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Probleme im letzten Kiga Jahr


 
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Zauberfee



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 03.08.2008
Beiträge: 63

BeitragVerfasst am: 16.11.2010, 20:53
BeitragTitel: Probleme im letzten Kiga Jahr
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Hallo liebes Forum!

Hab schon lange nichts mehr geschrieben...es lief auch einfach gut bei uns und ich habe mir kaum noch Gedanken um mein großes Kind machen müssen. Doch jetzt nach den Ferien sind einige Probleme aufgetreten, mit denen die Erzieherin gestern zu mir kam.

Zur Vorgeschichte. Mein Kurzer ist dieses Jahr auch in den Kiga gekommen und da die Gruppe in der mein Großer war nun die Gruppe ist in die die U3 Kinder kommen musste der Große die Gruppe wechseln (der Kleine ist bzw. war zu Beginn des Kiga-Jahres noch U3 und ist somit nun in der alten Gruppe von dem Großen). Außerdem haben wir uns gedacht, dass der Wechsel in die Gruppe dem Großkind gut tun würde, da in der alten Gruppe der Altersduchschnitt durch die U3 Kinder sehr gering ist und er sich im letzten Jahr schon arg gelangweilt hätte wenn wir ihm nicht das Spezialbespaßungsprogramm geboten hätten.

Also hat er mit seinem (einzigen) Freund die Gruppe gewechselt. Dieser Freund ist ein halbes Jahr älter (mein Großer ist im August 5 geworden, der Freund im Mai) und die beiden haben, weil sie beide irgendwie Außenseiter waren, eine Allianz gebildet. Jetzt, da sie gemeinsam in der neuen Gruppe sind und die Anfangszeit dann auch richtig viel gemeinsam gemacht haben, haben sie aber festgestellt, dass sie nicht wirklich was miteinander anfangen können und entweder sie streiten sich jetzt oder sie machen gemeinsam Unfug (Puppenecke verwüsten, albern kichern, nicht hören, Spielzeug werfen, die neuen Kleinen zu Blödsinn anstiften). Die Erzieherin sagt, dass der Freund wohl alleine gesehen auch mal innerhalb der Gruppe spielt. Mein Großer spielt sonst nie mit anderen Kindern, ist idR alleine, auch wenn er in einem Pulk auf dem Bauteppich spielt ist er alleine. Er hat auch keine Lust mit der Erzieherin zu spielen, auch auf Logico und so weiter hat er keine Lust. Er malt unheimlich viel oder baut wilde Konstrukte und ist dann auch sauer wenn er damit aufhören muss um im Stuhlkreis Liedchen zu singen etc.
Wenn er dann mal mit im Stuhlkreis sitzt möchte er gerne z.B. allen etwas vorsingen oder was aufsagen um "Ahhhs" und "Ohhhs" zu ernten, stört damit aber die Gruppenaktivität im Stuhlkreis...klar, kann sich ja nicht nur alles um ihn drehen.

Wenn wir hier zu Hause Besuch mit vielen Kindern haben fällt mir auf, dass er IMMER mit den Älteren spielt. Am liebsten so ab 3. Klasse aufwärts. Mit den gleichaltrigen Geschwistern unserer Freunde kann er nichts anfangen...die spielen dann mit unserem Kurzen.

Hier zu Hause beschäftigt er sich momentan viel mit schreiben auf seiner Magnettafel. Er fängt jetzt an nach Gehör zu schreiben und kann Erstlesebücher sinnerfassend lesen. Er rechnet sicher im 10er Bereich und verwundert mich mit so Zahlenketten wie 2,4,8,16,32,64 etc.

Die Erzieherin sagte dann so Sachen wie: Ergotherapie und evtl. Förderschule etc. ... das hat mich dann schon ziemlich geschockt. Ich habe dann unseren Kia angerufen und der hat über die Aussage der Erzieherin die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und hat gesagt dass er der Meinung ist, dass mein Großer schon im sommer in die Schule gehört hätte und er will ihn jetzt am 07.12. nochmal auf Herz und Nieren prüfen und ihn dann evtl. im Januar in die Schule schicken.

