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Wieviel Förderung muss sein?


 
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ripley



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BeitragVerfasst am: 07.03.2012, 12:08
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Zitat:
Pensum eines 5.Klässlers (Freund des Kleinen):
2 Instrumente, 2 Sportarten, Kunstkurs, Tastaturkurs, Instrumental-AG.
(Pensum mit 5: 1 Instrument, Vorschul-Kunstkurs, Sport, Kindermusical, Schwimmkurs)


Finde ich völlig gaga ... äähhh ... ist meiner bescheidenen Meinung nach VIEL zu viel.
Aber vielleicht liegt es nur an der Relation. Sind wir hier doch erheblich "fauler".

Bei uns (Junior ist 14 Jahre / 8. Klasse)
EINE Sportart, die 2-3 mal pro Woche trainiert wird.
EIN Instrument, das 1 mal pro Woche unterrichtet wird und für das möglichst 5-6 mal pro Woche 15 Minuten geübt wird.
Und, ja, auf beidem bestehe ich, weil ich beides für ihn für wichtig halte.

Der Rest der Zeit ist wirklich genügend mit Hausaufgaben, gelegentlichem (eher minimalistischem tocktock ) Lernen und FREIER Zeit (und, ach ja, hier und da Haushaltspflichten winkie ) ausgefüllt.

Schon die Besuche beim Kieferorthopäden sind da unwillkommene Zeitfresser.
_________________
LG
Ellen
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Synkopia
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BeitragVerfasst am: 07.03.2012, 13:25
BeitragTitel:
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Kommt auch immer ein bisschen auf das Kind an^^.

Meine 7.-Klässlerin hat jetzt auch im VHS-Programm kräftig zugeschlagen und sich ein paar Kurse ausgesucht (Tortenbacken, Töpfern, Comic-Zeichnen), obwohl sie eigentlich extrem gut ausgelastet ist:

2 Instrumente + Gesangsunterricht (alle selbst gewählt), Orchester in der Musikschule, Chor und Orchester an der Schule. Liegt alles Montag bis Mittwoch, Donnerstag ist nachmittags Schule - da bleibt auch nur noch der Freitagnachmittag frei.

Sport ist im Moment gestrichen (nicht aus Zeitmangel, sondern weil sie die Trainer nicht mochte), stattdessen waren dann im Winter fast jeden Samstag ein paar Stunden Eisdisco angesagt.

Zum Glück haben wir gute Busverbindungen...

Liebe Grüße
_________________
Synkopia mit Tochter (*7/95), Sohn (*4/97), Tochter (*6/99) und Sohn (*9/04)
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Ima



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BeitragVerfasst am: 07.03.2012, 13:31
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@starkejungs:
Sollte keine Kritik fürs Bringen sein... Natürlich geht's manchmal nicht anders und auch ich habe mein Kindchen früher fast überall hingebracht (und ich hab weder Führerschein/Auto, also immer schön mit den Öffis!!)... Ich meine damit den Umstand, das Kind jeden oder meinetwegen auch nur fast jeden Tag von A nach B und dann noch nach C zu karren...
Und das von Dir angeführte Beispiel des 5tKlässlers ist genau so ein Fall des "zu viel des Guten"... wo bleibt denn da der Raum für die individuelle, eigengesteuerte Entwicklung des Kindes?
_________________
Ima
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jutta
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BeitragVerfasst am: 07.03.2012, 15:38
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Cool, das so viele hier was schreiben!

Ich fahre auch meine Kinder von A nach B, aber nicht, weil sie den Hals nicht voll kriegen, sondern weil
KungFu ein selbst ausgesuchter, von uns aber auch geforderter Sport ist. Die Busverbindung ist jämmerlich, vor allem im Winter lass ich ihn nicht allein fahren.
Astronomiekurs ist außerhalb der Stadt. Da kommt man nur mit dem Auto hin, denn das Observatorium liegt in den Feldern, damit so wenig wie möglich Kunstlicht den Himmel erhellt.
Zum Billard damals ist er auch allein gefahren, der Große hat sein Capoeira auch per Bus erreicht.

Wenn aber Kind hierhin und dorthin will/muss, degradiere ich mich ja selber. Mir ist meine Zeit auch lieb und teuer. Wie bei ripley sind Kieferorthopäden-Besuche außer der Reihe Zeitfresser.

