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Sozialverhalten passt wieder mal nicht - HILFE!


 
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Bücherfee



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 05.11.2005
Beiträge: 457
Wohnort: NRW / Leopoldshöhe

BeitragVerfasst am: 17.09.2012, 20:55
BeitragTitel: Sozialverhalten passt wieder mal nicht - HILFE!
Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich war lange nicht hier. Doch heute hatten wir wieder ein Gespräch mit den Lehrern und ich überlege, ob man noch etwas tun kann?

Ich versuch mal von Anfang an:

Wir haben unseren Großen ein Jahr eher eingeschult. Kognitiv war er einfach so weit und im Kiga hat uns eine Erzieherin bestätigt, dass sie ihm im letzten Jahr nicht mehr viel bieten können. Die Entscheidung ihn eher einzuschulen war dann auch laut seiner Klassenlehrerin komplett richtig. Das erste Jahr war auch noch sehr gut in der Schule.
Aber mit Beginn des 2. Schuljahres fingen die Probleme an. Er fing an sich zu verweigern und machte kaum noch was. Wir haben ihn dann bei Frau Hartmann testen lassen. Im Anschluß wurde ein Sprungversuch gemacht. Er kam für die Fächer Mathe und Englisch in die 3. Klasse. Mit seinen gerade mal 7 Jahren war er total hin und hergerissen. Am liebsten hätte er seine Klassenlehrerin mit in die 3. Klasse genommen und dann wäre alles gut gewesen. Schulisch war das alles kein Problem. Sogar die Hausaufgaben der 3. Klasse hatte er viel schneller fertig, wie die der 2. Klasse. ABER ... das Sozialverhalten passte nicht und so wurde der Versuch nach 6 Wochen abgebrochen und er kam zurück in seine 2. Klasse. Darüber war er natürlich sehr genickt. Auch hatte er jetzt keinen guten Stellenwert mehr in seiner Klasse, da er in den 6 Wochen immer nur die Lehrerin gefragt hatte, ob sie ihm auch ja rechtzeitig bescheid geben würde, wenn er rüber in die 3. müsse.
Seine Leistungen sind abgesunken und zwar ganz extrem. Ergebnis: Hauptschulempfehlung.

Also in die Hauptschule wollten wir ihn aber auf keinen Fall stecken. Sogar seine Klassenlehrerin der Grundschule war sich sicher, dass das der falsche Weg sei. Also haben wir nach einer Gesamtschule gesucht. In die Gesamtschule hier im Ort wollte B. nicht, da dort die meisten Kinder aus seiner Grundschulklasse hingehen würden. Und so haben wir uns für eine Gesamtschule im Nachbarort entschieden, die auf dem Arbeitsweg meines Mannes liegt.

Gleich im 5. Schuljahr wurde er wieder in der neuen Klasse, von völlig neuen Schülern geärgert, ja sogar richtig gemobbt. Wir haben uns oft mit der Klassenleherin und den Eltern der anderen Kinder zusammengesetzt.

In der 6. Klasse kam dann sein 2. Klassenlehrer (B. ist in einer Integrativ-Klasse mit 2 Klassenlehern und einer Sozialarbeiterin) wieder, die andere Klassenleherin ist an eine andere Schule gewechselt und es kam eine neue 2. Klassenlehrerin dazu. (Also beide neu, bis auf die Sozialarbeiterin.)
Die neue Leherin Frau M. rief uns nach den Herbstferien an und meinte, dass B. untergeht, dass er seine Zeit absitzt, dass er spezielle Förderung bräuchte und so weiter. Aber das Gespräch sollte unter uns bleiben.

Unser Sohn erzählt leider nicht alles. Aber wir haben dann herausgefunden, dass er immer noch (oder schon wieder) geärgert wird. Also hatten wir uns bezüglich Internat Braunschweig schlau gemacht. Wir hatten auch schon den Antrag vom Jugendamt hier liegen, aber dann schien erstmal alles wieder soweit in Ordnung zu sein und wenn ich ganz ehrlich bin, dann möchte ich ihn ungern aus seinem gewohnten Umfeld ziehen.

Jetzt ist er in der 7. Klasse. Er ist in Mathe und Englisch im E-Kurs, aber nach dem Gespräch von heute Nachmittag weiß ich nicht mehr wirklich weiter.

