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erfolgsmeldung: aufräumen ohne tote und verletzte


 
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Freundeskreis netter Leute mit schlauen Kids Foren-Übersicht -> Der ganz alltägliche Wahnsinn
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ambrosia




Anmeldungsdatum: 28.12.2011
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 02.01.2012, 23:04
BeitragTitel: erfolgsmeldung: aufräumen ohne tote und verletzte
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hallo ihr lieben,
wir (mein kleiner mann, 8 jahre und ich, die mama) haben heute etwas geschafft, was ich seit wochen aufgeschoben hab und wovor ich gehörig respekt hatte.

das kinderzimmer war seit monaten völlig verrümpelt. nach monatelangem kampf ums aufräumen hatten wir den deal, dass die wege zum bett und schreibtisch frei bleiben und der rest nur einmal die woche in ordnung kommen muss. das ergebnis war, dass sich in ecken und regalen, in schränken und unter dem bett immer mehr spielzeug, müll und staub gesammelt hat. und das einmal in der woche aufräumen sorgte regelmäßig für heftige wutanfälle.

heute haben wir nun zusammen aufgeräumt. im grunde wars ein richtig harter 8 stunden tag. wir haben alles sortiert, geputzt und an seinen platz gebracht. einiges ist auch raus geflogen. ich war völlig baff, dass der kleine mann das alles tapfer und fleissig und vor allem ohne einen einzigen wutanfall mitgemacht hat. er hat bis zum ende geholfen. hat nicht versucht sich zu drücken. er war sogar überwiegend guter dinge und hat witzchen gemacht.

am ende bleiben nun zwei fragen:
1. trotz all der mühe und dem vielen lob - das ergebnis scheint ihm herzlich egal. warum nur??
2. wie soll es nun in zukunft weiter gehen? ich hab keine lust, alle paar monate wieder so einen krafatakt zu leisten. ich möchte, dass er selbst ordnung hält und ich finde mit 8 jahren sollte das auch schon in ansätzen zu schaffen sein, oder?

wie handhabt ihr das? welche erfahrungen gibt es bei größeren kindern? ich habe sorge, dass er später keine ordnung halten kann, wenn ich es ihm jetzt nicht beibringe. oder kommt sowas dann von allein?

ganz liebe grüße
ambrosia
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ripley



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 02.01.2012, 23:25
BeitragTitel:
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Nee, also von alleine kommt das eher nicht. Also nicht bei unserem.

Ich habe irgendwann angefangen, die Order "aufräumen!" zu geben. Bevorzugt, wenn ich sowieso mit Staubsauger oder Feudel durch sein Zimmer gehen wollte. Was nicht aufgeräumt war, also auf dem Boden oder auf freien Flächen herumflog, wanderte in eine kinderzugriffsichere Kiste, wenn ich richtig sauer war, auch direkt in den Müll. Das mindert die Menge überflüssiger Gegenstände enorm.
Zunächst war da auch erst mal weiterhin Mithilfe meinerseits gefragt, denn zumindest mein ADHSler war völlig überfordert damit, sinnvolle und irgendwie logisch zusammenhängende Plätze für seine 1849 Sachen zu finden und die auch zu behalten. Aber das ist einfach Übungssache, will heißen, wenn es "erzwungen" wird, kommt das irgendwann.

Aber Achtung: Irgendwann kommen die Lütten auf den Trichter, dass sie, wenn sie den ganzen Kram einfach irgendwie irgendwo in einen Schrank stopfen, ja auch äußerlich (!) "Ordnung" herstellen können. Da muss Muttern dann flexibel reagieren.
_________________
LG
Ellen
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ambrosia




Anmeldungsdatum: 28.12.2011
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 02.01.2012, 23:35
BeitragTitel:
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@ ripley: danke für deine antwort und danke für die tatsache, dass du deine kinder auch zum aufräumen "zwingst". ich hatte kürzlich zwei gutachterinnen zu hause (diverse unerfreuliche gerichtsverfahren...) die beide der meinung waren, man dürfe kinder keinesfalls dazu zwingen und sie müssten selbst entscheiden können, wie sie sich in ihrem zimmer wohl fühlen. ich sei viel zu streng und regulierend....da kommt man dann schon ins zweifeln.