Als bei uns vor einigen Jahren die Kinderuni eröffnet wurde, habe ich tatsächlich meine Kinder mehrmals die Woche dorthin kutschiert, denn die Angebote waren toll! Aber ganz schnell merkten wir alle, dass es auch ein Kurs nach dem anderen sein kann (wenn überhaupt)... Da war ich Taxi und habe es nicht genossen. Erfahrung gesammelt und Konsequenz gezogen.
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Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
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jenny73



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BeitragVerfasst am: 07.03.2012, 21:18
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Zitat:
Natürlich kann man (v.a. ein fittes) Kind schnell für xxx Aktivitäten begeistern, Kinder sind schließlich neugierig und außerdem wollen sie ihren Eltern ja eine Freude machen (heißt, wn ein Elternteil mit Begeisterung aka Überzeugung von Angebot xyz redet, werden sie es oft auch deswegen erstmal in Betracht ziehen)... die wenigsten können in dem frühen Alter jedoch ihre Grenzen erkennen, schon allein deswegen finde ich das Argument "Mein Kind WILL das alles machen!" schwierig...


Bei uns läuft es immer andersrum. Das Kind erzählt, was es auch gern mal machen würde. Wir registrieren das zunächst, mehr nicht. Wenn der Wunsch immer und immer wieder angesprochen wird, wird er wirklich relevant.

Dann folgt z.B. die Anmeldung in der Musikschule. Dann gibt es statt dem gewünschten Kurs über Vulkanismus (wo wir noch nicht mal gecheckt haben, ob es einen gegeben hätte), gemeinsame Zeit zum Thema vorm Computer und zum nächsten Anlass entsprechende Bücher.

Pfadfinder war auf unsere Initiative. Irgendwann muss das Kind ja auch mal was ohne Eltern draußen erleben. ;)

Als Drittklässler hat Leo uns gesagt, dass er genau weiß, wie viel Zeit er verplanen will und wie viel er frei haben will. Und dann nachgeschoben, dass ihm er nun wirklich bald mit Französisch anfangen möchte. Zu dieser Zeit haben wir auch unser Testergebnis gekommen und - unsere Befürchtung zeitliche Überlastung gleich angesprochen - von der Psych. gehört: Kein Problem, solange das Programm vom Kind aus geht.

Wenn ich mein Kind für etwas begeistere, sind es eher unsere gemeinsamen Wochenend-Aktivitäten.

Eltern, die über ihre Kindergarten-Kids erzählen, dass sie musikalische Früherziehung, Kinderturnen, Keramikkurs und Vorschulenglisch besuchen, sind mir auch suspekt.

Jenny
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Ernestine




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BeitragVerfasst am: 07.03.2012, 22:39
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jenny73 hat folgendes geschrieben:
Eltern, die über ihre Kindergarten-Kids erzählen, dass sie musikalische Früherziehung, Kinderturnen, Keramikkurs und Vorschulenglisch besuchen, sind mir auch suspekt.


Mir ist bald gar keiner mehr suspekt. Sowohl die Eltern als auch die Kinder sind ja verschieden. Ich kenne eine Mutter, die sieht Taxi als einen ihrer Jobs an und chauffiert die Kinder nach Wunsch überallhin. Ich kenne Mütter, die zwei Tage in der Woche in der Musikschule rumhängen, weil die Kurse ihrer Kinder an verschiedenen Tagen sind oder ein Kind zwei besucht. Ich kenne auch Mütter, die immer nur zuhause sind mit den Kindern und trotzdem interessante Sachen machen.

Jeder Jeck ist anders, jedes Kind fordert unterschiedliche Dinge ein und jedes Elternteil macht andere Dinge gern und hat eine andere Belastungsgrenze.
Wichtig ist doch nur, daß Eltern und Kinder mit der Situation zufrieden sind.
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jenny73



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BeitragVerfasst am: 08.03.2012, 07:20
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Naja, wenn das besagte Kind erst drei Jahre ist?

Jenny
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Ernestine




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BeitragVerfasst am: 08.03.2012, 09:50
BeitragTitel:
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jenny73 hat folgendes geschrieben:
Naja, wenn das besagte Kind erst drei Jahre ist?


Ich weiß schon, was Du meinst. Mir wäre es ja auch zuviel, aber was für uns nicht funktioniert, kann für andere trotzdem richtig sein.
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ripley



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BeitragVerfasst am: 08.03.2012, 10:38
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Bei aller Toleranz, um die ich bemühe, denke ich doch, dass es da Grenzen gibt.

Die sind für mich deutlich überschritten, wenn ein(e) Dreijährige(r) ein Programm hat, wie Jenny es beschrieben hat:
Zitat:
Eltern, die über ihre Kindergarten-Kids erzählen, dass sie musikalische Früherziehung, Kinderturnen, Keramikkurs und Vorschulenglisch besuchen, sind mir auch suspekt.



