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Beginn mit Medikation (MPH)


 
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Isi



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 16.11.2010
Beiträge: 24

BeitragVerfasst am: 21.12.2010, 16:59
BeitragTitel: Beginn mit Medikation (MPH)
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So, ihr Lieben,

Morgen ist es soweit: Mein Sohn hat morgen einen Kinderarzttermin zum EKG schreiben und Blutabnehmen.

Im Januar soll dann die Einstellung mit MPH beginnen.

Einerseits bin ich voll Hoffnung, dass es ihm hilft durch den (Schul-)alltag zu kommen; andererseits habe ich irgendwie auch ein mulmilges Gefühl...

Wie war der "Start" bei euch?

LG, Isi
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jutta
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 15.05.2005
Beiträge: 4602
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 21.12.2010, 19:06
BeitragTitel:
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Hallo Isi,

unser Start ist schon über drei Jahre her....
Nein, richtig mulmig war mir nicht, nur die Gewissheit, dass er mit den Tabletten anders wahrnimmt. Ich war eher neugierig, wie sich das wohl anfühlt...

Ich habe Notizen gemacht, wie er sich fühlt, was an Nebenwirkungen zu bemerken ist. Das musste ich ja der Ärztin erzählen können...
Nach einigen Tagen war kein Bauchschmerz oder Unwohlgefühl da, aber auch keine subjektive Wirkung. Die kam erst mit der Steigerung von 10 zu 20 mg Medikinet Retard. Das beste daran war das für ihn so offensichtliche bessere Schreiben, sowohl vom Schriftbild als auch von der Menge her. Auch Dinge zu Ende zu führen....
Kannst ja unter Oktober 2007 nachlesen...

Ich drücke euch die Daumen, dass es schnell besser geht und dein Kind die Medikamente als Stütze für neues Verhalten erleben kann!

Jutta
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Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99)
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Isi



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Anmeldungsdatum: 16.11.2010
Beiträge: 24

BeitragVerfasst am: 22.12.2010, 11:17
BeitragTitel:
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Lieben Dank Jutta :) !

Sobald ich Zeit finde, lese ich mal im Oktober 2007 nach ;) !

Ich werde berichten, wie es bei uns läuft winkie

Grüßle, Isi
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May



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Anmeldungsdatum: 25.03.2008
Beiträge: 150

BeitragVerfasst am: 24.12.2010, 01:04
BeitragTitel:
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hallo Isi!

unser sohn (6. klasse) nimmt seit oktober MPH. die erste woche war echt schräg, er war extrem aufgedreht und konnte sich in der schule gar nicht konzentrieren. er war gereizt und nah am wasser gebaut...innerhalb einer weiteren woche wurde die dosis dann soweit gesteigert, bis eine deutliche positive verhaltensänderung bemerkbar wurde.
die wirkung war nicht megadurchschlagend, hauptsächlich die konzentration wird bei ihm besser. er hat aber noch große schwierigkeiten im verhalten und stört ab und an immer noch den unterricht. das hängt aber möglicherweise mit seiner wahrnehmungsstörung zusammen. er macht zudem ergo.
interessanterweise sind seine noten bestens. er hat dieses halbjahr noch keine 3 geschrieben - und bis auf eine halbe stunde mal für keine arbeit gelernt. aber er hat starke versagensängste und fühlt sich von "schule allgemein" überfordert.

nebenwirkungen habe ich folgende bemerkt: er ist abends hellwach und hat einschlafprobleme. aber schlecht einschlafen konnte er vor den medis auch schon. ansonsten isst er in der schule selten oder wenig, ab nachmittag (MPHwirkung lässt nach) bekommt er dann hunger und isst normal.

wir haben keinem von den medikamenten erzählt. außer mit meinen eltern und meiner schwester spreche ich auch nicht im freundeskreis über die probleme unseres sohnes in der schule. leider stößt man meistens auf totales unverständnis....zu hause ist er ein ganz anderes kind, fällt zwar schon aus dem "normalen" rahmen, aber es ist nicht unangenehm.

bin mal gespannt, was du im januar berichtest! drück euch die daumen, dass es hilft.