wie läuft das bei euch? habt ihr feste zeiten? wissen die kinder wann es ordentlich sein soll oder sagst du das an und dann gehts los? ich hab bessere erfahrung mit festen terminen, weil es dann fürs kind vorhersehbar ist und eben nicht mehr verhandelt werden kann. nun weiß ich eben bloß nicht wie oft und wie ordentlich, verstehst du? das wochenmodell wie bisher hat jedenfalls nicht funktioniert. und jeden abend aufräumen ist vielleicht zu stressig bei dem ganzen schulgedöns was uns ja auch noch so plagt...
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joeymc
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 17.09.2009
Beiträge: 1539
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 03.01.2012, 08:59
BeitragTitel:
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Also, ich habe drei sehr unerschiedlich ordentliche und aufräumbegabte Kinder, bei denen ich es sehr unterschiedlich handhabe.

Nr 1 ist ein Selbstläufer, er ist ordentlich und der einfache Hinweis: "Bitte räume auf und kehre, ich möchte wischen!" führt innerhalb von 20 Minuten zu einem absolut vorzeigbaren Ergebnis inklusiver staubgewischter Regale und entleerter Müllbehälter - wären sie doch nur alle drei so!

Nr 2 ist Naturchaotiker mit Sammelleidenschaft, bemüht sich stundenlang relativ erfolglos und bricht irgendwann in Tränen aus, weil er seinen und meinen Ansprüchen nicht gerecht wird. Dann helfe ich ihm mit Tipps, Tempos und feuchten Lappen (er hat auch noch eine Hausstauballergie, was es nicht besser macht), so alle viertel Jahr haben wir dann den mehrstündigen Kraftakt inklusive rundputzen. Sein Zimmer ist suboptimal für seine Bedürfnisse, deshalb bekommt er wohl in den Osterferien eine neue Einrichtung, zumal die alte schon am auseinanderfallen ist. Vielleicht wird es dann besser.

Nr 3 ist faul, aber aufräumbegabt. Wenn sie Lust hat, hat sie (fast 8 ) in weniger als einer Stunde alles - auch das größte Chaos - picobello aufgeräumt und gekehrt/gesaugt. Wenn sie keine Lust hat, was leider der Normalfall ist, vermüllt ihr Zimmer und es hilft nur eine Folge von einer Messie-Doku (oder die Erinnerung daran), dass sie aufräumt, wobei ihr dann, je nach Zustand des Zimmers und der Psyche, helfend zur Seite stehe.

Für das gemeinsame Spiel- und Musikzimmer gelten feste Regeln (Lego bleibt in der dafür vorgesehenen räumlich abgeteilten Ecke, die Instrumente an ihrem Platz und alles andere muss vom Boden weg sein (in den Ferien etwas lockerer, da dann der Musiklehrer nicht kommt). Das klappt gut, zumal wir das Zimmer gerade neu umgeräumt haben und es jetzt besser zu den Bedürfnissen passt.

Da ich selber auch nicht so superordentlich bin und mein Mann ein Mann der großen, halbjährlichen, anlassorientierten Aktionen ist (sprich: alles bleibt liegen, bis ihn ein äußerer Anlass zum aufräumen zwingt) haben wir ein vielleicht etwas zu entspanntes Verhältnis zur Ordnung. Wo ich aber keine Abstriche mache, ist die Sauberkeit, und im Zweifel verpacke ich störende Objekte in große blaue Säcke, für deren ordentliches Ausräumen man eine Woche Zeit bekommt - was dann noch drin ist, kommt in die Tonne. Bis jetzt waren die Säcke immer leer...

Ab und an kriege ich auch mal einen Wutanfall, habe aber festgestellt, dass dies wenig bringt (was in der Situation wenig hilft) und mein gutes Vorbild umso mehr - wenn ich also unser Wohnzimmer schön aufräume (spätestens jeden Freitag) räumen auch die Kinderlein viel lieber - zumal wenn man im Anschluss in den behaglichen, sauberen Räumen sich selbst für die Mühe belohnt, sei es mit einer Runde Doppelkopf oder einem schönen DVD-Abend.

