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Holden
Anmeldungsdatum: 20.06.2011 Beiträge: 4
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Verfasst am: 20.06.2011, 14:57
Titel: HAWIK IV - Hohe Werte, aber VG sehr niedrig |
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Hallo,
ich bin Vater eines 9-jährigen Sohnes, der derzeit in die 3. Klasse einer Grundschule geht.
Vor der Einschulung machten wir uns keinerlei (schulische) Sorgen um unseren Sohn, weil er
- auf uns und alle unsere Freunde etc. einen intelligenten, smarten Eindruck machte
- im Kindergarten sozial total integriert war
- gerne in den Kindergarten ging
- im Rahmen der Vorschultage im Kindergarten keinerlei "Leistungsprobleme" (oder wie immer man das sagen soll ) hatte
Als er dann eingeschult wurde, wurde uns nach einem halben Jahr von der Grundschullehrerin eröffnet, dass er Leistungsprobleme in Deutsch und Mathematik hätte und in beide Förderkurse sollte. Wir fielen aus allen Wolken.
Weiterhin meinte die Lehrerin, er würde häufig abwesend sein, träumen, usw.
Da wir etwas überrascht waren und unser Sohn an Absencenepilepsie leidet (*), wollten wir mit einer Testung sicherstellen, dass er nicht doch aufgrund seiner Erkrankung ein Defizit hat und entschlossen uns daher in der 1. Klasse zu einem Test seiner mentalen Leistungsfähigkeit.
(Anmerkung:
(*) er ist medikamentös super gut eingestellt, hatte noch nie einen "großen" Grand-Mal-Anfall, das Medikament ist an der absolut untersten Grenze des Wirkbereichs und das EEG ist völlig sauber.
Daher behandeln wir ihn wie ein völlig normales "gesundes" Kind.)
Der Test war Hawik IV, die Ergebnisse waren SV = 155, WLD 115, AGD, 130, VG 91, Gesamt 131 (er wurde an einem renomierten Hamburger Krankenhaus vorgenommen).
Das Fazit des Tests war: Das Kind ist (teil)hochbegabt, hat aber aufgrund seiner Teilleistungsstörung bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit ein Anrecht auf besondere Förderung und Nachteilsausgleich, speziell: Weniger Aufgaben, die aber komplexer sein dürfen.
Weiterhin sollten wir Ergotherapie durchführen, um die VG zu erhöhen.
Nachdem wir die Lehrkraft über das Testergebnis informierten, war die Reaktion "Das sehe ich nicht so, das kann man gar nicht so genau wissen" usw.
Da er sich in der Klasse auch nicht sonderlich wohl fühlte und dort auch - entgegen seiner Natur - kaum Freunde hatte, entschlossen wir uns zu einem Schulwechsel, zu dem uns die Psychologin auch geraten hatte.
Weiterhin begannen wir mit Ergotherapie, die ein Jahr lief und er verbesserte seine feinmotorischen Fähigkeiten.
Mit dem Beginn der 2. Klasse wechselte unser Sohn also die Schule. Et voila: Sofort viele Freunde gefunden, die neuen Lehrer mochte er und sie ihn und die schulischen Leistungen stimmten auch,
Weiter entwickelte er sich zu einer begeisterten Leseratte, die nicht altersgerechte Bücher geradezu verschlingt. So beendete er z.B. vor einem halben Jahr das letzte Harry-Potter-Buch.
Und er scheint diese Bücher nicht nur gelesen, sondern auch verstanden zu haben, da er bei antolin.de immer ~95% der Fragen zu den Büchern richtig beantwortet.
Zu Beginn/Mitte der dritten Klasse verschlechterten sich dann seine schulischen Leistungen, besonders in Mathematik, aber wieder. Er wirkte nach Aussage der Lehrer häufiger abwesend und beteiligte sich viel zu wenig am Unterricht. Auch in Deutsch, dass er eigentlich mögen müsste,
In Mathe fielen zudem die Tests/Arbeiten relativ schlecht aus. Außerdem hält er es immer noch nicht für nötig, das Ein-Mal-Eins wirklich auswendig zu lernen und zeigt bei Hausaufgaben gerne eine massive Verweigerungshaltung:
"Da ist SOOO anstrengend", "Nicht noch eine", usw.
