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'Nur' Realschule, trotz HB? Wer hat damit Erfahrung?


 
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diorella




Anmeldungsdatum: 27.01.2010
Beiträge: 97

BeitragVerfasst am: 30.07.2012, 15:29
BeitragTitel: 'Nur' Realschule, trotz HB? Wer hat damit Erfahrung?
Antworten mit Zitat

hallo,
ich hab mich mal hier reingeschrieben, obwohl mein sohn (9) erst nach den sommerferien in die 4. grundschulklasse kommt.
er war in der 1. klasse hb getestet worden, ist jetzt seit klasse 2 in einer impulsschule, in der er verstanden wird, ist 'nur' durchschnitt und ein zufriedenes kind.
er lernt nur das nötigste, wenn überhaupt, und begreift alles gleich, sieht daher keine notwendigkeit, mehr als nötig - und das sind dann hausis und nicht mehr - zu machen.
er ist nicht sehr ordentlich, was seine noten immer eher drückt. im lesen hat er schon immer schwierigkeiten und mit der rechtschreibung ists auch nicht soweit her (liegt an mangelndem interesse, denk ich).
er ist ein absolutes draussen-kind. stundenlange streifzüge im freien, bei wind und wetter, mit mir oder freunden, oder auch mal alleine, das braucht er dringend und ich möchte ihm das auch erhalten.
also hab ich mir gedacht, dass er am besten auf die realschule geht, die kann er gut erreichen, wird dadurch unabhängiger und geht dann auch mit kindern vom ort dorthin. ich denke, mit g8 und stundenlangem lernen täglich würde er verkümmern und wäre unglücklich. es gibt in der nähe ein gym, das auf 9 jahre umgestellt hat, nur gehen die kinder vom ort nicht dorthin und er wäre wieder aussenseiter (seine grundschule ist 2 orte von hier und er ist der einzige dort, der von unserem wohnort kommt).

hat jemand von euch hier erfahrung?
mir scheint es vernünftig, wenn ich ihn ohne druck durch die mittlere reife kommen lasse - immerhin kann er dann auch weiter mit seiner freien zeit seine bedürfnisse nach bewegung und natur befriedigen. und dann stehen den kindern ja viele wege offen - hier bei uns wäre ein technisches gymnasium, wo er zb weitermachen könnte. er ist absoluter technik-freak und enorm fingerfertig, kann sich komplizierte mechanismen sehr gut vorstellen und ist hier seinen gleichaltrigen freunden überlegen. nur: egal, wohin er nach der grundschule geht, erstmal hat er da ja keinerlei möglichkeiten, oder?!
wer kann mir tipps geben oder aus eigenen erfahrungen berichten?
danke schonmal und lg
diorella


Zuletzt bearbeitet von diorella am 30.07.2012, 15:35, insgesamt einmal bearbeitet
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jutta
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 15.05.2005
Beiträge: 4602
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 30.07.2012, 18:24
BeitragTitel:
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Hallo diorella,

meine Gedanken dazu:
Dein Sohn passt sich dem Minimum an - Wird er auf einer Realschule dann eher bei den besseren mitmachen oder sich auch den anderen anpassen wollen?
Er lernt schnell und braucht wenig Wiederholung - Wo gibt es dazu die passendere Unterstützung?
Er hat wenig Interesse am Lesen - Wird das auf der einen oder anderen Schulform besser oder ist es bis jetzt einfach sein Naturell?
Er ist technisch total fit - Wo kann er das besser ausleben?
Er leidet daran, nicht mit seinen Freunden zusammen zur Schule gehen zu können - wenn ja, wohin gehen die dann und sind sie nach dem Schulwechsel immer noch seine Freunde?

