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Mina-Lina
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.11.2012 Beiträge: 38 Wohnort: Sachsen
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Verfasst am: 19.12.2012, 12:59
Titel: Aufsätze üben |
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Hallo in die Runde!
Ich brauche (mal wieder ) eure Hilfe:
Jannis ist ja 3. Klasse GS. Da er auf einer freien Schule ist, muss er Ende Klasse 4 eine Übertrittsprüfung machen.
Nun zeichnen sich in Deutsch Probleme bei den Aufsätzen ab. So viel Aufsatz ist das ja auch noch nicht, eher so Bildergeschichten, was aus den Ferien/ vom Wochenende, irgendwelche Anleitungen, ... .
Das Problem ist laut Lehrerin, dass er seeehr viele, sehr kreative Ideen hat und die alle irgendwie versucht einzubauen, ob logisch oder nicht. Dadurch bricht er halt mitten im Handlungsstrang ab oder sowas.
Ich glaub auch nicht, dass ein Achtjähriger perfekte Texte schreiben können muss, aber ich will das Übel mal gleich an der Wurzel packen und üben (sowas wird von allein ja nicht unbedingt besser und wie gesagt steht der Übertritt an). Auch er ist gefrustet, weil die Texte der anderen viel besser sind.
In den Herbstferien hat er jeden Tag Tagebuch geschrieben. Das wurde wirklich zusehends besser, als ihm seine großen Schwestern mal erklärt haben, dass ein Tag morgens anfängt und abends aufhört. Irgendwie hat sich die Sache aber in der Schulzeit im Sande verlaufen.
Kennt ihr irgendwelche Übungen/ Bücher/ Webseiten zu dem Thema?
So für zweimal die Woche 15min?
lg
Mina |
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Ernestine

Anmeldungsdatum: 18.01.2012 Beiträge: 386
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Verfasst am: 19.12.2012, 15:23
Titel: |
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Vielleicht könntest Du anregen, daß er sich einen groben Handlungsstrang aufschreibt wie
Anfang:
Kinder sind in der Schule
Mitte:
Das Monster kommt aus dem Schrank und Julian besiegt es
Ende:
Lehrerin glaubt den Kindern nicht und wird gefressen.
Und sich daran entlanghangelt, bzw. neue Ideen dort einbaut.
Anfang:
Kinder sind in der Schule
Sie müssen im Kunstunterricht Roboter malen
Komische Geräusche - was ist das? Hausmeister?
Mitte:
Das Monster kommt aus dem Schrank und Julian besiegt es
2 Kinder staunen so, daß sie vom Stuhl fallen
Ende:
Lehrerin glaubt den Kindern nicht und wird gefressen.
und dann bekommt es Bauschmerzen _________________ Charlotte (9), Wolf (4), Frieder (2) |
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Pitsidia Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.12.2006 Beiträge: 921 Wohnort: Rhein-Main
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Verfasst am: 19.12.2012, 22:50
Titel: |
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Hallo,
"wir" hatten das Thema gerade auch bei der Kleinen in der 2. Deutscharbeit. Sie hat auch schrecklich viel Phantasie und das hat alles nicht so zusammengepasst. Wir haben immer ein bißchen geübt, sie hatten auch imUnterricht einen "roten Faden" bekommen (Einleitung, was passiert, Höhepunkt, kurze Beschreibung zum Ende). Was super war, waren die Bildergeschichten von Vater und Sohn (Erich Ohser), die findet man auch im Internet. Damit haben wir viel auch mündlich geübt, also sie sollte die Geschichte einfach erzählen (man weiß ja als Erwachsener was so auf eine DinA4-Seite passt und in 30 Minuten schreibbar ist).
Vielleicht ist das für Euch auch eine Möglichkeit, seine Phantasie ein bißchen in Bahnen zu lenken. Wenn Du magst, suche ich Dir auch noch die Regeln aus dem Deutschheft meiner Tochter
Viel Erfolg!
