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Von wegen hb! Ist mein Kind zu dumm?- LANG


 
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Susanna C.



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 13.07.2009
Beiträge: 113
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 18.01.2011, 21:23
BeitragTitel: Von wegen hb! Ist mein Kind zu dumm?- LANG
Antworten mit Zitat

Ihr Lieben,
ich bin total verunsichert. Mein Kleiner (grade 6 geworden), kommt im September in die Schule, ist also jetzt im Vorschulprogramm im Kiga. Die Erzieherinnen, bzw. eine ganz bestimmte, die vor Jahren bereits die HB meines Großen schlichtweg abgelehnt hatte, meinen, er sei schon noch sehr "herausgefordert". Er könne nciht zählen, geschweige denn rechnen, kenne Farben nicht, interessiere sich nicht für Buchstaben, sei in allen Vorschulspielen meist der letzte, der fertig wird, und spiele auch nie mit neuen, sondern immer mit den gleichen Dingen.

Das stimmt alles. Allerdings teile ich nicht die Einschätzung, daß er "herausgefordert" ist und die Hauptschullaufbahn bereits vorprogrammiert - so ähnlich hat sie das ausgedrückt.
Mein Großer hat mit 3 begonnen zu rechnen, hat jetzt gerade eine Klasse übersprungen, ist jetzt für alle offensichtlich ein HB-Kind.

Der Kleine hat ein großes Verständnis für Zusammenhänge, interessiert sich für Politik und GEschichte, kapiert sofort soziale und auch wirtschaftliche Beziehungen. Wir haben dauernd solche Aha-Erlebnisse in dieser Richtung, so wie wir sie beim Großen in Mathe hatten und haben. Der Kleine ist nicht getestet. Ich will ihn auch nicht testen lassen, aber ich habe mich mal wieder total verunsichern lassen und fürchte, daß sich das auf mein Verhalten auswirkt. Ich bemühe mich wirklich, keine Unterschiede zu machen, aber er bekommt natürlich mit, daß der Große super in der Schule ist, daß wir ihn loben, wenn er tolle Ideen oder Lösungswege hat. Auch den Kleinen loben wir natürlich, in meinen Augen genauso oft, aber er denkt wohl, er sei nciht klug genug. Er hat auch, sagt er, keine Lust auf die Schule. Wenn er was ausmalt oder etwas baut, das nicht perfekt ist, gibt er auf und ist sehr zornig auf sich selbst.

Wie kann ich ihm denn beibringen, daß er genauso viel wert ist, einfach ein anderer Mensch mit anderen Begabungen? Ich fürchte auch, daß die Erzieherinnen ihn nicht fördern, weil sie ihn ja für nciht besonders schlau halten. ich glaube einfach, sie machen sich nicht die Mühe, mal richtig mit ihm zu reden und zwar über die Dinge, die ihn interessieren, die in der zeitung stehen und die er in den Nachrichten hört.


Soll ich die Erzieherinnen nochmal ansprechen oder einfach bis zum Schulbeginn abwarten? Riskiere ich, daß er sich noch minderwertiger fühlt, je länger er so behandelt wird? Was kann ich tun, um sein Selbstbewußtsein und seine Gelassenheit zu stärken?

Er tut mir so leid. Ich bin sicher, daß ich hier noch ein hb-Kind habe, aber eben eins, dem total egal ist, wieviel 3 mal 3 ist.

Habt Ihr einen Rat?

Liebe Grüsse,

Susanna
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Online
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 07.07.2008
Beiträge: 763
Wohnort: Sachsen

BeitragVerfasst am: 18.01.2011, 23:15
BeitragTitel:
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Tipps kann ich keine geben ... dir aber aufmunternd auf die Schulter klopfen. winkie

Unser Kind (3.Klasse) rechnet mit Fingern, will keine Malfolgen lernen, kriekselt im Geometrieheft, Groß- und Kleinschreibung ist völlig egel, i-Punkte müssen schon gar nicht sein... usw.usw.

