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tinkerbell007
Anmeldungsdatum: 24.08.2011 Beiträge: 58 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 10.02.2013, 10:30
Titel: Haben unsere Kinbder noch eine unbeschwerte Kindheit? |
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diese Frage habe ich gerade mit meinem Mann diskutiert.
Wir haben eine Tochter (11), die schultechnisch 1a ist. Muß dazu sagen, dass wir auch großen Wert auf Leistung und Bildung legen. Unsere Tochter ist auch sehr ehrgeizig und dazu überdurchschnittlich intelligent. Sie muß nicht viel Lernen für ihre sehr guten Leistungen.
Sozialmäßig läuft eigentlich mit anderen Kindern nichts. Es ruft keiner an um sich mit ihr zu verabreden. Sie tut auch nichts in dieser Richtung.
Wenn bei uns mal ein Kind in ihrem Alter ist, dann eigentlich nur, weil ich meine Freundin einlade, die auch ein Mädchen von 11 Jahren hat. Die beiden kennen sich seit der Geburt und spielen toll miteinander. Aber sonst läuft nichts.
Wenn unsere Tochter nachmittags von der Schule kommt wird gegessen und Hausaufgaben gemacht. Meistens ist es dann auch schon 17Uhr. In unmittelbarer Umgebung wohnen hier keine Kinder (obwohl wir in Berlin wohnen).
Muß man soziale Kontakt haben um eine unbeschwerte Kindheit zu haben?
Ich habe das Gefühl, dass sie nur zur Schule geht und sonst nichts. So wie wir Erwachsenen nur arbeiten gehen, dann nach Hause kommen, essen, Haushalt machen und platt vor dem Fernseher abgammeln.
Am Wochenende unternehmen wir viel. Aber ist das das Leben eines glücklichen Kindes? Möchte sie nicht mit Gleichaltrigen abhängen? Lachen, spielen. einfach gedankenlos sein. Wie Bullerbü. Ist das nur Wunschdenken eines Erwachsenen?
Natürlich rede ich mit meiner Tochter auch darüber. Ansich war sie anfangs sehr sozial und wollte immer viele Freunde haben. Aber irgendwie kam sie damit nicht klar. Es gab immer wieder Auseinandersetzungen, Streitereien und Gezicke.
Wir wissen alle, dass das wichtig ist. Man muß auch mit Gegensetzlichkeiten leben können. Ihr wurde das zu viel. Vor Allem auch zu anstrengend. Es nervt sie, war ihre Aussage. Sie hat weniger Probleme, wenn sie keine Freunde hat. Lernen ist für sie eine klare Sache. Zwischenmenschliche Beziehungen sind kompliziert.
Sie ist leider ein Mensch, der immer den leichtesten Weg geht.
Sie ist als Mensch auch nicht einfach. Sie wirkt sehr selbstbewußt und ist besserwisserisch und vor Allem sehr dominant. Aber eigentlich nur Fassade. Dahinter verbirgt sich ein kleines, liebenswertes, sehr soziales Mädchen.
Gruß
tinkerbell007 |
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Online Sponsor 2010/2011
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.07.2008 Beiträge: 763 Wohnort: Sachsen
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Verfasst am: 10.02.2013, 13:22
Titel: |
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Ich / wir finden es sehr wichtig, dass unser Kind (ebenfalls 11) auch sozial gut integriert ist und das Leben nicht nur aus Schule und organsiertem Freizeitstress besteht. Wichtig ist auch mit Freunden lachen, Seele baumeln zu lassen usw.
Auch wir wohnen in einer Gegend in der keine bzw. kaum Kinder wohnen.
Soweit kommt mir eure Situation bekannt vor.
Wir haben von kleinauf darauf geachtet, dass unser Einzelkind soziale Kontakte hat. Dies war uns SEHR wichtig bei der Wahl des Kindergarten und auch der Grundschule! Die Erzieherin im Kiga (ein echter Glücksgriff) hat uns geraten: "Um die schulischen leistungen in der Grundschule müsse man sich (bei unserem Kind) keine Gedanken machen, wichtiger ist die soziale Kompetenz zu stärken!"