Feste Termine sind für uns die halbjährlichen (vorweihnachtlich und sommerferienzeitlich) Entrümpelungs- und Hochglanzaktionen sowie für das Spielzimmer der Tag vor dem Musiklehrer und für alles andere Freitag/Samstag, weil da durchgeputzt wird. Ansonsten bei Bedarf zusätzliche Runden, wenn z.B. Freunde kommen, sollte der Boden schon frei sein daumen

Du siehst, auch bei anderen ist Ordnung ein Thema, und ja, ich ZWINGE meine Kinder zum aufräumen, und zwar - wenn alles nichts hilft - auch mit üblen Drohungen (kein Besuch, keine Weihnachtsgeschenke, keine Computerzeit, kein Essen, Müllsäcke, totaler Mutterstreik...)

Im Moment sieht es überall erträglich aus, die vorweihnachtliche Ordnung ist noch nicht zur Gänze zerstört, und es ist ja bald Freitag! drugs

LG

Joey
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veni, lusi, fugi
(Ich kam, scherzte und floh - mein Sohn Nr 1 (mit damals 13) über die Schule und wech )
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ripley



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Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 03.01.2012, 10:56
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Ja, Ambrosia, ich zwinge mein Kind (übrigens nur eines) - und keineswegs nur zum Aufräumen. Junior, jetzt 14, muss ...
sein Zimmer in Ordnung halten/bringen, durch ihn verursachte Unordnung und/oder Schweinereien auch in anderen Räumen beseitigen, seine Schmutzwäsche an die Waschmaschine, saubere in seine Schränke bringen, Tisch decken und später abräumen, im Sommer Rasen mähen, im Winter Schnee schippen (an Schultagen erst ab Mittag), ab und an beim Hausputz helfen, den Hund auf Aufforderung ausführen, selten mal im Stall oder im Garten helfen, Hausaufgaben machen, Vokablen und nicht a priori gekonnten Stoff lernen, sein Instrument üben, ... und ich glaube, jetzt habe ich noch einiges vergessen.
Kurz, sein Leben ist von früh bis spät Zwang und Qual. p
Oder, mit anderen Worten: Er muss, je älter er wird, immer mehr Pflichten für SEIN Leben und für das GEMEINSAME Leben übernehmen.

Und weißt Du was? Wir fahren damit hervoragend.

Seit ich mir abgewöhnt habe, vor zu erwartendem Widerspruch innerlich zusammenzuzucken, Auseinandersetzungen immer mal wieder aus dem Weg zu gehen, seit ich stattdessen meine "Gemeinheit", meine viel zu ausgeprägte "Strenge", meinen "Sauberkeitszwang", meine "Chef-Allüren" ganz einfach an dem armen, gequälten Kind auslasse, cool auf meiner Anweisung bestehe und ggf. einfach nur ein "Jetzt!" hinzufüge (und dann NICHT mehr auf "Argumente" seinerseits eingehe!), ist unser Leben so viel einfacher geworden, das glaubst Du gar nicht.
Mama locuta, causa finita winkie Naja, meistens.

Sehr süß dabei: Wenn ich mit dem Junior zusammensitze und wir uns über Erziehungsthemen unterhalten, stimmt er mir inzwischen expressis verbis zu, dass manche Diskussionen schlichtweg überflüssig sind und Eltern einfach auch mal streng sein müssen.

Was die Gutachterinnen angeht, die bei Euch waren - hast Du sie mal gefragt, ob sie Kinder haben?
_________________
LG
Ellen
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jutta
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Beiträge: 4602
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 03.01.2012, 13:52
BeitragTitel: vorsicht, lang....
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Seit wir im eigenen Haus wohnen, haben beide Kinder große Räume. Der Abiturient ist volljährig und daher schon ein wenig "außerhalb" der mütterlichen Aufsicht.
Napoleon hat in seinem Zimmer einen Schrank über eine ganze Wand. Darin sind seine Spielsachen verstaut. Seine Legos (tausende Packungen drugs ), die Waffen, die Mindstorms, Murmelbahn, Experimente...... Was man halt so ansammelt.
Dort drin verlocken sie nicht so zum Bespielen, aber wenn sie draußen sind, müssen sie spätestens nach ein paar Tagen weggeräumt werden. Sollte der Boden nicht mehr begehbar sein (passiert gern, wenn Freunde da waren), muss aufgeräumt werden, solange die Freunde da sind, ansonsten er allein am selben Tag.
Es gibt ein Regal, in dem die Schulsachen in Fächern sortiert untergebracht sind, sonst nur Mineralien oder eine Blume stehen. Und der Computer neben der Arbeitsfläche, die jeden Abend aufgeräumt werden muss.