Unsere bisherigen Erfahrungen: Einstein hat bis zur 7. Klasse Schreibarbeiten interessanter gestaltet, indem er kreativ in der Rechtschreibung war. Hat er von selbst danach eingestellt (Tempo zog wohl ein wenig an)
Er hat ein altsprachliches Gym besucht, studiert jetzt allerdings Physik. Da hat Napoleon (hoffentlich) Glück, er besucht ein ganz normales Gym, welches sich gerade naturwissenschaftlich ausrichten möchte. Das passt dann noch besser.
Beide laufen/liefen in der Mittelstufe mittelmäßig mit. Der eine mit G9, der andere mit G8. Gestresst sind beide dabei nicht. Ich glaube, der Hype wegen G8 und zuviel Hausaufgaben, zu wenig Freizeit, zu viel Stress für die armen Kinder liegt oftmals in übersteigerten Ansprüchen von Eltern, deren Kinder trotz guter Realschulempfehlung nur ein Gymnasium besuchen dürfen oder Lehrkräften, die sich mit alters- oder entwicklungsbedingten Leistungsmöglichkeiten der Schüler nicht so gut auskennen.
Meine Kinder haben immer noch Zeit (gehabt). Und Nachhilfe hatte der Große, weil Latein einfach nicht sein Ding war, er aber wenigstens die Vier behalten sollte, um jetzt im Zeugnis das Latinum stehen zu haben. Ohne Note.

Napoleon ist ganz allein zum Gymnasium, kannte keinen. Er hat nach Anfangsproblemen, die aber speziell gelagert waren, seit der 6. Klasse ein paar Freunde. Einstein hat mit 5 anderen der GS-Klasse gewechselt. Seine Kontakte und engeren Freunde waren danach aber mehr andere, neue Jungs. Vor allem in der Oberklasse waren die "alten" nicht mehr aktuell.

Die Fahrzeit hat uns für ein uns geeignet erscheinendes Gym beim Großen abgeschreckt (45 Min.), ab der 8. Klasse haben wir das gar nicht mehr so gesehen....

Der Freund von Napoleon kam wegen Rechtschreibproblemen zur Realschule, hat eine Klasse wiederholt, ist sehr unterschiedlich in seinen Leistungen, meist aber eher mittig bis drunter. Er ist auch hb, sehr pubertär und macht nur das Nötigste. Er könnte sicher auch Abi machen, wenn er denn in drei Jahren den passenden Quali bekommt, aber ob das klappt? Bisher sieht er es nicht ein, ist auch ok., solange er den Anschluss nicht verpasst.

Zu guter Letzt: Ich war auf der GS hochleistend, sollte unbedingt auf ein Gym, bin aber wegen meiner Freundinnen zur Realschule gegangen. Mit pubertären 16 hatte ich keine Lust und auch keine Quali für die Oberstufe und bereue es heute doch ab und zu. Da zu landen, wo ich beruflich heute stehe, hätte ich auch einfacher haben können.

Du merkst meine Neigung zu einer Schulform? green

LG Jutta
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Jutta
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ripley



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BeitragVerfasst am: 30.07.2012, 19:52
BeitragTitel:
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Ich rate dazu, in dieser Frage auch die - erst in einem halben Jahr oder so - anstehende Empfehlung der Grundschule mit einzubeziehen. Die mag nicht verpflichtend sein, liefert aber vor allem in ihren Begründungen sicher Info, die Du von zuhause nicht so gut wahrnehmen kannst.

Bei Junior lautete die Empfehlung auf Realschule, trotz auch von den Lehrern klar erkannter Hochbegabung. Seine Arbeitshaltung ließ den Lehrern keine andere Möglichkeit.

Nun, wir haben ihn dennoch aufs Gymmi geschickt. Seit der 7. ist er dort im "schnellen Zug" (der als Gesamtklasse die 9. überspringt, den Stoff daraus auf 7.,8. und 10. verteilt) und ... was soll ich sagen? Er ist kein Einserschüler dort, aber er hält sich leistungsmäßig sehr wacker und ungefährdet - und freie Zeit für Musik, Sport und jede Menge Daddeln hat er immer noch genug.

Es GIBT Kinder, die auf dem Gymnasium richtig ackern müssen, ja. Aber es gibt auch genügend, die den ach so schrecklichen Druck gar nicht als solchen wahrnehmen.