Heute hat unser Kind viele Freundinnen - neue aus dem Gymnasium, "alte" von der Grundschule. Viele wohnen nur mit Eltertaxi erreichbar, drei nur als Brieffreundschaft... nur ein einziges Mädel wohnt fußläufig (und die beiden waren die letzten 1,5 Wochen fast zuzertrennlich, denn es sind hier grad Ferien )
Aber: Jedes Kind ist anders und wenn dein Kind lieber im stillen Kämmerlein glücklich ist, dann sollte man dies akzeptieren. Schließlich mag auch nicht jeder Schokoeis!
 _________________ LG Anja
"Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt." - Aus Uganda |
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Syringa
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.01.2012 Beiträge: 117 Wohnort: Elbflorenz
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Verfasst am: 10.02.2013, 14:37
Titel: |
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Wenn SIE SELBST so zufrieden ist - warum nicht?
Ich habe ganz genau EINE Freundin. Und ich bin sehr zufrieden und glücklich damit!
Ich fühle mich nicht wohl mit 3, 4, 5 oder noch mehr gleichzeitig anwesenden Personen. Das empfinde ich als anstrengend bis belastend. Auf Arbeit geht das nicht anders, klar. Aber wenn andere Kollegen nach der Arbeit noch gemeinsam oder mit anderen Freunden Bummeln oder ein Eis essen oder gar abends ins Kino gehen, bin ich froh, wenn ich nach Hause kann, meine Ruhe habe, ich mich zurückziehen, alleine sein kann. Wenn ich arbeitsbedingt schon den ganzen Tag mit anderen Menschen zusammen sein MUSS, brauche ich das nicht noch in meiner Freizeit.
Das war schon IMMER so, auch schon, als ich noch in der Schule war. Ich hatte in meiner gesamten Schul- und Studienzeit nie mehr als genau eine Freundin. Ich wurde auch so gut wie nie eingeladen, und ich habe auch so gut wie nie die Initiative ergriffen, mich zu verabreden. Ich habe unter dieser Situation NIEMALS gelitten - im Gegenteil, ich WOLLTE das so, ich leide, wenn andere Leute der Meinung sind, ich bräuchte mehr Sozialkontakte und sie müßten mir vielleicht sogar welche vermitteln - da kann ich sogar richtig aggressiv werden .
Ich vermisse nichts, habe nie etwas vermißt und möchte daran überhaupt nichts ändern.
Warum soll es nicht unseren Kindern ganz genau so gehen? Sollten wir das, wenn es das Kind selbst wirklich so möchte und damit zufrieden ist, nicht einfach akzeptieren, selbst wenn man als Elternteil diesbezüglich völlig andere Bedürfnisse und Vorstellungen hat? _________________ LG, Syringa und Pfiffikus (03/08 ) |
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jutta Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2005 Beiträge: 4602 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 10.02.2013, 14:46
Titel: |
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Mein großer Sohn war auch immer eher Einzelgänger. Ein Freund reichte, ein paar lockere Kontakte, die aber vor allem durch Telefonate und Einladungen der anderen aufrecht blieben.
Meinem Sohn haben in der Schulzeit die Kontakte gefehlt (so sagt er heute), die auf seiner Wellenlänge liegen. Mit viel Hartnäckigkeit habe ich gemeinsam mit einer anderen Mutter (aus dem DGhK-Kreis) dafür gesorgt, dass unsere Söhne, die sich nicht kannten (obwohl in Parallelklassen) und ein gemeinsames Interesse für Japanisch hegten, darüber in Kontakt kamen. Wir Mütter haben gefühlt, dass sie sich mögen würden.
Heute sind sie "Seelenverwandte" (O-Ton Sohn) und möchten sogar räumlich zusammen sein, obwohl beide studieren.
Könnte es sein, dass deine Tochter auch noch nicht den Kontakt gefunden hat, der sie selig macht? Eine Freundin zu finden, die man so sehr versteht, dass man manche Gedanken erkennt, die ähnlich fühlt, ähnliche Interessen hat? Mein Sohn ist recht anspruchsvoll, was das angeht. Aber er steht zu seiner Lebensweise, hat sich vor allem endlich selber angenommen mit seinem besonderen Wesen. Wenn man sich selber mag, einen eigenen Standpunkt vertreten kann, dann wird es sicher nicht leicht, ähnliche Menschen zu finden, aber man strahlt auch eine gewisse Selbstsicherheit aus, die nicht jeder akzeptiert.
