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Tja ...


 
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thorres



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 12.07.2012, 23:23
BeitragTitel: Tja ...
Antworten mit Zitat

... ich finde keine Überschrift Smile

Ich habe drei Söhne (8/8/6), der Jüngste ist "angetestet" mit dem Ergebnis unwahrscheinlich vielversprechend und wurde dann mit kurz vor 5 Jahren eingeschult. Er geht mittlerweile in die 2. Klasse (noch 2 Wochen), Noten prima, ihm ist recht langweilig, vor allem in Mathe.

Die Großen sind auch helle Köpfe, der Erstgeborene hat seit Ende der 2. Klasse (jetzt Ende 3. Klasse) mit der Rechtschreibung zu kämpfen. Und mit der Schrift (sehr schlechte Stifthaltung, sehr verkrampfte, schwer zu lesende Schrift, kann nicht schnell schreiben).
Es wurde schlimm und schlimmer - obwohl er die Regeln für Rechtschreibung alle benennen kann und auch Nachfrae auch anwendet (also wenn ich sage: guck mal das Wort an - da stimmt was nicht .. - dann kommt von ihm "Aaaaah ja, klar, da ist ja xyz".

Nach Ostern sprach ich mit der Klassenlehrerin, ob wir nicht mal auf Rechtschriebschwäche/-störung testen lassen wollten (lesen kann er sehr gut, auch vorlesen, sehr betont. Liest viel und gern, immer schon).
Die Lehrerin fand das auch ein gute Idee mit dem Test, wäre ihr auch schon aufgefallen, dass das doch sehr schlimm ist.

Also alles angeleiert, es wurde ein langer Test gemacht mit Sohn in der Schule. Lange warten und nun war das Ergebnisgespräch mit der Schulpsychologin und der Beratungslehrerin für LRS an unserer Schule (zufällig die Klassenlehrerin vom Kleinen).

Punkt 1: Kind ist sehr eloquent. Hat einen sehr überdurchschnittlichen Wortschatz, drückt sich sehr genau aus (ohne überkandidelt zu wirken) - also alles bestens. Lesen auch, keine Probleme (ein bisschen gestolpert ist er bei den Quatschwörtern, bei richtigen Wörtern, Sätzen und langem Text keine Probleme, sondern dem Alter weit voraus.
Sie haben sich auch gut über Literatur unterhalten, erzählte die Psychologin Smile
Also Lesestörung schon mal ausgeschlossen (das hatte ich aber auch erwartet).

Erebnisse vom IQ-Test: Kind hatte IQ-Werte im Bereich von 115 bis 129 bei diversen Kategorien (wobei die Gute mir nicht sagen wollte, was das für ein Test war).
Im Durchschnitt lag er bei 124.

Sie sagte, sie würden den Test zweigeteilt machen, wobei Test 2 nicht leichter oder schwerer wäre als der erste. (Dem Kind hat sie erzählt, er wäre so gut, dsas er noch den Test für altere Kinder machen solle).
Auffallend war, dass Test 2 auffallend schlechter war als Test 1 - was (laut Psychologin) normal wäre bei höherbegabten Kindern. Es wäre ihnen einfach langweilig, den gleichen "Sabber" noch mal zu machen.
Es spräche also für einen hohen IQ vom Kind.

Und die Rechtschreibwerte:
Test war 4 Seiten lang (einzelne Worte in Sätze einfügen). Seite 1 und 2 waren sehr schön (für seine Verhältnisse *g*) geschrieben, er hatte zwei Fehler bei 20 Worten. Ein Fehler passt ein keine Kategorie, der zweite war ein großgeschriebenes Verb.
Ab Seite 3 wird die Schrift schlechter, er hat mehr Fehler, aber bei lange nicht so viele wie er sonst in den Hausaufgaben oder beim Schreiben macht.
Für eine RS reicht es aber nicht, er lag im guten Mittelfeld.
Die Psychologin meinte, es wäre ihm einfach langweilig, weil er so schlau sei.
Hmmm. Und da steh ich nun. Kind ist intelligent (hab ich vorher auch schon gewusst) - aber kann keine Rechtschreibung, weil ihm langweilig ist?
Seine Noten werden schlechter (Halbjahreszeugnis 1 -2 - 2, wie es heuer aussieht? Glück hat, hat er noch eine 2 in Mathe).
Was kann ich mit ihm üben?
Ist das eine Konzentrationssache?