(Ich selbst habe in meiner gesamten Gymnasialzeit übrigens genau zwei mal richtig "büffeln" müssen - das erste Mal, als ich mir im LK Chemie große Teile wegen Schwänzens verpasster organischer Chemie in den Kopf ziehen musste, das zweite Mal vor dem mündlichen Abi - drei ganze Tage lang ...)
_________________
LG
Ellen
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diorella




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BeitragVerfasst am: 31.07.2012, 08:00
BeitragTitel:
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besten dank euch beiden für die beiträge...
ich möchte hier noch anfügen, dass mein sohn ohnehin seine freundschaften neu aufbauen muss, wenn er von der gs wechselt - jetzt geht er ja dorthin, wo definitiv keine kinder aus unserem ort sind.
im gespräch mit ihm ist klar: er würde gerne aufs gym gehen, aber er ist auch fürs andere offen.
und: mit dem lernen ists schwierig, wenns mehr als 'das normale' betrifft. da hat er wenig bereitschaft und auch wenig geduld.
er selbst sieht sich eher als einen nicht so guten schüler, ist aber auch schon realistisch genug um zu erkennen, dass er's leicht hat - kapiert alles schnell und kommt nicht in not, wenns mal nicht so gut klappt.
was ich durchaus auch sehe: ich selbst bin auch unter meinen möglichkeiten geblieben und habe 'nur' mittlere reife gemacht. hat mir schon mehrfach sehr leid getan, obwohl ich insgesamt danach gute jobs hatte.
diese entscheidung, es ihm einfach zu machen mit realschule und danach dieses technische gym anzupeilen, würde mir gut gefallen, weil er dann einfach reifen könnte.
natürlich werde ich mit der schulleitung und den lehrern sprechen, wenns soweit ist. und da erhoffe ich mir schon, nochmal wichtige infos zu bekommen. zumal unser rektor auch eine beratungsstelle für hb leitet und entsprechend beurteilen kann, was sinn macht.
danke für eure erfahrungen und vielleicht meldet sich ja doch noch jemand, dessen hb-kind in die realschule ging....

diorella
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ripley



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BeitragVerfasst am: 31.07.2012, 09:25
BeitragTitel:
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Nein, kein eigenes.
Ich kenne nur einen Freund von Junior, bei dem ich - jenseits aller "richtigen" Diagnostik - eine ganz ähnliche Kombi von extremer Cleverness und ADS (in dem Falle ohne H) sehe, wie bei Junior. Übrigens beide mit ähnlichen "Schwerpunkten" wie Deiner: Mathe/Physik/Technisches hui - Sprache(n) und Schreiben pfui.
Der Bub ging nach der GS auf die Realschule, die inzwischen bei uns in RLP ja "Realschule Plus" ist (also mit der Hauptschule zusammengeworfen) und kommt jetzt in die ... ich glaube 10. Klasse
Er ist da todunglücklich. Hat extreme Probleme mit Mobbing (nicht, dass es DAS auf dem Gymmi nicht gäbe) und weiß derzeit so gar nicht, wie es weitergehen soll. Auch die für ihn durchaus greifbare Ausbildung als ... war das Chemielaborant? (naja, wie das heute halt heißt) würde zwar seinen grundsätzlichen Interessen entsprechen, aber er sieht schon jetzt (Praktika), dass er damit unterfordert bliebe.

Da er mich letzthin explizit und etwas niedergeschlagen-hilflos dreinschauend um Rat bat, schlug ich vor, sich auf alle Fälle kundig zu machen, ob er nicht vielleicht doch die gymnasiale Oberstufe irgendwie "draufsetzen" könne.
_________________
LG
Ellen
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Moffi
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Beiträge: 2070

BeitragVerfasst am: 31.07.2012, 11:34
BeitragTitel:
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Huhu Diorella
ich lese bei Dir so eine gewisse Skepsis und Scheu vor dem Gymnasium heraus, weil Du selbst nicht dort warst, oder täusche ich mich da?

Im Gymnasium wird auch nur mit Wasser gekocht, auch im G8! Und Du sagst ja selbst, dass Du es bereut hast, schulisch nicht weitergekommen zu sein und beruflich weniger Möglichkeiten gehabt zu haben.