Kommt sie in Kontakt mit Mädchen, die ebenfalls wie sie Hobbys hat und ein gewisses Intelligenzniveau? Jemanden auf Augenhöhe? Vielleicht findet sie dort jemanden, der ihre Freundin sein soll.
Ich hoffe, ihr findet einen Weg. Ansonsten akzeptiere, wenn sie selber die Zeit und Ruhe für sich braucht. Die Zeit der Peer-group kommt noch!
Jutta _________________ Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99) |
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joeymc Sponsor 2010/2011

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.09.2009 Beiträge: 1539 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 10.02.2013, 14:54
Titel: |
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| Zitat: |
| Das war schon IMMER so, auch schon, als ich noch in der Schule war. Ich hatte in meiner gesamten Schul- und Studienzeit nie mehr als genau eine Freundin. Ich wurde auch so gut wie nie eingeladen, und ich habe auch so gut wie nie die Initiative ergriffen, mich zu verabreden. Ich habe unter dieser Situation NIEMALS gelitten - im Gegenteil, ich WOLLTE das so |
Das kenne ich auch so, aus eigener Erfahrung. Ich bin von meiner Geburtstagsparty (die ich gefeiert habe weil ich mit damals 12 annahm es handele sich um eine nicht-optionale gesellschaftliche Konvention) weg in mein Zimmer und Tür zu weil mir das zu viel wurde. Ich brauchte einfach 10 Minuten Ruhe.
Auch heute ist das so. Ich habe zwar Freunde, aber keine ständigen Treffen und Unternehmungen, weil mich das fertig macht.
Meine Kinder sind ähnlich gestrickt. Sie haben Freunde, aber nicht mit dauerndem zusammen hängen und Unternehmungen.
O-Ton meine Tochter (9) am Telefon gestern, als ihre Freundin anrief, um sich mit ihr für den Kindermaskenball zu verabreden:
"Das ist so laut und so voll, tut mir leid, das ist nicht so meine Sache!"
Solange es dem Kind WIRKLICH gut dabei geht (und nicht nur aus der Not eine Tugend gemacht wird), finde ich das ok. Es gibt eben Partylöwen und Mauerblümchen!
LG
Joey _________________ veni, lusi, fugi
(Ich kam, scherzte und floh - mein Sohn Nr 1 (mit damals 13) über die Schule ) |
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Pitsidia Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.12.2006 Beiträge: 921 Wohnort: Rhein-Main
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Verfasst am: 10.02.2013, 15:48
Titel: |
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Hallo,
spontan hätte ich gesagt, oje, klar braucht das Kind andere Kinder...aber dann kommt mir all das in den Sinn, was Ihr sicher auch schon diskutiert habt. Wenn sich Deine Tochter so wohlfühlt, sollte es passen. Dann funktioniert auch ein "Kuppeln" nicht...
Unsere beiden Kinder haben immer recht viel mit anderen Kindern zu tun, hier wohnen viele in und um die Strasse und sie spielen auch teilweise altersgemischt. Sie rufen von sich aus andere an und werden angerufen. Allerdings muss icherstens fast sagen, dass mir das manchmal zuviel ist und ich froh wäre, wenn mal ein Tag "frei" wäre, d.h., frei von Terminen wie Sport/Musik/Schule, aber auch frei von Verabredungen. Das ist hier schwer zu bekommen, früher war das anders. Wenn ich also mit der Familie was unternehmen will, muss ich das rechtzeitig sagen oder ggfs. ein Besuchskind mitnehmen. Von mir selbst kenne ich das anders und mein Mann ist auch nicht dauernd unterwegs oder am Telefonieren. Ich versuche aber da auch, die Kinder machen zu lassen, weil ich es lieber habe, dass sie zufrieden sind, als dass wir ein "Familienprogramm" abspulen (kann mich an endlos langweilige Sonntage erinnern, weil man früher, als ich Kind war, einfach nicht bei Freunden angerufen hat). Und zweitens habe ich trotz allem den Eindruck, dass sie beide keinen so richtig seelenverwandten Freund haben. Aber vielleicht findet man die auch irgendwann mal im Leben. Es ist auf jeden Fall auch viel "Beziehungsstress" dabei bei beiden (Tochter noch mehr, obwohl erst 8 und sie mit Jungs und Mädels spielt).