Bislang war ich da nicht so von überzeugt, weil mein Großer körperlich eher klein ist und weil ich das Gefühl hatte, dass er den Schulalltag evtl. nicht bewerkstelligen kann (Ranzen alleine packen, stillsitzen, warten bis man dran ist etc.) Sowohl mein Kia als auch der Rest meiner family meinen aber ich sollte ihm das einfach mal zutrauen, wenn er gefordert wird packt er das schon...was ich auch bestätigen kann...er kann vieles (sich selber anziehen etc.) ist aber oftmals bequem und lässt sich helfen obwohl ers kann und spielt den zerstreuten Professor.

Ich habe große Angst etwas falsch zu machen, aber auch Angst jetzt den Zug zu verpassen...denn ich habe das Gefühl er ist irgendwie momentan nciht glücklich mit sich selber und der Situation. Und ihn jetzt noch ein 3/4 rumdümpeln zu lassen, auf die Gefahr hin, dass er sozial noch auffälliger wird...ich weiß es nicht.

Ich weiß ja noch nichtmal ob er wirklich so clever ist wie ich glaube...oder ob er doch was anderes hat...Wahrnehmungsstörung, ADS, Asperger...ihr glaubt nicht was bei mir momentan im Kopf rumschwirrt.

Was würdet ihr machen? Habt ihr Tipps? Soll ich ihn "richtig" testen lassen? (er hatte übrigens jetzt diesen BISC Test im Kiga...Ergebnis unauffällig...auffällig war aber, dass das Kind nach dem Test die komplette CD im Originalgetreuen Wortlaut nachsprechen konnte und mir sagen konnte welche Nummer auf der CD welche Aufgabe war aha )

Würde mich sehr über Eure Meinungen und Erfahrungen freuen, lieben Gruß von der Zauberfee
_________________
Zauberfee mit Pupsbär (08/05) und Mausemurkel (11/07)
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ripley



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Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
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BeitragVerfasst am: 16.11.2010, 21:05
BeitragTitel:
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DU musst - letztlich nach Gefühl - wissen, ob eine frühe Einschulung besser für den Pimpf wäre als weiter im Kiga zu bleiben.

Nach dem, was Du geschildert hast, könnte das aber duchaus der Fall sein.

Und was DAS HIER angeht:
Zitat:
mein Großer körperlich eher klein ist und weil ich das Gefühl hatte, dass er den Schulalltag evtl. nicht bewerkstelligen kann (Ranzen alleine packen, stillsitzen, warten bis man dran ist etc.)

... Liebes, Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Erstklässler im "Normalalter" das alles schon hinbekommen!?

Mein Sohn mag da ein zerstreuter (ADHS) Sonderfall sein, aber er schafft es JETZT, im zarten Alter von beinahe 13 (!) relativ (!) zuverlässig, seinen Ranzen so zu packen, dass die nötigen Dinge auch drin sind (und - Luxus pur! - zuweilen ist sogar das Unnötige NICHT drin)

Häng Dich nicht an Ansprüchen auf, die außer Dir keiner (?) stellt!
_________________
LG
Ellen
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jenny
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Anmeldungsdatum: 02.03.2005
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BeitragVerfasst am: 16.11.2010, 22:33
BeitragTitel:
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naja... ich möchte das ein wenig relativieren. Natürlich können das viele normaleingeschulte Erstklässler nicht, aber die meisten haben die Abläufe in der Klasse bis jetzt etwa verinnerlicht. Man gibt ihnen bis zu den Weihnachtsferien etwa Zeit sich im Schulleben zurechtzufinden. Wenn du deinen Sohn nun zum Halbjahr in die Schule schickst, wird er sicher auffallen, wenn er "unorganisiert" ist und du musst schon viel Glück mit der Lehrerschaft haben, damit dir keiner damit kommt.

Ich denke der Kinderarzt ist da schon ein guter Ansprechpartner, der kennt das Kind ja wahrscheinlich schon länger. So richtig raten kann ich dir da leider auch nicht.

