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Feeli
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2007 Beiträge: 307 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 02.11.2009, 22:23
Titel: keine "Handlungskompetenz" ?!? |
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Hallo,
Heute sprach ich kurz auf dem Flur mit Erzieherin, die die Vorschulgruppe macht - und die meinte, I. habe so wenig "Handlungskompetenz". Auch ihre Gruppenerzieherin war ja schon der Meinung, meine Tochter zeige so wenig "praktische Intelligenz". Also Schuhe wegräumen, Tisch komplett abdecken, Aufträge erledigen, die ca 4 Einzelanweisungen enthalten, etc.
Es wird wohl vermutet, ich würde meinen Kindern alles hinterherräumen...
Da ist aber nicht der Fall; und I., die in der Kita anscheinend nichts auf die Reihe kriegt, deckt hier ganz allein den Tisch für's Abendbrot, hilft mit im Haushalt, räumt ihre Sachen weg, wenn sie nach Hause kommt etc - zwar nach Aufforderung, aber eigentlich am besten von allen dreien ?!?
Sie ist momentan sehr unglücklich, meint, in der Kita würden alle sie nur anmeckern...
Tochter 2 setzt sich wohl nach wie vor unter Druck beim Arbeiten, ist extrem perfektionistisch und unsicher, dadurch sei sie sehr viel langsamer als die anderen. (Das gleiche Kind erzählte mir ja mal, sie sei früher fertig, und dann sagen die anderen komische Sachen, und warum sie immer mehr arbeiten müsse - Wunschdenken?)
Beide Kinder erzählen mir nun häufig, Vorschulgruppe sei "doof", das können sie doch alles schon, ob ich ihnen nicht ein Buch kaufen könne, mit dem sie "richtig" lesen lernen können?!?
Ich erkläre ihnen dann, manchmal müsse man eben auch "doofe" Sachen machen, das ist als Vorschulkind so, und später in der Schule auch.
Aber was mach ich, wenn die Kita weiter zurückrudert?
Ich hab das Gefühl, die Kinder sollen von jetzt auf gleich so selbständig, gut organisiert und selbstsicher sein wie Schulkinder  _________________ LG Feeli mit Sohn (01) und 2 Töchtern (04) |
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jutta Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2005 Beiträge: 4602 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 03.11.2009, 09:16
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Hallo Feeli,
ich denke, wenn deine Kinder nach "richtigen" Büchern fragen, darfst du ihnen da auch entgegenkommen. Alles andere wäre bremsen, und das passiert in der Kita ja offenbar schon genug. Steh hinter ihnen und fördere ihre Bedürfnisse.
Was passiert denn in der Kita, wenn I. nicht alle Aufträge erfüllt? Räumen dann die anderen ab/weg? Wird sie vor den Kindern angemeckert? Bekommt sie eine Erinnerung oder Unterstützung durch Vormachen, mithelfen?
Kannst du in der Kita hospitieren, um "die Erzieherinnen" besser verstehen zu können? Hast du ein Bauchgefühl, was dort vielleicht schlecht läuft?
Das wäre sicher erstmal wichtig, um herauszufinden, was dort gerade passiert. Und was sich nur im Kopf abspielt.
Lieben Gruß
Jutta _________________ Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99) |
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Feeli
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2007 Beiträge: 307 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 03.11.2009, 10:23
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Hallo Jutta,
mein Bauchgefühl sagt mir, die Kita-Leitung war sehr dafür, sie in die Vorschule zu nehmen und offiziell stehen nun auch "die Erzieherinnen" dahinter,
die einen mehr, die anderen weniger...
Von der Gruppen-Leitung von I. ist allseits bekannt, dass sie schnell meckert, manchmal einen unglaublichen Ton am Leib hat, und schon oft hab ich sie höhnisch reden hören über vorzeitige Einschulung, Vorträge über hb im Kindergarten ("hochbegabte, tja Sachen gibt's, die lassen sich auch immer was Neues einfallen"). Sie ist sehr lieb und fürsorglich den behinderten Kindern gegenüber, ist eher defizit-orientiert.
Ich kenne die Dame schon seit Jahren, war immer der Meinung, I. kann damit umgehen, denn beide in eine Gruppe zu stecken, wäre auch nicht gut gewesen.