LG
May
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Isi



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Anmeldungsdatum: 16.11.2010
Beiträge: 24

BeitragVerfasst am: 25.12.2010, 17:59
BeitragTitel:
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May,

lieben Dank für deine Antwort winkie !

Tja, genau vor dieser Phase der Einstellung habe ich irgendwie Angst. Jedes Kind reagiert anders. Hmmmmm....

Ich berichte auf jeden Fall, wie es bei uns läuft ;) !

Grüßle, Isi
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scout




Anmeldungsdatum: 02.03.2005
Beiträge: 1774
Wohnort: ba-wü

BeitragVerfasst am: 25.12.2010, 18:35
BeitragTitel:
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hallo isi,

wie die eltern damit umgehen, beeinflusst auch die wirkung des medikaments, bzw die art, wie der erfolg der therapie beuirteilt wird.

wenn die eltern ängstlich jede regung des kindes beobachten und jede "unregelmäßigkeit" auf die tablette zurückführen, kommt man möglicherweise zu einer negativen bewertung.

gerade das verhalten in der schule ist oftmals schon eingeschliffen, ebenso die wsahrnehmung der kameraden,w er denn der klassenclown ist oder wen man am einfachsten zum ausrasten bringt.

das mph kann hier zwar deutlich etewas bewirken, aber weil das eben oft schon ritualisiert war, dauert es ein paar wochen, bis auch hier eine beruhigung eintritt und die veränderung auch bei den klassenkameraden oder dem lehrer ankommt.

man darf nie vergessen, dass auch ein kind mit medis immer noch keine maschine ist, die jeden tag gleich gut drauf ist. wenn das aneckende verhalten in der schule durch mangelnde impulskontrolle verursacht wurde (ungefragt reinrufen, nicht sitzen bleiben können, lautstarke streitereien, große klappe etc), dann sollte sich mph darauf günstig auswirken. denn das kind ist jetzt seinen impulsen weniger hilflos ausgeliefert und kann jetzt nachdenken, bevor es reagiert.

immerhin habt ihr bisher keine leistungsproblematik und der filius kann zeigen, dass ers drauf hat. das ist bei adhs-kindern nicht selbstverständlich. helfen tut ihm selbst das im moment jedoch nur bedingt, denn die überforderung, die er spürt, ist sicher da, wenn auch nicht leistungsmäßig, sondern sozialer art, wie ich vermuten würde.

er spürt, dass seine wahrnehmung nicht so ist wie die der anderen. regt sich vielleicht über dinge auf, die für die anderen "ganz normal" sind. in der masse sind das dann stressfaktoren, die unsere ads-ler belasten und daran hindern, sich in der schule gut aufgehoben und wohl zu fühlen. sich einen ehrenvollen platz zwischen den klassenkameraden zu erobern, fällt ihnen daher auch schwer, denn da läuft vieles über intuitive wahrnehmung, bei denen unsere ads-ler meist nicht so supergut dastehen.

good luck
scout
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'It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities.' (Albus Dumbledore)
scout
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ripley



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Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 25.12.2010, 19:50
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Bei uns war's bisschen anders, da wir das Einstellen auf MPH mit einem Doppelblindversuch gekoppelt hatten: 3 Wochen Tabletten X, langsam eingeschlichen, dann eine Woche Pause, dann nochmal drei Wochen mit Tabletten Y dasselbe Spiel.
Eines von beiden war Verum, das andere Placebo. Weder Arzt, noch Lehrer, noch Eltern und natürlich erst recht nicht Junior wussten, was nun was war. Die die Tabletten zusammenstellende Sprechstundenhilfe hatte das dokumentiert und im verschlossenen Umschlag hinterlegt.