Er hat ein kleines Whiteboard, auf dem ich täglich vermerke, was an Pflichten ansteht. Es steht da immer dasselbe, Bett machen, Vokabeln und Hausaufgaben, Fristen, wenn noch ein Termin ansteht (Fertig bis....Uhr). Hauspflichten wie saugen, staubwischen, Mülleimer entleeren gibt es auch, die stehen für alle Familienmitglieder auf einer Liste.

Früher hatten wir kleine Aufgabenkärtchen, die ich in der Küche liegen hatte. Jeder der Jungs musste sich ein bis zwei täglich nehmen und erledigen. So haben sie (hoffentlich) eine Vorstellung entwickelt, welche Aufgaben überhaupt vorhanden sind. Lieblingsaufgaben gab es auch. Manche Pflichten wurden als verbindlich verteilt (Getränke aus dem Keller holen), nachdem man sie sich ausgesucht hat. Die Kinder waren dann eigenverantwortlich zuständig.

Wir haben auch schon mal mit einer Wochenübersicht gearbeitet, die vom Kind abgehakt wurde. So konnte ich abends (oder der Papa) kontrollieren, ob er alles gemacht hat. Was nicht erledigt wurde, musste dann statt Vorlesen o.ä. gemacht werden. Die Konsequenz aus nicht erledigten Aufgaben muss klar sein und eintreten. Ich kann auch erst lesen oder fernsehen, wenn die Küche aufgeräumt und das Kind ins Bett gebracht wurde.

Eine andere Variante: Nach dem Mittagessen und einer persönlichen Auszeit gab es Pflichtzeit. Wenn die nicht erledigt ist, gibt es auch keine Freizeit = Computerzeit.

Fakt ist, man muss eine oder mehrere Regeln aufstellen und durchhalten. Was ich nicht selber durchziehen kann, wird nicht erfolgreich sein, daher überdenke ich mir, was ich wirklich notwendig finde.
Ja, ich habe als Jugendliche auch nicht täglich aufgeräumt und es hat mir nicht geschadet. Ich habe als Kind so wenig Spielsachen gehabt, dass das Aufräumen ein Klacks war. Das passiert unseren Kindern nicht. Sie haben zuviel. Ist so. Aber Dinge, die nicht bespielt werden, können ausgelagert werden. Dinge, die einen festen Platz haben, sind gut zu finden und auch einfach wieder dorthin zu bringen. Schon mit den Kleinkindern habe ich Regeln aufgestellt: In der Korbkiste liegen die Autos, die Bücher sind immer aufgereiht im Regal, die Stofftiere liegen immer auf dem Brett über dem Bett, die Murmelbahn ist immer im gelben Eimer neben der Korbkiste usw. Sture Regelmäßigkeit. Ganz wichtig: Keine ewigen Diskussionen zulassen!

Das war besonders für Napoleon mit seiner besonderen Denkweise gut so.
Da ist auch kein Zwang bei, sondern Erziehung. Die Kinder dürfen ja mitbestimmen, wo die Sachen hinkommen, ob sie erst die Autos und dann die Murmelbahn aufräumen oder umgekehrt. Zwingen ist für mich, wenn ich den Kindern aus einer Stimmung heraus befehle, jetzt sofort aufzuräumen, sich anzuziehen, den Tisch zu decken....

Es gibt feste Zeiten, die rechtzeitig erinnert werden. Napoleon braucht das besonders, aber ich denke, jeder ist froh, wenn man ihm sagt, dass in 5 Minuten das Essen fertig ist, statt einen aus der Aktion heraus zu reißen mit den Worten "das Essen steht auf dem Tisch, komm jetzt!".

Diese Wischiwaschi-Pädagogik, wo man dem Kind so viel Freiraum lässt, dass es verzweifelt nach Halt suchen muss, weil es überfordert ist und Führung möchte, finde ich zu lax. Heraus kommen dann Kinder, die sich nicht vorstellen können, was Pflichterfüllung, Höflichkeit, Teamfähigkeit oder Verzicht bedeutet. Mitbestimmung im altersgerechten Rahmen ja, aber nicht diese konsequenzenlose "Ich kann mein Kind nicht weinen sehen" Haltung. Damit hat man nur Stress und überforderte Kinder.