Noch kurz zu den Büchern:
Wir haben hier tonnenweise Bücher jeglicher Art, jede Menge Lük Sachen, und klar, ich spiele schon Spiele mit ihnen wie "sag mal ein Tier mit A..." -
sie wollen aber explizit "Lehrbücher", mit denen man Lesen (Großbuchstaben) lernen kann, halt so wie Fibeln o.Ä.. .
Meinst Du wirklich, ich solle ihnen das Lesen aktiv beibringen und Leselehrgang/Anlauttabelle kaufen?!?
Lesen/Schreiben können sie bislang einfache Dinge wie MAMA, PAPA, OMA, OPA, ihre Namen natürlich, halt nicht so besonders auffallend
Ächz, muß jetzt in die Schule, Drittklässlern helfen beim Laterne-Basteln  _________________ LG Feeli mit Sohn (01) und 2 Töchtern (04) |
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jojo

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2009 Beiträge: 264
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Verfasst am: 03.11.2009, 10:41
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Hallo Feeli,
Zuallererst, falls dir der Rest meines Beitrages zu ausführlich ist, möchte ich wagen zu denken: dein Hauptproblem ist im Moment nicht die »Unvollkommenheit« deiner Kinder sondern deine eigenen Zweifel. Ich weiß auch, wie schwer es fällt als umsichtige und sorgsame Mutter diese Zweifel zur Seite zu schieben. Am liebsten würde ich dir raten, nimm dir mal ein Wochenende kinderfrei, fahre mit deinem Mann oder einer guten Freundin weg und mach diese Entscheidung und dein Bauchgefühl zum Thema des Wochenendes. So eine intensive Zuwendung zu einem wichtigen Thema ist sehr hilfreich (wie ein Tagungswochenende bei der Arbeit) und was du daraus mitnimmst, an Entscheidungen und Überlegungen, hält in der Regel auch in Folge dem Alltag und allen professionellen Meinungen stand. Du würdest dabei genau merken, wie du eigentlich selbst darüber denkst und im privaten Gespräch spüren, dass du deine Einstellung auch verteidigen kannst. Diese gut entwickelten Argumente hast du später in dir drinnen und dann kann kommen wer will und zweifeln, du bist dir sicher, was du für richtig hältst. Denn ihr habt die Verantwortung für eure Kinder und ihr müsst mit den Konsequenzen eures Handelns leben – nicht die Erzieher, eine Leitung oder irgendwer sonst (die haben euch spätestens in 2 Jahren vergessen).
Wie auch immer du dich entscheidest, es ist wichtig dass du das für dich tust, und bald, damit ihr in die richtige Richtung rudert. Ich finde deine Metapher da sehr gut und passend:
Egal ob vor oder zurück – manchmal ist man tatsächlich erst wenig vom Ufer weg und es ist bei Unwetter an diesem Tag sicherer, wieder zurück als auf die andere Seite zu rudern, nur auf dem Wasser bleiben und aus Unentschlossenheit im Kreis rudern (weil es von beiden Ufern ruft: hierher), das bringt keinem was. Eigentlich habt ihr doch da Wetter geprüft, die Entfernung ermessen und seid entschlossen los auf die andere Seite. Sollte nicht wirklich von irgendwo ein Unwetter drohen, spricht doch nichts dagegen, auch rüber zu rudern. Wolken gibt es immer und die machen das Leben auf dem Wasser erst erträglich (wer rudert schon gern bei Dauersonnenschein?).
»Handlungskompetenz« (?!!) Das ist ein Fachbegriff, den ich bei Kindern von 5 Jahren völlig unangemessen finde.... die entwickelt sich doch da gerade. Ich denke auch das ist eine enorm wichtige Fähigkeit, allerdings habe ich die Idee fast aufgegeben, zu erwarten, dass das bei jedem Menschen irgendwann gleichermaßen perfekt kommt.