Nach beiden Phasen wurden die Reaktionen von Kind, Eltern, Lehrern eingesammelt und ent-blindet. Die Entblindung "passte" dann auch.

ZUHAUSE hab ich gar nicht mal so viel Unterschied gemerkt, erst als auf die volle Dosis hochdosiert war, ist mir die deutlich bessere Schrift und die Abnahme an häuslichen Dramen aufgefallen. Allerdings haben sowohl Sohn als auch Lehrer von eindeutiger Verbesserung diverser Parameter berichtet.

Nebenwirkungen hielten und halten sich in Grenzen. Einschlafschwierigkeiten gibt es ab und zu (gab es aber auch ohne schon), zu schmal ist der Bub auch (war er ebenso auch schon vorher). Ist schwer zu sagen, ob und inwieweit das MPH hierin eine Rolle spielt.

Alles in allem, nach nun - glaube ich - drei Jahren MPH kann ich sagen, DASS es merklich (!) hilft.
Aber MPH alleine reicht beileibe nicht aus, will man ein vormals verzweifelt-wütendes, sich selbst blockierendes und an sich und seiner Umwelt leidendes ADHS-Kind auf die richtige Schiene zurückführen. Das HÄTTE Schule gerne, wenn ich ehrlich bin, fände ich das auch nicht schlecht. Aber es funktioniert nicht. MPH ist kein Schalter, der das Kind "umpolt". Es macht das Kind nur zugänglicher, offener für ganz normale Erziehung und Bildung, lässt es mehr "es selbst" sein.

Es braucht aber erheblich mehr als das Medikament und es braucht vor allem ein wirklich vernetzt-kommunikatives Zusammenwirken von allen um das Kind bemühten Instanzen (Eltern, Schule, Ärzte, ggf. sonstige Helfer).
Und Konsequenz, Konsequenz, Konsequenz ... bis sie allen aus den Ohren rauskommt.

Lasst euch also nicht ins Bockshorn jagen durch Lehrer, die wie bei uns leise kopfschüttelnd anmerken, sie "hätten sich ja mehr davon erwartet". Bisl pädagogisches Können dürfen die Damen und Herren Lehrer auch dann einbringen, wenn das Kind MPH bekommt ...
_________________
LG
Ellen
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nlittlefood



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Anmeldungsdatum: 01.08.2010
Beiträge: 29

BeitragVerfasst am: 20.03.2011, 19:00
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Hallo Isi,

mich würde einmal interessieren, ob bei Euch die Medis nun eine Verbesserung in der Schule bewirkt haben.

Da wir auch in der Diagnostik sind, würde ich mich freuen, wenn du deine Erfahrungen einmal mitteilen könntest .

Danke

LG nlittlefood
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Isi



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 16.11.2010
Beiträge: 24

BeitragVerfasst am: 19.08.2011, 09:31
BeitragTitel:
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Oh, hoppla, ich habe ja ewig nichts geschrieben, verzeihung.

Bis auf leichte Bauchschmerzen gab es bei der Einstellung mit MPH keine Probleme.
Allerdings ist mein Sohn sehr appetitlos. Er isst den ganzen Vormittag nichts, mittags fast nichts...AM späten Nachmittag und Abend bekommt er Hunger, aber die Menge kann er nicht aufholen.

In der Schule läuft es soweit gut. Die Lehrer sind zufrieden, mein Sohn auch.

Insgesamt bin ich auch zufrieden. Nur an manchen Tagen packen mich Zweifel: Ich kann doch nicht mein Kind nicht die nächsten Jahre mit Psychopharmaka versorgen?
Mein Mann ist noch viel skeptischer als ich. Ihm geht es mit der Medikamentensituation nicht gut traurig .
Nach langen Gespächen mit der Therapeutin ist mein Sohn nun ohne Medis in die Vierte gestartet. Nur mal als Versuch...

Er soll etwa einmal im Monat weiterhin zum Konzentrationstraining (hat er ein halbes Jahr wöchentlich gemacht).