Und das hat - in meinen Augen - genauso viel bzw. genauso wenig mit "na, wenn's da doch funktioniert" zu tun, wie etwa die Verheiratung 9jähriger Mädels wie sie in manchen Gegenden auch praktiziert wird (mit allem, was dazugehört).

(Und, ja, ich weiß, dass das jetzt sehr polemisch ist. INHALTLICH abwegig finde ich den Vergleich jedoch nicht.)
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Ellen
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Ernestine




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BeitragVerfasst am: 08.03.2012, 12:20
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Es gibt jede Menge 3jährige, die bis 16 Uhr in den Kindergarten gehen. Da ist auch nicht nur kreatives Freispiel angesagt, sondern in den meisten Kitas gibt es "Programm" - wenn ein Kind nur bis 12 in die Kita geht und danach einen Kurs besucht, besteht doch nur ein geringer Unterschied (neue Kursleiter, Kinder, Umgebung). Das Kind hat den Kurs vielleicht von 14-15 Uhr und danach mehr unverplante Zeit als das Kind, das bis 16 Uhr im Kindergarten ist.

Solange ich keinen Leistungsdruck ausübe - wo ist überhaupt der Unterschied, ob ich mit dem Kind auf den Spielplatz oder zum Töpfern gehe? In den Garten oder zum Kinderturnen?

Das Problem ist der Gruppenzwang, alle gehen zum Schwimmkurs nur mein Kind nicht? Alle spielen ein Instrument..., alle machen Sport...
Und auf der anderen Seite heißt es "Eislaufmutti", sobald das Hobby einem gewissen Klischee entspricht.
Davon muß man sich frei machen und eben das tun, was für die eigene Familie richtig ist.
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Tar-Miriel
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BeitragVerfasst am: 08.03.2012, 14:56
BeitragTitel:
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Danke, Jutta - schönes Thema. winkie

Passend finde ich die folgenden Zeilen:

Ernestine hat folgendes geschrieben:

Jeder Jeck ist anders, jedes Kind fordert unterschiedliche Dinge ein und jedes Elternteil macht andere Dinge gern und hat eine andere Belastungsgrenze.
Wichtig ist doch nur, daß Eltern und Kinder mit der Situation zufrieden sind.


Wie war das bei uns zu Kitazeiten und was wurde daraus? Die Kids sind mittlerweile 15 (m), 12 (w) und 10 (w) mit heftigem Terminkalender aber viel Spaß daran.

Es fing damals an mit Kinderturnen, in unserer bewegungsarmen Zeit nicht verkehrt, hatte auch was von betreutem Spielplatz. Der Große machte dann mal einen längeren Ausflug ins Fußballtraining, was aber irgendwann auch mangels Erfolg keinen Spaß mehr machte. War okay so.

Massive Langeweile gegen Ende der Grundschulzeit führte bei allen dreien dann mit 5 in die Klavierstunde, die immer noch im Wochenplan zu finden ist und durch Blasinstrument im Posaunenchor und Kinder- bzw. Jugendchor ergänzt wird. Klingt viel, ist aber mit wenig Aufwand verbunden: Finanziell und fahrtechnisch belastet nur die Klavierstunde, alles andere machen die Kids alleine.

Geübt wird heute eher selten, die Freude an der Musik ist immer noch vorhanden und steht für mich im Vordergrund. Klar fällt es manchmal schwer, sich aufzuraffen in die Probe zu gehen, aber zufriedene Gesichter anschließend sind doch perfekt. Mit Druck würde ich ihnen den Spaß daran nehmen, okay für ein Musikstudium wird es dann später bestimmt nicht reichen. devil

Zur Musik kam irgendwann dann auch noch Schach dazu, einerseits Denksport andererseits die Möglichkeit "ähnlich gestrickten" Menschen zu begegnen und auch außerhalb der Schule Freunde zu finden. Das klingt jetzt viel, aber wir sind ja auch schon mind. 5-9 Jahre vom Kindergarten entfernt. Das fing mal ganz harmlos mit einem Instrument an. drugs
Ist für manche ein heftiges Pensum, aber wenn man mit Freude dabei ist, ist es keine wirkliche Belastung sondern auch Ausgleich zur Schule.