Puh, das ist aber lang geworden.

Hat jemand durchgehalten? green
Jutta
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Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99)
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starkejungs
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Anmeldungsdatum: 24.10.2006
Beiträge: 5625
Wohnort: BW

BeitragVerfasst am: 03.01.2012, 16:16
BeitragTitel:
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Hallo,

ich kann noch folgenden Erfahrungswert mitgeben:

Wenig freie Abstellflächen, aber natürlich Bücherregale, Platz für Schulhefte und -bücher und eine (kleine!) Fläche für die neueste Konstruktion aus Lego oder Fischertechnik, dafür ein großer Einbauschrank mit großen von einer Tür verdeckten Schüben mit reichlich Platz für die Massen an Konstruktions- und Experimentierkästen, Mikroskop, Lötmaterialen rolleys Ach ja- nebenbei passen auch die Klamotten rein...

Das Zimmer wirkt (und ist!) seitdem ruhiger (durch die einheitliche Einbau-Schrankfront) und definitiv besser aufgeräumt, als früher!

Ach, und vielleicht kannst du den "Putzturnus" etwas verlängern?
Alle 2 Wochen- es ist doch nicht schlimm, wenn mal ein wenig Staub rumliegt? Mithelfen ist in diesem Alter aber noch normal, finde ich. Außerdem fühlt sich nicht jeder in einer extrem aufgeräumten Umgebung wohl. Ich finde, man sollte sehen, dass aufgeräumt wurde- aber das muss nicht unbedingt dem pingeligen Erwachsenenstandart entsprechen.

Ich habe allerdings immer darauf bestanden, dass Müll tatsächlich sofort im Mülleimer landet. Als ich einmal Obstreste unter dem Bett(beim einen) und Bonbonpapiere unter der Matratze (beim anderen) im Zimmer gefunden habe (war noch im GS-Alter), habe ich darauf bestanden, dass 1 Woche lang das Zimmer täglich vor meinen Augen gründlichst aufgeräumt werden musste. Das und den damit verbundenen Verzicht auf die abendliche Spielrunde fanden beide so schrecklich, dass so etwas nicht mehr vorkam. devil

Inzwischen halten beide ihr Zimmer einigermaßen sauber, ich weigere mich allerdings, in Zimmern zu putzen, die weder aufgeräumt, noch gesaugt sind- und ich erwähne gerne mal bei Gelegenheit, dass ich doch tatsächlich gerade auf irgend ein möglicherweise wertvolles Kleinteil getreten bin ...

Und- oh Wunder!- ihnen werden tatsächlich immer häufiger die Staubflocken zu viel- oder es ist ihnen peinlich, wenn sich ein Freund zum Übernachten ankündigt green

Wo ich allerdings inzwischen unerbittlich bin: Unordnung/Dreck im restlichen Haus.
Wenn ich etwas bemerke (Schuhe im Flur rumgeschmissen, Jacke nicht am Haken, irgendwelche Verpackungsreste, nicht abgeräumter Tisch, Lego im Wohnzimmer........., dann zitiere ich den/die Verursacher SOFORT zu mir und erwarte SOFORTIGE Beseitigung. Das finden sie unglaublich lästig (weil mir da absolut egal ist, bei welcher Tätigkeit ich sie gerade unterbreche), so dass ich schon deutliche Verbesserung der Situation zu vermelden habe! daumen Es ist aber auch zuuu peinlich, wenn der Freund des Kleinen gerade da ist, wenn er die Matschspur im Flur aufwischen oder noch sein schmutziges Geschirr einräumen darf ;) .

Nur Geduld!

Grüßle Steffi
_________________
Hab Geduld! Nicht durch Aufschlagen, sondern durch Ausbrüten wird das Ei zum Küken.
(Sören Kahl)
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Tosja



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Anmeldungsdatum: 22.05.2009
Beiträge: 136
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 03.01.2012, 22:09
BeitragTitel:
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Ich hab noch keine Lösung hier gefunden. Erschwerend ist halt bei uns vor allem, dass wir nur ein Kinderzimmer haben, Kooperation in diesem Bereich per se schwierig ist und im Zweifellsfall eh alles die kleine Schwester war (was sogar leider oft stimmt).

