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Wieviel Förderung muss sein?


 
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jutta
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 15.05.2005
Beiträge: 4602
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 06.03.2012, 09:28
BeitragTitel: Wieviel Förderung muss sein?
Antworten mit Zitat

Angeregt durch einen Thread möchte ich gern mal eure Standpunkte erfahren:
Wieviel Förderung muss sein?

Ich bemerke immer öfter, dass gerade bildungsnahe Familien ihre Ansprüche an die Kinder und deren Förderung immer weiter erhöhen. Kinder im Kindergartenalter sollen (vor allem, wenn sie sich als willenstark und pfiffig erweisen) immer mehr Kurse mitmachen, sich bilden, fit für die Schule sein, ihrem Drang nach Mehr frönen dürfen.

Wo hört bei euch der Spaß auf? Müssen Kinder von A nach B kutschiert werden, damit sie Sportarten, künstlerische Angebote, Selbstverteidigung und Fremdsprachen lernen können, möglichst jeden Tag?

Das Kind will das doch.... Ja, mag sein, aber muss ich als Elternteil alles mitmachen? Darf ein Kindergarten- oder Grundschulkind auch verzichten kennen lernen? Nacheinander etwas ausprobieren? Woher kennen die eigentlich alle diese Angebote? Ist es immer der Kindeswille oder ein echtes Bedürfnis nach Neugierbefriedigung, wissen wollen?

Ich wundere mich nicht, wenn dann die Kinder verlernen, für sich etwas zu finden, wenn sie überall beschäftigt werden. Eltern dürfen sich auch nicht beschweren, wenn zu Hause nur "mir ist langweilig" zu hören ist, weil man sich selber nicht mehr motivieren kann, mit den Nachbarskindern die Gegend zu erkunden, die vielen Spielsachen und Experimentierkästen zu bespielen oder einfach mal nur rumhängt. Konsumentenkinder, die sich kaum an Regeln halten, wenn es keinen "Spaß" mehr macht oder immer im Mittelpunkt stehen wollen.

Hat man als Eltern eines pfiffigen Kindes Angst, etwas zu verpassen? Wird einem das womöglich noch eingeredet, weil das Kind durch sein Wissen aufgefallen ist? Muss ein hb Kind jetzt zwangsläufig Instrumente erlernen, genauso wie höhere Mathematik und exotische Fremdsprachen?

Ich bin kein Taxi, kein Animationsclub und kein Geldesel. Ich mache viel für meine Kinder, aber nicht alles.

Ich möchte dazu gern mal hören, wo bei euch die Grenzen sind.

Ran an die Tasten

Jutta
_________________
Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99)
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Syringa



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 14.01.2012
Beiträge: 117
Wohnort: Elbflorenz

BeitragVerfasst am: 06.03.2012, 10:22
BeitragTitel:
Antworten mit Zitat

Meine ganz persönliche Meinung? Weniger ist mehr!

Ich bin die Mama meines Kindes, nicht sein Diener und auch nicht der 24h-rund-um-die-Uhr-Animateur-und-Beschäftiger.

Ich persönlich bin gegen einen so vollen Terminkalender bei Kindern. Ich selbst brauche und brauchte schon immer freien, unverplanten Raum für mich selbst. Gleiches gestehe ich auch meinem Kind zu! Wieviele Kinder können sich heute nicht mehr alleine mit einer selbstgewählten Sache beschäftigen, weil sie stets und immer das volle Programm präsentiert bekommen?

Mein Kind darf an Kursen alles machen und ausprobieren, aber erst, wenn ich sicher bin, daß es ECHTES Interesse ist - und dieses Interesse muß sich ja erst einmal durch geeignete (Selbst-)Beschäftigung herauskristallisieren.

Im August startete im Kiga ein Schachkurs für Vorschüler. Pfiffikus, zu der Zeit noch nicht ganz 3,5, wollte unbedingt dran teilnehmen. Er bat mich immer und immer wieder. Anfang November gab ich seinem Drängen nach und fragte den Kursleiter, ob er ihn mal schnuppern lassen würde. Ich erntete großes Erstaunen, aber es hatte niemand etwas dagegen. Es blieb nicht beim Schnuppern. Innerhalb kürzester Zeit hatte er den Rückstand aufgeholt und spielt mittlerweile genauso gut Schach wie die 6jährigen. Der Kursleiter meinte, er hätte noch nie einem so jungen Kind so erfolgreich Schachspielen beigebracht. Pfiffikus ist nach wie vor mit Begeisterung bei der Sache.

Mit der Musikschule habe ich Pfiffikus noch länger warten lassen - er spricht nun schon fast ein ganzes Jahr davon, Geige lernen zu dürfen. Auch hier sind bereits Schnupperstunden sehr erfolgreich gelaufen. Ich finde, wenn ein Kind VON SICH AUS und SO HARTNÄCKIG immer wieder einen Wunsch äußert, dann kann und muß man ihn ernst nehmen. Es wäre sträflich, das nicht zu tun!

