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keks
Anmeldungsdatum: 21.10.2009 Beiträge: 9
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Verfasst am: 29.03.2010, 09:50
Titel: Perfektionismus/Bachblüten |
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Hallo an alle!
Mein Sohn (7Jahre) leidet an seinem hohen Anspruch an sich selbst.
Er hat eine niedrige Frustrationstoleranz und eine geringe Übungsbereitschaft, weil er gleich zu Beginn einer Aufgabe Erfolg erwartet.
Das bremst ihn in fast allen aus was mit Üben zu tun hat (Fahrradfahren, Schwimmen und warscheinlich auch beim Versuch ein Instrument zu lernen - möchte so gern Gitarrenunterricht für ihn, weil er sehr musikbegeistert ist). Nun möchte ich es vermeiden, dass er daran verzweifelt. Er hat schon mal gesagt: Bei mir klappt gar nichts (im Vergleich zu den anderen Kindern sieht er sich häufig in der Verliererposition) Er hat vieles bislang nicht gemacht, was andere Kinder im Kindergarten durchaus täglich tun. Schneiden, ausmalen, basteln etc. Er hat oft nur zugeschaut. Ich wusste da natürlich nicht, warum er da keine Lust hatte. Heute meine ich zu wissen, dass er die kleinen Misserfolge am Anfang sehr persönlich als Versagen hingenommen hat und nun natürlich die Übung in solchen Dingen fehlt.
Jetzt wo das in der Schule so quasi selbstverständlich von ihm erwartet wird, erlebt er sich natürlich als "Niete" was diese Sachen angeht. Er rastet dann oft aus, weil er schlichtweg verzweifelt ist. Ich möchte ihm nun sehr gern helfen und frage mal in die Runde, wer Erfahrungen mit Bachblüten gemacht hat. Oder hilft da am Ende wirklich nur eine Therapie?? Wie bringe ich ihm bei, dass Fehler nicht als Versagen, sondern als Lernerfahrung zu werten sind.
Freu mich auf eure Post.
Keks
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joeymc Sponsor 2010/2011

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.09.2009 Beiträge: 1539 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 29.03.2010, 14:44
Titel: |
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Hallo keks,
Bachblüten habe ich mit wechselndem Erfolg bei meinen Sensibelchen ausprobiert.
Dem Großen hat es eine Zeit lang sehr geholfen, bei dem Kleineren hat es nicht gereicht, da kam dann die Therapie...
Ich würde es ausprobieren, Schaden anrichten kannst du ja eher nicht, und danach ist immer noch Zeit, etwas anderes zu versuchen, wenn es nicht klappt!
LG
Joey
P.S.: Welche Blüten hast du denn im Auge? Ich bekam damals von meiner persönlichen Heilpraktikerin (=Schwiegermutter) eine ganz tolle Mischung... _________________ veni, lusi, fugi
(Ich kam, scherzte und floh - mein Sohn Nr 1 (mit damals 13) über die Schule ) |
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Moffi Sponsor 2010/2011
Anmeldungsdatum: 29.03.2005 Beiträge: 2070
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Verfasst am: 30.03.2010, 13:59
Titel: |
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Hallo Keks,
jetzt schreibe ich Dir doch noch was zum Thema Perfektionismus, auch wenn ich zu den Bachblüten nicht sagen kann.
Unsere Große war auch eine Extremperfektionistin, die praktisch gar nicht mehr am normalen Kinderleben teilnehmen konnte, weil ja nie irgendwas so lief, wie sie sich das vorstellte. Es war wirklich schlimm und wir fielen überall auf, weil sie immer so ein Spektakel veranstaltete: Kasette hören ging nicht, weil sie ja manchmal ein paar Wörter nicht verstand, Schraubverschluss von der Zahnpasta aufmachen ging auch nicht, weil sich der manchmal verkantete, Hüpfburg ging nicht, weil sie da hinfiel, immer regte sie sich beim geringsten "Fehlschlag" wahnsinnig auf. Was Neues wollte sie grundsätzlich überhaupt nicht lernen... Ich habe auch ziemlich lange gebraucht, um das überhaupt zu verstehen (z.B., warum das Kind schreiend vom Kassettenrekorder weglief...).
Uns haben zwei Sachen geholfen:
In einem Buch (ich glaube, das war "Hochbegabt und trotzdem glücklich") hatte ich gelesen, dass sich hinter Perfektionismus auch eine gewisse Anstrengungsvermeidung verbergen kann. ("Ich setzte meine Ansprüche so hoch, dass ich sie nicht erfüllen kann, dann muss ich gar nicht erst anfangen..") Gegenmittel: Das Kind nicht mehr damit davonkommen lassen. Sie musste also die Schleife lernen, obwohl sie dabei ziemlich schrie (hat 20 Minuten gedauert), sie musste Radfahren lernen (die Nachbarn kamen besorgt aus ihren Häusern, weil sie so brüllte...), und sie hat ein Instrument gelernt, obwohl sie es am Anfang nicht einmal in die Hand nehmen wollte und wir sie jeden Tag zum üben zwingen mussten. (Nur zum Schwimmen lernen haben wir sie nicht gezwungen, weil ich da nicht einschätzen konnte, inwieweit sie wirklcih Angst vor dem Wasser hatte.)
Der zweite Punkt war, dass ich mir klarmachte, dass ihr Perfektionismus auch sehr stark mit uns Eltern zusammenhing. (Das hatte ich in einem anderen Buch gelesen und zuerst für völlig abwegig gehalten... ). Unsere Tochter ist nicht die einzige in der Familie, die ungeduldig und perfektionistisch ist, und natürlich haben wir an sie auch einen ziemlichen hohen Leistungsanspruch, der uns vorher nur nicht so bewusst war. Schon allein, sich darüber klar zu werden, hilft dabei, die Sache etwas zu entspannen... Beobachtet Euch mal selber, wie ihr reagiert, wenn Euer Sohn irgendetwas ausprobiert... (Weist Ihr ihr vielleicht sofort darauf hin, was er noch besser machen könnte...? )
Ich drücke Euch die Daumen, dass Ihr die Sache irgendwie in den Griff bekommt,
liebe Grüße
Karin |
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