Die Beschreibung deiner Tochter könnte auf meinen Sohn passen (der ist schon 9), denn auch der macht mich irre mit seiner, wie es bei euch heißen würde »fehlenden Handlungskompetenz«. Ständig fängt er Dinge an (Tiere versorgen, Tisch decken, Zimmer aufräumen....) und lässt sie dann, zugunsten einer anderen Tätigkeit halb angefangen liegen. Also da bin ich es, die verzweifelt und tatsächlich ist das auch etwas, was ich schon von kleinauf versuche meinen Kindern zu vermitteln: fängst du etwas an, ist es ungemein wichtig, das auch zuende zu bringen... Bei ihm kaue ich mir die Zähne ab (die kleine Schwester ist ganz anders). Ich habe das jetzt schon über viele Jahre beobachtet und bin bei meinem Sohn zu dem Schluss gekommen, dass ihm der Wunsch etwas Nützliches und Gutes zu tun offenbar sehr wichtig ist (er fängt nämlich laufend etwas an), sogar viel wichtiger als seiner Schwester, er fühlt sich dann ebenfalls wichtig und groß, nur fängt er leider (vielleicht gerade darum) immer zu viele wichtige Dinge gleichzeitig an. Frag jemand, kann mir jemand dabei helfen, ruft er»ich«, ruft dann jemand anderes, oh hier ist aber das schon lang nicht mehr gemacht worden, ist er da eben sofort dabei usw. geht es irgendwo darum Verantwortung zu übernehmen, ist er ebenfalls der erste (und was das Bewusstsein dafür anbelangt auch extrem verantwortungsbewusst)... nur nimmt er sich manchmal eben zu viel vor und ich erinnere ihn immer wieder daran, dass seine Zuwendung erst dann wertvoll ist, wenn sie durchgehalten wird. Das versteht er auch, ist mir nie böse, schämt sich wenn er Dinge vernachlässigt usw. das ist ein Dauerübungsprozess. In der Schule wird er von den meisten übrigens als sehr verantwortungsbewusst und zuverlässig erlebt (zum Glück).
Und damit komme ich zum eigentlich wichtigen meines Beitrags. Mir ist da nämlich aufgefallen, dass Kinder, die sich zuhause gehen lassen häufig in der Gesellschaft (Kiga/Schule/Arbeit) als sehr kompetent eingeschätzt werden und umgekehrt: Seine Schwester ist zuhause unglaublich schnell, zuverlässig und erledigt alles sofort und gründlich, in der Schule ist sie aber nie diejenige, die Extra-Aufgaben (Verantwortung, Zuständigkeiten) übernimmt. Das ist, wenn man es genau betrachtet auch gar nicht verwunderlich, sagte ich mir irgendwann, denn der eine vergibt seine Kraft hier, der andere dort und irgendwann braucht jeder Mensch, der gesund bleiben will, auch mal eine Pause. Unsere Aufgabe ist es nich,t das Kind für überall perfekt zu trainieren, sondern zum einen zu erkennen, wo es seine Kompetenz schon entwickelt und gegebenenfalls dahin zu wirken, dass es die auch mal woanders zeigt. Ich bin z B dazu übergegangen, nicht nur meinen Sohn zuhause immer mal wieder an seine Unvollständigkeit bei der Ausführung praktischer Tätigkeiten zu erinnern, sondern auch meiner Tochter hin und wieder mal den Rat zu geben, sich doch nicht nur zuhause so fix und pflichtbewusst zu geben, sondern auch in der Schule (die sehen es nämlich mind. genauso gern wie ich). Dabei stellte sich mal wieder heraus, dass sie grundsätzlich ein Problem damit hat, sich in den Mittelpunkt/Vordergrund zu stellen. Was ihrem Bruder leicht fällt, kostet sie viel Überwindung, alle schauen einen dann ja so erwartungsvoll an.... aber wie stolz ist sie, wenn sie mir manchmal (selten!) erzählt, dass die Lehrerin jemanden für das und das brauchte und sie sich getraut hat zu sagen, das könnte sie tun...
Ich finde es übrigens super, das die im Kindergarten bei euch überhaupt auf so etwas Wert legen, das scheint mir sehr durchdacht, gründlich und wichtig, aber in Anbetracht dessen, dass es unzählige Kigas gibt, die auf so etwas überhaupt nicht achten, finde ich es etwas übertrieben, danach die Schulfähigkeit zu beurteilen. Denn in der Schule wird ein Kind, was sich im KiGa wohl fühlte, gerne half und Verantwortung übernahm usw. sich vielleicht trotzdem gerne hinter den anderen verstecken, wer weiß das schon und es wäre doch auch seltsam, wenn alle kleinen Schulkinder immer sofort und im Chor »Hier!« rufen würden und die Aufgaben perfekt meistern... Trotzdem sind die stillen Kinder oft ganz fleißige, wissbegierige und pflichtbewusste Schüler. Es ist wirklich schön, wenn Kinder so ganzheitlich erzogen werden, wie bei euch im KiGa, es ist auch wertvoll für die Entwicklung eines jeden Einzelnen, aber gleich werden sie darum natürlich noch lange nicht.