Aber ich käme niemals auf die Idee, mein Kind ohne entrsprechende eigene Intention in einem Sprachkurs oder Sportclub anzumelden, oder jeder Laune nachzugeben und diesen Monat Fußball, nächsten Handball und übernächsten Schwimmen im Verein machen zu lassen. Handball und Fußball kann man nämlich zunächst einmal auch wunderbar mit anderen Kids im Hof spielen, und erst wenn sich ein ECHTES überdurchschnittliches Interesse oder Talent zeigt, bin ich gerne bereit, darauf einzugehen und ihn auch dort noch anzumelden.

Ansonsten ist auch träumen lassen, stundenlang Frösche beobachten im Teich, Blütenblätter-Zählen beim Gänseblümchen (Lieblingsbeschäftigung letzen Sommer holla ) oder Legospielen eine hervorragende Form der Förderung...
_________________
LG, Syringa und Pfiffikus (03/08 )


Zuletzt bearbeitet von Syringa am 06.03.2012, 10:24, insgesamt einmal bearbeitet
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Mausi



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 28.09.2009
Beiträge: 70

BeitragVerfasst am: 06.03.2012, 10:22
BeitragTitel:
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Das ist genau mein Standpunkt. Ich mache viel, aber nicht alles. Langeweile muss manchmal auch sein, denn in der Langeweile entstehen oft die kreativsten Ideen. Und je älter und selbständiger das Kind wird, desto mehr erwarte ich, dass es selbst Verantwortung für seine Freizeitgestaltung übernimmt. Ich möchte auch nicht mehr der Fahrdienst sein oder der Entertainer, der für gute Laune sorgt. Deshalb bin ich froh, dass bei uns vieles an Förderung über die hier so verschriene Ganztagsschule läuft und wir Eltern als Fahrdienst nicht so oft gefragt sind.

Inzwischen ist auch ein gewisser Sättigungsgrad erreicht, denke ich, so dass unser Sohn nicht mehr unbedingt alles mögliche mitmachen möchte.

Neulich wollte ihm mein Mann einen (an sich sehr interessanten) wissenschaftlichen Kurs schmackhaft machen. Doch das Kind verzichtete darauf mit der Begründung: die Information darüber gibt es im Internet. Stattdessen hat er sich für einen sportlichen Kurs entschieden, denn er auch mit Vergnügen besucht hat.
Überhaupt habe ich festgestellt, dass er keine große Lust hat, Kurse zu besuchen, die über mehrere Monate dauern. Lieber viele verschiedene Sachen ausprobieren und sich dann etwas anderem widmen.

Im Moment gibt es nur einen einzigen festen Termin pro Woche, der Rest läuft entweder über die Schule (AG oder Kooperation mit der Musikschule) und findet dort statt oder es sind sporadische Kurse am Wochenende (zwei bis zu den Sommerferien), die zwei oder drei Termine umfassen. Die paar Stunden nutzen mein Mann und ich dann gerne zum zusammen Shoppen, Kaffeetrinken u.dgl.
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Ernestine




Anmeldungsdatum: 18.01.2012
Beiträge: 386

BeitragVerfasst am: 06.03.2012, 10:57
BeitragTitel:
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Ich versuche schon, den Kinder etwas mitzugeben, Themen, die sie sich aneignen können oder einfach den Spaß, den manche Kurse/Gruppen bieten.

Mal kommt das von ihnen, mal sehe ich, daß etwas stattfindet, wovon ich glaube, daß es ihnen Spaß macht und schlage es vor.

Hier spielen keine Kinder draußen und es gibt auch keine Weiher und Wiesen, sondern nur Straßenverkehr und Privatgrundstücke rolleys, das werden wir aber durch Umzug ändern! drugs

Charlotte hat z.Z. 3 regelmäßige Termine, von denen einer 14tägig ist. Wolf hat einen.
_________________
Charlotte (9), Wolf (4), Frieder (2)
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Ylva




Anmeldungsdatum: 18.08.2010
Beiträge: 199

BeitragVerfasst am: 06.03.2012, 11:57
BeitragTitel:
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hallo,

ich kann und will meine Kinder auch nicht ständig irgendwo hinschieben. Der Große war als 4-jähriger eine Zeitlang turnen. Ein ewiger Aufwand, den zweijährigen und das Baby einpacken, den Großen dort umziehen, die anderen beiden auf der Tribüne bei Laune halten etc, und alles dafür, dass der durchaus talentierte Große sich vor lauter Herumkaspern immer wieder hinten angestellt hat und so gut wie nie dran war. Damit war Sport für mich erst mal erledigt bis Grundschulzeit. (Allerdings gibt es hier eine Spielstraße und viele Kinder, die den ganzen Nachmittag draußen herumsausen.)