Meine (allerdings recht brave) Große hat bisher im G8 absolut keinen Stress oder Leistungsdruck gehabt, sie ist zuhause definitiv nicht übrefleissig, macht halt die Hauasaufgaben und lernt die Vokabeln und hat dann immer noch seeeehr viel Zeit für Freunde und diverse Hobbies. (O.k., sie ist erst in der fünften, wahrscheinlich wird es später mehr.)

Ich habe auch einen faulen, minimalistischen, schreibunwilligen Zweitklässler - NIE IM LEBEN würde ich ihn auf die Realschule schicken! Noch mehr langweilige Pflichtaufgaben, bei denen es mehr auf die äußere Form und das Nachkauen ankommt, als auf den Inhalt - das werde ich ihm (und mir) ganz sicher nicht antun. Ich gehe davon aus, dass bei ihm die Fünfte wesentlich holpriger und Elternhilfe-intensiver sein wird, als bei der braven Schwester, aber das gestehe ich ihm auch zu, weil er einfach von der Reife her nicht so weit ist. Für diesen Reiferückstand bestrafe ich ihn doch nicht mit der Realschule!

Und Dein Kind will selber aufs Gymnasium, dann lass es ihn doch versuchen! Mit Vierzehn oder Fünfzehn will er vielleicht sowieso nicht mehr bloß draußen am Bach spielen...

So wie ich es bei meiner Großen erlebe, kommt es im G8 im Wesentlichen darauf an, bei den Fremdsprachen am Ball zu bleiben. Alle Durchfaller und Auf-die-Realschule-Wechsler, die ich kenne, sind an der Fremdsprache gescheitert. Ich habe den Eindruck, dass das gerade Eltern, die selber nicht auf dem Gymnasium waren, nicht so klar ist, dass sie ihre Kinder da unbedingt auf die richtige Spur bringen und hinterher sein müssen (bzw. wie sie das machen sollen). Aber auch das ist ein Aufwand, der sich in Grenzen hält (täglihces Vokabelabfragen), bzw. den zu erbringen ich einfach für notwendig halte.

Habt ihr denn mehrere Gymnasien zur Auswahl? Hast Du sie Dir shcon angeschaut? Ich hab vergessen, in welchem Bundesland ihr seid, war es ein südliches? Wo gehen die Kinder aus Eurem Dorf hin, das habe ich auch nicht ganz verstanden?

Tut mir leid, dass ich auch keine eigenen Erfahrungen zu bieten habe... Wink

lG
Karin
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blaue elise
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Anmeldungsdatum: 31.07.2005
Beiträge: 1098
Wohnort: irgendwo im Rheinland

BeitragVerfasst am: 31.07.2012, 14:20
BeitragTitel:
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Hallo Diorella,

diese Sorge kenn ich ;)

Nach langem abwägen haben wir uns für eine Gesamtschule entschieden.

Dann wurde in der Klasse besprochen, wer wohin geht. Daraufhin habe ich einen Anruf der Klassenlehrerin bekommen, ich solle s o f o r t in die Schule kommen. Aussage der Lehrerin "Gesamtschule? Nur über meine Leiche!"

Ach, was hat ich Bauchweh. Das arme Kind, soll doch was vom Leben haben, nicht gedrillt werden etc....

Das "arme Kind" ist jetzt bald in der 9. auf dem Gym und hat ohne sich irgendwie zu verausgaben (soll heißen er tut gar nix!) nie einen Schnitt über 2 gehabt. :) Ganz im Gegenteil, je mehr der Stoff anzieht, desto besser werden die Noten.

Kommt ja immer noch auf das Kind an, aber ich finde Gym heute und vor 30 Jahren ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Und um zu "reifen" hat er dann ja noch 2 Jahre in der Erprobungsstufe. Und wenn es dann gar nicht geht, kann er ja immer noch wechseln. Nach unten ist immer leichter als nach oben.

Nur Mut!