Pitsidia _________________ Pitsidia |
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jukilmi
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.07.2008 Beiträge: 186 Wohnort: Brandenburg
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Verfasst am: 20.12.2012, 02:53
Titel: |
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mein großer hatte das problem auch gerade wieder. letztes jahr, in der dritten klasse, war seine aufsatz-urversion eine knappe dreiviertel A4-seite lang. er hat alles im kopf passieren lassen und konnte nicht verstehen, weshalb man ihm nicht folgen kann. ich habe ihm dann die roter-faden-strategie gezeigt. erst haben wir eine gedankensammlung gemacht, dann haben wir verbunden, was nacheinander passieren sollte und dann anfang/einleitung, höhepunkt/wendepunkt und schluß hervorgehoben.
joa, und mit dem roten faden schrieb sich die geschichte dann fast von selbst. der erfolg war bombastisch.
ihm hat tatsächlich die theorie weitergeholfen.
dieses jahr hatte er das problem, dass er im letzten viertel jahr eigentlich nur comics gelesen hat und sein aufsatz genauso aufgebaut war, nur ohne bilder. sie bestand aus aneinandergereihten direkten reden, aaaarrrrrggggghs und ööööfzzzzzz und war sehr konfus weil quasi aus dem nichts immer neue figuren auftauchten und der sinn total versteckt blieb.
also wieder: worum soll es gehen? wer sind die handelnden personen, was passiert am anfang? was ist der knackpunkt der geschichte? und das dazwischen wurde mit ideen gefüllt.
ich finde sehr schade, dass die kinder in der schule nicht dazu angehalten werden, notizblätter zu benutzen, sich etwas auszudenken und zu verwerfen. ideen zu sammeln. mein großer war ziemlich frustriert davon, dass er so viel geschrieben hatte und dann fiel ihm immer noch was ein, was er hätte ändern wollen oder was stattdessen hätte passieren können, aber da die kinder drauf los schreiben sollten, hätte er dann seinen fließtext nochmal neu anfangen müssen..
seine texte sind nach gründlicher überarbeitung (nicht durch mich, sondern durch ihn, nach strukturierung) richtig richtig gut geworden. und das hat ihm so viel spaß gemacht, dass er nun von sich aus übt und immer neue geschichten schreibt. _________________ liebe grüße
jukilmi mit dem einen(06/04), dem anderen(02/06) & dem ganz ganz kleinen (11/11) |
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Ernestine

Anmeldungsdatum: 18.01.2012 Beiträge: 386
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Verfasst am: 20.12.2012, 09:35
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| jukilmi hat folgendes geschrieben: |
dieses jahr hatte er das problem, dass er im letzten viertel jahr eigentlich nur comics gelesen hat und sein aufsatz genauso aufgebaut war, nur ohne bilder. sie bestand aus aneinandergereihten direkten reden, aaaarrrrrggggghs und ööööfzzzzzz und war sehr konfus weil quasi aus dem nichts immer neue figuren auftauchten und der sinn total versteckt blieb. |
Charlotte schreibt auch seitenweise Dialoge (erfreulicher Weise ohne Arghs und Öfz ), ich weiß auch, daß es eigentlich nicht so gedacht ist - aber vielleicht wird sie ja mal Theaterautorin, also lasse ich sie mal und erinnere sie nur immer wieder daran, die wörtliche Rede dann auch schön in Gänsefüßchen zu verpacken.
Ich persönlich finde Geschichten in den DIN A 5 Heften kann man eh schwer folgen, weil die kurzen Zeilen Absätze ja halbwegs unmöglich/unsichtbar machen. Wenn der Dialog dann von Zeile zu Zeile springt... nee, schön ist das nicht. Aber da muß man eben durch für die Kunst!  _________________ Charlotte (9), Wolf (4), Frieder (2) |
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jukilmi
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.07.2008 Beiträge: 186 Wohnort: Brandenburg
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Verfasst am: 20.12.2012, 19:11
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naja, die lehrerin war genauso wenig begeistert wie ich und er bekam eine drei als vornote, für ihn ein großer ansporn, doch noch etwas daran zu machen.
gänsefüßchen und kommata werden hier wunderbar benutzt, aber absätze "hatten wir noch nicht"..
wenn denn die dialoge schlüssig, sinnig und nachvollziehbar sind, dann würd ich das wohl auch so stehenlassen und sagen "is halt kunst, ne". beim großen war es wirklich fast wie ein actioncomic ohne bilder.  _________________ liebe grüße
jukilmi mit dem einen(06/04), dem anderen(02/06) & dem ganz ganz kleinen (11/11) |
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jutta Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2005 Beiträge: 4602 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 22.12.2012, 15:48
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Welche Regeln kennt er denn überhaupt bzgl. eines Aufsatzes? Was hat er von der Lehrerin mitbekommen, welche Übungen kennt er dazu? _________________ Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99) |
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Mina-Lina
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.11.2012 Beiträge: 38 Wohnort: Sachsen
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Verfasst am: 25.12.2012, 15:31
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Hallo!