Du solltest unbedingt mit den Erziehern offen sprechen, dass es dir schwer fällt mit ihrer Unsicherheit bezüglich der Schulfähigkeit deiner Mädchen umzugehen und dass es letztlich auch fpr die Kinder so sehr schwer gemacht wird, die spüren das ja auch und fühlen sich ermutlich schon dauergeprüft. Was jedes Kind braucht, ist Zuversicht und wenn ihr bereits beschlossen habt, dass sie kommendes Jahr zur Schule kommen, dann heißt es das auch zu vermitteln und gemeinsam mit den Erziehern daran zu arbeiten, dass der Start richtig gut wird. Zweifelst du zulange, schadest das deinen Kindern, ich weiß wovon ich rede, ich habe entsetzlicher Weise die Zweifel noch bis in die 2. Klasse hin von der Lehrerin meiner Tochter angetragen bekommen und zugelassen... das war sehr anstrengend für alle und hat das Selbstbewusstsein meiner Tochter sehr beeinträchtigt (die Leute zweifeln gerne bei 5-jährig eingeschulten Kindern!) Das würde ich so nie wieder wollen. Denn von dem Tag an, an dem ich für mich beschloss den Zweifeln die kalte Schulter zu zeigen und Zweifel hin oder her, zu unserer Entscheidung und zu unserem eigenwilligen Kind zu stehen, ging es besser. Sie wurde merklich wieder fröhlicher, selbstbewusster und zeigte hin und wieder auch an der richtigen Stelle ihr Können. Mit Lehrerwechsel zur 3. hatte sie das große Glück sich plötzlich keinen Zweifeln mehr gegenüber zu sehen und stattdessen sehr für ihre Fähigkeiten geschätzt zu werden.... Nicht auszudenken, wenn ich sie noch länger in dieser Atmosphäre des Dauerzweifels gelassen hätte (in der 2, Klasse, weil sie ja so »unreif« war ...)
jojo |
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jenny Administrator

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 5112 Wohnort: Krefeld
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Verfasst am: 03.11.2009, 10:58
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@ jojo
Was für ein schöner Beitrag!! Es hat mir so viel Vergnügen bereitet, den zu lesen - unglaublich!! Und du hast die Problematik so schön dargestellt, einfach super!! (Und ich hab 4, die sich zu Hause gehen lassen-stöhn!)
@ feeli
Ich würde JEDES Kind, das im Jahr der Einschulung noch 6 wird, das offensichtlich keine Defizite hat und das in die Schule möchte unbedingt einschulen!! Es kommen nämlich auch Kinder zur Schule, die Defizite habe und die nicht möchten und da wird ein Jahr später die Schere von Anfang an riesig groß. Selbst wenn es an Handlungskompetenz(ebenfalls?) mangelt, ist das nichts, was einer Einschulung im Wege steht!
LG
jenny _________________ Niveau ist keine Gesichtscreme und Stil nicht der obere Teil des Besens......
Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden.
jenny |
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Sigiruna Sponsor 2010/2011
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2006 Beiträge: 898 Wohnort: nicht mehr Nordfriesland!!!!
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Verfasst am: 03.11.2009, 13:17
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| Zitat: |
| Sie ist sehr lieb und fürsorglich den behinderten Kindern gegenüber, ist eher defizit-orientiert. |
Das könnte die Mutter von Sohns bestem Freund sein. Die ist Heilpädagogin, arbeitet ganz super mit behinderten Kinder, aber fand eine Therapie nach der anderen, die ihre und meine Kinder unbedingt bräuchten. Söhnchen war ihr zu intellektuell, auch ein Defizit, das beseitigt werden müsste. Ich sagte ihr, dass Söhnchen so sei, wie er sei, und dass es mir wichtig sei, dass er so glücklich wird, und nicht, dass er einer Norm entspricht.