Angebote machen ist durchaus legitim, aber etwas daraus machen, muss das Kind auch selbst. Die Kinder finden schon ihre Schwerpunkte, die sie vertiefen wollen, andere Dinge bleiben an der Oberfläche oder/und verschwinden wieder. Durch zu viele gleichzeitig begonnene Angebote werden sie aber überall nur an der Oberfläche bleiben (kann auch okay sein), weil die einzelne Aktivität eben nichts Besonderes mehr ist, auf das man sich konzentriert.

Die Kindergartenzeit zu "verschulen" lehne ich allerdings ab. Aktivitäten in dieser Zeit sollten doch spielerisch bleiben und den Kindern Spaß machen, sich aber vor allem nach der Mitarbeit und den Forderungen des Kindes richten. Der Zwang etwas tun zu müssen kommt in der Schule früh genug.

Nicht jedes clevere Kind will massiv "gefördert" werden.

Liebe Grüße
Tar-Miriel
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"Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." - Aus Sambia
Tar-Miriel
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freakyfour



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Anmeldungsdatum: 22.03.2011
Beiträge: 178

BeitragVerfasst am: 09.03.2012, 13:17
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Nicht jedes Kind will "massiv" gefördert werden, manche brauchen grade auch Zeit zum "gammeln" (oder zum behutsam selber vor sich hinreifen).
B1 hat nie viele Kurse gemacht, er war in der Musikalischen Früherziehung und hat jetzt mit Gitarrenunterricht angefangen. Davon redet er auch schon seit Jahren, er ist hochmotiviert und es macht ihm sehr viel Spaß, üben tut er völlig freiwillig, holt sich aber noch manchmal meine Unterstützung.
M1 ist - naja - fordernd. Langweilig ist ihr nie. Aber es ist wirklich schwierig, sie auszulasten. Nach ganztags Kindergarten (9-16Uhr) geht sie noch zwei Stunden zum Kinderturnen und ist abends absolut nicht müde, höchstens kommt die überschüssige Energie nicht mehr aus jeder Faser des Kindes hervorgequollen. An Tagen ohne Programm, also nur halbtags Kindergarten und den Nachmittag zuhause, ist sie abends gar nicht ins Bett zu kriegen. Sie wurschtelt sich durch den Spieleschrank, fordert dies, macht jenes, kommt so gefühlte 37 mal wieder aus dem Bett, hindert ihre Geschwister am schlafen. Ich häng dann auf dem Sofa rum, wünsch mir nichts mehr als endlich meine Ruhe, Madame dagegen hat noch Energie für 3!
Die Konsequenz ist für mich: viel Programm. Deswegen geht sie jetzt ganztags in den Kindergarten (das war auch ihr eigener Wunsch) und hat noch MFE dazu, Kinderturnen, Kinder-Englisch, Chor. Je mehr sie machen darf, umso besser kann man mit dem Kind umgehen.
B2 ist ein ruhiger kleiner Bub, er geht gerne in den Kindergarten, ist mittags schon müde, fällt abends ins Bett und ist ganz ohne Extras zufrieden mit seiner kleinen Welt.
Ich glaub, so pauschal kann man das nicht sagen. Manche Kinder brauchen viel Programm, anderen schadet man damit. Es gibt Eltern, die wollen ihre Kinder optimal fördern, und erreichen genau das Gegenteil. Andere lassen sie rumhängen, und dem Kind tut es aber auch nicht gut.
Und um mal wieder ein bisschen positiver zu klingen (auch wenn mir nicht danach ist): Ich denke die meisten Eltern werden schon das richtige Mass für ihr Kind finden. Alle wollen doch nur das Beste.
Gruß, freaky
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Freaky, mit B1(8/04); M1 (4/07); B2 (9/08 ); M2 (10/10)
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starkejungs
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BeitragVerfasst am: 09.03.2012, 13:42
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Ich glaube auch, man kann es nicht pauschal sagen- aber es fällt mir doch hier (Zuhause) im Umfeld auf, dass eben viel zu oft nicht das Kind der Auslöser ist- so wie vielleicht bei euch, freaky, sondern weil sich die Eltern irgend etwas davon versprechen und vor lauter "wir meinen es gut" und "mein Kind ist ganz besonders toll und leistungsfähig und gefördert" die Kinder überschätzen und überfordern.
Dieses krampfhafte Fördern um jeden Preis geht häufig zu Lasten der Kinder- die es nicht anders kennen und sich darum ja auch nicht wehren.