Der Große geht jetzt mit 8 zweimal die Woche zum Sport. Er sträubt sich zwar etwas, merkt aber selbst, dass es ihm gut tut (Dampf rauslassen). Eigener Wunsch sind seit letztem Sommer Klavier und Pfadfinder. Zu allen diesen Terminen fährt er alleine mit dem Fahrrad (ca 3 km durch den Ort), solange es hell ist.

Der Mittlere (6) ist im aus meiner Sicht obligatorischen Schwimmkurs und bei den Pfadfindern, ansonsten will er noch nichts machen, also lasse ich ihn. Vor allem, da er jeden Tag mit seinen Freunden draußen unterwegs ist.

Die Kleine (4) ist jeden Tag bis nach dem Mittagessen im Kindergarten, sonst machen wir nichts.

Unsere Tage sind auch so schon zu kurz, ich bin berufstätig, irgendwann müssen Hausaufgaben gemacht und Klavier geübt werden und an Fahrerei reichen mir wirklich täglich zwei Kindergartentouren plus Regenfahrten plus Schwimmkurs plus sonstige Sonderfahrten.

Wenn meine Kinder nach irgendetwas laut schreien würden, würde ich mich auch mehr verausgaben, aber in erster Linie wollen sie in Ruhe spielen. Dieser Erkenntnis fallen auch zunehmend irgendwelche Wochenendexkursionen zum Opfer. Drei maulende Kinder (und lieber Sport treibender Gatte) im Auto, mit Müh und Not für irgend etwas "Tolles" zu begeistern oder gemütlich im Garten rumproddeln, Gatte rennt und die Kinder spielen begeistert den ganzen Tag mit ihren Freunden.

Grüße von Ylva
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ripley



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Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 06.03.2012, 12:09
BeitragTitel:
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Ich muss zugeben, in der VORschulzeit stellte sich die Frage überhaupt nicht.
Ich habe damals noch deutlich mehr gearbeitet und Junior war folgerichtig im Ganztageskindergarten. Die Angebote dort haben ihm auch genügt. Schade fand ich nur, dass genau als WIR in den Kiga kamen, dort das Angebot des (spielerischen!) Englisch-Unterrichts wegfiel.
Ab und an sind wir noch zusammen ins Schwimmbad gegangen - plantschen, nicht schwimmen - oder in den Wildpark oder so ... und gut war's.

Kennt Ihr das Buch "Weltwissen der Siebenjährigen"? Da sind eine Menge Anregungen drin und die allermeisten verzichten locker auf das Mama-Taxi, fokussieren vielmehr auf GEMEINSAM erleben oder eben auch erleben LASSEN - ganz alltägliche Dinge, die aber für so ein "i-Dötzcher" auch erst mal verarbeitet werden wollen.
_________________
LG
Ellen
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Svea
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 4746
Wohnort: St. Olaf ;-) (BW)

BeitragVerfasst am: 06.03.2012, 12:42
BeitragTitel: Re: Wieviel Förderung muss sein?
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jutta hat folgendes geschrieben:


Ich bin kein Taxi, kein Animationsclub und kein Geldesel. Ich mache viel für meine Kinder, aber nicht alles.


daumen

Laß es mich mal so sagen:

Wir leben auf dem Land und ich finde, dass Kinder sich selbst bewegen sollen (auch wenn sie meckern wenn sie in die Schule laufen müssen devil )

Jedes unserer drei Kids hat ein Hobby (mal mehr oder weniger freiwillig, je nach Tageslaune) Nur bei einer dieser Veranstaltungen (Sportunterricht für Lars) bin ich unterwegs. Der Klavierlehrer für die anderen beiden kommt ins Haus.
Bis du bei fünf Leuten und Hund alle Arzttermine, Elternabende, Geschäftsreisen, Schulausflüge etc. unter einem Hut hast... das ist Planung auf hohem Niveau.
Ich nehme mir das Recht heraus Dinge die für mich wichtig sind zu tun. Fest verplant sind in der Woche nur der Montag und der Mittwoch, ansonsten können/dürfen die Kids gerne etwas mit ihren Kumpeln ausmachen. Wenn es geht.. dann spiele ich Taxi, wenn nicht, dann darf die Große sich gerne in den Bus setzen wenn sie ihre Freundin besuchen will. Trauriges Dasein (ihrer Meinung nach)!