Entschuldigung, dass ich erst jetzt antworte, ich hatte weihnachtstechnisch total viel um die Ohren.
Also: behandelt wurden bis jetzt Geschichten zu Bildern (die Vater-und-Sohn-Geschichten sind eine prima Idee, Pitsidia!), da ging es um das Einhalten der richtigen Bildreihenfolge beim Erzählen und das man nur erzählt, was auf den Bildern zu sehen ist (war seeehr schwierig für Herrn Sohn ). Dann gab es Anleitungen am Beispiel Kochrezepte - hier musste wieder eine sinnvolle Reihenfolge eingehalten werden, alles ganz genau beschrieben werden, ... . Dann gibt es noch die "Wir erzählen vom Wochenende/den Ferien - Geschichte", die fallen ihm am schwersten, weil eben keine feste Reihenfolge vorgegeben ist und man sich ne Menge ausdenken kann. Hier wurden abwechslungsreiche Satzanfänge, die "schöne" Verwendung von Verben und Adjektiven (kann er sehr gut, fast zu gut ) und die wörtliche Rede besprochen.
Als Übung wurden bis jetzt einfach pro Aufsatzart so 3 Texte geschrieben, schon in den früheren Klassenstufen von den Ferien und vom Wochenende fast jede Woche.
Eigentlich ist das Problem, dass er zuviel Fantasie hat und sich völlig in Ideen, Personen und Handlungen verzettelt, die Hälfte seiner Gedanken nicht aufschreibt, weil er schon viel weiter beim Denken ist und am Ende die Geschichte völlig wirr ist.
Ich denke, ich werde ihn mal zum Schreiben von so einem "roten Faden", wie von Ernestine und jukilmi beschrieben, animieren.
Hat jemand noch so Ideen wie Vater-Sohn-Geschichten?
Kennt jemand irgendwelche Übungshefte für sowas, in denen er allein üben kann?
Danke!
Mina |
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scout

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 1774 Wohnort: ba-wü
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Verfasst am: 25.12.2012, 16:05
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hi mina,
wir hatten mit der kleinen in der grundschule dasselbe problem.
es war zwar nicht wirr, was sie schrieb, aber die vielen ideen sprengten einfach vor allem den zeitlichen rahmen eines aufsatzes, sodass sie immer nur bis in den mittelteil kam.
die geschichten, die sie freiwillig zu hause schriebe, oft über mehrere tage, waren vom umfang her einfach viel länger als die üblichen schulaufsätze. 6 oder 7 eng beschriebene seiten waren das oft, mit vielen figuren und nebensträngen, die alle zu überblicken gar nicht so leicht war.
wenn dein sohn es sich gefallen lässt, dass du mit ihm daran arbeitest - und das ist nicht selbstverständlich - dann nehmt doch mal eine seiner geschichten und legt einen roten faden dort hindurch. überlegt, welcher der hauptstrang der geschichte sein soll und auf welche personen man verzichten könnte, falls es zu viele geworden sind. zeig ihm die sackgassen in der geschichte und wie man sie heraus nehmen kann, damit der rote faden klar erkennbar bleibt.
einen platz vorzeichnen (vielleicht sogar auf eunterschiedliche großen zetteln), auf die die einzelteile wie einleitung-hauptteil-schluss in seiner schrift passen müssen, kann auch helfen. unsere kleine hat oft bereits in der einleitung zuviel geschrieben und kam dann mit der zeit nicht hin. die kinder müssen auch das format des schulaufsatzes einüben, das meistens für die fantasievollen unter ihnen viel zu eng gefasst ist, um alle ideen umzusetzen, die ungeordnet durch den kopf schwirren.
meine hat irgendwann im laufe der 3. klasse verstanden, wie das funktioniert und dann im wesentlichen bei klassenarbeiten schemaF abgeliefert, mit dem die lehrerin mehr als zufrieden war. die kreativen ideen hat sie sich in der schule gespart, das hätte zu lang gedauert und das format gesprengt.
gruz
scout _________________ 'It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities.' (Albus Dumbledore)
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