Zwar hat sich nach diversen Gesprächen mit ihm und auch Gesprächen mit den sehr freundlichen und kooperativen Lehrern seine Beteiligung verbessert, aber auch die Lehrer sind der Meinung, dass ihm im viel mehr steckt, als er zeigt.
Aufgrund dieser Problematik haben wir noch einmal das Gespräch mit verschiedenen Experten gesucht und auch mit der Psychologin, die ihn - nach ziemlich genau 2 Jahren - noch einmal testete.
Diesmal das Ergebnis: SV 152, WLD 121, AGD 132, VG 88, Gesamt 132. Er wäre zwar in einigen Bereichen (Matrizentest) nach der Ergotherapie deutlich besser gewesen, aber andere Aufgaben, wo es um "Nachmalen" etc. Auge->Hand->Stift ging,
gingen ihm (wieder) schwer von der Hand und frustrierten ihn sichtlich, so die Testerin. Er sei ein Porsche mit platten Reifen, so das gewählte Bild.
Sie rät uns zwar eindringlich dazu, das Kind aufs Gymnasium zu geben (weil er ansonsten völlig untergehen würde) - was wir auch wollen - aber dennoch machen wir uns Sorgen, wie das, besonders in Mathe so weitergeht. Wir verstehen insbesondere nicht, wieso er gerade in Mathe beim RECHNEN Probleme hat.
Er hat das nicht nur wenn er viele Aufgaben lösen muss, sondern auch bei wenigen und ist dabei auch relativ unkonzentriert, vertüddelt sich und macht dadurch Fehler.
Gibt's hier vielleicht Eltern, die eine ähnliche Symptomatik bei Ihrem Kind beobachten konnten?
Viele Grüße, Holden |
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Synkopia Sponsor 2010/2011

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.03.2007 Beiträge: 1496 Wohnort: Nord-Württemberg
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Verfasst am: 20.06.2011, 15:28
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Hallo Holden!
Herzlich willkommen!
Die in der Grundschule erworbenen Rechenfertigkeiten schwinden mit dem Einsatz des Taschenrechners ab Klasse 6 deutlich (sagt einer der Mathelehrer meiner Kinder) und in Klasse 8 rechnen die Kinder schlechter im Kopf und auf dem Papier als in Klasse 5 .
Hauptsache, die Kinder verstehen, was sie später warum in den Taschenrechner eintippen sollen, wäre dann folgerichtig die Voraussetzung für den Schulerfolg in Mathematik . Mein Großer hat in der Grundschule das Einmaleins auch nicht auswendig gelernt und schreibt heute aufgrund von Schusselfehlern öfters mal nur die zweit- oder drittbeste Klassenarbeit. Aber seit dem Einsatz des Taschenrechners sind echte Ausreißer nach unten (also 2,0 oder schlechter) praktisch kaum noch dabei.
An der Motivation, irgendetwas für die Schule zu machen, arbeiten wir bis heute (9. Klasse Gymnasium). Das ist nämlich immer langweilig und praktisch völlig unzumutbar .
Liebe Grüße _________________ Synkopia mit Tochter (*7/95), Sohn (*4/97), Tochter (*6/99) und Sohn (*9/04) |
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jutta Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2005 Beiträge: 4602 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 20.06.2011, 16:42
Titel: |
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Hallo und willkommen, Holden!
Mein Sohn hat eine graphomotorische Schwäche, gepaart mit einem mehr oder minder stark ausgelebtem Ehrgeiz der Perfektion.... Daher sind den Testern und den Ergotherapeuten die schlechten Verarbeitungstechniken auch aufgefallen.
Was tun? Nun, er hat wie erwähnt Ergo gemacht, mit dem Hintergrund, dass er sich besser konzentrieren sollte. Hat nicht so viel gebracht.