Gruß,

jenny
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jenny
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starkejungs
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BeitragVerfasst am: 16.11.2010, 22:59
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Hallo Zauberfee,

er scheint meinem Kleinen sehr ähnlich zu sein- nur dass der im KiGa nicht gewütet hat, er hat den Frust dann Zuhause rausgelassen rolleys .
ABer die Erzieherin-Kind-Beziehung war wirklich noch gut! Ist ja nun schon ein paar Jährchen her- aber mir immernoch sehr präsent...
Er ist ein Mitte -September-Kind und war damals sehr klein für sein Alter, der Rest aber war weit green . Und was haben wir uns irre machen lassen- dabei ging es doch nur um eine reguläre Einschulung mit "Punkt"6 surprise
Eine Einschulung zum Schulhalbjahr gibt es bei uns nicht- daher ist das etwas, wo ich keine Erfahrung mit habe- aber wir waren ja schon froh, dass er regulär reindurfte rolleys
Höre auf dein Bauchgefühl, der KiA kennt ihn ja auch schon länger- und vielleicht gibt es noch jemanden, der euch raten kann (macht er irgendwelche Kurse, Musikschule etc.?). Er fühlt sich doch offensichtlich überhaupt nicht mehr wohl im KiGa. Und wenn die da schon mit Förderschul- Empfehlung kommen...und es wäre nicht schlecht, wenn ihr wüsstet, was die aufnehmende(n) KL von der Sache halten!
Ein 3/4 Jahr Frust und Ärger im KiGa tut weh und schadet definitiv allen Beteiligten, am meisten aber dem Kind.

Zu dem, was du von einem Schulanfänger erwartest: Das kann kaum einer in der 1.Klasse. Das ist etwas, was die allermeisten erst lernen müssen. Und dann hängt es auch noch davon ab, wie "verpeilt" die Kids sind... Mein Kleiner hat z.B. das Ranzenpacken definitiv früher selbstständig hinbekommen, als der Große- und der kam mit 6 1/2 in die Schule.

Noch was: Kann dein Söhnchen sagen, WARUM es ihm im Kiga nicht mehr gefällt?

Einfach mal meine Gedanken.

Grüßle Steffi
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Hab Geduld! Nicht durch Aufschlagen, sondern durch Ausbrüten wird das Ei zum Küken.
(Sören Kahl)
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Zauberfee



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Anmeldungsdatum: 03.08.2008
Beiträge: 63

BeitragVerfasst am: 17.11.2010, 13:37
BeitragTitel:
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Hallo!

Danke für Eure Antworten! Ich habe gestern lange mit meinem Großkind gesprochen und er hat mir deutlich gesagt, dass ihm langweilig ist. Die anderen Kinder verstehen die Rollenspiele die er spielt nicht, Gesellschaftsspiele machen ihm mit den anderen keinen Spaß, entweder sind sie zu babyhaft oder wenn das Spiel an sich okay wäre dann spielen sie ihm zu langsam. Mit der Erzieherin alleine was machen ist auch nicht so sein Ding, weil die sich dann nicht konzentriert und immer jemand anders kommt und was von ihr will. Nur morgens wenn die anderen noch nicht da sind (meine Kids sind immer recht früh da) dann spielt er auch schonmal mit der Erzieherin, allerdings lieber mit der einen als mit der anderen weil die andere häufig Fehler macht.

Ansonsten genießt er die Montage wo ich ihn eher abhole und ihn zum schwimmen fahre, und er liebt es abends mit uns Gesellschaftsspiele zu machen (Monopoly, Kniffel, Mühle etc.)

Ich habe heute nochmal mit seiner alten Erzieherin gesprochen, die ihn ja jetzt einige Jahre begleitet hat und sie sagt es wäre ihr auch extremst aufgefallen wie sehr er sich in denletzten Wochen in der neuen Gruppe verändert habe. Sie hat gesagt sie könnte sich gut vorstellen dass er zur Schule geht und glaubt auch dass er den außerschulischen Anforderungen in der Schule gerecht werden könnte.