ich habe mit ihm - eisessend - die Ergebnisse besprochen. Mir schien, er war sehr froh, zu hören, dass er nicht dumm ist, im Gegenteil: sondern amtlich bestätigt weit oben. Als ob eine Last abfiele.
Er meinte, beim Aufsatz schreiben wäre im Kopf schon alles fertig und toll - und die Hand könne es nicht aufschreiben. Darum würde er nur kurz schreiben - was seine an sich sehr schönen, überraschenden, durchdachten, phantasievollen Geschichten natürlich viel nimmt.
Er hasst Schreiben (verstehe ich: ich könnte auch nciht mit der Stifthaltung längere Texte schreiben) - aber das ist genau seins! Schreiben, Geschichten ...
Also Ergotherapie, damit er schneller, besser, leichter schreiben kann?

Ach Mensch, ich hätte irgendwie doch gerne mal irgendeinen klaren Stempel gehabt. Nun weiß ich wieder nicht, was ich machen soll.
Vielleicht habt ihr Ideen?

Falls ihr bis zum Ende gekommen seid *g*

Viele Grüße,
thorres
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hummel05



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BeitragVerfasst am: 13.07.2012, 06:31
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Hallo Thorres,

ja, Ergo könnte eine Idee sein. Ich würde an Deiner Stelle zu einer richtig guten Ergotherapeutin gehen, die ihn in 1-2 Sitzungen mal durchcheckt. Das kostet nicht viel, und Du brauchst deswegen nicht beim Arzt zu betteln.

Ansonsten könnten auch verborgene Probleme mit den Augen bzw. der visuellen Wahrnehmung dahinterstecken. Schreiben scheint ihn zu sehr anzustrengen. Google mal nach Funktionaloptometrie. Für meine Kleine ist das anscheinend die Lösung, nachdem wir 3 Jahre mit mäßigem Erfolg Ergo gemacht haben und dann 2 Jahre völlig erfolglos und verunsichert zwischen Augenarzt und Augenklinik gependelt sind.
_________________
*******************

Liebe Grüße,
hummel05
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BeitragVerfasst am: 13.07.2012, 08:18
BeitragTitel:
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Die Rechtschreibung meines Kindes ist eine Katastrophe. Es werden ganz viele auch sehr einfache Wörter falsch geschrieben, Groß- und Kleinschreibung ist willkürlich usw., dabei schreibt sie gern und viel. Rechtschreibregeln kennt sie.

Sie selbst meint: " Ist doch egal... kann man doch trotzdem lesen..." usw.

Leider, leider kenn ich keine Lösung.

Mitfühlende Grüße
_________________
LG Anja

"Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt." - Aus Uganda
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jutta
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BeitragVerfasst am: 13.07.2012, 10:27
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Mein Großer hat sich auch in der GS gelangweilt. Er wurde kreativ, indem er neue Schreibweisen einfügte. devil
Seine Augen sind allerdings in Ordnung.
Ab der 7. Klasse (und ungezählter Drohungen, Bitten usw. von uns oder Lehrern, die Rechtschreibregeln nicht nur zu kennen, sondern auch anzuwenden) beschloss er, dass es doch doof sei, die Klassenarbeiten immer eine Note schlechter als nötig zu schreiben, weil er so kreativ war. Von Stund´ an schrieb er richtig.