Ich liebe meine Kinder.. aber ich möchte auch, dass sie irgendwann mal das Bedürfnis haben, auszuziehen! Und dafür werde ich sorgen devil

Svea
_________________
Wer das Konzept der Unendlichkeit verstehen will, muss nur das Ausmaß menschlicher Dummheit betrachten.
Voltaire
Svea
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Bachstelze




Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beiträge: 956

BeitragVerfasst am: 06.03.2012, 13:56
BeitragTitel:
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Hallo,
Bei uns läuft es so:
Musikunterricht wird von mir begleitet - einfach aus dem Grund, dass die Selbstorganisation bei den Kleinen noch nicht so funktioniert, dass längerfristige Aufgaben, wie das tägliche Üben, selbstständig laufen - selbst wenn das Interesse und die Lust zum Spielen da sind. Töchti ist noch in der Wieder-Anfangsphase - Ziel ist, mich da irgendwann mehr rauszuziehen.
Mit der Kleinen übe ich regelmäßig. Bei S. setze ich mich 1-2 Mal pro Woche dazu. Bei Töchti nach Bedarf. Sandwich macht nach wie vor nicht viel, da misch ich mich nicht groß rein - ich bin da, wenn er mit mir spielen möchte, aber damit hat sich's - er fährt auch allein zum Unterricht.
Bei den anderen bin ich im Unterricht dabei, und das bedeutet auch Fahrdienst, weil die Lehrer zwar nicht weit weg, aber auch nicht gerade nebenan wohnen.

Andere Kurse gibt es im Moment eher wenig - nicht dass es nicht gewünscht würde - gerade die Kleinen würden beide gerne reiten, E. hat alle möglichen Ideen, was sie alles gerne noch machen würde - aber Geld und Zeit sind beschränkt. Außerdem sehe ich, dass sie auch die freie Zeit zu Hause durchaus genießen.

Sonstige Kurse sind z.Z.:
S. Schachkurs - zu Fuß erreichbar, ab und zu schickt der Lehrer einen Zettel und bietet Privatstunden an, aber ich habe S. erklärt, dass wir uns zusätzliche Privatstunden in Schach nicht leisten können. Man kann nicht alles machen.
E. nix
Sandwich - Schwimmen, fährt er mit dem Rad hin; Mathekurs an der Uni zu Fuß erreichbar
Töchti nix, möchte aber irgendwas sportliches machen, bloß entscheiden sollte man sich können (denn ich finde, in dem Alter sollte sie sich finden, was sie wirklich möchte, schnuppern gehen, und zu mir kommen, wenn sie weiß, was sie will)

Liebe Grüße,
Bachstelze
_________________
Bachstelze
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grünergeist
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Anmeldungsdatum: 21.05.2005
Beiträge: 2644

BeitragVerfasst am: 06.03.2012, 17:20
BeitragTitel:
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Was ich für ein Stadtkind wichtig fand war Sport, das habe von Baby an ich forciert und jetzt, mit 10, geht Geistlein gerne zum Schwimmen und wenn Zeit und Geld übrig sind, zum Klettern. Das ist für die Gesundheit.
In der GS hatte sie noch ihren heißgeliebten Chemiekurs, der bei massiven Schulproblemen überhaupt das Interesse am Lernen wachgehalten hat.
Sie darf bei der DGhK aus dem reichhaltigen Angebot immer zwei Wochenendkurse aussuchen, wo sie die merkwürdigsten Themen mal ausprobiert.
Dazugekommen sind jetzt SchulAGs, die durch Freistunden viel Zeit kosten, die ich aber wegen Begeisterung nicht canceln möchte.
Dann geht sie noch zu den Pfadfindern.
Seit sie 7 ist fährt sie nach Erreichbarkeit auch mit den öffentlichen alleine zu ihren Sachen, bei -15°C verlasse ich mich allerdings nicht auf die berliner S_Bahn sondern bringe sie dann lieber, wenn ich kann.
Insgesamt ist sie viel unterwegs, hat als Einzelkind aber auch nicht so den Spielkumpel immer zur Hand und das unverabredete Draußenspielen ist hier auch nicht realistisch.
Selber beschäftigen kann sie sich immer gut - nur ich schätze ihre Ideen nicht immer. green
Wenn sie über ihr Programm jammern würde, würde ich gerne weniger für sie haben, sie selber will keines ihrer Sachen fallen lassen, wenn sie nicht mehr will - wie irgendwann das Cello - dann ist auch Schluß, weil ich nicht sehe, daß in der Freizeit noch Zwang sein muß.
_________________
Falls Freiheit überhaupt irgend etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen. [George Orwell]
grünergeist
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Online
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Anmeldungsdatum: 07.07.2008
Beiträge: 763
Wohnort: Sachsen

BeitragVerfasst am: 06.03.2012, 22:59
BeitragTitel:
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*schmunzel* Wie viel Förderung muss sein?

Müssen: Null.
Können: Ja, ein paar...

Unser Grundschulkind liebt es nix zu machen, einfach zu träumen, Musik hören oder auf der Schaukel zu sitzen usw.

