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Todesnachricht teen-gerecht darbieten?


 
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ripley



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 18.10.2011, 14:11
BeitragTitel: Todesnachricht teen-gerecht darbieten?
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Örgs.

Gerade mache ich die Post auf, da schreibt Juniors Musikschule, dass sein Flötenlehrer "überraschend verstorben" ist. Rumms ...

Junior sitzt gerade bei den Hausaufgaben und weiß es noch nicht. Am Freitag hätte er wieder Unterricht, das erste Mal nach den Herbstferien. Das wird dann natürlich nix, muss ja alles umorganisiert werden.

Wie bringt Ihr solche Nachrichten ans Kind ran? Das Problem ist ja nicht nur, dass eben dieser - sehr nette - Mann gestorben ist ('tschuldigung, das klingt pietätlos, ich bekomme es nur nicht besser hin), sondern das Problem liegt in dem, was dann in so einem Kinderkopf vorgeht. Ich kann es geradezu hören "hm, wenn DER einfach so plötzlich sterben kann, dann vielleicht auch ..."

Gute Tipps sind hier willkommen.

Danke!
_________________
LG
Ellen
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starkejungs
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 24.10.2006
Beiträge: 5625
Wohnort: BW

BeitragVerfasst am: 18.10.2011, 14:25
BeitragTitel:
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Hallo Ellen,

da haben wir einen traurigen Erfahrungswert. Per PN mehr!

Grüßle Steffi
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Hab Geduld! Nicht durch Aufschlagen, sondern durch Ausbrüten wird das Ei zum Küken.
(Sören Kahl)
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jutta
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Anmeldungsdatum: 15.05.2005
Beiträge: 4602
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 18.10.2011, 15:03
BeitragTitel:
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Ich würde es ganz natürlich machen, mich hinsetzen, den Brief in der Hand halten und laut genug ein "Ach du meine Güte" loswerden. Junior ist bestimmt neugierig, wenn die Überraschung in deiner Stimme passt.

Dann könnt ihr zusammen trauern und überlegen, was das nun bedeutet. Vieles wird sich von selbst danach ergeben. Junior ist ja nicht mehr nur 5 Jahre, sondern schon älter.

Napoleon war, als er 4 war, beim Kinderjudo. Der wunderbare Lehrer ist auch von heute auf morgen verstorben. Napoleon hat so geweint und getrauert, ist aber noch eine ganze Weile weiter hingegangen. Die Frau hat es weiter angeboten, war aber nicht so wie er. Noch heute denkt er an "seinen Josef" und wie schlimm das damals war.

Ich wünsche euch eine gute gemeinsame Trauerzeit und einen guten Neuanfang!

Jutta
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Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99)
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Svea
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Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 4746
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BeitragVerfasst am: 18.10.2011, 16:36
BeitragTitel:
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Liebe Ripley,

es tut mir leid, dass Dein Sohnmann so kurz vor den Ferien so eine Nachricht verdauen muß. Aus meiner Erfahrung ist es wichtig, nicht um den Brei herumzureden...die Kids merken eh alles.

Juttas Ansatz mag ich sehr. Vielleicht kommt morgen der gleiche Brief ja nochmal drueck und du kannst es dann mit Deinem Sohn besprechen.

Nicht einfach

Svea
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Wer das Konzept der Unendlichkeit verstehen will, muss nur das Ausmaß menschlicher Dummheit betrachten.
Voltaire
Svea
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jenny73



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Beiträge: 83
Wohnort: Sachsen

BeitragVerfasst am: 18.10.2011, 17:12
BeitragTitel:
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Hallo Ripley,

Juttas Vorschlag finde ich als Ansatz, diese Botschaft erstmal loszuwerden auch gut. Alles weitere wird sich dann ergeben.

Wir hatten dieses Thema schon wiederholt und intensiv, weil Leo im Herzzentrum mehrfach andere Kinder hat sterben sehen und die Frage "Ich auch?" zwangsläufig im Raum stand. Zuletzt voriges Jahr, als Leo 8 war.

Am Wichtigsten ist, da zu sein, mitzutrauern. Ob er einfach den Verlust verarbeitet, oder das zum Anlass nimmt, sich mit dem Thema Leben und Tod auseinanderzusetzen, werdet ihr sehen.