Was die Handmotorik angeht, würde ich das auch untersuchen lassen, die Ergotherapeuten können das schon testen. Mein Kleiner hat da auch eine sehr krakelige Schrift mit Langsamkeit und schneller Ermüdung der Hand kombiniert. Ist mittlerweile mit Ergo, viel Üben und Älter werden einfach besser, aber richtig gut ist es nicht. (Aus Mamasicht)

Augen können auch ein Anhaltspunkt sein, wobei mich das Gernlesen da doch schon etwas irritiert sein lässt.

Wenn die Motivation stimmt, können Kinder ja doch vieles, was man ihnen vorher kaum zutraut. Habt ihr da einen Aufhänger, an dem ihr überprüfen könnt, ob es die Langeweile ist? Vielleicht ein Hobby, wo er etwas zu schreiben kann oder so was?
_________________
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joeymc
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BeitragVerfasst am: 13.07.2012, 17:27
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Bei meiner Nr 2 war es genau wie bei Juttas Großem. Ansonsten kam mir spontan die Idee, ob er mit der richtigen Hand schreibt? Verkappter Linkshânder? Aber irgend was hat es wohl mit der Hand-Auge-Koordination zu tun..
Ich drücke die Daumen, dass ihr bald das richtige findet!
LG
Joey daumen
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(Ich kam, scherzte und floh - mein Sohn Nr 1 (mit damals 13) über die Schule und wech )
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jenny73



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BeitragVerfasst am: 14.07.2012, 10:08
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Hallo Thorres,

So wie es dein Sohn selbst beschreibt, ist bei ihm "der Kopf viel schneller als die Hand". Bei Leo sah die Psychologin allein in dieser Diskrepanz die Ursache für sein Schulproblem.

Ich schreibe einfach mal von uns, vielleicht bringt dir das einen Hinweis.

Leo war hauptsächlich viiieeel zu langsam beim Schreiben und hat Fehler ohne Ende gemacht. Ende der zweiten Klasse stand die Warnung der Lehrerin, dass er bei keiner Besserung in Klasse drei wegen der Rechtschreibung versetzungsgefährdet wird. Die Fehler waren nicht LRS-typisch. Er hatte auch Probleme beim Lesen. Er hat zwar als einer der Ersten in der Klasse das Leseprinzip verstanden, kam dann aber nicht weiter in Richtung flüssiges Lesen.

Anlass für uns, zur Funktionaloptometrie zu gehen, war Leos Aussage Ende der zweiten Klasse, dass ihm beim Lesen oder Schreiben Buchstaben und Zeilen aus der Mitte des Blickfelds verschwinden. Diese Therapie hat vor allem verbessert: Raumorientierung und Entfernungen einschätzen, die Fähigkeit Bälle gezielt zu werfen und zu fangen und Lesen. Die Rechtschreibung ist in dieser Zeit in den Bereich einer 3 gerutscht, denn nun hatte er ja die Wortbilder ohne fehlende Buchstaben vor Augen. Allerdings blieb das Schreibtempo katastrophal und in der Hektik hat er in der Schule dann doch Fehler gemacht, obwohl er es inzwischen besser wusste.

Da dein Sohn ja sehr gut liest, hätte ich meine Zweifel, ob die Funktionaloptometrie bei ihm der Schlüssel ist. Die Therapie setzt am Auge an und bezieht die Auge-Hand-Koordination mit ein.

Dann haben wir eine Ergotherapie angeschlossen. Dort konnte Leo sein Schreiben so verbessern, dass er jetzt in der Schule zeitlich mitkommt. Seine Fehlerquote liegt jetzt im Bereich für eine stabile 2. Auch andere feinmotorische Fähigkeiten hat er in dieser Therapie verbessert. So hat mein Sohn tatsächlich noch Schnürsenkel binden gelernt, nachdem wir jahrelang erfolglos daran geübt hatten.

Die Therapie setzt an der Motorik und der Handlungsplanung an. Sie bezieht ebenfalls die Auge-Hand-Koordination mit ein, aber von einem anderen Ausgangspunkt her als die Funktionaloptometrie.