LG
Lisbeth
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Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.
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diorella




Anmeldungsdatum: 27.01.2010
Beiträge: 97

BeitragVerfasst am: 01.08.2012, 08:31
BeitragTitel:
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guten morgen ihr lieben,

hab mich gewundert, dass nochmal reaktionen kamen, umso erfreuter darüber.

und: ja, ich hab scheu vor gym, denn ich hatte dorthin gewechselt und war nach 2 jahren wieder zur realschule - mir war das zu anstrengend. und ich sehe jetzt, wo ich drüber nachdenke, zwei dinge: zum einen wollten meine eltern mich da ohnehin nicht haben und haben dem wechsel sofort zugestimmt. zum anderen waren die noten nachher ähnlich und ich denke, beim gym wäre ich auch weitergekommen...

soviel dazu...

möglichkeiten gibt es hier viele. sowohl direkt im nachbarort (wo er auch zur realschule hinmüssste und die zu unserem dorf gehört) als auch in karlsruhe oder bruchsal. breite auswahl, wobei ein gymmi auch mit g9 wieder drangeht und dort bekannt ist, dass es stressfrei abläuft (vom zeitaufwand).
ich möchte aber vor allem, dass jr in eine schule geht, wo auch kinder aus der direkten umgebung hingehen. denn die grundschule macht er ja ausserorts und hat deshalb keine spielgefährten hier am ort, die er auch in der schule sieht. und das ist mir wichtig.
natürlich ist das nur ein nebensächslicher punkt bei der überlegung, ob realschule oder gym...
ich muss gestehen, dass ich anfange umzudenken. eure argumente scheinen mir logisch und letztlich kann er wirklich noch wechseln, wenns zu arg wird. ich schätze ihn so ein, dass er sich irgendwie durchmogelt...

und übrigens sind seine noten im augenblick so ziemlich aussschließlich 3er, ausser in mathe und sport 2. nur als weitere info an euch.

mir ist nicht ganz klar, ab wann man kindern dann zumuten kann, dass sie ihre lernereien selbständig organisieren und die verantwortung übernehmen. im zweiten schuljahr war mein sohn betreut worden von einer beratungslehrerin (wegen schulwechsel usw). die hat mir klipp und klar gesagt dass ich mich damit anfreunden muss, ihn über lange strecken zu betreuen, damit er struktur rein bekommt. und sie ist auch die lehrerin die mir sagte, ich soll ihn aufs gym schicken und lieber riskieren, dass er mal hängen bleibt (was ich dann aber nicht so sehe).

wenn ich aber die abläufe anschaue: er macht seine hausis sofort nach der schule, alles auch einigermassen ordentlich und ohne probleme (ausser wenn er lange texte schreiben soll, da wird er wütend, packt das aber dann auch einigermassen mühelos). nur eben mit zusatzlernen hapert's, das passiert nur auf mein drängen hin, allerdings dann auch mühelos...

so, also weiter erst mal danke an euch
diorella
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jutta
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BeitragVerfasst am: 01.08.2012, 15:46
BeitragTitel:
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Bringt das Zusatzlernen denn etwas? Clevere Kinder können damit auch überfordert sein, nochmal das Gleiche zu Hause wiederholen zu müssen....weniger ist manchmal mehr.

Weißt du schon, ob in der 4. Klasse die Lehrer nochmal strenger werden? Weiß er, dass er mit dem momentanen Schnitt eher nicht zum Gym empfohlen wird? Da könnte man ja mal ansetzen und ihm sagen, dass das Wunschgym (das kann man sich ja noch ansehen) nur erreichbar ist, wenn er im oberen Drittel mitmacht. Vielleicht im Einklang mit der Lehrerin?

Ich würde es versuchen. Freunde findet man überall, aber ab der weiterführenden Schule haben die auch nicht immer Zeit, wenn man selber Zeit hat. Egal, wie nah die wohnen.
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joeymc
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Beiträge: 1539
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BeitragVerfasst am: 01.08.2012, 22:20
BeitragTitel:
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Thema Freunde:
Meine Nr 2 konnte gar nicht mit den meisten Kindern, die es hier in seinem Alter so gibt. Die, mit denen er gut konnte, blieben als Freunde erhalten, auch wenn sie auf eine andere Schule gingen. Im Gym hat er dann viele Freunde aus dem mit dem Bus erfahrbaren Umkreis gewonnen - je älter sie werden, desto mobiler werden sie ja auch in dieser Hinsicht.
LG
Joey
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(Ich kam, scherzte und floh - mein Sohn Nr 1 (mit damals 13) über die Schule und wech )
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diorella