Aus dieser Situation haben sich bei Leo voriges Jahr viele Fragen ergeben:

- Was ist der Sinn des/ meines Lebens? oder Was bleibt von mir?
- Formen der Bestattung, Organspende. Wie will ich das haben? So Folgefragen wie Was merkt ein Toter/ ein Hirntoter, ist die Untersuchung auf Hirntod sicher?
- Werdet ihr mich vergessen?
- Was passiert mit mir, wenn ihr jetzt sterbt?
- Was passiert nach dem Tod - in den verschiedenen Religionen? Was glauben wir? Woher wissen wir dass das richtig ist? und nachfolgend: Warum glauben wir das, wenn wir es nicht wissen?

Falls es auch bei eurem Sohn so tief geht, nehmt euch Zeit für diese Fragen. Macht euch klar, dass auf viele dieser Fragen jeder eine andere Antwort findet und jede Antwort akzeptiert wird. Wenn man versucht auszuweichen, produziert oder verstärkt das Ängste. Bücher können hilfreich sein, für ältere Kinder z.B. die "Brüder Löwenherz" von Astrid Lindgren.

Es kann psychisch sehr anstrengend werden. Es kann die eigene Sicht der Dinge verändern. Es ist so gesehen auch eine gute Auseinandersetzung mit den Themen für Mama und Papa. Man lernt sich gegenseitig besser kennen, weil manche Antworten auf persönliche Fragen intimste Gedanken und Gefühle offenlegen.

Ich wünsche euch sehr das richtige Feeling

Jenny
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ripley



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Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 18.10.2011, 18:34
BeitragTitel:
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Ich habe ihm den Brief vorhin bei einer gemeinsamen Autofahrt zum Lesen gegeben.
Viel dazu gesagt hat er nicht, nur zugestimmt, dass das "sch****" sei, bedauert, dass nicht drinsteht, woran der Lehrer gestorben ist, und gefragt, wie alt er wohl gewesen sei (Junior ist noch schlechter als ich im Altersschätzen). Und, ja, angemerkt, dass er natürlich Verständnis dafür habe, dass jetzt erst mal der Unterricht neu organisiert werden müsse und ggf. Stunden ausfielen.

Soweit also erst mal auf der pragmatischen Ebene alles geklärt. Ganz die Eltern ...

Die Themen Tod und Sterben kamen hier schon mehrfach auf, da wir als Familie schon liebe Menschen (und auch Tiere) verloren haben. Und dass ich Organspender bin und er im Zweifel auch einer zu sein wünscht, ist eh klar (geklärt).
Einfach mal gucken, ob noch was nachkommt.
_________________
LG
Ellen
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jutta
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Beiträge: 4602
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 18.10.2011, 19:10
BeitragTitel:
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Ich würde vielleicht auch einplanen, zur Beerdigung zu gehen, falls die Schüler darüber informiert werden (und die Eltern). Es jetzt einfach so stehen zu lassen, fände ich zu wenig. Am Abend noch einmal ansprechen, dem Papa sagen, die eigenen Gefühle dazu mal aussprechen (auch von dir selbst z. B.), damit das nicht einfach wie ein zerbrochenes Glas abgehandelt wird.

Wie lange hatte er diesen Lehrer?
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Sigiruna
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Anmeldungsdatum: 21.04.2006
Beiträge: 898
Wohnort: nicht mehr Nordfriesland!!!!

BeitragVerfasst am: 19.10.2011, 22:27
BeitragTitel:
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Genau den Fall hatten wir letzten Monat: Tertias Saxophonlehrer und Bandleiter seit 3 1/2 Jahren ist plötzlich gestorben. Am Tag zuvor hatte sie noch Bandprobe. Sie hat es von einer Freundin am Telephon erfahren. Sie war sehr traurig. Sie empfand es als tröstlich, dass sie und alle anderen Bandmitglieder von der Schule die Erlaubnis erhielten, zur Beerdigung zu gehen und hat dort auch sehr geweint. Aber es hat ihr gut getan, Abschied nehmen zu können. Wie es mit der Band nach den Herbstferien weitergeht, weiß sie noch nicht.
_________________
Sigiruna
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Sohn 6/93, Dozent; Töchti 2/96, Mathemaster in Arbeit; Tertia 7/98, Studium
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Tags
Kinder, Musik, Nachrichten, Tee, Uni, USA



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