Vielleicht überlegst du mal, ob und ggf. wo euer Sohn sonst noch Probleme hat. Das könnte einen Hinweis geben, ob ihr Ursachen eher im visuellen Bereich oder eher im Bereich der Motorik suchen müsst. Deine Beschreibung passt auf motorische Schwierigkeiten (schlechte Stifthaltung, verkrampfte und schlechte Schrift, langsames Schreibtempo, Fehler beim Schreiben trotz bekannter Schreibweise, guter Leser). Joey's Linkshänder-Hinweis könnte auch den Kern treffen. Agiert er denn dort, wo niemand auf Rechts trimmen würde eher mit Links?

Jenny
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ripley



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BeitragVerfasst am: 14.07.2012, 10:28
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Genaues Abklären der Ursache, ggf. Ergotherapie sind sicher sehr gute Ideen.

Was wir hier Junior gemacht haben, der seinerzeit ebenfalls völlig verkrampft, extrem langsam, in scheußlichem Schriftbild und zudem orthografisch ... "eigenwillig" schrieb:
Die verschiedenen Aspekte voneinander abkoppeln!

Ja, wir haben zuhause geübt. Aber nicht alles auf einmal. Wir haben je Übungssequenz entweder die Anweisung gegeben, so schnell wie möglich zu schreiben (OHNE dass Rechtschreibung oder Schriftbild zählen sollten), dann wieder ein paar Zeilen (in beliebiger Geschwindigkeit) so "schön" wie möglich, dann mit besonderem Augenmerkt auf Orthografie (ihn selbst Wort für Wort korrekturlesen lassen - rückwärts, also am Satzende beginnend). Zwischndrin um Lockerung ins Handgelenk zu bringen Kringel oder sowas - halbe Seite, so schnell wie möglich. Tafel ist für so etwas auch klasse - groß anfangen, dann kleiner werden.
Das Ganze immer in kleinen Einheiten und unter auch für Junior erkennbarer Protokollierung der Fortschritte. Die es in dramatischer Weise gab.

Inzwischen (Mittelstufe) ist er immer noch der langsamste Schreiber, aber er kommt mit. Und die Rechtschreibung ist normalerweise auch ... okay. Dass da auch mal Ausrutscher vorkommen - naja, ist dann so. Die Diktate hat er jetzt hinter sich und in AUFSÄTZEN schreibt er sowieso korrekteres Deutsch ... p
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LG
Ellen
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Ela



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BeitragVerfasst am: 16.07.2012, 00:17
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Bei meinem Kind gab es auch Schwierigkeiten in der Feinmotorik. Mit Hilfe von Ergotherapie konnten wir da einiges bewirken. Dadurch, dass im Kopf ganze Romane entstanden sind und die "dumme" Hand nicht schnell genug alles aufs Papier bringen konnte, war der Frust meist vorprogrammiert.

Wir haben ebenfalls immer kleine Übungseinheiten eingeschoben. Mal ging es darum so schön wie möglich zu schreiben, dann so schnell wie möglich, dann so fehlerfrei wie möglich oder mal mit dem schönsten Inhalt. Diese Übungen waren sehr hilfreich.

Mein Kind ist im Schreiben nach wie vor langsamer als die Klassenkameraden, aber es langt irgendwie immmer. Von daher lassen wir die Zeit für uns arbeiten. Wenn die Aufsätze fehlerfrei sind, sind sie inhaltlich eher wirr. Wenn es ein schöner Text ist, stehen 1000 rote R's am Rand. Diktate sind immer im unteren Mittelfeld, weil unter Zeitdruck meist gar nichts mehr geht. Mein Kind weiß, dass die Hand halt nicht schneller kann und damit ist das Thema eigentlich vom Tisch. Solange keine 5 oder 6 dabei herauskommt, stressen wir uns nicht mehr mit dem Thema. ;)

LG

Ela
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Wenn du als Pinguin geboren bist, machen auch zehn Jahre Psychotherapie und Selbsterfahrung keine Giraffe aus dir. ;)

Dr. Eckart von Hirschhausen
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jenny73



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BeitragVerfasst am: 17.07.2012, 06:06
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Bei uns waren erst durch die Therapie Fortschritte im häuslichen Üben zu sehen. Manches lässt sich eben nicht allein durch Üben zu Hause regeln, da braucht es Hilfe von außen. Auf die Therapie hat sich Leo übrigens nur eingelassen, weil er dort nicht schreiben musste.