Erzieherinnen, die kompetent im Umgang mit behinderten Kindern sind und oft mit den Widerständen von Eltern zu kämpfen haben, die Förderbedarf ihrer Kinder nicht wahrhaben wollen, wittern oft in jeder nicht normgerechten Verhaltensweise ein zu behebendes Defizit. Und der Schule gegenüber sind sie fast alle sehr kritisch eingestellt.
Was das Lesenlernen angeht: Ich habe mit Töchti Schule gespielt. Sie hatte sich ein unbenutztes Arbeitsheft von Söhnchen, der in die 1. Klasse ging, geschnappt und arbeitete es im Affenzahn von vorne nach hinten durch. Ich saß daneben und durfte gelegentlich Fragen wie "Wie spricht man T und U aus?" oder "Ist das ein großes oder kleines W?" beantworten. Das Lesen hat sie von selbst gelernt.
Und im KiGa durfte sie Zahlen anmalen und Bauklötze für die Kleinen (u.a. ihre Schwester) stapeln, um soziales Kompetenzen zu erwerben. _________________ Sigiruna
mit
Sohn 6/93, Dozent; Töchti 2/96, Mathemaster in Arbeit; Tertia 7/98, Studium |
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BigBird

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.10.2007 Beiträge: 701 Wohnort: Main-Kinzig-Kreis
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Verfasst am: 03.11.2009, 13:23
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Ähm, ja, sicher etwas was man lernen muß, aber O-Ton meiner ERstklässlerin, wenn es um Spülmaschine ausräumen, Wäsche aufräumen, Tischdecken oder ähnliches geht: 'das ist so langweilig'. Ich glaube, das hat weniger mit Handlungskompetenz zu tun, das sind Sachen, die mit 3 Jahren Spaß machen, wenn man sie das erste Mal tun darf. Und später muß man lernen, daß auch langweilige Sachen getan werden müssen, von der Mama ungefähr 100.000 Mal am Tag, dann vom Kind vielleicht wenitgstens auch 3x.
Viele Grüße,
Christine _________________ BigBird
D. 06/01, R. 12/02, T. 10/04
Mein Kreativblog |
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jojo

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2009 Beiträge: 264
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Verfasst am: 03.11.2009, 14:34
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Feeli,
da ist mir noch etwas eingefallen, wenn es nicht deine eigenen Zweifel sind (das sagtest du ja mal an anderer Stelle), die dich ärgern, sondern ausschließlich die Differenz zwischen eurer Entscheidung und dem Verhalten der Erzieherinnen, suche unbedingt das Gespräch (nicht mir der Leitung, die kommunizieren im Zweifel auch nicht immer perfekt, sind auch nicht täglich mit den Kindern zusammen, sondern mit den Gruppenleiterinnen).
Sage den Erzieherinnen, dass sie die Kinder mit ihrer Skepsis verunsichern und dass du das nicht möchtest. Dass deine Kinder, bei allen Defiziten die sie evt. haben mögen/bzw. die ihnen unterstellt werden, auf dem Weg zur Schule sind, und dass es ihnen sicherlich gut tut, sie dabei zu unterstützen. Die Erwartung und den Wunsch darf man als Eltern ruhig formulieren, schließlich sind es eure Kinder mit denen sie ihr monatl. Einkommen verdienen.
Das Pathologisieren gesunder kleiner Individuen kenne ich auch (wer Fehler sucht findet immer welche). Schön der genaue Blick, schade wenn er nur in die Schattenbereiche wandert, weil die Sonne zu sehr blendet ... das gibt es überall, nicht nur bei Erziehern. Aber wir sind nicht alle Patienten und einige von uns kommen ganz gut mit ihren Defiziten klar.
Sollten all eure bisherigen Gespräche nichts nützen, tust du sicher besser daran auf Durchzug zu stellen und selbst den Erziehern gegenüber höflich bleiben aber ignorant werden, denn dass Erzieher oft Probleme mit der Schule an sich haben, ist nicht verwunderlich. Man darf auch nicht vergessen, manche haben den Beruf ja leider genau deswegen gewählt, weil er hier in Deutschland erlernbar ist, auch wenn man nicht viel Glück in der Schule hatte... Das klingt gemein, soll es nicht sein, es gibt sicher auch hervorragende Erzieherinnen! Aber es ist einfach Fakt, dass in Deutschland quasi jede diesen Beruf machen kann.