Er ist ein Bunkerer und nicht trennen Könner und hat am liebsten seine Schätze alle um sich. Dementsprechend muss sein Hochbett öfter mal gründlich ausgemistet werden.
_________________
Liebe Grüße, Tosja
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ambrosia




Anmeldungsdatum: 28.12.2011
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 04.01.2012, 20:43
BeitragTitel:
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hallo, ihr lieben!

meine güte, so viel input! vielen dank für eure vielen hinweise, erfahrungen und anregungen. das ist wirklich sehr hilfreich. ich rekapituliere mal für mich und fasse mal kurz zusammen:

das erste manko das ich entdeckt habe: ich putze nicht selbst. ich bin in der glücklichen situation eine haushaltshilfe zu haben und mein sohn kennt das eigentlich gar nicht anders. natürlich sieht er, wie ich mal aufräume oder was wegputze. aber einen richtigen wöchentlichen hausputz hat er wohl noch nie erlebt. also ohne vorbild kann ich da wohl kaum auf nachahmung hoffen, nicht wahr?

zweitens die festen regeln: bis vor zwei jahren gab es damit überhaupt keine probleme. im grunde lief es so wie bei jutta und ripley. ich war sehr klar und fest. alles hatte eine vernünftige ordnung und struktur. diskussionen waren auf ein minimum reduziert, ich habe auseinandersetzungen respektive trotz- oder wutanfälle nicht gescheut usw. (klingt prima, nicht?) dann kam unsere schwere zeit. mein sohn hat schlimme dinge erlebt und wurde daran sehr krank. es hat viel kraft gekostet, dass er sich wieder einigermaßen erholen konnte. während dieser zeit wurde einiges an regeln außer kraft gesetzt eben weil es ihm so schlecht ging. nun haben wir so langsam wieder das normale ausgangsniveau erreicht (stimmungstechnisch etc.) ich finde es schwer und auch unlogisch einfach wieder die alten regeln einzuführen. erstmal ist er inzwischen 2 jahre älter und vieles hat sich geändert. und dann muss die änderung der regeln dem gesundungsprozess angepasst werden und kann nicht so plötzlich geschehen.

hinzu kommen die bereits erwähnten gutachterinnen, die nicht eben für klarheit sorgen. im gegenteil dadurch wurde ich ziemlich verunsichert und aus dem konzept gebracht. mittlerweile habe ich meine alte sicherheit wieder zurück gewonnen, aber vieles bleibt einfach noch unklar. also im klartext: es ist unstrittig, dass es regeln geben muss, aber es ist nicht immer so klar, welcher umfang angemessen und welche konsequenz sinnvoll ist.

vielen vielen dank für eure anregungen. mir gefallen vor allem die statements, die für struktur und klarheit plädieren. ich bin überzeugt, dass struktur für ein sicherheitsgefühl bei kindern sorgt und ich bin unbedingt gewillt genau da wieder anzukommen. der weg ist das ziel, wars nicht so? ;)

schönen abend noch,
ambrosia
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freakyfour



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 22.03.2011
Beiträge: 178

BeitragVerfasst am: 05.01.2012, 22:54
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Hier ist auch so eine eher autoritäre Mutter, die ihren Kindern in Diskussionen auch gerne mal das Wort abschneidet mit dem Satz: "Jetzt wird aufgeräumt - Punkt"
Ich hab nunmal 4, die ordentlich Chaos machen. Und ich bringe auch gerne mal ein: "es ist mir wurscht, dass du das Chaos nicht verursacht hast, und ich weiss, es ist schreiend ungerecht, du räumst es trotzdem auf!"
Das Wohnzimmer wird immer abends aufgeräumt, die Zimmer der Kinder (Bisher nur für B1 und M1) einmal pro Woche, bevor unsere Hausfee kommt. Die Drohung, diese wird alles in den Staubsauger saugen, was am Boden umherliegt, zieht bisher noch.
Viel Glück beim stringente Regeln aufstellen!
Freaky
_________________
Freaky, mit B1(8/04); M1 (4/07); B2 (9/08 ); M2 (10/10)
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ambrosia