Auch wir haben beim Üben die verschiedenen Aspekte anfangs getrennt. Als sich Erfolge einstellten, sind wir dazu übergegangen, dass Leo auf zwei Sachen gleichzeitig achten soll. Also so schnell wie möglich so schreiben, dass ich es lesen kann oder so schnell wie möglich fehlerfrei schreiben. Die Kinder müssen ja auch lernen, die Anforderungen unter Zeitdruck abzurufen. Inzwischen kombinieren wir alle drei Aspekte und es geht. In der Schule ist so schnell wie möglich lesbar und weitgehend fehlerfrei jetzt so, dass er geradeso fertig wird.

Jenny
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LiaJolée



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BeitragVerfasst am: 17.07.2012, 10:32
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winkie

Der IQ-Test könnte der CFT 20 gewesen sein. Er misst die Grundintelligenz und besteht aus 2 Teilen. Bei diesem Test ist es tatsächlich so, dass es vorkommen kann, dass höher begabte Kinder im 2. Teil signifikant schlechter abschneiden, eben weil die Motivation flöten geht. Dann wird der 1. Teil als Gesamtwertung vorgezogen.
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Grüße
Lia
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Lia mit Sohn (*06/99)
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thorres



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Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 23.07.2012, 13:21
BeitragTitel: Vielen Dank!
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Vielen Dank für die vielen Antworten. Ich war jetzt sehr eingespannt, daher erst jetzt meine Antwort.

Eine Linkshänderproblematik ist vorhanden Smile
Bis er viereinhalb war, hat er alles mit links gemacht. Dann kam eine Praktikantin in den Kindergarten, die "das schöne Händchen" wollte und auch sehr rigide eingefordert hat. Dem Kind ist da erst aufgefallen, dass er "anders" ist als andere - und wollte das nicht mehr sein. Er hat dann alles mit rechts gemacht - immer mit dem Hinweis: "ich bin nicht anders als andere" - und nur, wenn es klein und fummelig war, doch heimlich die Linke genommen.

Nachdem die Schrift nun nicht irgendwie besser wurde nach dem Schreibenlernen waren wir in der 2. Klasse bei einem tollen diplomierten Linshänderspezialisten hier an der Klinik angegliedert. Er meinte schnell, dass das Kind ein Linkshänder ist und es gut wäre, wenn er umschult. Kind sagte auch selber, mit der linken Hand fühle es sich besser an. Schnelle Erfolge gab es beim Ballfangen, prellen etc. Vorher hatte eher Angst, an den Ball zu gehen (ist ausgewichen) und den Ball prellen war eher nicht wirklich möglich. Das ging ganz schnell sehr gut und er ist beim Handballtraining sogar ins Tor gegangen freiwillig und mit guten Fangquoten.

Die Umschulung sah dann so aus, dass das Kind eine Stunde beim "Lehrer" war und dort Übungen gemacht hat. Ansonsten gab es Hausaufgaben - ca. 6 Zeilen mit der linken Hand schreiben - pro Woche! Sonst nix. Kind macht nur so viel wie nötig und sicher nicht mehr, als der Lehrer sagt (Mutter kann sagen, was sie will).
Für meine Begriffe hätte irgendwann der Punkt kommen müssen/sollen, dass alles mit links gemacht wird (so gut es halt geht) - Brot schmieren, malen etc. - aber es sollten nur die 6 Zeilen/Woche sein.
Dann irgendwann wurde sich beschwert, dass das Kind ja gar nicht vorwärts kommt und jetzt lieber noch ein bisschen die rechte Hand trainiert würde, damit er klar kommt und dann goog bye!