Wenn sich ein 7.Klässler für viel Programm entscheidet, das, was er "packt" gut einschätzen kann und sich so seinen Tag sinnvoll ausfüllt und damit glücklich ist- dann ist das absolut o.k.- wobei ich um Himmels willen nicht bereit bin, noch mehr Taxi zu spielen- dann müsste er sich kümmern, wo er mitfahren kann oder ob es per Rad erreichbar ist...

Aber ein Kindergartenkind und sicher auch noch ältere Kinder, sind darauf angewiesen, dass die Eltern sie nehmen wie sie sind, achtsam mit der Zeit und dem Leben ihres Kindes umgehen und feine Antennen behalten, um zu erkennen, wann es zu viel wird.

Es macht doch einen großen Unterschied, ob ein Kind intuitiv (ein-)fordert, weil es gefordert sein will- oder ob Eltern ein Kind fördern, bis zum Erbrechen.
Ich kann dieses "Fördern" allzu oft schon gar nicht mehr hören. So viele sagen "wir wollen nur sein Bestes"- aber meinen eigentlich irgendwie sich- sonnen sich im Glanze der tollen Leistungen und vielfältigen Begabungen, die sie so perfekt fördern- da wird verglichen und angegeben, dass es einen umhauen kann, da wird schon knallhart Leistung erwartet! Und es ist doch unglaublich toll, wieviel die Mama da für ihr Kind durch die Weltgeschichte fährt- so aufopferungsvoll... Und wer da nicht mithalten will- oder kann, dem ist es das Kind wohl nicht wert...

Das klingt extrem- ist aber knallharte Realität für viele Kinder!

Grüßle Steffi
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Hab Geduld! Nicht durch Aufschlagen, sondern durch Ausbrüten wird das Ei zum Küken.
(Sören Kahl)
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joeymc
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Beiträge: 1539
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 09.03.2012, 20:16
BeitragTitel:
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Zitat:
So viele sagen "wir wollen nur sein Bestes"- aber meinen eigentlich irgendwie sich- sonnen sich im Glanze der tollen Leistungen und vielfältigen Begabungen, die sie so perfekt fördern- da wird verglichen und angegeben, dass es einen umhauen kann, da wird schon knallhart Leistung erwartet! Und es ist doch unglaublich toll, wieviel die Mama da für ihr Kind durch die Weltgeschichte fährt- so aufopferungsvoll... Und wer da nicht mithalten will- oder kann, dem ist es das Kind wohl nicht wert...


Das erlebe ich leider auch sehr oft. Mit dem Zusatz: Berufstätige Mütter können /wollen (selbstsüchtigerweise) nicht das Beste für ihre Kinder, die ungefördert durchs Leben gehen müssen und deshalb später wahrscheinlich als Obdachlose unter der Brücke landen (nur ganz leicht überspitzt devil )
LG
Joey, deren Kinder gerade auffällig still und völlig ungefördert vor sich hin dümpeln, und dabei dreistimmig leise und harmonisch summen... sm
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veni, lusi, fugi
(Ich kam, scherzte und floh - mein Sohn Nr 1 (mit damals 13) über die Schule und wech )
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jenny73



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 09.03.2011
Beiträge: 83
Wohnort: Sachsen

BeitragVerfasst am: 09.03.2012, 20:23
BeitragTitel:
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Zitat:
Es macht doch einen großen Unterschied, ob ein Kind intuitiv (ein-)fordert, weil es gefordert sein will- oder ob Eltern ein Kind fördern, bis zum Erbrechen.
Ich kann dieses "Fördern" allzu oft schon gar nicht mehr hören. So viele sagen "wir wollen nur sein Bestes"- aber meinen eigentlich irgendwie sich- sonnen sich im Glanze der tollen Leistungen und vielfältigen Begabungen, die sie so perfekt fördern- da wird verglichen und angegeben, dass es einen umhauen kann, da wird schon knallhart Leistung erwartet! Und es ist doch unglaublich toll, wieviel die Mama da für ihr Kind durch die Weltgeschichte fährt- so aufopferungsvoll... Und wer da nicht mithalten will- oder kann, dem ist es das Kind wohl nicht wert...


Genau dieses Gefühl, dass die Eltern viel tun wollen, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse des Kindes zu nehmen, macht mir manche Eltern suspekt. Wenn das Programm des Kindes so angeberisch vorgetragen wird. Mit einem Unterton wie: "Und ihr seid nur in der Musikschule? Und das erst seit diesem Jahr, wo er doch schon 5 ist?" DAS ist es, weshalb ich dann Mitleid mit manchen so hochgeförderten Kindern habe.

Jenny
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Familie, Garten, Geld, Kinder, NES, Spiele, Sport, TV



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