Wir haben aber, da Mathe einfach sein Ding ist und auch er bei Wiederholungen immer langsamer wurde (in der Grundschule), Futter gegeben in Form von außerschulischen Aufgaben. Zum einen durfte er Geige lernen, das war schon länger sein Wunsch.
Zum anderen haben wir ihm Mathekurse ermöglicht, wo er mit anderen begabten Mathekönnern Dinge lernt, die eben nicht altersgemäß waren. Das hat ihm sehr gefallen.
In der weiterführenden Schule hat seine Kl schnell gemerkt, was er drauf hat und ihn zur Mathe-Uni vorgeschlagen, dort macht er jetzt 14tägig tiefergehenden Stoff.
Zu Hause haben wir auch Material, in dem er Knobelaufgaben und Logikfragen beantworten kann, wir rechnen auch gern aus Spaß. Was ich immer noch nicht genau weiß, ist die Leistungsgrenze, die sein Vermögen einfach bemisst.
Wisst ihr, wo er steht? Habt ihr ihn mal ein bisschen gekitzelt mit schweren Aufgaben? Überrascht er euch schon mal mit weiter gehenden Gedanken zur Mathematik? Meiner hatte z. B. schon in der 2. Klasse Spaß an Bruch- und Prozentrechnen, das haben wir nie verboten....
Ich hoffe, eure freundlichen und engagierten Lehrer sind bereit, sich mit der Thematik ein wenig mehr zu beschäftigen und den schnell verstehenden, leicht lernenden Kindern wie unseren ein wenig Abwechslung zu geben in Form von Forderaufgaben. Falls Hilfe von deren Seite gewünscht wird, mehr Hintergrundwissen, kann ich das Lehrerberatungstelefon der DGhK anbieten, da sind Lehrer, die sich damit auskennen.
Wenn die Motivation stimmt, dann kommt auch der Leistungswille.
Viel Glück
Jutta _________________ Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99) |
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Holden
Anmeldungsdatum: 20.06.2011 Beiträge: 4
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Verfasst am: 20.06.2011, 17:02
Titel: |
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Hallo an beide Schreiber zurück, erst einmal danke für Eure Antworten!
| jutta hat folgendes geschrieben: |
Hallo und willkommen, Holden!
Wir haben aber, da Mathe einfach sein Ding ist und auch er bei Wiederholungen immer langsamer wurde (in der Grundschule),
[...]
Wisst ihr, wo er steht? Habt ihr ihn mal ein bisschen gekitzelt mit schweren Aufgaben? Überrascht er euch schon mal mit weiter gehenden Gedanken zur Mathematik? Meiner hatte z. B. schon in der 2. Klasse Spaß an Bruch- und Prozentrechnen,
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Interessant, dass Du das sagst. Er verrechnet sich wie gesagt gerne beim Subtrahieren, mag das Ein-Mal-Eins nicht (oder braucht sehr lange), kommt dann aber plötzlich zu uns und redet über Prozente...
Wir haben ihn dann gefragt, woher er Prozentrechnung kann (weil das definitiv kein Schulstoff der 3. Klasse ist.) Er sagte dann, er hätte sich das selbst beigebracht.
Wir haben ihm dann diverse Aufgaben gestellt, um zu sehen, ob er tatsächlich Prozentrechnung kann (Was sind 3% von 300 usw.).
Außerdem habe ich ihm Verständnisfragen gestellt. "Von allen Kindern der Klasse sind 30% aus Dorf A und 80% aus Dorf B - Was ist daran falsch?"
Die Antworten kamen wie aus der Pistole geschossen und waren richtig.
Andererseits hat er eben Probleme bei "altersgerechteren" Aufgaben...
| Zitat: |
Seite gewünscht wird, mehr Hintergrundwissen, kann ich das Lehrerberatungstelefon der DGhK anbieten, da sind Lehrer, die sich damit auskennen.