Ich wäre vielleicht schon möglichst offen, sodass Ihr mitbekommt, wenn Deine Tochter unzufrieden ist. Mit 11 kann man ja schon ein bißchen reflektieren und auch formulieren, wenn es einem nicht gut geht. Und vielleicht weißt Du (oder die Lehrer), ob sie in der Schule einigermaßen integriert ist und da nicht unglücklich herumsteht in den Pausen oder auf dem Weg?
Ich weiß, was einem da alles so im Kopf herumgeht.
Viele Grüße
Pitsidia _________________ Pitsidia |
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Mausi
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.09.2009 Beiträge: 70
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Verfasst am: 11.02.2013, 10:50
Titel: |
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Hallo,
ich finde, eine solche Kindheit wie bei Astrid Lindgren oder wie wir sie hatten, können unsere Kinder gar nicht haben. Dazu sind sie selbst anders, ihre Lebensumstände sind es auch.
Ich war früher spätestens um 13 Uhr zuhause, habe schnell die Hausaufgaben gemacht und dann täglich nach dem Spiel draußen ein ganzes Buch gelesen.
Heutzutage schreiben sie fast täglich irgendwelche Tests, LEKs, Klassenarbeiten oder wie sie auch immer heißen, müssen Power Point Präsentationen oder Poster vorbereiten. Theoretisch müssen die in der Schule gemacht werden, aber mal sind die Computer ausgefallen, mal funktioniert der Drucker nicht, so dass zuhause auch recherchiert und am PC gearbeitet wird.
Die schulischen Anforderungen sind heutzutage gestiegen, unseren Kindern fehlt einfach die Zeit, um sich auf andere Kinder einzulassen und soziale Kontakte spontan zu knüpfen.
Wir haben hier ein Kind, dass seit dem ersten Schultag acht Stunden täglich an der Schule ist (Ganztagsschule). Allein dadurch verbringt er mehr Zeit dort als zuhause. Wenn er zuhause ankommt, ist das meistens zwischen 16:40 und 16:50, im Winter ist es dunkel, da kann man nicht spontan zur Rodelbahn oder zum Spielplatz gehen und schauen, wer da noch ist. Da laufen eigentlich alle Kontakte zu Gleichaltrigen über die Schule, verabreden will er sich nicht dauernd, da er die in Frage kommenden Kinder ja jeden Tag sieht.
Außerdem finde ich, dass überdurchschnittlich begabte Kinder sowieso anders ticken, sie können sich nicht mit jedem beliebigen Kind abgeben, nur weil es ja im gleichen Alter ist. Wir haben auch einen jungen Mann, der sehr anspruchsvoll, besserwisserisch und selbstbewusst ist, da ist es nicht einfach, jemanden zu finden, der ihm gefällt.
Aber ich finde, wenn die Kinder zufrieden sind und nicht über Ablehnung oder Mobbing klagen, sollte man sie in Ruhe lassen. Freizeit ist für die heutigen Kinder eh ein Luxus. Für die sind ein paar Stunden zur freien Verfügung, wo sie selbst entscheiden, was sie machen, viel wertvoller als von den Eltern organisierte Verabredungen. |
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Sigiruna Sponsor 2010/2011
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2006 Beiträge: 898 Wohnort: nicht mehr Nordfriesland!!!!
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Verfasst am: 13.02.2013, 18:45
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Meine beiden Großen und ich haben es auch nicht so mit den Sozialkontakten. Wir brauchen einen Seelenverwandten und keinen Haufen von Gleichaltrigen.
Bei der Astrid-Lindgren-Lektüre als Kind habe ich mich gefragt, was denn falsch an mir sei, weil ich gar keine Lust hatte, stundenlang mit anderen rumzutoben, sondern lieber für mich gelesen, gemalt etc. habe. Ich empfand es immer als Zumutung, dass erwartet wurde, dass ich mich ausgerechnet mit Leuten, die zufällig so alt waren wie ich, verstehen würde, und ich mich deshalb mit diesen beschäftigen musste. In der Schule hatte ich wirklich genug davon. Da musste ich mich zu Hause erholen. Sohn und Töchti geht es ähnlich, nur Tertia hätte am liebsten immer einen ganzen Schwarm Freundinnen um sich herum.
Gerade introvertierte Kinder (und Erwachsene) haben oft nicht das Bedürfnis, nach einem langen Tag in Zwangsgemeinschaft auch noch die restlichen Stunden mit gemeinsamen Machen und Reden zu verbringen. Und in der Ganztagsschule sind die Kinder ja schon sehr lange zusammen und haben genügend Gelegenheit, zu spielen und sich auszutauschen.