Allerdings belegt bei der Matheolympiade der Schule den 2. Platz (1 Punkt mehr und es wäre der 1.Platz - der dritte wurde nicht ausgerufen, weil zu weit entfernt), gewinnt den Lesewettbewerb bzw. Buchvorstellung der Klasse mit Riesenabstand....
O-Ton: "L. kann ihr Wissen aber gut verstecken." rolleys

Und ich? Keine Ahnung wie ich mit der Situation umgehen soll traurig
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LG Anja

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Moffi
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Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beiträge: 2070

BeitragVerfasst am: 19.01.2011, 10:37
BeitragTitel:
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Huhu Susanna,
bei uns ist die Konstellation ähnlich, großes Kind, das offensichtlich sehr abstrakt denkt, in der Schule sehr gut ist, und (inzwischen) doch sehr selbstbewusst auftritt - und ein kleineres Kind, das sich seine Nische deshalb ganz woanders suchen muss... Bei uns war die Erzieherin sehr unterstützend und aufbauend und hat immer ganz deutlich seine Stärken gesehen und immer wieder hervorgehoben - es hat aber nichts genützt, er hat ein ganz schlechtes Selbstbewusstsein. Für Schule interessiert er sich auch nicht. Er hat einfach seinen Platz noch nicht gefunden, und meine verschiedenen Versuche, ein Hobby anzuleiern, haben auch noch nicht so recht geklappt.

Dein Sohn hat ja wohl nicht in Wirklichkeit Probleme mit den Farben und mit dem Zählen, oder? Wenn die Erzieherin (die Euch wohl nicht mag?) nicht mit Dir geredet hätte, hättest Du Dir dann auch Sorgen gemacht? Du kennst doch die Stärken Deines Kleinen ganz genau, irgendwann wird er schon noch etwas daraus machen können!

Ich ertappe mich übrigens öfter dabei, dass ich vom Kleineren in den Bereichen, die schon die Große "abdeckt" sehr viel weniger verlange und ihm in diesen Gebieten auch einfach weniger Anregungen biete als der Großen - da versuche ich gerade gegenzusteuern.

"Förderung" würde ich von der Erzieherin jetzt nicht mehr erwarten, eher versuchen, das Kind möglichst von ihr fernzuhalten und ihren Einfluss abzumindern....In so einem Fall würde ich notfalls dem Kind auch ganz deutlich sagen, was ich von der Erzieherin und ihrer Einschätzung halte und dass ich ihm viel mehr zutraue. (Geht er ganztags?)

liebe Grüße
Karin
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jojo



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 19.09.2009
Beiträge: 264

BeitragVerfasst am: 19.01.2011, 11:42
BeitragTitel:
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Liebe Susanna,
ja, wir leben in einem Land, in dem Erzieherinnen arbeiten, die selbst häufig frustriert sind, die (sehr) oft keine überragende Schullaufbahn hinter sich haben und ihre eigenen Erfahrungen (das wiederum ist universal und menschlich) nur zu gern auf andere übertragen. Auch wir haben die Erfahrung gemacht, dass Erzieherinnen meinten, das Potential in einem Kind erkennen zu können und den Eltern bei Entscheidungen helfen zu wollen, die in Wirklichkeit vor allem hinter ihrem eigenen Horizont verschwanden...

Mein Rat: macht euch von ihnen unabhängig, sprecht lieber mit einem erfahrenen und guten Kinderarzt.

Auch das Problem mit dem zweiten Kind kenne ich nur zu gut. Wichtig erscheint mir, dem zweiten eben sooft sich die Zeit findet, Dinge zu ermöglichen, die bei dem anderen vielleicht erst später oder gar nicht kamen. Und den Wunsch des zweiten (ebenso »gut« zu sein wie das große), so es diesen äußert, ernst zu nehmen und ihm im Gespräch Möglichkeiten aufzuzeigen.