Ich denke also wir warten den Termin am 07.12. ab und dann gehen wir das mal an mit der Schule. *seufz*

Danke fürs zulesen...ich werde berichten ;)

Grüßle von der Zauberfee
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Zauberfee mit Pupsbär (08/05) und Mausemurkel (11/07)
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jojo



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Anmeldungsdatum: 19.09.2009
Beiträge: 264

BeitragVerfasst am: 18.11.2010, 09:32
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Hallo Zauberfee,

clever ist er bestimmt, das kann man sich bei deinen Erzählungen und seiner Eigeninitiative schon vorstellen. Frühe Einschulung würde ich in so einem Fall auch für durchaus überlegenswert halten, nur worüber ihr nachdenkt ist ja ein Quereinstieg ... und das fände ich für mein Kind schade. Nicht, weil sich die Klasse schon gefunden hat, nicht weil er manche Dinge noch nicht auf Anhieb kann. Aber zum einen bringt man ihn um die feierliche Einschulung und zum anderen muss man großes Glück haben auf eine Lehrerin zu treffen, die das mitten im Jahr gut mitmacht.

Habt ihr die Flexible EIngangsphase bei euch? Dann wäre das sicher einfacher, denn da ist der Klassenzusammenhalt und die Ansprüche, was ein Kind wann können müsste eh nicht homogen. Auch das spätere Tempo ist ja offen. Die Kinder laufen lange Zeit jedes für sich in seinem Tempo, da fällt ein Quereinsteiger nicht so auf. Aber wenn ich mir eine feste klassische 1. Klasse vorstelle, sieht das schon anders aus. Da ist klar, dass alle bestimmte Dinge schon können (dafür sicher auch ermahnt werden, da kann deiner dann keine extra Rolle bekommen) und nicht so viel Nachsicht mit einem neuen Kindergartenkind haben (die die bis dahin hergestellten Strukturen sicher wieder etwas durcheinanderbringen). Bei einer altersgemischten Klasse hättet ihr bei so einem Vorhaben eher Vorteile, zumal da immer große Mädchen sind, die es lieben, den kleinen Jungens alles zu zeigen (von den speziellen Ablagefächern für die unterschiedlichen Aufgabentypen, bis hin zur Garderobe und den Toiletten in der Pause). Das wird ja auch immer als Vorteil genannt, dass die großen Kinder den kleinen den Einstieg in den Schulalltag erleichtern und die Lehrerin damit nicht ganz so viel Mühe hat (dafür dann mit der individuellen Forderung).

Ansonsten würde ich an eurer Stelle von einer Quereinschulung eher Abstand nehmen, all die Dinge in Ruhe durchchecken lassen, die dir durch den Kopf gehen und ihm nebenher genug Input bieten (das hier übliche, genannte: Instrument, Kurse etc.).

Viele Grüße, jojo
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jojo (00/02)
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Sigiruna
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BeitragVerfasst am: 18.11.2010, 11:02
BeitragTitel:
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Moin Zauberfee!

Insgesamt ist das letzte KiGa-Jahr für viele Kinder ziemlich langweilig, weil man ja schon alles kennt und der Tagesablauf sich eher nach den Kleinen richtet.
Deine Schilderung hört sich sehr nach Töchti im letzten KiGa-Jahr an, außer dass sie sich im KiGa sehr zurückhielt, statt zu randalieren. Dafür war sie zuhause aggressiv und unausgeglichen, solange sie nicht mit einem Extraprogramm beschäftigt wurde. Eine Empfehlung für eine Integrationsmaßnahme hatte sie auch schon ...
Wir haben sie testen lassen (hauptsächlich für den Rektor, um dem zu beweisen, dass sie trotz Alter und Körpergröße schulreif ist) und dann zum Halbjahr eingeschult, trotz ungünstiger Rahmenbedingungen in der Schule, und es ging ihr sofort besser. Die großen Mädchen haben sich rührend um sie gekümmert (Schleife binden, Stifte anspitzen, erste Hilfe, als sie es mal nicht schnell genug aufs Klo schaffte). Anfangs fand sie das toll, in der 3./4. Klasse nicht mehr. Misstrauen kam uns eher von Elternseite entgegen, aber das lag natürlich daran, dass auf dem Dorf jeder jeden kennt. Insgesamt war es eine gute Entscheidung für Töchti gewesen.
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scout




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BeitragVerfasst am: 18.11.2010, 12:12
BeitragTitel:
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hi zauberfee,

wir haben erfahrung mit nachträglich einschulen und auch mit knapp 6.