Allerdings so ganz ohne "Zusatzprogramm" läufts hier auch nicht. Klavierspielen und Töpfern waren ihre sehnlichsten Wünsche und zum Schwimmverein "muss" unser bewegungsfaules Kind, weil sie ein Wasserratte ist und Bewegung einfach sein muss.
_________________
LG Anja

"Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt." - Aus Uganda
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joeymc
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 17.09.2009
Beiträge: 1539
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 06.03.2012, 23:34
BeitragTitel:
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Also ich bin auch gegen zu viel verplante Zeit, für ein bisschen Langeweile ab und an und gegen Mamataxi. Kurse etc. bekommt nur, wer über einen längeren Zeitraum einigermaßen hartnäckig dranbleibt.

Letztens ging mir die Hutschnur hoch, weil meine Tochter sich mit, nennen wir sie Klara, verabreden wollt. Telefongespräch der beiden Mütter:
Ich: Nr 3 hat Montag Zeit.
Sie: Da ist Klara beim Ballett.
Ich: Was ist mit Dienstag?
Sie: Da ist Klara bei der Oma und beim Gymnastikkurs.
Ich (leicht irritiert): Mittwoch könnte Klara zu uns kommen.
Sie: Nein, da hat sie Handball.
Ich (langsam etwas ungeduldig): Donnerstag geht bei Nr 3 erst ab 4.
Sie (stolz): Bei Klara gar nicht, da macht sie einen Mal-Kurs.
Ich (Verzweiflung in der Stimme, mit letzter Kraft): Freitag????
Sie ( ruhig, überlegen): Da ist Klara bei der Jungschar und im Anschluss bei Omas Geburtstag. Aber nächste Woche Freitag könnte sie nach der Jungschar!
Ich (schwach, den Tränen nahe): Ja, ok!

Das geht mir dann doch ziemlich viel zu weit! Klara ist ein liebes, cleveres Mädchen, leider total ausgebucht...

Bei uns geht es deutlich ruhiger zu:

Bei Nr 1 ist das ein Instrument, welches er seit 10 jahren spielt, seit einiger zeit kommt der Lehrer glücklicherweise ins Haus und beglückt auch noch Nr 3 (mit einem anderen Instrument). Ansosnten fühlt Nr 1 sich ausgelastet mit Oberstufe, Lektüre (Originalzitat: Mama, ich habe hier eine Liste mit Büchern, die ich in nächster Zeit lesen möchte. Du hast doch "Das Kapital" von Marx?), Computer programmieren und schlafen sm

Bei Nr 2 ist es ebenfalls ein Instrument, seit 8 Jahren, und ein von ihm selbst organiserter Chemietheater (!) Kurs, der findet an seiner Schule statt und er liebt es sehr. Auch er liest und widmet viel Zeit seinem Hobby malen - auf Papier und am PC, Papierprojekt sind zur Zeit Hände, er nähert sich langsam Dürer daumen , auch Kontakt mit Freunden ist ihm wichtig.

Nr 3, wie schon gesagt, ein Instrument seit einem knappen Jahr, ansonsten nervt sie seit 2 Jahren, weil sie eine Fremdsprache lernen will, im Herbst gab es dann endlich ein erreich- und bezahlbares Angebot, und jetzt macht sie Spanisch (ohne Druck, viel hängen bleibt nicht, aber sie hat es halt mal gehört). Ansonsten viel draußen oder drinnen mit Fahrrad und Freunden (nur sehr selten mit Klara drugs ).

Wenn es mal ein nettes Angebot gibt, greifen wir auch zu (z.B. ferienkurs an der Kunstakademie, Museumstag mit Workshop...), aber oft haben alle auch nur Lust zum gammeln und schwatzen....

LG
Joey
_________________
veni, lusi, fugi
(Ich kam, scherzte und floh - mein Sohn Nr 1 (mit damals 13) über die Schule und wech )


Zuletzt bearbeitet von joeymc am 08.03.2012, 22:36, insgesamt einmal bearbeitet
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jenny73



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 09.03.2011
Beiträge: 83
Wohnort: Sachsen

BeitragVerfasst am: 07.03.2012, 08:51
BeitragTitel:
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Ich glaube, die Mischung zwischen echter Frei-Zeit und organisierter Freizeit macht's. Wobei auch Kurse Freizeit sind, also vom Kind gewollt sein müssen. Wir waren immer der Meinung, ein bis zwei Termine die Woche sollten reichen. Wir haben deshalb nur nachhaltigen Wünsche erfüllt. Interessen, die kommen und gehen, sind für uns eher ein Anlass für einen Wochenendausflug, ein Buch, einen Nachmittag vor dem Computer, einen Ferienkurs.