Was können wir begleitend denn noch tun?
Von Ergotherapie würde er laut Psychologin nicht profitieren.
Gar nichts machen ist aber auch ein komisches Gefühl...

Herzlich, Isi
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jutta
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 15.05.2005
Beiträge: 4602
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 19.08.2011, 10:49
BeitragTitel:
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Hallo Isi,

zunächst ist es doch gut, wenn die Einstellung gut gelaufen ist. Wenn er mit einem guten Frühstück zur Schule geht und auch mal einen Schokokeks als Pausenbrot bekommt, dann sollte das doch für den Blutzuckerhaushalt gut laufen.
Auf welcher Dosis seit ihr und wie habt ihr diese als die richtige herausgefunden?
Es gibt ja verschiedene MPH Mittel, man kann, wenn sich die Nebenwirkungen zu sehr häufen und den Nutzen damit eher runterfahren, auch wechseln.

Was ich allerdings (aus eigener Erfahrung heraus) nicht machen würde, wäre eine Medikamentenpause nach so kurzer Zeit. Zum einen ist gerade die 4. Klasse ja die oft auf Druck gebaute Schulzeit wegen der Schulempfehlung. Jede kleine Nachlässigkeit wird da besonders beäugt und fließt in die Beurteilung. Heftführung, Mitarbeit, Schriftbild..... Auch Unaufmerksamkeit und damit Fehler in Arbeiten führen zu Misserfolgen, die dein Sohn merken wird und die Lehrer registrieren.

Dein Sohn sollte sich erst festigen können. Das geht halt nicht so schnell wie bei anderen Kindern. Wo andere in ein paar Wochen eine Technik, eine Arbeitsweise lernen, braucht er evtl. ein Jahr.

Zum anderen ist dein Sohn doch gerade in die Situation versetzt worden, sein Potenzial zu entfalten. Er erlernt Techniken, um diese Fähigkeiten auszubauen und nutzen zu können. Uns hat die Ergotherapeutin z. B. ein speziell auf ADS-Kinder konzipiertes Konzentrationstraining gezeigt, auch Arbeitsweisen mit Hilfe von Tabellen, Übersichten, die einen Tag strukturieren, eine Woche planen usw.. Ist das bei euch auch so und seid ihr da auch involviert?
Habt ihr ein Elterntraining gemacht oder anderweitig erfahren, was ihr zu Hause tun könnt? Welche Art des Umgangs und der Kommunikation mit ihm besonders hilfreich ist oder vermieden werden sollte? Auch das muss man üben, ihr genauso wie er.

Was genau macht deinem Mann denn Bauchschmerzen? Hat er sich ausreichend informiert gefühlt oder fehlen ihm noch Fakten um ADS herum?
Je nachdem, wo ihr wohnt, hilft euch die ein oder andere Stelle mit Vorträgen, grade am Samstag wird einer in Koblenz stattfinden, von einer Dame, die ich persönlich kenne.

Was sagt denn der Arzt zur Entscheidung, es ohne Medis zu versuchen? Ich finde es wichtig, ihm vertrauen zu können, aber wenn er nach einem halben Jahr und den ersten Erfolgen schon eine Pause gut heißt, wäre es für mich eher nicht so ..... Vertrauen aufbauend.

Mal kurz von uns: Sohn hat mit 8 Jahren mit den Medis und der Ergo angefangen, vieles hatten wir wegen der Hb schon an Umgang eingeführt. Mit Ende der 4. Klasse, also nach knapp 2 Jahren, haben wir den Auslassversuch gewagt und verloren, das Chaos war perfekt. Nach 4 Monaten haben wir wieder angefangen.