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Beiträge: 97

BeitragVerfasst am: 02.08.2012, 15:51
BeitragTitel:
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hallo jutta,

mit 'zusatzlernen' meine ich, wenn zb eine arbeit in musik ansteht, dass er sich da einfach den stoff der letzten stunden nochmal anschaut. oder wenn ein lernwörterdiktat ansteht, dass er die nochmal schreibt.
ich denke, das hat mit langeweile nichts zu tun (ists zwar natürlich, aber ein stück weit sehe ich das auch als vernünftige eigendisziplin an, die keinem schaden kann und für die keiner zu schlau ist).
und: ich bin der meinung, dass mein sohn auch akzeptieren muss, dass er mal was machen muss, das er langweilig findet oder nicht gerne tut. ist ja im späteren leben auch oft so...

die lehrer sind in der 4. klasse dieselben und streng ist es auch schon in klasse 3 gewesen. in seiner schule wird sehr kritisch geschaut, gelernt und benotet (was für ihn sicher ein vorteil ist - so lernt er, dass er genau das bekommt was er dafür geleistet hat).

er selbst möchte gerne ins gym. er sieht das ganz normal, möchte durchaus schwierigere dinge lernen als leichte, die ihn nur kurz beschäftigen. und wichtig ist ihm, dass er ein kind kennt, das in die zukünftige schule geht.
was das drumrum angeht, ist er sehr nüchtern: er weiss, dass er lernen muss und das oft nicht so gerne macht - aber halt dennoch machen muss. dann weiss er, dass es ihm wichtig ist, unabhängiger zu sein. das heisst für ihn, dass er eigenständig mit der straba heim kann und dort hausis macht, bis ich von der arbeit komme. er weiss auch, dass es wichtig ist, dass ich etwas mehr arbeiten kann und wir uns dann ein bisschen mehr leisten können (bin allein, der vater lebt nicht mehr, keine rente ect).
all diese dinge sind ihm wichtig, letztlich fügt er sich dem, was ich für richtig halte. allerdings werde ich nicht über seinen kopf hinweg entscheiden - und das weiss er natürlich.

ich habe die erfahrung gemacht, dass man irgendwann auch ein bauchgefühl entwickelt. ich hoffe das kommt dann, wenn wir die entsprechenden schulen anschauen.
wichtig war mir, andere stimmen und erfahrungen zu hören.

dafür dank ich euch und freu mich, wenn der eine oder andere noch was dazu beiträgt. ich berichte dann, wie wir uns entschieden haben...
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Ylva




Anmeldungsdatum: 18.08.2010
Beiträge: 199

BeitragVerfasst am: 15.08.2012, 23:12
BeitragTitel:
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Hallo Diorella,

wir haben hier einen Minimalisten, der auf gar keinen Fall einen Strich mehr macht als die kärgste noch tolerierte Form der verpflichtenden Hausaufgaben. Und auch das nur da, wo der Lehrer richtig unangenehm wird.

Wir haben ihn seinerzeit die zweite Klasse überspringen lassen, damit er endlich lernt zu lernen und damit er auch mal "Schwierigkeiten" hat. Die Noten sind sehr gut bis mäßig, schlechter sind sie am ehesten da, wo er das Fach nicht ernst nimmt oder nichts Intelligentes von ihm verlangt wird. Unser Kind schaltet erst ab einer bestimmten Mindestanforderung überhaupt sein Gehirn ein, darunter läuft nichts. Ordentliche Heftführung ist somit definitiv unmöglich, weil unnötige Zeitverschwendung. (Du ahnst die Fusseln an meinem Mund?) Freundlicherweise (das meine ich ernst!) haben ihn das mehrere Lehrer zum Ende der vierten Klasse, als es auf die Note nicht ankam, mit einem deutlichen Einbruch der Noten spüren lassen, so dass er jetzt zum ersten Mal registriert hat, dass es vielleicht doch auch auf so etwas ankommt.