Trotzdem ist es bei Leo mehr geworden. Für Leo war mit 4 Jahren klar, dass er Gitarre lernen möchte, ein Jahr später hat er angefangen und ist dabei geblieben. Außerdem geht er seit der 2. Klasse zu den Pfadfindern. Da sind sie viel draußen, mit Abenteuerfeeling, ein echter (und für uns Eltern wichtiger) Gegenpol zu dem sonstigen Alltag meines Stubenhockers. Im Lauf der 3. Klasse hat er sich einen Französischkurs gewünscht und das immer wieder angesprochen. Da wir auch selbst Interesse daran hatten, besuchen wir jetzt einen Familiensprachkurs.

Für die Musikschule haben wir "Oma-Taxi", und diesen Oma-Nachmittag genießen sie beide. Zu den Pfadi's geht Leo allein. Das Programm ist also für uns Eltern ziemlich entspannt.

Jenny
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Ima



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 21.03.2007
Beiträge: 1471
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 07.03.2012, 09:19
BeitragTitel:
Antworten mit Zitat

Mag komisch klingen, aber ich musste grad echt in meinem Hirn kramen, wie es "früher" war... Derzeit ist es bei uns nämlich so, dass Kindchen neben der Schule nur noch Cello und Orchester macht, seit kurzem kommt dann noch Ergo dazu (wo er erstaunlich gern hingeht!), Orchester will er (sagte er) nach dem kommenden Konzert aber auch sausen lassen. AGs macht er das zweite Jahr nicht mehr mit und ich kann ihn relativ schwer zu außerschulischen Angeboten bewegen - ab und zu "zwinge" ich pöhse Mama ihn, mich zu einer Ausstellung zu begleiten...
Dies liegt einfach daran, dass er (mit dem Schnellläufer) so einen straffen Schulplan hat, dass er auf noch mehr "Planung" einfach keine Lust hat; er genießt es, seine Ruhe zu haben oder sich mal mit Kumpels zu treffen...
Mir bereitet es nur ein kleines bisschen Bauchweh, dass er keinen Sport mehr macht (okay, abgesehen von Waveboarden etc, was ja wieder mehr wird mit dem kommenden Frühling)... Er will ja mit Capoeira anfangen, das wollen wir demnächst mal angehen aber ganz easy, ohne Stress, den hat er ja genug in der Schule...

Ich finde dieses (zwanghafte) Fördern aka das Kind in x Kurse stecken (wn ich von Frühchinesisch oder Wirtschaft für Kleinkinder lese, gruselt es mich!!!) ganz schlimm, weil ich nicht selten das Gefühl habe, dass es dabei nicht um die Kinder an sich geht, sondern auch um das Gefühl einiger Eltern, damit entweder die mangelnde Zeit für ihre Kinder zu oder auch den in Medien etc. propagierten früh einsetzenden Leistungsdruck zu kompensieren... Interessant da auch meine Erfahrung als Erzieherin: Wir haben ja wirklich so einiges an Programm geboten, waren mit den Kids draußen, haben getobt, ich hab viel musikalisches angeboten etc... Und dennoch haben einige der Eltern ihre Kids dann gg 16h abgeholt und sie zum nächsten Kurs gekarrt (Turnen, Schwimmen, Tanz, Theater, musik. Frühförderung, es war ne Menge und die Kids waren zwi 2 und 3J. alt!!!), da haben mir die Kids teilweise einfach leid getan... Kita ist auch nicht gerade unanstrengend für die lieben Kleinen, hier geht es ja auch viel um soziales Lernen, Gruppenverhalten etcpp... danach noch ein weiterer Kurs wo die Kids sich "unterordnen", fügen müssen... Klar, nix gegen das eine oder andere Angebot und da gab's so das eine oder andere Kind, dem es definitiv gut bekam, aber so fast jeden Tag??? Puuuh die armen Kinder!
Glücklich sind die Kinder genauso (wn nicht noch mehr) wn sie einfach noch ne Runde auf dem Spielplatz, im Park, im Wald rumtollen dürfen oder auch zuhause mal ausgiebig mit Papa/Mama toben/kuscheln/spielen können...

