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jutta Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2005 Beiträge: 4602 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 02.02.2009, 11:19
Titel: Doch noch Schule wechseln? |
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Hallo zusammen!
Ich hatte heute morgen wieder ein bewegendes Erlebnis mit Napoleon. Und es geht mir so, wie es der ein oder anderen auch schon mal ging, ich bin drauf und dran, ihn von der Schule zu nehmen. Ihr könnt mich ja wieder runterholen!
Was ist gewesen? Wie an anderer Selle schon beschrieben, ist er seit ca. 3 Monaten eher lustlos, niedergeschlagen und kränklich. Ich habe es auf die beginnende Asthmazeit geschoben und sicher war auch ein wenig Druck wegen der Empfehlungen dabei. Er hat es genossen, zu Hause bleiben zu können, wenn es ihm schlecht ging und hat hier trotz Kopfschmerzen und Atembeschwerden gerne an seinem "Gymnasiumbuch" gearbeitet (Vorbereitung auf die weiterführende Schule, Deutsch und Mathe).
Nun denn, heute morgen ist er gut aufgestanden, hat den Tisch gedeckt und es begann ein gemeinsames Frühstück. Dann wurde er langsamer, räumte seine Sachen nicht in die Küche. Ich erinnerte ihn an die Arbeiten und bat ihn, Zähne putzen zu gehen. Dann hörte ich ihn in der Küche, erinnerte ihn nochmals und er antwortete, er könne einfach nicht. Oh je, den Ton und Spruch kenne ich leider gut!
Ich versuchte, ihn aufzubauen, zu motivieren, er saß an der Wand auf dem Boden und begann zu weinen. So nach und nach erfuhr ich, dass irgendetwas ihn hindere und vermutete, dass es einfach typische Anzeichen seines Träumersyndroms sind. Ich versuchte ihn - wie in der Ergo nun auch gearbeitet wird - aufzurichten, ihn auf ein Ziel zu konzentrieren, Mut zuzusprechen, damit er weiter kommt. Er ging dann mit mir hoch und wir konnten weitermachen. Ich erklärte ihm, wie sein ADS wirkt, wie er selber die Befehle zum Weitermachen geben kann, wie die Ergo ihn unterstützt, dass es keine Krankheit sei und er nicht falsch ist.
Auf dem Weg zur Schule war es soweit o.k., aber kurz vorher meinte er dann, dass es ja nicht das wäre, was ihn bedrückt, sondern die Schule. Er wollte nicht allein reingehen, ich ging mit bis zur ersten Etage, habe ihm nochmals gesagt, dass er ein klasse Kerl ist, und alles schafft, einmal gedrückt und dann bin ich gegangen.
Glaubt mir, ich habe mitgelitten, wollte aber vor ihm stark bleiben. Es sind noch 19 Wochen, 4 1/2 Monate an dieser Schule und ich weiß nicht, ob diese Zeit auszuhalten ist oder ihn kaputt macht. Oder es gar nicht so schlimm ist und er nur keine Lust hatte, so eine Art Montagsunlust. Er ging mit hängenden Schultern rein und ich hätte ihn gern begleitet, Mut gemacht, ermahnt, mit nach Hause genommen, alles auf einmal.
Göga meint, ich solle es nicht so thematisieren (ADS) und mehr positiv handeln und reden. Ich möchte mit ihm und Napoleon heute nochmal drüber reden, was genau ihn an der Schule stört, ihn unglücklich, unzufrieden macht. Hat seine Empfindlichkeit und das Krankwerden mit dieser Situation zu tun? Oder bin ich nur dabei, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen? Wäre es eine Überreaktion, ihn von der Schule zu nehmen?
Was meint ihr? _________________ Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99) |
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Moffi Sponsor 2010/2011
Anmeldungsdatum: 29.03.2005 Beiträge: 2070
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Verfasst am: 02.02.2009, 21:00
Titel: |
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Liebe Jutta,
was meinst Du denn, was ihn genau an der Schulsituation so stört? Geht es ihm in der Schule wirklich so schlecht?
Vielleicht ist ja jetzt, nach den Empfehlungen auch einfach ein bisschen die Luft raus?
Liebe Grüße
Karin |
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Synkopia Sponsor 2010/2011

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.03.2007 Beiträge: 1496 Wohnort: Nord-Württemberg
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Verfasst am: 02.02.2009, 21:08
Titel: |
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Hallo Jutta!
Bestimmt hast Du ihn mittlerweile noch mal genauer befragt, ob irgendetwas in der Schule schief läuft? Hat er eigentlich Freunde in der Schule?
Jetzt sofort eine neue Schule für solch einen überschaubaren Zeitraum zu suchen, finde ich etwas übereilt. Aber es kommt natürlich darauf an, ob er die Zeit in dieser Schule auch wirklich unbeschadet überstehen kann.
