehr gereicht hat, kam sie zu mir. Jetzt prüfe ich sie ab, wenn sie es möchte. Die Veranwortung bleibt aber bei ihr. So lange ihre Einschätzung ihres Wissens passt, mische ich micht nicht ein. Wenn sie daneben haut, wird sie sich melden.
Mathe versteht sie, sie verschusselt aber leider gelegentlich einiges. Da schaue ich mir noch an, ob sie es selbst hinkriegt.
Solange kein unmittelbarer Absturz droht (wie bei uns in Englisch), würde ich es erst mal laufen lassen. Wenn die Motivation zum "lernen lernen" vom Kind kommt, erspart man sich viel Stress.
eva _________________ eva |
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Moffi Sponsor 2010/2011
Anmeldungsdatum: 29.03.2005 Beiträge: 2070
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Verfasst am: 23.01.2009, 14:25
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Hallo Ima,
ich würde auch sagen, dass Ihr das "Lernen lernen" (jedenfalls so als Grundprinzip) vielleicht besser außerschulisch ein bisschen trainieren könntet. Warum soll er für die Schule etwas "lernen", was er schon kann? Das ist doch widersinnig, und irgendwelche "Techniken" lernt er dadurch auch nicht!
Ich würde da immer für Instrument-lernen plädieren, auch wenn das (jedenfalls bei uns) mit erheblichem Nerven- und Zeitaufwand (und natürlich auch finanziellem Aufwand) verbunden ist.
Ich bin jedenfalls froh, dass wir die grundsätzliche Haltung "ich breche mir keinen Zacken aus der Krone, wenn ich etwas übe, was ich noch nicht kann" hier frei von schulischem Druck ein bisschen einüben können.
Aber vielleicht ist Dein Sohn aber ja auch gar kein solcher Perfektionist/Anstrengungsvermeider sondern hat bisher nur keinen Anlass gehabt, sich besonders zu verausgaben, so dass das ganze sowieso kein Problem für ihn wird...
Liebe Grüße
Karinh |
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Bachstelze
Anmeldungsdatum: 26.03.2005 Beiträge: 956
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Verfasst am: 23.01.2009, 15:30
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Hallo Ima,
unsere Kinder sind auch nur schwer zu überzeugen etwas zu tun, dessen Sinn sie nicht einsehen - und etwas zu üben, was sie schon können, fällt in diese Kategorie.
Die meisten fallen dann irgendwann mit irgendwas auf die Nase, aber ohne dieses auf die Nase fallen, kommt die Einsicht oft nicht. Die Kunst ist es, den richtigen Zeitpunkt abzupassen, wenn das Kind versteht, dass doch etwas mehr Einsatz nötig ist - aber es noch keine schwerwiegenden Lücken hat. Das kann manchmal ein Seiltanz sein.
Ich würde mich an Evas Empfehlungen halten: laufen lassen, aber immer genau beobachten und eingreifen wenn nötig.
Üben für außerschulische Interessen können hilfreich sein, doch nur wenn das Kind genügend Motivation hat, das auch durchzuziehen. Töchti hat z.B. ihre Geige wieder aufgegeben - wobei der Kampf um das tägliche Üben wohl nicht unbeteiligt war...
Liebe Grüße,
Bachstelze _________________ Bachstelze |
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Sigiruna Sponsor 2010/2011
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2006 Beiträge: 898 Wohnort: nicht mehr Nordfriesland!!!!
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Verfasst am: 23.01.2009, 15:31
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"Lernen lernen" ist so eine Sache. Das sieht doch kein Kind ein, dass es das können muss, wenn es die Schule auch so schafft. Bei manchen reicht es bis zum Abi und sogar durchs Studium. Die anderen müssen es halt irgendwann lernen. Es hat aber keinen Zweck, nur aus Prinzip, weil ja bald das Gym "droht", dem Kind Lerntechniken beizubringen.