Als mein Spatz noch kleiner war, war er extrem wissenshungrig, brauchte so viel Input, dass ich mit ihm ständiger Gast in Museen, Ausstellungen, Projekten war oder einfach viel mit ihm draußen/unterwegs war... Muss aber auch sagen, dass ich das gern gemacht habe (und ich hab's in meinem durchgehend straffen Zeitplan gequetscht - hab ja schließlich studiert und gejobt). Es war ja auch Zeit, die ich gemeinsam mit meinem Kleinen verbracht habe und auch ich bin ein extrem neugieriger, inputbedürftiger Mensch Smile Ja, er gehörte definitiv zu den Kindern, die Input brauchten (vllt mehr als einige andere), hat auch einige wenige Kurse mitgemacht, er hat i.d. Kitazeit einen Schwimmkurs gemacht und fing mit 5 mit Schlagzeug spielen an; mit Eintritt in die GS fing er auch mit Aikido an und er hat da auch das eine oder andere (außer-)schulische Angebot angenommen (Mathe, Nawi...). Ja, es war schon so, dass er Inputmäßig in der GS-Zeit definitiv nicht ausgelastet war und es mit dem einen oder anderen Kurs nach der Schule kompensiert wurde.
ABER ich hab es nicht eingesehen, Taxi oder Animationsprogramm zu spielen und fand die Vorstellung, dass mein Kind einen völlig zugestellten Wochenplan hat, ziemlich schrecklich; ein Kind braucht auch Zeit zum freispielen, in der es einfach lesen oder mit Lego spielen kann, in der es sich im "schlimmsten" Fall auch langweilt und lernt, mit der Langeweile umzugehen, etcpp...
Natürlich kann man (v.a. ein fittes) Kind schnell für xxx Aktivitäten begeistern, Kinder sind schließlich neugierig und außerdem wollen sie ihren Eltern ja eine Freude machen (heißt, wn ein Elternteil mit Begeisterung aka Überzeugung von Angebot xyz redet, werden sie es oft auch deswegen erstmal in Betracht ziehen)... die wenigsten können in dem frühen Alter jedoch ihre Grenzen erkennen, schon allein deswegen finde ich das Argument "Mein Kind WILL das alles machen!" schwierig...

Fördern und ja meinetwegen auch "fordern" ja, aber in Maßen und vor allem das Kind auch Kind sein lassen und ihm auch mal die Chance geben, zu lernen, sich mit sich selbst zu beschäftigen... und auch akzeptieren, wn das Kind nicht will... Ich weiß noch, dass ich es schon etwas schade fand, als Kind mit Antritt ins Gym zunehmend weniger Lust hatte, weitere Aktivitäten zu machen; ab der 6ten gab's eben auch keine AGs mehr... auch fällt es mir hin und wieder schwer, zu akzeptieren, wn er am WoE eben nicht groß was machen will... aber nun ja, er ist jetzt auch größer und muss das langsam auch selbst einschätzen können... (und wir unternehmen ja trotzdem immer wieder was...Wink )
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Ima
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ripley



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Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 07.03.2012, 10:55
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Ima drückt es härter aus als ich mich trauen würde, aber ich sehe es ähnlich.

Ich glaube, wir dürfen/sollten uns immer mal wieder die Frage stellen, wo "Fördern" zugunsten von "Fordern" untergeht - und wo das Ganze in Überforderung umschlägt.

UND wir dürfen/sollten uns fragen, was Kinder in welchem Alter wirklich an (An-)Forderungen "verpacken" können.
_________________
LG
Ellen
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starkejungs
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Anmeldungsdatum: 24.10.2006
Beiträge: 5625
Wohnort: BW

BeitragVerfasst am: 07.03.2012, 11:20
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Also, mir ist nicht so ganz klar, ob man das Fahren der Kinder als "Versklavung" der Mutter sehen sollte- denn wir leben z.B. in einer Gegend, in der die Musikschule und auch die meisten Sportarten weder zu Fuß, noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu wuppen wären.

Im Kiga-Alter waren meine beiden schon sehr anstrengend- aber außer "Musikalische Früherziehung", die im Kindergarten stattfand, hatten sie nur mich.
Ich hielt mich für kompetent genug, ihnen die Dinge der Natur in der Natur zu erklären, mit ihnen gemeinsam im Garten zu arbeiten, ihnen das Arbeiten mit Holz beizubringen, auch mal ein einfaches Experiment zu machen, sie hatten Spaß am "Kochen" und auch am Einkaufen- und kannten unwahrscheinlich viele Obst- und Gemüsesorten... nicht zu vergessen: Kugelbahn bauen, konstruieren mit Lego... nicht zu vergessen, die tiefschürfenden Gespräche und unendlich vielen Fragen- die mich schon manchmal an meine Grenzen brachten. Aber ist es denn schlimm, nicht alles zu wissen? Jedenfalls wäre ich nie auf Kurse gekommen.

Beide hatten sich eigentlich mit 5 ein Wunschinstrument ausgesucht- aber sie mussten damit warten, bis sie in der 2.Klasse waren. Beide durften "ihr" Instrument lernen- auch wenn das bedeutet, dass sie auf mich als Fahrerin angewiesen sind- und zwar so lange, bis sie den Führerschein haben.

Irgendwann mal in der GS-Zeit waren meine beiden Helden ein Jahr in einer Klettergruppe des DAV und die GS-Zeit im Kinderchor- beides war nur mit dem Auto erreichbar, beides waren große Wünsche, auf deren Erfüllung sie mangels Platz in den Gruppen bzw. aus Altersgründen warten mussten.

Außerdem haben wir schon immer Zeit in Museen, Austellungen, Wildpark oder Zoo, Planetarium etc. gemeinsam als Familie verbracht.