Z.B. Du kannst andere Dinge gut (das und das), du interessierst dich ja auch für andere Dinge, du könntest andere Dinge anfangen, z. B. ein Instrument lernen. Du könntest dir ein Zeitungsabo zum Geburtstag wünschen, dann hättest du deine eigen (Fach-) zeitschrift.
z. B. Geolino ist ganz toll in dem Alter und regt ihn vielleicht auch zum Lesen an. Selbst mit Mathe könntest du ihn überraschen, indem du ihm eine Rechenart erklärst, die der große in dem Alter noch nicht kannte und ihm ganz deutlich sagst, klar kann der große die evt. jetzt schon, aber als er so klein war, kannte und konnte er sie eben noch nicht. Mit soetwas habe ich meine kleine Tochter hin und wieder richtig zum Strahlen gebracht (Mut und ungläubiges Selbstvertrauen stiegen in ihr auf!), zuletzt als ich ihr vor ein paar Monaten (da war sie noch acht Jahre) mal im Bad morgens Prozentrechnung erläuterte, die sie auch auf Anhieb verstand und sehr lustig fand. Da hatte sie auch keine Probleme Kommazahlen zusammenzuziehen. Richtig glücklich war sie, als sie erfuhr, dass der Große die in dem Alter noch nicht kannte. Er ist aber auch lieb und gibt ihr in solchen Augenblicken volle Anerkennung.

Für Kinder ist das reine Betonen der Unterschiede aber leider oft nicht so hilfreich, denn sie wollen sich ja auch vergleichen und innerhalb dieser Vergleiche nicht zurückstehen. Auch in der Schule werden sie mit den anderen konfrontiert, die das und das dann schon gut können. Und dafür muss man sie stärken.

Wenn du das Gefühl hast, er könnte dem Vergleich nicht standhalten und könnte unglücklich darüber werden (oder ist jetzt schon ernsthaft verunsichert), würde ich an deiner Stelle über einen alternative Schulform nachdenken. Damit gehst du dem Vergleich der Jungs untereinander aus dem Weg und hast möglicherweise auch in der Schule andere Prioritäten. Waldorfschulen z. B. arbeiten ganz anders, gehen nicht abstrakt und analytisch an den Stoff, stellen die Stoffvermittlung so wieso gar nicht in den Vordergrund, sondern eben eher die ganzheitliche Entwicklung des Kindes. Da können Kinder, die nicht so abstrakt denken, sich sehr gut einbringen und richtig erfolgreich werden, weil das ganzheitliche Denken, das Verknüpfen von Lernfeldern dafür viel stärker im Vordergrund steht, als an den staatlichen Schulen. Die abstrakten Fähigkeiten werden dort den Kindern erst später abverlangt und es ist schon so, jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Nicht jeder, der spät anfängt zu laufen, ist lebenslang ein schlechter Fußgänger, nicht jeder der spät mit dem Lesen beginnt, ein schlechter Leser und nicht jeder, der sich spät für Mathematik interessiert ein schlechter mathematischer Denker. Noch interessanter finde ich die Montessorischulen, die genau diesen Ansatz aufgreifen, dass es wichtig ist, den Neigungen, Interessen und Aktivitäten jedes einzelnen Kindes stofflich zu folgen (anstelle dem Kind zu sagen, wofür es sich jetzt stofflich interessieren müsste, weil alle anderen es bereits tun). Ich meine ja, hier haben einige Mütter (Jenny?) ihre Kinder auf so einer Schule und das Konzept hört sich für mich ideal für die meisten Kinder an, wenn es denn so eine Schule in erreichbarer Nähe gibt. Sicher aber nur geeignet, für Eltern, denen Vergleiche wirklich nicht wichtig sind.

Meiner Ansicht nach wird im Schulsystem auf die unterschiedlich schnelle Entwicklung zuwenig eingegangen. Man glaubt jeder müsse alles zu gleicher Zeit lernen und kommt es nicht von allein, wird gezogen und geschoben.... bis es halbwegs zu passen scheint. Ist das geforderte überraschend schon vorhanden, soll das Kind am liebsten starr verharren, bis alle anderen da auch angekommen sind. Kinder die keinen schnellen Start haben werden mit Förderunterricht beschäftigt, wo ihnen durch das übermäßig viele Üben der Spaß daran vergeht. Ich bin mir sicher, dass manche dieser Kinder ein halbes Jahr oder Jahr später aber von allein den Spaß am Lesen entdeckt hätten. So werden sie aber oft zu Bücherhassern.