Nun ja - so schreibt er also immer noch mit rechts - ich bin immer noch der Ansicht, dass das nicht seine "richtige" Hand ist ...

Wenn er klein schreibt, schreibt er - für seine Verhältnisse - recht schön. Aber seine Schrift ist eher ausladend und braucht viel Platz, viel Zeit und auch Kraft.

Mit seinen Augen ist alles in Ordnung. Da der Vater Brillenträger ist von Kindheit an, sind wir früh und regelmäßig zum Augenarzt gegangen.

Funktionaloptometrie - ich weiß nicht ... klingt für meinen Sohn nicht stimmig...

Ich bin beim googlen über den visuell-räumlichen Lernstil gestolpert. Das klingt für mich in Bezug auf das Kind interessant. An sich stimmt alles, was da so als "Hinweise" aufgelistet wird auf ihn.
Da werde ich dran bleiben.

Ergo weden wir aber angehen - ich denke, das braucht er wohl auf jeden Fall - in welche Richtung es auch geht.

Danke euch!

Viele Grüße,
thorres
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Biene Maja
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 02.03.2005
Beiträge: 656
Wohnort: Augsburg

BeitragVerfasst am: 27.07.2012, 10:53
BeitragTitel:
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Hallo thorres,

bevor ich deinen letzten Beitrag gelesen habe war mir eigentlich klar, dass dein Sohn zur jetzigen Schreibhand mit ziemlicher Sicherheit "hemisphärenvertauscht" ist. Heißt, dass - wenn er mit rechts schreibt - die beiden Gehirnhälften jeweils ihre Aufgaben vertauscht haben. Normalerweise ist die logisch, analytische, feinmotirsche Gehirnhälfte links. Ganzheitlich, Zusammenhänge herstellen, Rhythmus, Kreativität und Grobmotorik ist rechts. Bei einem geringen Prozentsatz der Bevölkerung ist das aber genau andersherum. Wechselt dann nicht die Schreibhand mit (bitte nicht manuell umstellen weil es das Gehirn zusätzlich verwirren kann und Probleme Störungen und Blockaden dann noch hinzu kommen können) steht zum Schreiben die Grobmotorik zur Verfügung. So ist auch die verkrampfte Stifthaltung, die schlechte Schrift und das geringere Schreibtempo zu erklären. Hemisphärenvertauschte Kids haben normalerweise ein sehr großes Potential, sind talentiert und kreativ aber leider auch sehr stressanfällig.

Ergotherapie kann hier helfen, die Verkrampfung aufzulösen. Ansonsten hilft den Kindern dass man vorallem Verständnis für sie aufbringt und die Mühe die sie sich geben honoriert - auch wenn die Schrift nicht wirklich schön ist aber die Mühe erkennbar ist. In meiner Praxis rate ich Eltern, ihren Kindern in punkto Schrift den Rücken zu stärken und auch mit den Lehrern zu reden die einen zu hohen Level fordern.

Dass Thema Aufsatz hat uns auch lange Jahre beschäftigt und es zeigte sich bei meinem Sohn (auch hemisphärenvertauscht mit schrecklicher Schrift) auch immer wieder, dass die Geschichte im Kopf viel zu schnell fertig war. Beim Schreiben blieben dann die meisten Sätze leider auf der Strecke und das was dann am Papier übrig blieb war nicht mehr als Geschichte erkennbar. Rechtschreibung war ihm lange Jahre egal (... ist doch egal, man kanns doch lesen ...) und alle Probleme besserten sich je mehr Futter sein Gehirn bekam. In der Grundschule schrieb er die Übungsdiktate mit unzähligen Fehlern, unsere Übungsdiktate aus dem Wissenschaftslexikon fast fehlerfrei. Ich habe ihn dann gelassen und nichts zusätzlich geübt damit ihm nicht noch langweiliger wird.


Liebe Grüße
Conny winkie
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Biene Maja
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