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Danke für den Tipp. Wir haben das auch bereits gemacht, und auch die Referentin unseres Bundeslandes für hochbegabte Kinder in Grundschulen angesprochen und diese wird sich mit unsereren Lehrern kurzschließen.
Viele Grüße,
Holden |
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joeymc Sponsor 2010/2011

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.09.2009 Beiträge: 1539 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 20.06.2011, 18:30
Titel: |
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Hallo Holden,
das
| Zitat: |
Wir verstehen insbesondere nicht, wieso er gerade in Mathe beim RECHNEN Probleme hat.
Er hat das nicht nur wenn er viele Aufgaben lösen muss, sondern auch bei wenigen und ist dabei auch relativ unkonzentriert, vertüddelt sich und macht dadurch Fehler. |
kenne ich von unserer Nr 2 nur zu gut. Auch er ist ein 1x1 Verweigerer, mittlerweile Gymnasium Klasse 7 mit stabiler 2 in Mathe. In der Grundschule hat er schon mal eine 5 geschrieben, aber dafür konnte - ähnlich wie deiner - manche Dinge, die kein Grundschulstoff sind (bei ihm waren es z.B. Potenzen und Bruchrechnen).
Das Problem gelöst hat letztendlich das Gymnasium, wo er auch einen super Mathelehrer hatte, den er auch sehr mochte - der totale Kontrast zu seiner Grundschulleererin! Seit dem läuft es, und er freut sich auf die 8. Klasse, sein Mathelehrer (ein anderer mittlerweile) steht immer hoch im Kurs bei ihm!
Vielleicht braucht er einfach nur Zeit? An der Feinmotorik müsst ihr allerdings dranbleiben, sonst wird er an Geometrie keinen Spaß haben
Ansonsten: Bei dem IQ sollte der Schulstoff eher wenige Herausforderungen bereithalten!
LG
Joey _________________ veni, lusi, fugi
(Ich kam, scherzte und floh - mein Sohn Nr 1 (mit damals 13) über die Schule ) |
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Siti

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.10.2005 Beiträge: 536 Wohnort: Südl. Schleswig-Holstein
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Verfasst am: 20.06.2011, 20:52
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Hallo Holden,
erst einmal herzlich willkommen aus der Nachbarschaft. Du erwähntest Hamburg, von daher nehme ich einfach mal an das
Ich denke ihr habt so ca. 1 1/2 Probleme. Das halbe Problem ist denke ich leichte Defizite, die Eurer Sohn ganz gut austangieren kann. Sollte nicht das Problem sein. Das ganze Problem an der Sache hört sich nach totaler Unterforderung an.
Aus unserer Erfahrung habt Ihr da derzeit leider (noch) schlechte Karten, denn das System Grundschule ist nicht immer unbedingt für die HB-Kinder geeignet. Ist leider so. Da kann man noch die tolle engagierte Lehrerschaft haben, am Stoff ändert sich leider nichts.
Unser Sohn ist nun auf dem Gym und ein anderes Kind geworden, die Schläferchen aus der GS sind komplett weg von daher: habt Hoffnung!
Sollte es dennoch eurem Gefühl nach nicht ausreichen, dann hätte ich noch eine Adresse einer sehr netten Therapeutin für Euch, die auf Coaching in Sachen Motivation und Verhalten spezialisiert ist. Sitzt bei der Speicherstadt, hat uns prima geholfen. Also melde Dich bei Bedarf, ich schick Dir eine PN.
P.S. In Hamburg gibt es auch nette Elternstammtische der DghK, bei Bedarf kann ich Dir hier auch eine Adresse geben  _________________ Liebe Grüße von
Siti
"Dumm ist der, der Dummes tut." Mrs. Gump |
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jenny73
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.03.2011 Beiträge: 83 Wohnort: Sachsen
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Verfasst am: 21.06.2011, 06:48
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Hallo, Holden,
wir haben auch so einen "Porsche mit platten Reifen". Scheint ein Standardspruch zu sein. Bei Leo ist SV 144, VG 94, die anderen Werte dazwischen, Durchschnitt 124. Die VG hängt bei ihn an den Folgen eines Herzfehlers und einer Muskelhypotonie. Auch Leo soll per Ergo an seiner Motorik arbeiten, wobei ich sagen muss, dass er schon sein ganzes Leben abwechselnd Physiotherapie und Ergotherapie "genießt".