Üben: Hier gab es in der vierten Klasse jede Woche ein Diktat, das vorher zu Übungszwecken ausgeteilt wurde. Klassisches Diktieren zu Hause war mit übelsten Szenen wegen absouter Arbeitsverweigerung verbunden. Einmal habe ich es geschafft, mit Bestechung und Erpressung dreimal zu Hause zu diktieren, jedesmal gab es eine gute Handvoll anderer Fehler, keinen zweimal. Danach hatte ich weder Zeit noch Lust auf weitere Gruselnachmittage. Minimalkonsens war, er schreibt das Diktat einmal ab und sucht dann die von mir nur zeilenweise angestrichenen Fehler und für jedes fehlerfreie Diktat bis zu den Weihnachtsferien sollte es einen Comic geben. Ab da vollkommen problemlos meist fehlerfreie Diktate. Bis zum ersten nach den Ferien... Ich hatte die zeitliche Limitierung schon längst vergessen, aber für ihn war klar: Nix Comic - nix anstrengen...

Ich sehe nun auch mit leichtem Bangen den neuen Lernanforderungen am Gym entgegen, weil Sohn es für vollkommen indiskutabel hält, sich etwas nochmal zu Gemüte zu führen. Und ich weiss endlich, wie schrecklich ich meine Eltern gemartert haben muss, denn ich war genauso. Aber ihn deshalb nicht ans Gymnasium zu schicken, würde mir nicht im Traum einfallen! Er würde ja sonst aus dem Standby-Modus gar nicht mehr herauskommen. Und sich darauf verlassen, dass ein pubertierender Knabe genau zum nötigen Zeitpunkt plötzlich genug Motivation aus der Tasche zaubert, um heftig bergauf zu springen, wäre mir auch zu riskant. Runter kann man immer, aber für die andere Richtung braucht man in unserem Schulsystem fürchterlich viel Engagement und Unterstützung. Und vergiss nicht: Inzwischen gehen mehr als die Hälfte der Kinder aufs Gymnasium. Siehst Du Deinen Sohn unterhalb des Durchschnitts??? Auch die Ansprüche der Arbeitgeber haben sich dem angepasst. Vieles, was man vor 20 Jahren noch mit mittlerer Reife machen konnte, geht jetzt nur noch mit Abitur.

Späte Grüße
Ylva
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sun
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Anmeldungsdatum: 03.03.2005
Beiträge: 2614
Wohnort: Rheinland

BeitragVerfasst am: 18.08.2012, 14:50
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Hihi, ich muss doch etwas schmunzeln... hab auch so einen Minimalisten zuhause. Er startet gerade die 8. Klasse Gym (GCool.

Hausaufgaben wurden hier nicht nur in kärgster Form, sondern oft gar nicht gemacht... war ein langer Kampf, das mal rein zu bekommen. Vokablen lernen? Nööö... Für eine Arbeit lernen? Hat er schon damals in der Grundschule nicht eingesehen.

Für ihn sind die fachlichen Anforderungen aber keineswegs zu hoch. Er wird immer Minimalist sein - nicht Minimaliste im Denken und Verstehen, sondern Minimalist darin, Aufwand dafür zu betreiben. Egal, auf welchem Niveau. Und dann nehm ich doch lieber ein höheres Niveau - da findet er wenigstens manche Themen noch interessant.

Er hat vernünftige Noten. Viele 2en, ein paar 1en (in Mathe, und in Fächern, wo die Lehrer so angetan von seinen Beiträgen sind, dass sie sein Chaotentum verzeihen), ein paar 3en. Vorletztes Halbjahr hat er in den Fremdsprachen 4en kassiert (da wirkt sich die Faulheit und Ungenauigkeit auf Dauer dann doch ein bisschen aus), da haben wir ihn dann gelegentlich gezwungen, mal ein paar Minuten was für die Fächer zu tun, und ihn am Schüleraustausch mit Frankreich teilnehmen lassen. Jetzt steht er in beiden Fächern wieder 3.

Ich glaube nicht, dass er auf der Realschule ein leichteres Leben hätte. Was ihn stört, ist ja nicht Denken auf hohem Niveau, sondern die in seinen Augen unnötigen Übungen zuhause... und die verlangen Gym und Realschule ja beide. Nur dass sie ihm auf der Realschule vielleicht NOCH unsinniger vorkämen?