Ich wünsche Euch alles Gute!
Liebe Grüße _________________ Synkopia mit Tochter (*7/95), Sohn (*4/97), Tochter (*6/99) und Sohn (*9/04) |
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clementine
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.03.2007 Beiträge: 1393 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 03.02.2009, 00:04
Titel: .... |
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würden es seine Schulleistungen zulassen, ihn öfter zu hause zu lassen? Das wäre evtl. der bessere Weg als jetzt noch einen Schulwechsel durchzuziehen...
ich glaub, für so einen kurzen zeitraum würd ich keinen Wechsel mehr durchziehen. Aber durchaus nochmal nachschauen, was an der Schulsituation so unerträglich ist und was man ändern kann und wo man lindern kann....
ja und Männer haben oft nicht wirklich das Einfühlungsvermögen... find ich... ich kenne es zumindest von uns genauso wie Du es auch beschreibst. Nur nicht drüber reden, dann ist es auch nicht da...
Ich glaub nicht, dass es was bringt, nicht über das ADS zu reden und Frohsinnsprogramm zu fahren. So wird man dann auch nicht erfahren, ob es daran liegt. Das ADS gehört nunmal zu ihm und ich find man kann da genauso drüber reden als wenn er Migräne oder Fußpilz hätte . Nicht zu was Besonderem machen, aber auch nicth aktiv aus dem Themenkreis ausgrenzen.
liebe Grüße _________________ clementine mit Sohn 9/03 und Tochter 6/07
***
Wenn die Klügeren immer nachgeben, geschieht nur das,
was die Dummen wollen.
Albert Einstein |
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Idefix
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.09.2005 Beiträge: 473 Wohnort: Wien
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Verfasst am: 03.02.2009, 08:00
Titel: |
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Hallo Jutta,
ich finde einen Schulwechsel für einen so kurzen Zeitraum auch nicht sehr erstrebenswert.
Sagt dein Sohn, was genau sein Problem ist? Vielleicht hat es ja weder mit ADS, noch mit Asthma & Co zu tun?
Kommt er mit seinen Klassenkameraden klar? Hat er Freunde, auf die er sich morgens freut?
Ich würde auch mit der Lehrerin darüber reden, wie es ihm in der Schule geht und ob ihr etwas auffällt.
Hat er Angst vor der Schule?
LG Idefix _________________ Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. (Albert Einstein)
Idefix |
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Tar-Miriel Sponsor 2010/2011

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 5260 Wohnort: Südhessen
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Verfasst am: 03.02.2009, 08:37
Titel: |
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Hallo Jutta,
ich grüble jetzt seit gestern über Dein Problem.
Es würde mir auch das Herz zerreißen, wenn mein Großer so schwer in die Schule gehen würde, aber ich glaube, ein Schulwechsel wegen 4 Monaten wäre auch nicht leichter. Die Frage ist jedoch, wie kann man ihm diese letzten Monate erleichtern.
Hat er einen Ansprechpartner (außer Dir), bei dem er offen über Probleme reden kann? Vielleicht kann ihm ein Therapeut Hilfen geben mit seinen Ängsten klarzukommen. Ein Teil sind wohl wirklich Ängste, aber auch vielleicht fehlende Strukturen in der Schule. Ich könnte mir vorstellen, dass er sich mit den täglichen Entscheidungen, was er bearbeiten soll, wie der Tag auszufüllen ist... Probleme hat, bzw. überfordert ist. Mit einem Schulwechsel würdest Du seine Ängste vermutlich nur verlagern, d. h. es kämen Ängste vor neuer Gruppe, neuem Gebäude etc. dazu. Das kommt zum nächsten Schuljahr noch früh genug.
Ansonsten würde ich versuchen in Erfahrung zu bringen, ob es irgendwelche Probleme mit anderen Kids oder Lehrern gegeben hat, ob ihn da etwas belastet oder zu welchen Zeiten und unter welchen Bedingungen er sich wohlgefühlt hat. ADS spielt da bestimmt auch eine große Rolle, es ist eine Eigenschaft, mit der er lernen muss zu leben und die immer wieder Hilfe erforderlich macht. Meiner taucht bei Problemen in Büchern und Comics ab und findet ganz schwer wieder in die Gegenwart zurück.
Ich schicke Dir mal eine Kraftpaket und detektivischen Spürsinn rüber, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen.
Liebe Grüße
Andrea _________________ "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." - Aus Sambia
Tar-Miriel |
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sun Queen of yellowpress, Sponsor

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 2614 Wohnort: Rheinland
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Verfasst am: 03.02.2009, 10:44
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Hallo Jutta, lass dich mal drücken !