es war ziemlich hart für unseren filius. die klasse hatte sich schon einigermaßen zurechtgewackelt, die anderen kids kannten sich vom kiga her und waren bereits auch außerhalb der schule in vereinen und über die eltern sozial vernetzt.

wir kamen gegen ende der sommerferien hierher und dachten eigentlich, das mit der vorzeitigen einschulung sei gegessen. der filius hatte sich aber seit langem entschieden, zum ersten möglichen zeitpunkt den verhassten kiga hinter sich zu lassen und in die schule zu gehen. obwohl er gemeinsam mit der kleinen schwester noch ein jahr in den kiga hätte gehen können und wir auch einen platz für beide hatten, hat er abgeblockt.

wir haben uns dann für die nachträgliche einschulung kurz vor den herbstferien entschieden. es ist schwer für ein kind, sich in einer beretis etablierten klasse einen platz zu erkämpfen, vor allem wenn es gewisse ecken und kanten hat und nicht so der partylöwe ist. das war also nicht ideal, weil wir eben auch niemanden kannten.

die aufnehmende kl war außerdem anfang des jahres länger krank, sodass wir das auch mit ihr nicht besprechen konnten. da sie aber überall als sehr erfahrene lehrerin galt, dachten wir, das ginge gut. stellte sich aber heraus, dass hier kind und kl nicht zusammenpassten und zwei jahre quälerei bedeuteten, weil sie auch eine von denen war, für die die integration eines kindes in die gruppe allererste priorität hatte. was er schon alles lesen und schreiben und verstehen konnte, hat sie lange nicht gemerkt, weil sie nur darauf achtete, ihn gruppentauglich zu machen. und gerade das gelang ihm noch nie - er kann es bis heute nicht wirklich.

er ist heute in der 8. klasse am gymi, die meisten kameraden sind älter und viel größer als er, die jungs nehmen ihn nicht für voll, an die mädchen traut er sich noch nicht ran. er versucht nicht aufzufallen, aber die bullies wissen offenbar, wer sich nicht wehren kann. außerdem leidet er unter der disziplinlosigkeit der klasse, kann sich aber dagegen auch nicht wehren und bekommt den kollektivzorn der lehrer ab.

im moment zeigen sich die schattenseiten der frühen einschulung. gerade weil er klein, zart, sensibel und noch kindlich ist. man würde ihn eher für einen 6. klässler halten. auch beim hormonell gesteuerten selbstbewusstsein der anderen jungstiere von 14 jahren mitzuhalten, wird ihm nicht gelingen. im moment wünschte ich manchmal ich hätte ihn noch ein jahr zu hause gelassen. aber man weiß es eben nie.

ich meine oft, wenn sie bereits vor der schule probleme haben, sich selbst zu strukturieren, evtl sogar ads haben (wie unserer), dann brauchen sie viel zeit für sich. heute denke ich, dass er mit gelgentlicher unterforderung besser zurande kam als mit der sozialen überforderung zwischen den älteren kindern. für manches, was andere selbstverständlicher lernen, braucht er viel zeit. außerdem geht auch private zeit dabei drauf, seine vielen kleinen spezailinteressen eigenständig zu verfolgen. im g8 im bawü gibts dafür in der mittelstufe kaum noch luft.
wenn er am limit arbeiten muss - und sich dabei in der klasse nicht wohl fühlt, wird es kritisch.

wenn er allerdings ein junge wäre, der bei ein wenig langeweile sofort über tische und bänke tobt oder den clown macht, dann würde ich nicht lange überlegen, einschulen und evtl anfallende strukturprobleme dann anpacken, wenn sie kommen.

wenn die kids offen und extrovertiert sind, kommen sie mit einer nachträglichen eischulung auch besser klar als so ein zartes pflänzchen wie meiner.

was ihr auch macht, steht dazu und bereut es nicht. es steht und fällt zu anfang viel mit der 1. klassenlehrerin. wenn die mitzieht, geht es gut. wenn nicht, kanns schwer werden.

good luck für euch
scout
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'It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities.' (Albus Dumbledore)
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Moffi
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Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beiträge: 2070