Ein größeres Problem sehe ich darin, wenn ein Kind/Jugendlicher sich nur noch mit Lernen für die Schule und mit nichts anderem mehr beschäftigt. Das ist leider in den letzten Gym-Jahren oft unvermeidlich, besonders für Perfektionist(inn)en wie Töchti. _________________ Sigiruna
mit
Sohn 6/93, Dozent; Töchti 2/96, Mathemaster in Arbeit; Tertia 7/98, Studium |
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Mubbi
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.02.2013 Beiträge: 101 Wohnort: Saarland
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Verfasst am: 14.02.2013, 17:07
Titel: |
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Bei uns ist das so halbe/halbe. Es gibt ein paar gleichaltrige Kinder, mit denen mein Sohn gerne was ausmacht zum Spielen (er ist 9). Aber es gibt auch Knder denen er ein schroffes "mit Dir doch nicht!!" an den Kopf wirft, wenn die fragen, ob sie was abmachen können. Die sind dann jedesmal völlig verschreckt und ich muß hinterher den Mamas erklären, was das Problem ist
Wie die Vorredner schon sagen, solange das Kind damit zufrieden ist.. |
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Island
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.03.2007 Beiträge: 205 Wohnort: BW
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Verfasst am: 15.02.2013, 07:25
Titel: |
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| Es ist einfach Problemen aus den Weg zu gehen. Probleme anzugehen und an bestehenden Situationen etwas zu ändern, erfordert Mut und Willen. Viele Eltern akzeptieren die Isolation der Kinder. Ich fände es besser nach den Ursachen für die Isolation zu suchen und das Thema anzugehen. Eine Peergroup ist für Kinder und Jugendliche wichtig. |
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joeymc Sponsor 2010/2011

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.09.2009 Beiträge: 1539 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 15.02.2013, 08:19
Titel: |
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@ Island:
Das ist sicher richtig. Aber wenn das Kind sich in der Schule, in der auch diverse freiwillige Nachmittagsangebote laufen, in der Peer Group bewegt und dann am Wochenende sagt: "Die sehe ich doch die ganze Woche, jetzt brauche ich mal Zeit für mich!" respektiere ich das. Das Bedürfnis nach sozialen Kontakten ist sehr unterschiedlich, und manche (besonders sensible) Menschen vertragen eben weniger als andere - das ist wie mit Alkohol - manche saufen und sind fit, andere haben nach der halben Menge einen üblen Kater.
LG
Joey _________________ veni, lusi, fugi
(Ich kam, scherzte und floh - mein Sohn Nr 1 (mit damals 13) über die Schule ) |
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Online Sponsor 2010/2011
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.07.2008 Beiträge: 763 Wohnort: Sachsen
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Verfasst am: 15.02.2013, 10:03
Titel: Re: Haben unsere Kinbder noch eine unbeschwerte Kindheit? |
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Ich geh mal auf den Ursprungstext zurück.
| tinkerbell007 hat folgendes geschrieben: |
Zwischenmenschliche Beziehungen sind kompliziert.
Sie ist als Mensch auch nicht einfach. Sie wirkt sehr selbstbewußt und ist besserwisserisch und vor Allem sehr dominant. Aber eigentlich nur Fassade. Dahinter verbirgt sich ein kleines, liebenswertes, sehr soziales Mädchen.
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Nun ist es aber so, dass man nicht allein auf dieser Welt lebt und es einfach unumgänglich ist, auch soziale Kontakte zu haben. Erst innerhalb der Familie, Kiga, Schule, Ausbildung, Arbeitsleben usw.