Anfang dieses Schuljahres (also noch gar nicht so lange her) hat die Klasse eine Teambildungsfahrt gemacht. Sie waren von Montag bis Donnerstag weg und haben die Zeit zusammen im Wald und in dem Haus verbracht, wo sie gewohnt haben. Die Zeit war wohl auch sehr gut und sie haben viele Spiele gemacht. Jeder sollte sich was ausdenken und B. (da war er ganz in seinem Element!) hat sich "Improvisationstheater" (und eine Spaßolympiade - die aber leider nicht gemacht worden ist) ausgedacht bzw. mitgenommen (Er kannte das von der Mensa-Fahrt, die er im Sommer mitgemacht hatte. - die Spaßolympiade war aber wirklich von ihm selber ausgedacht).

Nun aber mal zu dem Gespräch von heute Nachmittag:

Es waren beide Klassenlehrer, die Sozialarbeiterin, unser Sohn und wir anwesend (sowie eine Referendarin, die aber nur zugehört und sich Notizen gemacht hat).

Die Lehrer bzw. der Lehrer und die Sozialarbeiterin meinten, dass sie nicht wissen würden, ob B. die Oberstufe schafft. Wenn etwas langweilig (für ihn) wird oder Wiederholungen anstehen, dann schaltet er ab. Es kommt wohl immerwieder vor, dass er im Unterricht nicht "anwesend" (also geistig) ist. Die Sozialarbeiterin nannte ein Beispiel aus der Religionsstunde. Die Kinder hatten eine Aufgabe und sollten sich Gedanken dazu machen, es ging um Gefühle und darum sich in jemanden hineinzuversetzen. Der einzige der keinen Zettel abgegeben hat war unser Sohn.
B. kann sich nicht sehr gut in andere hineinversetzen. Er ist zwar sehr sensibel, aber das mehr, wenn es sich um ihn dreht. Emotional ist da leider nicht so viel.

Dann fragten sie uns, da wir ihn ja haben testen lassen, was da so getestet worden sei. Das emotionale ja natürlich nicht, das kann man ja so nicht testen, habe ich dazu gesagt.

Die Sozialarbeiterin sagte dann, dass er vom Alter her, eben wie ein normaler 6. Klässler sei, vom Wissen her, aber schon z.B. Mathe auch in der 8. (oder 9.) Klasse mitmachen könnte.

B. wurde auch gefragt, wie es ihm so geht. Aber dazu hat er gar nicht wirklich was gesagt, nur seinen Daumen so mittig gezeigt. Er zeigt auch so nicht viele Gefühle, nur wenn sie überhand nehmen, aber dann nicht in der Schule. Er hat da (leider jetzt schon) seine Mauer. Hier zu Hause zeigt er dann schon mal wenn er sauer oder traurig ist. Das kann dann auch von jetzt auf gleich kommen.

Bezüglich des Ärgerns von anderen Schülern wurde er auch gefragt und da meinte er auch wieder "geht so". Er erzählt eben nicht viel. Dazu hat dann sein Lehrer aber was gesagt, warum die anderen Kinder ihn teilweise vielleicht nicht mögen. Wenn man anderen Kindern direkt sagt, dass sie "dumm wie Stroh" seinen, wäre das eben nicht so gut.

Letzte Woche Mittwoch wurde in einer anderen Nachbarstadt eine Fledermausführung angeboten und da wollte B. auf jeden Fall mitmachen. Sein Klassenlehrer hatte ihn während der "Teambildungsfahrt" das Thema "Fledermaus" etwas "schmackhaft" gemacht. Als wir dann beim Elternabend (bzw. danach) dem Lehrer davon erzählten, dass B. dort mitmachen möchte, erzählte der uns, dass er das leitet. B. fand das total klasse und hat sich noch mehr darauf gefreut.
Heute hat sein Lehrer dann was davon erzählt. B. hat dort wohl sein ganzes bisheriges Wissen preis gegeben und damit die andern (zahlenden) Teilnehmer genervt und irgendwann meinte eine Teilnehmerin wohl zu ihm, dass er jetzt mal still sein soll und dass es ja sein könnte, dass er dass alles schon weiß, aber sie würde zum ersten Mal an so etwas teilnehmen und würden jetzt auch gern mal zuhören.

Das Ende des Gespräches von heute war, dass die eine Lehrerin die Förderbeauftrage der Bezirksregierung anrufen will, die hoffentlich weiterhelfen kann und wir versuchen sollen für B. einen Kinderpsychologen aufzutreiben, der ihm emotional etwas beibringen soll.
Den Namen der Dame von der Bezirksregierung hatte ich mit zum Gespräch genommen und auch ein Buch über Hochbegabte habe ich der Sozialarbeiterin ausgeliehen. Ich glaube nämlich, dass sie eine komplett falsche Vorstellung von Hochbegabung haben.