Nur Mut und viel Ermutigung und vor allem Zuversicht (!) für den Kleinen,
jojo
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jojo (00/02)
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Synkopia
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Beiträge: 1496
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BeitragVerfasst am: 19.01.2011, 13:04
BeitragTitel:
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Liebe Susanna! winkie

Ein bisschen Zeit bis zur Einschulung bleibt noch, vielleicht kommt die Lust auf Schule dann ja noch. Viele Kinder entwickeln im Laufe des letzten Kindergartenjahrs eine gewisse Unsicherheit im Hinblick auf die Schule und wollen lieber im vertrauten Kindergarten bleiben, selbst wenn es ihnen da eigentlich schon zu langweilig ist.

Ob es richtig ist, die Erzieherin darauf anzusprechen, sich mit Deinem Sohn mal über etwas, was ihn interessiert zu unterhalten, kann ich nicht beurteilen. Ich denke, es ist schwierig so etwas angemessen zu "verpacken". Vielleicht wäre ein allgemeinerer Vorschlag, mal ein bestimmtes Thema mit den Vorschulkindern zu bearbeiten, eine Alternative. Leider haben nur wenige Erzieherinnen einen Blick auf das ganze Kind, häufig sind sie recht defizitorientiert und damit beschäftigt, alle Kinder "fit für die Schule" zu bekommen.

An Deiner Schilderung noch aufgefallen ist mir die mangelnde Frustrationstoleranz bei gleichzeitigem Perfektionismus. Achte mal darauf, ob das auch in anderen Bereichen vorkommt. Das kann (muss aber nicht) in der Schule schwierig werden.

Ist bei Deinem Sohn generell ein Mengenverständnis vorhanden? Dann wird das Interesse für Zahlen bestimmt auch noch kommen. In der 1. Klasse ist ziemlich viel Zeit dafür eingeplant, die Zahlen kennen und Mengen erfassen zu lernen. Unsere (Baden-Württemberg) rechnen aktuell gerade bis 8 und Minus-Aufgaben wurden diese Woche eingeführt.

Viele Grüße :)
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Synkopia mit Tochter (*7/95), Sohn (*4/97), Tochter (*6/99) und Sohn (*9/04)
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Susanna C.



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
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Beiträge: 113
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 02.02.2011, 17:45
BeitragTitel:
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Ihr Lieben,
wahrscheinlich habt Ihr Recht damit, daß wir bei der Erzieherin wenig bewirken können. Glücklicherweise ist mein Sohn ein "einfaches" Kind, das seinen Frust nicht rauslässt und im KiGa deshalb nicht aneckt. Er wird zwar supersauer, wenn er was nciht kann oder nicht versteht, oder schlicht in seiner Einschätzung falsch liegt, aber da vergräbt er sich dann lieber als zu toben. Die Frustrationstoleranz ist in der Tat nicht besonders hoch, da befürchte ich in der Schule auch Probleme, ich denke aber, daß er generell jemand ist, der "gut funktioniert", also seine Hausaufgaben machen und alles tun wird, was die Lehrer von ihm erwarten, er hält sich eigentlich immer an die Regeln. Über die Montessori-Schule, die hier um die Ecke liegt, habe ich auch schon nachgedacht, das Problem ist nur, daß ich mir das Schulgeld nicht leisten kann - und das liegt bei ein paar hundert Euro im Monat. No way.
Vielleicht ist er auch gar nicht gelangweilt, sondern einfach noch sehr kindlich. Diese Woche muss er nicht in den Kindergarten, weil er ziemlich erkältet ist, und er verbringt Stunden in seinem Zimmer und spielt mit allem, was die Schubladen hergeben hingebungsvoll.
Ich habe einfach Angst, daß diese vorverurteilenden, kategorisierenden Erwachsenen ihn abstempeln und er seine wunderbaren Fähigkeiten gar nicht einbringen kann, weil er zu schüchtern ist, um sich Gehör zu verschaffen.