Hast du inzwischen ein bisschen aus ihm rauslocken können, was ihn an der Schule stört?
Meinen Kindern fällt es am schwersten, in die Schule zu gehen, wenn unter den Mitschülern / Freunden Gezicke oder Ärger ist. Hab neulich noch mit Nesweiß eine Liste geschrieben, was an der Schule am blödesten (und auch was am schönsten) ist. 4 von 5 Punkten waren Mitschüler-Sachen, einer war das nicht-Mitkommen in einem Fach. Lehrer und Schule an sich sind in unserem Fall also nicht schuld, dass Naseweiß sich mit Bauchschmerzen und Unlust in die Schule quält.
Einen spontanten Schulwechsel halte ich auch eher für schwierig... _________________ LG sun mit Naseweiß (*3/9 , PeterPan (*6/99) und TigerLily (*6/05) |
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Alice Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.03.2005 Beiträge: 2419 Wohnort: Bayerisch-Schwaben
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Verfasst am: 03.02.2009, 12:42
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Liebe Jutta,
vielleicht ist es ja gar nicht DIESE Schule, sondern die Schule an sich. Dann nutzt auch ein Wechsel nichts.
Reagiert er auch bei anderen Gelegenheiten so, dass er unglücklich und labil wirkt? Kennst Du das von ihm?
Kann er normalerweise sagen, was ihn an Situationen stört?
Ich kann mich zwar in Dich hineinversetzen, wie weh es tut, wenn das Kind leidet, aber da der Schnurps sein Seelenleben normalerweise minutiös vor mir ausbreitet, kann ich mir nicht vorstellen, wie es sein muss, so im Dunkeln zu tappen.
Vielleicht - mal ganz im Ernst - hat er ja auch eine Art Winterdepression? Bei uns scheint heute seit TAGEN mal wieder die Sonne und ich komme mir vor wie ausgetauscht.
Und vielleicht ist es ja auch der bestehende Wechsel auf eine andere Schule. Selbst wenn er jetzt nicht übermäßig begeistert von der aktuellen Schule ist, könnte es ja sein, dass ihm aufgrund der doch erst kürzlich stattgefunden habenden Gespräche über Empfehlung etc. realisiert hat, dass die Zeit dort zu Ende geht und hat schon eine Art Schwellenangst bezüglich des neuen Lebensabschnitts?
Ich hoffe, Ihr könnt ihm helfen!
Liebe Grüße
Alice _________________ Alice |
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jutta Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2005 Beiträge: 4602 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 03.02.2009, 18:43
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Ja, ich habe mehr erfahren.
Er ärgert sich über sich selbst, ist wütend, weil er sich vornimmt, zu arbeiten, nicht den Dreh findet und dann keiner da ist, der ihn erinnert.
Wir haben gemeinsam folgende Dinge überlegt:
a) er sucht sich eine Vertrauensperson, die ihn anspricht, wenn er nicht arbeitet. Das könnte ein Mädchen seiner Klassenstufe sein, sie ist sicher zuverlässig, lieb und hilfsbereit. War seine Wahl.
b) er nimmt einen "Erinnermich" mit. Seine Wahl fiel auf mehrere Edelsteine, für jeden Tag einen. Der kommt in die Hosentasche, damit er ihn fühlen kann. Göga hat die Idee noch aufgegriffen und möchte ihm ein Lederarmband oder Kette mache, damit er den Stein auch sieht.
c) Die Lehrerin wird nochmals angesprochen, mit darauf zu achten, dass er sein Wochenziel auch täglich abarbeitet. Sie versprach mir gegenüber schon ihre Mitarbeit.
Er hat keine Freunde an der Schule. Es sind Kontakte da, aber nur während des Schulbetriebs. Nichts festes. Der einzige Freund hat im Sommer die Schule verlassen. Na, eigentlich waren es sogar zwei, aber der andere ist auf die Realschule gewechselt und daher nur in der Pause da.
Ich habe ihn gefragt, ob er die Schule noch beenden möchte, nachdem er sagte, auf einer anderen Schule könnte er sich mehr konzentrieren, weil er da arbeiten muss. Nein, er will bleiben und hat sich das Ziel gesetzt, seine "befriedigend" in den Kopfnoten zu verbessern.
Die Anmeldung im Wunschgymnasium ist heute gelaufen, wir haben wenig Hoffnung, dass er genommen wird, denn die Kopfnoten haben gleich zu Fragen und Kommentaren geführt. Da die Schule jedes Jahr Kinder abweist, würde es bei uns auch nicht helfen, dass wir im Sommer dahinziehen und Großsohn dort die Oberstufen machen möchte. Nett durch die Blume gesagt, jetzt bereits mehr oder weniger eine Ablehnung. Göga sieht es ähnlich.
Das wars von
Jutta _________________ Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99) |
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