Hier am Gym nehmen beide an einer Instrumental-AG in der Schule teil- zu der ich mangels Platz im Schulbus- die Instrumente hinfahren und wieder abholen muss. Kein Problem, weil in der Nähe meine Freundin wohnt, die - wenn sie da ist- immer einen Cappuccino macht. daumen

Nun spielt der Große noch in einem Kammerorchester mit- Fahrt zur Musikschule. Seine Sportart wird nur in der Nachbarstadt angeboten: Fahrt abwechselnd mit anderen Eltern aus dem Ort.

Der Sport des Kleinen findet hier im Ort statt.

Manchmal werden in den Ferien Halbtageskurse angeboten- wenn sie da was finden und ich Zeit habe, fahre ich sie gerne.

Sprachkurse haben sie nicht gemacht. Sie haben in der Ferien immer ein bisschen von der jeweiligen Landessprache mitbekommen und hatten Spaß am Ausprobieren. Das hat ihnen bisher gereicht. Inzwischen würde der Große gerne mal ohne uns Auslandsferien machen, um eine seiner "Schulfremdsprachen" zu benutzen- aber da gibt es tolle Angebote erst für ältere Jugendliche. Das ist auch o.k.

Bisher ist es uns gelungen, alle Termine der Kinder auf den frühen Abend zu legen. Das erhält die Freiheit und das Wenige an echter FREIzeit, das sie haben.

Und die Instrumentallehrer an der Musikschule sind sehr kooperativ, denn sie haben sich bemüht, die Unterrichtszeiten der Jungs auf den selben Tag und die selbe Zeit zu legen. Das ist richtig Klasse! So habe ich nur an 2 Abenden der Woche Fahrdienst (Wartezeit= Zeit für ein Buch ohne schlechtes Gewissen und Zeit für Einkäufe)

Ich kann nicht sagen, "friss oder stirb" = "wenn du was machen willst, musst du selbst hinkommen". Dann hätte keines meiner Kinder ein Instrument lernen können, ein Mitspielen im Orchester wäre nicht möglich und der Große hätte "seine" Sportart nicht gefunden. Aber ich bin nicht bereit, mich für die Bespaßung der Kinder aufzuopfern. Der Kleine würde gerne noch Badminton und/oder Handball machen- aber ich finde, dass ein Sport reicht.

Ich bin davon überzeugt, dass auch ein Kind, das viel Input benötigt, viel freie, unverplante Zeit und Langeweile braucht. wie sonst sollen die Kinder lernen, sich selbst und eigeninitiativ zu beschäftigen?

An Kursvorschläge kommen sie erst selbstständig ran, seit sie auf dem Gymnasium sind. Alles vorher kommt meiner Ansicht nach nur durch Vorschläge der Eltern- das wird auch durch die sehr motivierten Eltern hier im Umkreis bestätigt. Pensum eines 5.Klässlers (Freund des Kleinen):
2 Instrumente, 2 Sportarten, Kunstkurs, Tastaturkurs, Instrumental-AG.
(Pensum mit 5: 1 Instrument, Vorschul-Kunstkurs, Sport, Kindermusical, Schwimmkurs)

Mach Meinung der Mutter will das Kind(und seine Geschwister auch!) das so, meine Beobachtung( wir sind schon lange befreundet) zeigt:
Bis auf den 2.Sport hat er nichts davon aus eigener Initiative angefangen. Die Instrumente haben ihm die Eltern nahegelegt keines hat er selbst ausgesucht!, den Kunstkurs musste er schon früh anfangen und macht es jetzt jahrelang- "weil er so wahnsinnig kreativ ist, das muss man fördern!", Tastaturkurs muss er machen, weil er über die Schule angeboten wird- und da günstiger ist... natürlich gefällt ihm das Meiste davon- aber es ist ihm zu viel. Er weiß aber nicht, was er aufhören will, weil es ihm am wenigsten wichtig ist oder was er aufhören kann, ohne dass die Eltern enttäuscht sind. Er wird kaum noch Herr der Lage- so viel für die Schule staut sich dann aufs Wochenende- da pauken dann die Eltern noch mit ihm, damit er trotzdem in der Schule gut ist.

Er ist kein Einzelfall. Hier haben alle Angst, was zu verpassen.
Und er tut mir leid, denn er spielt so gerne mit Freunden- aber er hat nie Zeit! Er baut so gerne Lego- aber kann nie darin versinken, weil er immer wieder zu einem Termin hetzen muss. Er schafft im Alltag gerade noch die HA. Dann noch 2 Instrumente üben...

Ich jedenfalls freue mich, wenn meine mal klagen: "Mir ist so langweilig"- weil ich weiß, dass das gut tut.

Grüßle Steffi
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Hab Geduld! Nicht durch Aufschlagen, sondern durch Ausbrüten wird das Ei zum Küken.
(Sören Kahl)
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