Habt Ihr Ideen, wie man ihn aufbauen könnte? Er geht jeden Tag zu Schule, weil er muss. Er freut sich, wenn er einen kurzen Tag hat. Das war auch das, was die Lehrerin jetzt am meisten gestört hat, dass er immer so traurig rüberkommt und so lustlos.

Außerschulisch etwas anbieten ist leider zeitlich etwas begrenzt, da er in einer Ganztagsschule ist und 3 x die Woche erst gegen 17.00 Uhr zu Hause ist. (In Grundschulzeiten war das noch einfacher.)

Ist ziemlich lang geworden, Sorry! Vielen Dank für´s lesen!!!
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Sohn 1, B. (11/2000 - 7. Klasse, Gesamtschule)
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Bücherfee
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NN



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Beiträge: 14
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BeitragVerfasst am: 18.09.2012, 15:25
BeitragTitel:
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Hallo!

Ich habe das Gefühl, dass ihr von Schulseite gut beraten und betreut seid, und dass Dein Sohn da richtig "beurteilt" wird. Den Weg sich jemanden "professionellen" in die Situation reinzuholen, der das ganze aus einem anderen Blickwinkel betrachtet ist unbedingt begrüßenswert.
Was mir auffällt sind folgende Punkte, die das Schulleben Deines Sohnes schon früh begleitet haben:
- das mangelnde Sozialverhalten resultierned aus mangelnder Empathie, die ihn in soziale Schwiregkeiten bringt. Ist mangelndes Soazilverhalten auch noch anders "sichtbar"?
- die relative Emotionslosigkeit (kenne ich von meinem Sohn und die ist positiv zu beeinflussen vor allem durch die passenden Kumpels, durch passende Lehrer und erst dann durch die passenden Inhalte)
Habt ihr dafür Gründe gefunden?
Was ist mit der "Extra"-Förderung geworden nach Besuch Klasse 6, hat er die jetzt nun?

So wie sich das jetzt liest, scheint ein Problem möglicherweise die Unterforderung zu sein und ein anderes die mangelnde Empathie. Ob das eine das andere bedingt, oder die eigentlich unabhängig sind, muss sich m.E. mal einer von "aussen" angucken.

LG, NN.
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Atti
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BeitragVerfasst am: 18.09.2012, 15:38
BeitragTitel:
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Hi Carmen,

tun kann man immer was, hilflos zusehen bringt ja nun keinem in der Situation was.

Wenn die Lehrer Probleme sehen und einen Psychologen vorschlagen, solltet ihr möglichst schnell versuchen professionelle Hilfe zu bekommen. Die Sozialarbeiterin der Klasse wird da ja sicher auch schon einiges versucht haben oder ist die nur für die I-Kinder zuständig ?

In der 7. Klasse jeden Tag traurig und lustlos zu sein finde ich sehr besorgniserregend. Habt ihr mit ihm über die Internatsidee bzw. Schulalternativen gesprochen? Es gibt ja auch noch andere Gesamtschulen, Realschulen, vielleicht doch kein Ganztag, wenn er da so untergeht.

Lasst dich nicht unterkriegen,

lG
Atti
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ripley



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BeitragVerfasst am: 18.09.2012, 15:55
BeitragTitel:
Antworten mit Zitat

Bücherfee, es kommt mir ein wenig so vor, als schildertest Du unseren Junior. EXAKT dieselbe Kombi aus "Altklugheit" und sozialer Ungeschicklichkeit bzw. fehlendem Feeling für das soziale Umfeld.

Was bei uns - ein bisschen - geholfen hat: Wenn die Eltern (und gerne auch Lehrkräfte, Sozialheinis, so vorhanden) wirklich auch wieder und wieder die Mühe machen, dem Kind sein zuweilen unpassendes Verhalten freundlich zu spiegeln und es das "richtige" üben lassen. Insofern danke schon mal der Frau auf der Fledermausführung auf Knien!

Bei uns läuft das teilweise so ab:
Sohn (hält am Frühstückstisch vor äußerst unwachen Eltern physikalische Vorlesungen)
Mutter: Du, was meinst Du, interessiert mich das jetzt?
Sohn: Ähem ...
Mutter: Versuch's mal mit einem anderen Thema!


Oder:
Sohn: Ich WILL xyz!
Mutter: Und? Was löst dieser Ton bei mir aus? Kommst Du so ans Ziel?
Sohn: ...
Mutter: Versuchs noch mal. Du KANNST das!
Sohn: Mama, kann ich bitte ...?