Ich würde mich freuen, noch mehr von Euren Geschichten zu hören!

LG, Susanna
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Online
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Beiträge: 763
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BeitragVerfasst am: 03.02.2011, 18:59
BeitragTitel:
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jojo hat folgendes geschrieben:
würde ich an deiner Stelle über einen alternative Schulform nachdenken.

Noch interessanter finde ich die Montessorischulen, die genau diesen Ansatz aufgreifen, dass es wichtig ist, den Neigungen, Interessen und Aktivitäten jedes einzelnen Kindes stofflich zu folgen (anstelle dem Kind zu sagen, wofür es sich jetzt stofflich interessieren müsste, weil alle anderen es bereits tun). Ich meine ja, hier haben einige Mütter (Jenny?) ihre Kinder auf so einer Schule und das Konzept hört sich für mich ideal für die meisten Kinder an, wenn es denn so eine Schule in erreichbarer Nähe gibt. Sicher aber nur geeignet, für Eltern, denen Vergleiche wirklich nicht wichtig sind.



Uns wurde von seinen des Kiga geraten, unser Kind nicht in die RegelGS einzuschulen, sondern uns nach alternativen Schulen umzusehen. zum Glück gibt es hier einige davon...
Nun lernt unser Kind in der dritten Klasse einer altersgemischten MontessoriGS. Es wird viel Wert auf die Stärken gelegt und die Schwächen werden zwar angesprochen, aber nicht thematisiert... das klappt hier wunderbar.
Nur meine Hoffnung das Kind wurde ihre Lerngeschwindigkeit umsetzen, hat sich nicht erfüllt. Es fehlt an anderen "schlauen" Köpfen in der Klassenstufe. Daher wird sie nach der 4.Klasse auf ein Gymnasium (mit Zensuren) wechseln.... manche Kinder brauchen halt einwenig "Druck".

Letztendlich steht und fällt es mit dem Lehrer... und da haben wir wirklich Glück. Sie lässt unser Kind so sein wie es ist.
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LG Anja

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jenny
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BeitragVerfasst am: 07.02.2011, 19:15
BeitragTitel:
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jojo hat folgendes geschrieben:
Noch interessanter finde ich die Montessorischulen, die genau diesen Ansatz aufgreifen, dass es wichtig ist, den Neigungen, Interessen und Aktivitäten jedes einzelnen Kindes stofflich zu folgen (anstelle dem Kind zu sagen, wofür es sich jetzt stofflich interessieren müsste, weil alle anderen es bereits tun). Ich meine ja, hier haben einige Mütter (Jenny?) ihre Kinder auf so einer Schule und das Konzept hört sich für mich ideal für die meisten Kinder an, wenn es denn so eine Schule in erreichbarer Nähe gibt. Sicher aber nur geeignet, für Eltern, denen Vergleiche wirklich nicht wichtig sind.

Meiner Ansicht nach wird im Schulsystem auf die unterschiedlich schnelle Entwicklung zuwenig eingegangen. Man glaubt jeder müsse alles zu gleicher Zeit lernen und kommt es nicht von allein, wird gezogen und geschoben.... bis es halbwegs zu passen scheint. Ist das geforderte überraschend schon vorhanden, soll das Kind am liebsten starr verharren, bis alle anderen da auch angekommen sind. Kinder die keinen schnellen Start haben werden mit Förderunterricht beschäftigt, wo ihnen durch das übermäßig viele Üben der Spaß daran vergeht. Ich bin mir sicher, dass manche dieser Kinder ein halbes Jahr oder Jahr später aber von allein den Spaß am Lesen entdeckt hätten. So werden sie aber oft zu Bücherhassern.