Leo (jetzt 3. Klasse) hat wegen motorischer Schwierigkeiten starke Probleme beim Schreiben, er schreibt zu langsam und zu unleserlich.
Wir sind vor der Ergo noch den Weg über ein Sehtraining gegangen. Vor dem Sehtraining hatte er auch Probleme mit dem Lesen, die sind jetzt weg. Für das Schreiben hat es bei Leo trotz aller Erwartungen nichts gebracht.
Vielleicht wäre das aber noch eine Option für euch. (Muss man allerdings selbst bezahlen.)
http://www.funktionaloptometrie.com/1802/16262.html
http://www.wvao.org/
Leos Lehrerin meint, wegen dem Schreiben sieht sie ihn nicht auf einem Gym. bestehen. Sie sieht allerdings auch, dass wegen der Intelligenz nichts anderes als Gym. infrage kommt. Jetzt haben wir die schöne Aufgabe, ein Gymnasium zu finden, das beides - die Defizite und die Begabung - zu integrieren versteht.
Deine Sorgen wegen der Zukunft kann ich daher gut verstehen. Immerhin haben wir als Großstädter die Chance, mehrere Gymmies abzuklappern und hoffentlich das Richtige zu finden.
Das habe ich aber noch aufs nächste Schuljahr aufgeschoben, muss mir erst mal noch überlegen, wie ich an solche Gespräche rangehe.
- Ein Hinweis auf die Behinderung und was es da zu beachten gibt (sportliche Einschränkung, schnelle Erschöpfung)
- und die resultierenden schulischen Defizite,
- ein Hinweis auf die Hochbegabung
- und dann noch 'rauskitzeln, wie die jeweilige Schule damit umgehen wird.
Ist irgendwie bisschen viel auf einmal für ein Gespräch mit einem fremden Beratungslehrer oder Direx einer fremden Schule. Habt ihr schon Erfahrung mit solchen Gesprächen gemacht (vor dem Schulwechsel eures Sohnes?)
Jenny |
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ripley
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2010 Beiträge: 912 Wohnort: RLP
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Verfasst am: 21.06.2011, 08:35
Titel: |
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Hallo Holden!
Das hiesige Bild ist "mitm Ferrari im Kiesbett unterwegs"
Okay, unser Junior hat neben der HB auch ADHS, das wurde bei Euch aber wohl ausgeschlossen, oder?
Dann müsst ihr mit "reiner" Pädagogik weiterkommen.
| Holden hat folgendes geschrieben: |
Er verrechnet sich wie gesagt gerne beim Subtrahieren, mag das Ein-Mal-Eins nicht (oder braucht sehr lange), kommt dann aber plötzlich zu uns und redet über Prozente...
Wir haben ihn dann gefragt, woher er Prozentrechnung kann (weil das definitiv kein Schulstoff der 3. Klasse ist.) Er sagte dann, er hätte sich das selbst beigebracht.
Wir haben ihm dann diverse Aufgaben gestellt, um zu sehen, ob er tatsächlich Prozentrechnung kann (Was sind 3% von 300 usw.).
Außerdem habe ich ihm Verständnisfragen gestellt. "Von allen Kindern der Klasse sind 30% aus Dorf A und 80% aus Dorf B - Was ist daran falsch?"
Die Antworten kamen wie aus der Pistole geschossen und waren richtig.