Oder:
Sohn (lenkt von eigenen Fehlleistungen ab, indem er auf Schwächen anderer herumreitet)
Mutter: (spiegelt wieder, wie das ankommt, nämlich als plumpes Ablenkungsmanöver, ermuntert dazu, andere Gesprächsführungsstrategien einzusetzen.)


Ich persönlich glaube, dass es mit der "Sozialgeschicklichkeit" ähnlich ist wie mit Sport oder Musik: Manche haben dafür eine hohe Begabung, manche eine durchschnittliche ... und andere eben eine geringe. Dennoch können auch die weniger Begabten mit viel Übung immerhin an einen Punkt kommen, dass sie die Sportart, das Instrument oder auch den Sozialkontakt zumindest annehmbar beherrschen. Und ihnen zu genau dieser Übung zu verhelfen, ist unser - manchmal anstrengender *seufz* - Job.
_________________
LG
Ellen
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Bücherfee



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Anmeldungsdatum: 05.11.2005
Beiträge: 457
Wohnort: NRW / Leopoldshöhe

BeitragVerfasst am: 18.09.2012, 17:14
BeitragTitel:
Antworten mit Zitat

NN hat folgendes geschrieben:

- das mangelnde Sozialverhalten resultierned aus mangelnder Empathie, die ihn in soziale Schwiregkeiten bringt. Ist mangelndes Soazilverhalten auch noch anders "sichtbar"?


Wie genau meinst Du das?

NN hat folgendes geschrieben:

- die relative Emotionslosigkeit (kenne ich von meinem Sohn und die ist positiv zu beeinflussen vor allem durch die passenden Kumpels, durch passende Lehrer und erst dann durch die passenden Inhalte)
Habt ihr dafür Gründe gefunden?


Leider hat B. nicht mehr sehr viele Freunde bzw. derzeit keinen richtigen. Er hatte eine Freundin, aber das ist jetzt nicht mehr. Zu Kiga-Zeiten hätte ich einen Extra-Terminplaner für ihn gebraucht, weil er so oft verabredet war, aber jetzt ist das eben anders. Die Schule ist in der Nachbarstadt und somit ist er auch ziemlich spät zu Hause (meistens erst gegen 17.00 Uhr), mit Klassenkameraden hat er sich noch nie (seit er auf dieser Schule ist) verabredet. Freunde hat er derzeit leider keine.

NN hat folgendes geschrieben:

Was ist mit der "Extra"-Förderung geworden nach Besuch Klasse 6, hat er die jetzt nun?


Welche "Extra"-Förderung?
Meinst Du den E-Kurs für Mathe und Englisch? E-Kurs bedeutet Erweiterungskurs und das ist der Weg Richtung Abi. Ab Klasse 7 können Kinder (deren Zeugnisnote bei 2 liegt oder bei 3 auf Antrag des Lehrers) in Mathe und Englisch in den E-Kurs, ansonsten kommen sie den G-Kurs (Grundkurs). Ab Klasse 8 kommt dann Deutsch dazu und in Klasse 9 ein Naturwissenschaftliches Fach (bei uns ander Schule ist das Chemie). Für Abi müssen die Kinder in mindestens 3 von 4 E-Kursen sein und diese auch mit einem bestimmten Durchschnitt abschließen.
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Sohn 1, B. (11/2000 - 7. Klasse, Gesamtschule)
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Bücherfee


Zuletzt bearbeitet von Bücherfee am 18.09.2012, 17:36, insgesamt einmal bearbeitet
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Bücherfee



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BeitragVerfasst am: 18.09.2012, 17:20
BeitragTitel:
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Atti hat folgendes geschrieben:

Wenn die Lehrer Probleme sehen und einen Psychologen vorschlagen, solltet ihr möglichst schnell versuchen professionelle Hilfe zu bekommen. Die Sozialarbeiterin der Klasse wird da ja sicher auch schon einiges versucht haben oder ist die nur für die I-Kinder zuständig ?


Nicht die Lehrer haben diesen Vorschlag gemacht. Die Idee kam von uns. Der Kinderarzt, mit dem wir gestern Abend dann auch noch telefoniert haben, meine aber dass es kein Psychologe sein soll sondern ein Therapeut.
Die Sozialarbeiterin ist eigentlich für die I-Kinder zuständig und bekommt das ein oder ander eben mit.