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jojo



Ja, ich hab meine jüngste an so einer Schule und sie tobt sich gerade mathematisch aus.... Dafür wird das Lesen stark vernachlässigt. So sehr, dass ich mich inzwischen veranlasst sehe, das Kind in die Richtungg zu schubsen. Sie weiß wie es geht, aber es fehlt ihr die Übung. Sprich, diese Schule ist für die Kinder sicher wunderschön, nur vermisse ich gerade, dass auch mal Dinge erledigt werden, die man nicht so gern macht, wo man sich auch mal anstrengen müsste. Also für chinesische Erziehungsziele ist diese Art von Schule sicher völlig ungeeignet.

Also ich mache auch Mut zu alternativen Schulformen, aber bereite dich darauf vor, dass du an dir unter Umständen ein bisschen arbeiten musst.

Gruß,

jenny
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Susanna C.



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BeitragVerfasst am: 07.02.2011, 19:34
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Hallo Ihr Lieben,

also die Montessori-Schule kommt definitiv nicht in Frage. Wie gesagt, es ist v.a. ein finanzielles Problem, aber ich sehe schon auch, daß die Kinder es dort zwar sehr schön haben, aber eben gerade, wie Ihr sagt, die unangenehmen Sachen eben "erledigt" werden müssen. Ich weiß, mein Kleiner mag die Dinge nicht, die er nicht sofort kann - da ist er wie der Große. Und er versucht auch immer, uns die Schuld in die Schuhe zu schieben, wenn etwas nicht klappt, wenn er sich verrechnet o.ä. Das lässt ihm in der Regelschule kein Lehrer durchgehen. Ich hab eher die Sorge, daß er schon zu Schulanfang so gehemmt ist, daß er sich gar ncihts mehr zutraut, einfach, weil er jetzt im Kindergarten als der "Herausgeforderte" abgestempelt wird.
Wie haben Eure Kinder den Übergang vom Kiga in die Schule gemeistert?

LG, Susanna
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Online
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Beiträge: 763
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BeitragVerfasst am: 08.02.2011, 09:14
BeitragTitel:
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Montessori muss ja nicht zwingend sein ;) ... aber habt ihr vielleicht alternative GS zur Wahl? Gibt es vielleicht eine andere RegelGS, auf welche ihr ausweichen könntet???

Susanna C. hat folgendes geschrieben:
Wie haben Eure Kinder den Übergang vom Kiga in die Schule gemeistert?



Unser Kind ging den esten Tag in die Schule... als hätte sie nie zuvor etwas anderes gemacht. Der Übergang war also völlig entspannt.
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jenny
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Anmeldungsdatum: 02.03.2005
Beiträge: 5112
Wohnort: Krefeld

BeitragVerfasst am: 08.02.2011, 09:47
BeitragTitel:
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Online hat folgendes geschrieben:


Susanna C. hat folgendes geschrieben:
Wie haben Eure Kinder den Übergang vom Kiga in die Schule gemeistert?



Unser Kind ging den esten Tag in die Schule... als hätte sie nie zuvor etwas anderes gemacht. Der Übergang war also völlig entspannt.



Das war bei uns ganz genau so! Kein Gejammer, kein Heulen. Sie war nicht mal müde mittags. Ab der 2. Woche ist sie dann mit dem Schulbus gefahren. Sehr, sehr entspannt das Ganze.