Andererseits hat er eben Probleme bei "altersgerechteren" Aufgaben... |
Das kenne ich auch. Bei uns gab es lange Probleme mit dem Schreiben: Begriffe wie "Carcharodon Carcharias" oder "Diplodocus" konnte er 1+ mit Sternchen schreiben, aber aus "Häuser" wurde dann meist "Hauser", oft auch völlig Unleserliches wie "Huse" oder so. Das Interesse lag einfach woanders, nicht auf den sturzlangweiligen Bildergeschaichten mit dem "Mann mit Hut". "Altersgerecht" ist leider nicht unbedingt "diesem Individuum gerecht werdend".
Ich denke, das ist so ein bisschen wie Autofahren: So lange es flott und spannend ist, kann man sich gut konzentrieren, die "Titscher" hingegen leistet man sich beim Ein- oder Ausparken, wo keine echte Gefahr droht und man im Geiste schon aus dem Auto raus ist.
Die Kunst ist, es spannend zu halten.
Geniale Vorschläge habe ich diesbezüglich leider auch nicht zu bieten. Wir hier sind irgendwann einen Kurs gefahren, der eben besagte, dass das weniger Beliebte, Langweilige eben leider gemacht werden muss, aber anschließend (oder auch in kleinen Pausen nach brav erledigten Häppchen) die spannenderen Aufgaben als Bonbon hinzukommen. _________________ LG
Ellen |
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UBI

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.03.2007 Beiträge: 270
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Verfasst am: 21.06.2011, 11:54
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Vielleicht solltet ihr auch einfach nur abwarten und die Mathe-Automatisierung üben.
Wenn ihr Ergo schon durch habt, dann kann der schlechte VG-Wert auch daran liegen, dass sich das Kind bei an und für sich leichten Aufgaben verweigert und einfach wegträumt. Dafür wird das Gehirn gar nicht erst auf Betriebstemperatur gebracht. Da wäre er nicht der Erste. Man könnte auch noch schauen, ob die visuelle Wahrnehmung richtig funktioniert, aber wahrscheinlich hat man das bei einem Epileptiker eh schon mal gecheckt.
Kauft euch Rechenwürfel (so mehreckige mit Zahlen bis 20, gibts in Spieleläden) und erfindet alle möglichen Additions- Subtraktions und Multiplikations-Familienspiele. Und wer da als erster x Punkte hat, kriegt halt was (Schokolade, Gummibärchen, wie auch immer). So kann man üben, ohne dass es so mechanisch ist mit den "Päckchen, die einen so kribbelig machen" (O-Ton meine Tochter).
Gruß
Ubi _________________ Ubi mit C. (Sommer 99)
Jeder nach seinen Möglichkeiten! |
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Holden
Anmeldungsdatum: 20.06.2011 Beiträge: 4
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Verfasst am: 21.06.2011, 15:17
Titel: |
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Hallo an Alle,
erstmal Danke für die vielen Antworten, da waren sehr viele interessante Hinweise und Anregungen dabei.
Zum Thema "Sehstörung": Kann ich mir eigentlich eher weniger vorstellen, weil er extrem schnell und viel und gerne liest, aber wir behalten das mal im Hinterkopf und werden das mal checken, das schadet ja nichts.
Viele Grüße,
Holden
(aus dem südlichen S-H am Rande von HH ) |
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Holden
Anmeldungsdatum: 20.06.2011 Beiträge: 4
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Verfasst am: 24.06.2011, 17:14
Titel: |
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| Holden hat folgendes geschrieben: |
Zum Thema "Sehstörung": Kann ich mir eigentlich eher weniger vorstellen, weil er extrem schnell und viel und gerne liest, aber wir behalten das mal im Hinterkopf und werden das mal checken, das schadet ja nichts.
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Ok, also eine Sehstörung liegt nach einem Test bei einem Funktionaloptometristen nicht vor.
Dass seine VG so niedrig, ist eben erst einmal so.
Nach einem längeren Gespräch mit der Psychologin und unserem Sohn kristallisiert sich allerdings eher mehr raus, dass es ihm zu "gut" geht. Er liegt in der symbolischen Hängematte und muss für ein gutes Leben nichts tun. Und da werden wir ihn jetzt mal langsam rausholen.
Viele Grüße,
Holden |
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