Nun kommt er in die 7. Klasse. Während der Sommerferien nimmt er keine Medis. Er hat einen enormen Reifeschub, wir sind begeistert. Was wir jahrelang geübt haben, klappt plötzlich. Wir sehen (na ich zumindest), dass die Lernerei von so Kleinigkeiten wie Licht ausmachen, Hauspflicht erfüllen, Vokabeln lernen Erfolg hatte.
In der Pubertät verändert sich der Hirnstoffwechsel noch einmal, ich kann mir mittlerweile vorstellen, dass er dann mit weniger auskommt und langfristig keine mehr nehmen muss. Er hat ja einige Jahre geübt und es gut hinbekommen.

Das wünsche ich euch auch!

Jutta
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Jutta
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ripley



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Beiträge: 912
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BeitragVerfasst am: 19.08.2011, 12:05
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Schließe mit Jutta durchgehend an.

Hierzu ...
Isi hat folgendes geschrieben:
Insgesamt bin ich auch zufrieden. Nur an manchen Tagen packen mich Zweifel: Ich kann doch nicht mein Kind nicht die nächsten Jahre mit Psychopharmaka versorgen?
Mein Mann ist noch viel skeptischer als ich. Ihm geht es mit der Medikamentensituation nicht gut traurig .

... mal ganz bewusst provokant gefragt: Wäre er insulinpflichtiger Diabetiker - hättet Ihr die Zweifel und die Skepsis auch in Bezug auf Insulin? Wäre er kurzsichtig - würdet Ihr Euch auch gegen eine Brille sträuben?

Nur weil die Vorsilbe "psycho" dransteht, ist MPH doch nichts Verwerfliches? Oder doch?

Meine Meinung:
Entweder er braucht das Medikament, um mit sich und seiner (Lern-)Umwelt zurechtzukommen, dann ist der Einsatz m.E. legitim.
Oder er braucht es NICHT, dann ist der Einsatz unsinnig.
"ER braucht es, aber wir Eltern fühlen uns mulmig dabei" mag es geben, aber ob es entscheidungsrelevant ist?

(Meiner braucht es auch. Wobei wir nächste Woche mit dem KJP über eine Dosisreduzierung nachdenken werden - Untergewicht...)
_________________
LG
Ellen
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Isi



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Beiträge: 24

BeitragVerfasst am: 19.08.2011, 13:07
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Danke Jutta und Ellen,

Ich versuche mal zu antworten, habe nur leider nicht so viel Ruhe zum Schreiben, seufz...

Also, ein wirkliches Elterntraining hatten wir nicht. Aber wir hatten lange Gespräche. Unser Alltag ist SEHR strukturiert. Wir haben zusammen mit unserem Sohn Pläne gemacht (was jeden Morgen in welcher Reihenfolge zu tun ist zum Beispiel).
Im Alltag geht es uns sehr gut. Mein Sohn ist null aggressiv, noch nie.
Er ist einfach sehr verträumt. Zu Hause können wir das meist gut tragen; in der Schule ging es in der dritten Klasse plötzlich nicht mehr.
Zwischendring hat er begonnen den Klassenclown zu machen. Das war der Zeitpunkt, als wir mit MPH begonnen haben.

Er bekommt 10mg retard. Also eher wenig. Die richtige Dosis wurde durch Lehrerprotokolle rausgearbeitet.

Der Vergleich mit Diabetes und der Fehlsichtigkeit scheint mir so unangemessen, dass ich auf die Frage so eigentlich nicht antworten mag. Ich fühle mich angegegriffen.
Im Grunde ist es doch gut mal etwas zu hinterfragen, oder?
Ich wollte nur nach alternativen Suchen. Und wir sind dabei rauszufinden, ob unser Sohn MPH braucht oder nicht. Wenn wir es schon wüssten, hätte ich nicht geschrieben.

Ob MPH verwerflich ist..., tja genug Kontrastimmen gibt es ja nun.

Gruß Isi
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ripley



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BeitragVerfasst am: 19.08.2011, 13:27
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Isi hat folgendes geschrieben:
Der Vergleich mit Diabetes und der Fehlsichtigkeit scheint mir so unangemessen, dass ich auf die Frage so eigentlich nicht antworten mag. Ich fühle mich angegegriffen.