Gruß,

jenny
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joeymc
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BeitragVerfasst am: 08.02.2011, 17:58
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Also, bei uns war es auch zunächst entspannt, mittlerweile zeigen sich die ersten Anzeichen dauernder Unterforderung, vor allem in Mathe. Sie konnte ja die Grundrechenarten irgendwie schon immer, und da ist es natürlich fad nur zu addieren im Zahlenraum bis 10.
Am Anfang war es ok, Hausaufgaben zu machen, mittlerweile wächst der Widerstand. Morgens früh aufstehen war schon im KiGa nicht ihre Sache, diese Baustelle habe ich nach wie vor, ich muss spätestens 7:30 aus dem Haus, und sie eigentlich um 7:20... Wenn es draußen hell ist, fällt ihr das Aufstehen deutlich leichter.
Die KL ist aber zufrieden, und ich warte einfach die Entwicklung ab. In der Klasse sind noch zwei sehr clevere Mädchen, leider kann sie die nicht so leiden. Außerdem hat sie oft Zickenkrieg mit ihrer on-off besten Freundin...
Aber längst nicht so schlimm wie bei den Jungs!!! Die hatten zu dem Zeitpunkt schon die Totalverweigerung bei den Hausaufgaben, ohne Tränen ging da nichts, sie meckert halt immer nur rum. Aber ich bin immer unruhig, da wir ja mit Nr 2 da ein RIESEN Drama hatten.
Holzauge, sein wachsam!
LG
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BeitragVerfasst am: 08.02.2011, 23:40
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Bei uns ist es immer noch entspannt. Wir haben allerdings auch großes Glück mit den Lehrerinnen und der Schulform (staatliche GS, die nach dem Jena-Plan arbeitet). Durch die Altersmischung 1.-3. Klasse haben sie in der Klasse sehr vielfältiges Material, das auch von den jüngeren Kindern genutzt werden darf. Kind geht immer noch gerne zur Schule, ist auch nicht wesentlich müder als vorher. Sie hat auch das Glück, dass noch ein paar andere 1.-Klässler sehr fit sind. Mit den meisten versteht sie sich darüber hinaus auch gut. Bisher habe ich den Eindruck, dass sie in ihrem Tempo arbeiten kann (das nicht immer schnell ist). Der Übergang war aber auch insofern recht leicht, weil sie die Schule durch ihre älteren Geschwister schon kannte und ein paarmal Gastkind sein durfte. Bisher ist keine besondere Wachsamkeit nötig. Bei ihrem Bruder war und ist es etwas anders, der ruht weniger in sich, kann sich schlechter anpassen und reagiert auf Langeweile mit schlechter Laune.
LG

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Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beiträge: 2070

BeitragVerfasst am: 09.02.2011, 09:53
BeitragTitel:
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Huhu Susanna,
bei uns läuft es leider schlecht und zwar von Anfang an... Sad

Leistungen sind gut, Hausaufgaben werden widerwillig erledigt - aber das Kind hasst die Schule und fragt jeden Tag morgens sehr hoffnungsvoll "Ist heute frei?"

Einerseits haben wir ausgesprochenes Pech mit der Klasse, in der einige sehr, sehr aggressive Kinder sind.... Andererseits interessiert sich mein Sohn (trotz großer Neugier und Wissbegierde) auch einfach nicht für den Schulstoff - er würde sich lieber mit dem Untergang des römischen Reichs beschäftigen oder Asterixhefte lesen... green Ich befürchte, da hilft auch ein Sprung nichts (höchstens als Abkürzung der Leidenszeit). rolleys Wenn ich mir so die Grundschullehrerinnen ansehe, die ich bisher kennengelernt habe, und dann meinen Sohn, dann kann ich da einfach keine großen Übereinstimmungen feststellen, was Wesen und Interessensgebiete betrifft. ;)

Ich weiß auch nicht, ob ich in Bayern unbedingt eine Montessorischule empfehlen würde, wegen der Übertrittsfrage... Ein Kind, bei dem sehr viel davon abhängt, dass es aufs Gymnasium kommt, würde ich (inzwischen) nicht mehr dem Risiko der Übertrittsprüfung aussetzen. (Anders ist es natürlich, wenn man weiß, dass das Kind wegen Defiziten auf einem Gymnasium keine Chance hätte.)

liebe Grüße
Karin
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Anmeldungsdatum: 02.03.2005
Beiträge: 5112
Wohnort: Krefeld

BeitragVerfasst am: 09.02.2011, 11:35
BeitragTitel:
Antworten mit Zitat

bei uns "hängt" an der Monte GS eine vom Ruf her, sehr gute Gesamtschule.

Die ist mein "Notnagel" wenn das Kind den "Ernst der Sache" bis zum Ende der GS-Zeit nicht verinnerlicht haben sollte.... Von daher kann ich mir tatsächlich leisten, die "Schluderei" einfach anzusehen rolleys

Aber es kostet einfach einiges an Langmut.

LG

jenny
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