Meine Kinder hatten alle zu Beginn der 5. Kl. eine Einheit Lerntechniken, Töchti in der 7. sogar noch einen Zweitaufguss. Gebracht hat es wenig, denn keins von ihnen lernt mit irgendeiner empfohlenen Technik. Trotzdem hat es der Lernstoff - wie bei mir - auf unerfindlichen Wegen immer geschafft, im Gedächtnis anzukommen, jedenfalls sprechen die Noten dafür.
Eigentlich bin ich auch ganz froh, dass die Kinder keine festen Methoden benutzen. Sie sind alle derartige Perfektionisten, dass sie sich damit nur selbst im Wege stehen würden.
Wenn ich der Meinung bin, sie müssten etwas wiederholen vor einer Arbeit, dann stelle ich mich mal ganz dumm und lasse mir im Heft / Ordner vorführen, was sie schon gehabt haben. Dabei erklären sie mir alles und haben geübt, ohne es groß zu merken.
Ich wünsche Dir viel Gelassenheit - auch bei Deinem Studium
LG _________________ Sigiruna
mit
Sohn 6/93, Dozent; Töchti 2/96, Mathemaster in Arbeit; Tertia 7/98, Studium |
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Tigermami Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.06.2007 Beiträge: 839 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 23.01.2009, 18:18
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Hallo Ima!
Erst einmal muss ich immer ein wenig schmunzeln wenn ich deine Posts lese, weil euer Verhältnis unserem oft so sehr ähnelt. (Dass ihr euch gegenseitig so schnell auf die Palme bringen könnt, das kenne ich soooo gut , und wir Mütter haben dann immer ein schlechtes Gewissen, anders als unsere Kinder anscheinend, denn sonst hätte er ja sicher an die Mappe gedacht wenn er den ganzen Vormittag über euren Streit gegrübelt hätte).
Letztens stand bei meinem Sohn (4. Klasse) eine Mathearbeit an. Eigentlich bin ich auch der Meinung, man sollte dann nochmal alles durchgehen, etc.. Mein Sohn schwor aber Stein und Bein, dass er alles verstanden hätte und nicht üben bräuchte (er hasst das Üben nämlich auch). Ich habe ihn dann gelassen, und die Mathearbeit ist super gelungen.
Ich habe dann gedacht, dass wir Erwachsenen doch eigentlich auch nichts üben würden was wir können. Solange es so läuft, ist es doch eigentlich auch in Ordnung.
Wahrscheinlich wird es nicht immer so weitergehen, das habe ich meinem Sohn auch gesagt. Also, wenn sich abzeichnen sollte, dass zusätzliches Lernen nötig ist, werden wir damit anfangen. Ich bin guter Hoffnung, dass es dann noch nicht zu spät ist.
LG _________________ Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel
der Blickrichtung.
Tigermami |
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clementine
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.03.2007 Beiträge: 1393 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 24.01.2009, 01:17
Titel: wo ist der Hebel.... |
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hallo Ima,
mein GG (ich denke, er ist hb...) hat mir mal erzählt, dass er in Englisch immer grottenschlecht war. Auch ewiglang teuere Nachhilfe hat nicht wirklich genutzt. Und dann hat er die Welt der Computer entdeckt, das war Ende der 70´er, anfang der 80´er Jahre wohl so ungefähr. Damals war alles was es an Literatur und auch Compi-befehlen gab ausschließlich in Englisch.
Und da lernte er Englisch. Das was zuvor niemand geschafft hatte, war plötzlich kein Problem mehr. Weil ER es wollte, weil er es brauchte, weil er einen Sinn drin sah, es zu lernen.
Für den Selbstzweck oder spätere Ziele lernen - kann ein Kind wirklich schon so weit denken?
liebe Grüße _________________ clementine mit Sohn 9/03 und Tochter 6/07
***
Wenn die Klügeren immer nachgeben, geschieht nur das,
was die Dummen wollen.
Albert Einstein |
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