Ich will Dich nicht angreifen, ich meinerseits hinterfrage "nur" Deine Ängste.
Ist der Vergleich wirklich so unangemessen?

Soweit mir bekannt, gehen die derzeitigen Theorien zu AD(H)S davon aus, dass eine (Hirn-)Stoffwechselstörung ursächlich verantwortlich ist, dass konkret der Dopamin-Stoffwechsel gestört ist.

Bei einem Diabetiker ist der INSULIN-Haushalt gestört. Auch Stoffwechsel, nur "eine Etage tiefer".

Die jeweilige Medikation gleicht diese Stoffwechselstörung(en) aus, sorgt dafür, dass der fehlende bzw. überschüssige Stoff in der "richtigen" Menge verfügbar ist.

Medikation OHNE hinreichende Indikation ist in beiden Fällen unzulässig bis schädlich.
Über NICHT-Medikation bei bestehender Indikation wird aber (derzeit) nur in Bezug auf AD(H)S diskutiert, bei Diabetes käme keiner auf die Idee, Insulin zu verteufeln. (Und, ganz nebenbei, auch Diabetes hat, wenn schwer und längerfristig unbehandelt, massive Konsequenzen für die Hirnleistung.)

Oder, anders: "Verwerflich" ... WÄRE MPH denn verwerflich, wenn es nicht den Bapper "Psychopharmakon, also für psychisch Derangierte" hätte?
_________________
LG
Ellen
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Isi



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Beiträge: 24

BeitragVerfasst am: 19.08.2011, 14:55
BeitragTitel:
Antworten mit Zitat

Ich mag nicht über Diabetes diskutieren p .

"Verwerflich" ist MPH für viele aufgrund der Wirkung (Ruhigstellung/ Aufputschung) und der Nebenwirkungen.
Und deshalb, weil es das Wesen beeinflusst.
"Verwerflich" ist es, weil es oft misbraucht wird.
"Verwerflich" ist es, weil noch immer keine guten Langzeitstudien gibt.

Kennst du/kennt ihr Gerald Hüther (Neues vom Zappelphilipp; warum Ritalin keine Lösung ist)?
Kennt ihr das Alm-Experiment?
Denkt ihr nie darüber nach, dass eure Kinder vielleicht gar keine Diagnose hätten, wenn das deutsche Schulsystem nicht so wäre, wie es ist?
DAS sind meine Probleme.
Deshalb fragte ich nach Alternativen. Es werden ja durchaus welche angeboten. Nicht alle Kinder werden medikamentös behandelt.


Ritalin ist in einigen Ländern verboten. Wie kann man es da mit Insulin vergleichen surprise ?

Meinem Mann machen auch andere Medikamente ein ungutes Gefühl. Und oft hat er andere Wege gefunden.


Ich bekomme so viel Kritik, weil ich meinem Kind Medis gebe.
Ich bekomme auch Kritik, wenn ich ihm keine gebe.
Wunderbar

traurig
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ripley



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 19.08.2011, 15:05
BeitragTitel:
Antworten mit Zitat

Isi hat folgendes geschrieben:
Ich bekomme so viel Kritik, weil ich meinem Kind Medis gebe.
Ich bekomme auch Kritik, wenn ich ihm keine gebe.
Wunderbar
traurig


Naja, sieh es doch mal so: Wenn es eh nur "falsche" Alternativen gibt ... DANN bist Du doch in Deiner Entscheidung wieder WIRKLICH frei. winkie

Re. Almprojekt: Da gibt es auch DIESE Perspektive: http://www.adhs-deutschland.de/content.php?abt_ID=1&site_ID=161

Ansonsten: Fühl dich mal lieb und NICHT kritisierend gedrückt, ja? Glaub mir, ich KENNE Deine/Eure Situation/Bedenken. Habe sie alle selbst durchgemacht.
_________________
LG
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