Atti hat folgendes geschrieben:

In der 7. Klasse jeden Tag traurig und lustlos zu sein finde ich sehr besorgniserregend. Habt ihr mit ihm über die Internatsidee bzw. Schulalternativen gesprochen? Es gibt ja auch noch andere Gesamtschulen, Realschulen, vielleicht doch kein Ganztag, wenn er da so untergeht.


Ja, wir haben mit ihm über die Internatsidee gesprochen. Es gab bei ihm dann (natürlich) zwei Seiten, zum einen war er traurig, dass er (vielleicht) von uns weg sollte, zum anderen hat er sich auf den Stoff und die anderen Kinder gefreut.

Ihn jetzt hier auf eine andere Gesamtschule (oder Realschule) zu stecken, halten wir (mein Mann und ich) nicht wirklich für sinnvoll. Er würde dann wieder von vorn anfangen, wäre der "Neue" in der Klasse und zudem wahrscheinlich auch da wieder der Jüngste und da sein Selbstbewußtsein leider derzeit so arg im Keller ist, hätte er dann auch wieder die "Opferrolle".

Atti hat folgendes geschrieben:

Lasst dich nicht unterkriegen,


Danke!
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Bücherfee



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BeitragVerfasst am: 18.09.2012, 17:32
BeitragTitel:
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ripley hat folgendes geschrieben:
Was bei uns - ein bisschen - geholfen hat: Wenn die Eltern (und gerne auch Lehrkräfte, Sozialheinis, so vorhanden) wirklich auch wieder und wieder die Mühe machen, dem Kind sein zuweilen unpassendes Verhalten freundlich zu spiegeln und es das "richtige" üben lassen. Insofern danke schon mal der Frau auf der Fledermausführung auf Knien!


Das hat er nur leider gar nicht so wahrgenommen. Als sein Lehrer das gestern angesprochen hat, wußte er erst gar nicht, wovon er da spricht. Das hatte B. komplett verdrengt. Das einzige was er nach der Fledermausführung immerwieder (zu seinem Lehrer und zu uns) betont hat war, dass sich die 5,00 € gelohnt hätten. (Wir waren bei der Führung nicht dabei.)
Wenn hier zu Hause mal was geschieht, wo wir der Meinung sind (seinem Bruder gegenüber z.B.), dass das jetzt nicht ganz so gut war, dann sprechen wir auch mit ihm. Ich versuche ihm den "Spiegel" vorzuhalten, indem ich ihn frage, wie er sich dann fühlen würde. Das versteht er dann auch in dem Moment, aber eben nur in dem Moment und kann es auf die nächste Situation leider nicht anwenden.


ripley hat folgendes geschrieben:

Ich persönlich glaube, dass es mit der "Sozialgeschicklichkeit" ähnlich ist wie mit Sport oder Musik: Manche haben dafür eine hohe Begabung, manche eine durchschnittliche ... und andere eben eine geringe. Dennoch können auch die weniger Begabten mit viel Übung immerhin an einen Punkt kommen, dass sie die Sportart, das Instrument oder auch den Sozialkontakt zumindest annehmbar beherrschen. Und ihnen zu genau dieser Übung zu verhelfen, ist unser - manchmal anstrengender *seufz* - Job.


Danke!
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ripley



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BeitragVerfasst am: 18.09.2012, 17:46
BeitragTitel:
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Bücherfee hat folgendes geschrieben:
Das hat er nur leider gar nicht so wahrgenommen. Als sein Lehrer das gestern angesprochen hat, wußte er erst gar nicht, wovon er da spricht. Das hatte B. komplett verdrengt.


Steter Tropfer höhlt den Stein! winkie
Wieder und wieder und wieder. Und gar nicht groß ausholen auch nicht allzu tief in die - eh irgendwie mystische - Emotionenkiste langen, sondern so direkt wie es geht mit dem falschen Verhalten ... konfrontieren.

Sohn verhält sich grade blöd gegenüber dem Bruder?
Zwei Alternativen:
a) Mama fragt ihn, wie er sich fühlen würde, wenn ...
b) Mama pfeift ihn in exakt demselben Ton an, den er selbst justament gegenüber dem Bruder verwendet hat.
Was wirkt wie? Und was VERMITTELT die beim Gegenüber ausgelöste Emotion? (Das kann man auch mit einem entsprechenden "Meta-Lächeln" einrahmen.)

Bücherfee hat folgendes geschrieben:
Danke!

Sehr gerne! Guck, hier bei UNS sind so zumindest Mutter und Kind begnadete (und bekennende) "Sozialtrampel". Das MUSS irgendwie genetisch bedingt sein! (Alles andere fände ich arg deprimierend) devil
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