BeitragVerfasst am: 18.11.2010, 12:22
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Hallo,
ich weiß nicht, ich würde es bei Jungen noch mal anders sehen, als bei Mädchen. Ich habe ja grade einen Erstklässler-Jungen, und unter den Jungs in seiner Klasse geht es momentan schon ziemlich rauh zu. Nicht in dem Sinn, dass Gewalt angewendet wird (das wird bei uns sofort sanktioniert), sondern so, dass die Jungen untereinander massiv die Rangordnung auskämpfen. Da geht es hauptsächlich darum, wer was am Besten kann (und zwar nicht lesen - das geht eher so in Richtung Rülpswettbewerb... Wink) , wer das coolste Spielzeug hat, etc... Wobei die Lehrer da auch nicht mehr unterstützen oder regulieren, sondern die Kinder sondern das unter sich ausfechten müssen.

Meinen Sohn (ganz regulär eingeschult) strengt das sehr an, vielleicht ist er da nur besonders empfindlich. Wenn die anderen jetzt auch noch wesentlich älter wären, hätte er da meiner Einschätzung nach gar keine Chance! Die geistige Herausforderung hält sich dagegen sehr in Grenzen, den Unterricht empfindet er als meistens sehr langweilig. Eigentlich war da der Input im Kindergarten höher, ein zwangloser Ausflug ins Fußballstadion oder in den Wald macht halt mehr Spaß, als zig Unterrichtsstunden zum Thema "Wie kann ich meinen Eltern im Haushalt helfen?"... devil

Ich würde jedenfalls versuchen, mit eine genaues Bild von der Schule und am Besten auch von der Lehrerin/Klasse zu machen (wird differenziert? wie ist so allgemein die Stimmung?) Nicht, dass Ihr vom Regen in die Traufen kommt! Im Kindergarten kann man ja wenigstens mal schwänzen, das geht dann in der Schule nicht mehr...

liebe Grüße winkie
Karin
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Zauberfee



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 03.08.2008
Beiträge: 63

BeitragVerfasst am: 18.11.2010, 12:47
BeitragTitel:
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Guten Morgen!

Vielen Dank für Eure vielen Beiträge. Da waren ein paar super wichtige Denkanstöße dabei die ich weiterverfolgen möchte/werde.

Bei uns gibt es eine flexible Eingangsstufe und die Schule die wir ausgewählt haben (fürs nächste Schuljahr eigentlich) ist eine sehr kleine Schule (zwei-zügig) mit einer sehr engagierten Lehrerschaft. Von einer Freundin, deren Tochter auf der schule ist, weiß ich dass die schon "solche" Kinder hatten und damit auch gut umgegangen sind bzw. sie mit Extra Material vollgestopft haben, und im nachmittagsbereich gibt es ein super AG-Angebot.

Da er auch im kommenden Schuljahr keinen auf dieser Schule kennen wird denke ich wird er nicht so das Problem haben jetzt da keinen zu kennen (Kommentar meines Sohnes: Oh toll, dann kann ich ja alle namen auswendig lernen
drugs ). Und mit den älteren Kids sehe ich (noch) nicht so problematisch. Er spielt wie gesagt eh immer lieber mit den älteren und kann sich da auch gut durchsetzen (den Rülpswettbewerb würde er definitiv gewinnen *gg*). Problematisch sehe ich das dann eher wenn es in Richtung Pubertät geht, und ich hoffe dass es ihm dann nicht leid tut immer der jüngste zu sein. Aber noch ist ja auch nichts entschieden.

Mein Großer würde auf jeden Fall wollen (heute morgen hat er gesagt: Mama, ich muss in die Schule...die Kinder da wissen ja noch gar nicht was Du für wundervolle Kuchen backen kannst love) , der Kiga hat gesagt er wäre dafür...jetzt noch abwarten was beim Kia rauskommt und mein Bauch ist mitlerweile auch der Meinung dass wir es ausprobieren sollten..ich hoffe, dass wir sowas wie Probewochen machen können und wenn es klappt bleibt er und wenn nicht geht er einfach zurück in den Kiga.

Fürs erste hab ich ihn jetzt erstmal spontan beim reiten untergebracht. Er liebt Pferde und hat da auch schon erste Erfahrungen gemacht, musste dann aber aus Zeitgründen (des Stalls) aufhören und freut sich wie Bolle da heute wieder hinzudürfen. Nach den Reitstunden war er bislang immer sehr ausgeglichen...die Tiere geben ihm sehr viel.