Und auch unsere Erfahrung ist, dass viele Erzieher zum einen glauben, die Schule bedeutet das Ende der Kindheit (hat es bei ihnen selbst vermutlich) und zum anderen glauben, Schule sei entsetzlich anstrengend (auch diese Erfahrung haben Erziehrinnen oft selbst gemacht) ... Eine frühe Einschulung ist folglich für die wenigsten Erzieher eine gute Idee.
Dazu kommt, dass die Vorschulkinder im Kindergartenbetrieb immer die wenigste Arbeit machen, die werden schon lang nicht mehr gewickelt/umgezogen, können die Schuhe alleine binden und tragen in der Regel (sicherlich in eurem Fall) dazu bei, dass es im Kindergartenrund läuft. Das ist einfach so in jeder Gemeinschaft, wer schon lang dabei ist, hat die Regeln und Abläufe so intus, dass er sie selbst mit trägt und darum für seine Gemeinschaft (Familie, Verein, Arbeit, Klasse, KiGaGruppe) auch sehr wichtig ist. Dass ist ja auch die Idee am Jahrgangsübergreifenden Lernen in vielen Schulen (Saph, Jul, Montes. etc) , die Kleinen gewöhnen sich viel leichter ein, kommen viel schneller an, weil es schon die »großen« Kinder gibt, die ihnen zeigen wie es läuft. Da funktioniert der Alltag praktisch von allein, die Lehrer können sich idealer Weise auf die Lerninhalte konzentrieren. So ist auch ein Kindergarten mit vielen Vorschülern sehr viel entspannter, als mit vielen Kleinen.
Lass deine Kinder zuhause lesen, ob die das im Kindergarten wissen wollen oder nicht, kann euch privat egal sein. Die Mädchen werden es dort vermutlich eh nicht an die große Glocke hängen, wenn sie es können (sie spüren ja sehr deutlich die Vorbehalte) und auch das ist gut so. Das zeigt, dass sie schon ein ganz gutes Gespür dafür haben, wo was gefragt ist (schön wäre natürlich, man würde sie nehmen wie sie sind). Die Büchereien sind voll von schönen Erstlesebüchern. Meiner habe ich ihr erstes eigenes Buch geschenkt, als ich merkte sie kann schon ganze Sätze (aus ihren Bilderbüchern lesen), das durfte sie sich dann im Buchladen aussuchen und war sehr stolz!
liebe Grüße, jojo |
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Feeli
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2007 Beiträge: 307 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 03.11.2009, 21:03
Titel: |
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Hallo,
danke für Eure Antworten - ja, wir werden wohl in Zukunft öfter betonen müssen, dass wir zwar bereit sind, auf etwaige Defizite zu achten (und auch dran zu arbeiten), vorzeitige Einschulung aber nach wie vor für das Beste halten. Ich hatte nur so gehofft, es würde leichter werden, weil ja schon mal die Leitung auf unserer Seite ist (war?).
I. ist übrigens zwar zu Hause recht ordentlich und hilfsbereit - deshalb aber in der Kita mitnichten stumm, unsichtbar und halt schusselig. Eher "auf Krawall gebürstet", wie meine Mutter immer so schön sagt. Sie geht eher in direkten Konflikt und das ist wohl nicht so pflegeleicht, wie die Vorschulkinder sonst manchmal sind...
Eigentlich gibt es keinen echten Kontakt zur Gruppenleitung, sie erlebt sie meistens als maßregelnd, wenn sie traurig ist, sucht sie andere auf...
Einmal zur Abholzeit beobachtete ich, wie die Dame sie an die Hand nehmen wollte, um sie zur Tür zu bringen:
I. riß sich los und zischte sie an :"Laß mich!!!"
Zu Hause dann wieder lieb, fröhlich und unser Sonnenschein (während die beiden anderen Geschwister sich im sicheren Zuhause oft erstmal abreagieren...) _________________ LG Feeli mit Sohn (01) und 2 Töchtern (04) |
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