Ich würde also dem Wunsch deines Sohnes nachgehen und es ihn versuchen lassen.
_________________
LG sun mit Naseweiß (*3/98, Studentin in NL), PeterPan (*6/99, dualer Student) und TigerLily (*6/05, 8. Klasse hb-Zweig)
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Olsa



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 25.08.2009
Beiträge: 189
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 05.11.2012, 12:08
BeitragTitel:
Antworten mit Zitat

Hallo diorella,

na, seid Ihr schon weiter mit der Schulauswahl? Wir stecken hier gerade mitten drin. Jeden 3. Tag ein Elternabend an einer anderen Schule und die Tage der offenen Tür stehen auch bevor. Schecklich...

Wir haben ebenfalls so einen Minimalisten und, wie seine Lehrer so schön sagen, spiegelt sich das Chaos in seinem Kopf in seinen Heften wieder. drugs

Auch er möchte zum Gymnasium. Ich habe auch keinen Zweifel daran, dass er es theoretisch locker schaffen kann. Aber praktisch? Hausaufgaben und Benotungen kennt er dank Montessori gar nicht. Wiederholungen und Pflichtaufgaben findet er schrecklich. Im Stoff ist er an vielen Stellen zwar weiter, aber ich hab das Gefühl, ihm fehlt an manchen Stellen die Routine. So hat er zB noch nie wirklich unter Druck arbeiten müssen.

Ylva, Ihr habt im Sommer gewechselt? Wie ist es denn gelaufen?
Die Schilderungen über Dein Kind kommen mir so bekannt vor.
Berichte doch bitte von Euren Erfahrungen.

Liebe Grüße
_________________
Olsa
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Ylva




Anmeldungsdatum: 18.08.2010
Beiträge: 199

BeitragVerfasst am: 05.11.2012, 14:54
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Hallo Olsa,

hier läuft es gut, Sohn produziert viele Zweier und gelegentlich mal einen Einser. Allerdings hat er mündlich auch schon eine Vier angedroht bekommen, nach eigener Einsicht, weil er nicht mitmacht.

Hausaufgaben bleiben knapp und übersichtlich, allerdings ist die Menge auch begrenzt, die Lehrer halten sich (noch?) zurück. Ich versuche mit teilweisem Erfolg, in die Knappheit wenigstens Effizienz reinzubringen. Also etwas Energie in schönere Schrift stecken, damit er Fehler besser findet und keine falschen vom Lehrer hineingedeutet werden. Das hat er jetzt verinnerlicht. Oder, wenn schon keine Lust für die Auseinandersetzung mit der Kunst des Aufsatzes, dann wenigstens am Abend vor der Klassenarbeit Kurzgeschichten von Cornelia Funke lesen.

Überfordert ist er definitiv nicht, er findet Gymnasium um Klassen besser als Grundschule. Manchmal jammert er, dass er nun so wenig Zeit hätte. De facto hat er einmal die Woche nachmittags Unterricht, ansonsten kommt er auch nur eine halbe Stunde später heim als früher. Meines Erachtens liegt der Zeitmangel daran, dass er seine freie Zeit vollständig mit Lesen verbringt/verträumt und den dann noch existierenden Rest am Computer verdaddeln möchte.

Vokabeln lernt er übrigens inzwischen gut und freiwillig mit Phase6. Vermutlich weil er dazu an den Computer darf und dann nach Ende des Lernens einfach sitzen bleibt und daddelt, bis ich ihn abberufe.

Sohn zeigt am Gymnasium auch bisher unbekannte Seiten: er sucht Vertretungslehrer, wenn keiner auftaucht, er organisiert eine Veranstaltung für die Jüngeren, die sonst nur für die Älteren angeboten wird. An der Grundschule war er eher von der Art "Ich lass mich bedienen". Vielleicht ist er nun normal und nicht der komisch schlaue Kleine. Zu Hause ist er jetzt auch besser zu haben, weil "es schon mehr Spass macht, wenn ich nett bin". Mal sehen, wie lange das anhält...

Fazit: Gymnasium ist einwandfrei die richtige Entscheidung!!!

Total eingeregnete Grüße
Ylva
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Kinder, NES, Wetter



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