Ansonsten wird es schwierig ihn noch mit viel weiterem außerschulischem zu beschäftigen...er lernt momentan italienisch, spielt Klavier, geht schwimmen und jetzt wieder reiten...und dann ist Mamas Zeit zu Ende, ich mache mich nämlich gerade mit einem größeren Projekt selbstständig und muss eh gucken wie ich das so alles hinbekomme, aber Söhnchen geht natürlich vor. Also auf auf! ;)

Lieben Gruß, Zauberfee
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Sigiruna
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BeitragVerfasst am: 18.11.2010, 13:50
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Moin Zauberfee!
Wenn die Schule selbst Erfahrung mit Hbchen hat und Dein Sohn sowieso extrovertiert ist und besser mit Größeren kann, solltet Ihr es riskieren. Es muss ihm natürlich klar sein, dass Schule auch nicht immer so toll und spannend ist, sondern mal langweilig und mal anstrengend und kind dann trotzdem stillsitzen muss.
Mit der Pubertät brauchst Du Dir jetzt noch keine Gedanken machen. Da entwickeln sich auch nicht alle Gleichaltrigen parallel.
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TAfel



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Beiträge: 373
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 18.11.2010, 14:08
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Hallo Zauberfee,

wir haben zwar nicht quereingeschult, Sohn durfte aber einmal pro Woche als Besuchskind in die Schule gehen. Wenn die Klasse kleiner gewesen wäre, hätten sie ihn vermutlich als Quereinsteiger genommen. So hat er dann die zweite Klasse übersprungen. Momentan ist er der zweitjüngste 5.-Klässler und die meisten 4.-Klässler in seiner Klasse sind ebenfalls älter als er. Er kommt meistens gut damit klar. Dadurch dass er für sein Alter eher groß ist, fällt er optisch nicht besonders auf. Das Hauptproblem bei ihm sehe ich eher darin, dass die Lehrerinnen von ihm mehr soziale Kompetenz erwarten als er altersgemäß leisten kann (Zitat Zeugnis:" reflektiert sein eigenes Verhalten nicht ausreichend"). Und was die Pubertät angeht, ist die Bandbreite, wann es bei dem einzelnen Kind losgeht, auch ziemlich groß. Falls dein Sohn also früh damit loslegt, fällt er trotz jüngeren Alters nicht besonders auf.


Wie schon die Vorschreiberinnen sagten kommt es sehr aufs Kind und die Rahmenbedingungen an. Altersgemischte Klasse und engagierte LehrerInnen sind schonmal sehr positiv. Eine geringe Körpergröße ist nicht zwangsläufig ein Ausschlusskriterium, wenn das Kind über ein ausreichendes Selbstvertrauen verfügt. Klingt bei dem Sohn ja durchaus so. Vielleicht könnt ihr ja mit der Schule auch einen langsamen Einstieg vereinbaren. Was die feierliche Einschulung angeht, bin ich mir nicht sicher, ob das zur Schule gehen dürfen nicht wichtiger für ihn ist. Große Tochter ist direkt in die 2. Klasse eingeschult worden (Gründe s. Vorstellung), sie war dann eine Woche später bei der offiziellen Einschulungsfeier der neuen Erstklässler dabei, ihr hätte es aber auch gereicht, wenn wir mit ihr zuhause gefeiert hätten. Die Einschulungsfeier hat in meinen Augen nicht so einen hohen Stellenwert wie das Wohlbefinden des Kindes im Augenblick. Ich würde auch Kontakt mit der Schule aufnehmen und die Untersuchung beim KiA mitnehmen.

Viele Grüße

Tafel
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gr. Tochter (Jg. 98), Sohn (Jg. 01), kl. Tochter (Jg. 04)
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Sigiruna
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BeitragVerfasst am: 19.11.2010, 11:38
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Töchti war die feierliche Einschulung völlig gleichgültig. Sie war nur glücklich, endlich nicht mehr in den KiGa zu müssen. Eine Schultüte hat sie natürlich trotzdem bekommen.
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Sigiruna
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