Es ist meiner Meinung nach zwingend notwendig zu lernen, dass andere Menschen andere Bedürfnisse haben. Man wird nicht umhinkommen zu erkennen, dass man "Rücksicht" auf andere nehmen muss. Und dies erlernt sich eben nur in der Gruppe. Egal wie groß das Bedürfnis nach Alleinsein ist. Alleinsein / Abschalten / Nachsinnen usw. finde ich übrigens auch sehr wichtig... nur die Balance muss stimmen. (Und noch immer gilt: Jeder Mensch ist unterschiedlich!) _________________ LG Anja
"Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt." - Aus Uganda |
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Syringa
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.01.2012 Beiträge: 117 Wohnort: Elbflorenz
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Verfasst am: 16.02.2013, 13:57
Titel: Re: Haben unsere Kinbder noch eine unbeschwerte Kindheit? |
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| Online hat folgendes geschrieben: |
| Nun ist es aber so, dass man nicht allein auf dieser Welt lebt und es einfach unumgänglich ist, auch soziale Kontakte zu haben. Erst innerhalb der Familie, Kiga, Schule, Ausbildung, Arbeitsleben usw. |
Richtig, in vielen Situationem MUSS man das einfach. Es gibt aber auch Situationen, wo man das nicht muss (aber kann, freiwillig sozusagen). Und in diesen Sitationen darf man ganz allein entscheiden und sich aussuchen, ob man das will und möchte - oder eben nicht.
| Online hat folgendes geschrieben: |
| Es ist meiner Meinung nach zwingend notwendig zu lernen, dass andere Menschen andere Bedürfnisse haben. Man wird nicht umhinkommen zu erkennen, dass man "Rücksicht" auf andere nehmen muss. |
Wiederum richtig. Es ist aber GEGENSEITIGE Rücksichtnahme gefordert - Menschen mit einem hohen Bedürfnis nach vielen Sozialkontakten müssen ganz genau so Rücksicht darauf nehmen, daß anderen das nicht wichtig ist und daß sie sich damit sogar überfordert fühlen.
| Online hat folgendes geschrieben: |
| Alleinsein / Abschalten / Nachsinnen usw. finde ich übrigens auch sehr wichtig... nur die Balance muss stimmen. (Und noch immer gilt: Jeder Mensch ist unterschiedlich!) |
Nochmal richtig. Was aber die Balance ist, wird individuell unterschiedlich empfunden. Jemand ist zufrieden, wenn er in der Woche zwei Stunden allein ist, ein anderer braucht diese zwei Stunden PRO TAG. Es ist völlig legitim, nach einer Woche voller Sozialkontakte, die man eingehen MUSS (siehe oben), am Wochenende mehr oder weniger komplett darauf zu verzichten, wenn man das als angenehm empfindet und so seine Balance halten kann. _________________ LG, Syringa und Pfiffikus (03/08 ) |
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Online Sponsor 2010/2011
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.07.2008 Beiträge: 763 Wohnort: Sachsen
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Verfasst am: 16.02.2013, 16:17
Titel: |
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@Syringa: Dann sind wir beiden ja schon mal einer Meinung.  _________________ LG Anja
"Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt." - Aus Uganda |
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grünergeist Quiz-Gewinnerin

Anmeldungsdatum: 21.05.2005 Beiträge: 2644
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Verfasst am: 17.02.2013, 19:59
Titel: |
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Ich habe beim geistlein (auch 11) erlebt, das nicht die Menge sondern die Qualität der Kontakte das wesentliche ist. Sie hat zum Glück auch einen lebenslangen Freund, mit dem sie sich super versteht, ansonsten verabredet sie sich nur mit Kindern, mit denen sie sich gut versteht. Zeitweise gab es da keine. Da war sie doch ziemlich unglücklich und es tut ihr auch nicht gut nur mit Erwachsenen zusammen zu sein, aber den Kompromiss mit "Bekannten" zusammen zu sein, hat sie nie gemacht.
Mittlerweile ist sie aber in der Lage sich mit Kindern, die an einem Punkt gleiche Interessen haben, auch Spielzeit zu verbringen und das tut ihr gut. Wenn sie mit dem Bogen einfach rausgeht, finden sich sogar in unserer Rentnerecke Kinder, die mitmachen wollen. Wir gehen zwar auch mit ihr Bogenschießen aufs Tempelhofer Feld, aber das ist einfach nicht dasselbe.
Allgemein glaube ich, dass es ihnen schon gut täte, wenn Kinder einfach mit anderen abhängen können, bei denen sie akzeptiert sind. Das sind sie aber heutzutage nicht, wenn sie nicht jedem Trend folgen, Andersartigkeit wird heute eher ausgegrenzt als hingenommen.
Schwierig finde ich es dann, wenn eher einsame Kinder dann denken, der Kontakt über soziale Netzwerke sei ein vollwertiger Ersatz. _________________ Falls Freiheit überhaupt irgend etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen. [George Orwell]
grünergeist |
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