Anmeldungsdatum: 28.12.2011
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 06.01.2012, 21:17
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+++ aktuelle statusmeldung+++
die erste schulwoche ist rum und das zimmer ist noch immer genauso ordentlich wie nach der aufräum-orgie und was noch erstaunlicher ist: sohnemann protestiert kaum bis gar nicht, wenn ich abends verlange, er möge bitte aufräumen, bevor er sich vor den fernseher schwingt. einmal hat er es sogar von allein getan!! sm

ob es ihm ganz heimlich doch gefällt, wenn alles an seinem platz ist?? also ich finde ja, dass erziehung eigentlich total easy ist daumen

schönes we wünscht
ambi
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ripley



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Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 06.01.2012, 23:11
BeitragTitel:
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Ambrosia, Du sagtest schon oben
Zitat:
dass struktur für ein sicherheitsgefühl bei kindern sorgt
Und das ist genau der Punkt.
_________________
LG
Ellen
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ripley



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Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
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BeitragVerfasst am: 07.01.2012, 10:39
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Ich merke, ich kann/darf/muss obiges Statement noch etwas ausführen, dann klingt es vielleicht nicht ganz so großkotzig und von oben herab.

Das mit den Regeln und der Struktur und dass sie vor allem demjenigen helfen, dem sie "aufgezwungen" werden, kann ich aus ZWEI Erfahrungen belegen.
Nummer eins ist der Sohn, der von mir/uns zu lange zu wenig "eng" geführt wurde, zu viel Freiraum hatte und damals reichlich "aus der Spur" geriet. Nachdem wir an dieser speziellen Schraube sehr intensiv gedreht hatten, "drehte" sich auch der Sohn und zwar radikal. Vor zwei Jahren war er kurz davor, wegen massiver Verhaltensauffälligkeiten von der Schule zu fliegen, heute ist er lt. Lehrern ein "ganz normaler 8-Klässler". Die Entwicklung zuhause verlief analog, aber ich zitiere bewusst die holde Lehrerschaft, da ich selbst mir ja auch etwas vorgaukeln könnte.

Für Nummer zwei muss ich etwas ausholen. Ich selbst bin ab einem Alter von 8 Jahren (übrigens auch nach mittelmäßig traumatischen Erlebnissen) mit sehr viel "Freiraum" (auf deutsch: in weitestgehender Regel- und Strukturlosigkeit) aufgewachsen, da ich bei meinem alleinerziehenden und voll berufstätigen Vater aufwuchs, der zudem gedanklich eher den 68ern zuzuordnen war und eher weniger Aktien in "Erziehung" hatte.
Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Das war nicht gut. Und ich habe buchstäblich Jahrzehnte gebraucht, um die Struktur-, Halt-, Orientierungs- und damit Sicherheits-Defizite meiner Kindheit auszugleichen.

Bildlich gesprochen ist "Erwachsenwerden" doch vergleichbar mit einem Trip durch den Dschungel. Wohl dem, der strikt auf einem breit ausgetretenen Weg dort durch geleitet (!) wird. Rechts und links davon ist's manchmal bisl widrig ...
_________________
LG
Ellen
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ambrosia




Anmeldungsdatum: 28.12.2011
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 09.01.2012, 21:46
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liebe ellen,
danke für deinen erfahrungschatz! das ist sehr mutig, was du da schreibst. ich selbst kenne eher das gegenteil aus eigener erfahrung. ich war als kind einem sehr strengen und reglementierenden erziehungsstil ausgesetzt und bin vermutlich aus diesem grund eher vorsichtig und ängstlich. das leben bringt einem dann meist in sehr schmerzvollen prozessen bei, dass man auch die anderen seiten (in meinem fall mutig, entscheidungsfreudig, risikobereit sein) leben muss.
letztendlich steckt doch hinter all unseren bemühungen wohl der wunsch, unseren kindern diese leidvollen lernprozesse ersparen zu wollen. zumindest entdecke ich dieses motiv bei mir ab und an mal. tatsächlich aber ist das gar nicht möglich. wir können nur versuchen, sie so gut es eben geht auf das leben vorzubereiten und dazu gehört wohl ganz zu allererst das einhalten von regeln und normen und das fängt beim aufräumen im kinderzimmer an.

ambi
so, nun pack ich das philosopierzeug mal wieder ein green

es ist schön zu sehen, wie leicht die dinge werden, wenn sie klar geregelt sind. (und nur für den fall, dass das mal ein kalenderspruch wird --> das hab ich mir grad selbst ausgedacht, gell?) ;)
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