|
|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
June Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.09.2007 Beiträge: 281 Wohnort: Schleswig-Holstein
|
Verfasst am: 06.09.2013, 18:13
Titel: Rechenblockaden - Linkshänderproblem? |
|
|
Hallo,
an anderer Stelle hatte ich schon einmal darüber berichtet: S ist 8, geht in inzwischen in die dritte Klasse und rechnet eigentlich gerne.
Seit dem zweiten HJ der 1. Kl hat sie im Rechnen immer wieder totale Blockaden. Nach jeden Ferien kann versteht sie "gar nichts" mehr und ist total verzweifelt. Einige Minuten mütterlichen Erklärens reichen dann erstmal aus, wieder an die Zeit vor den Ferien anzuknüpfen.
Seit der 2. Kl (Endloswiederholung des Zahlenraums bis 100) blockiert sie immer wieder zwischendurch.
Jetzt gerade wieder erlebt: Sie rechnet einige Türme Division mit Rest ohne Probleme. Dann kommt Division ohne Rest - und das Kind sitzt schluchzend davor und sagt "das verstehe ich nicht!".
Kurze Erklärung der Mutter, und es flutscht wieder.
Bisher hatten wir gedacht, es läge an Unterforderung, Gehirn auf "standby" und daher diese Ausfälle. Ende der 2. Kl war es auch besser, als sie weitergehende Aufgaben bekam, z.B. schon mit Division anfangen durfte, während die anderen noch multiplizierten.
Jetzt sagte mir jemand vom DGHK, die Blockaden seien ihrer Ansicht nach typisch für Linkshänder, ich solle mich da mal informieren.
Werde ich tun, bei den Norderstedter Luchsen hat sich jemand darauf spezialisiert.
Nun dennoch meine Frage: Kennt das eine von Euch bei einem linkshändigen Kind? Irgendwelche konstruktiven Ideen?
Ich hoffe, dass sie jetzt wieder zusätzlich gefordert wird, leider haben alle Lehrerinnen gewechselt und wir fangen wieder von vorne an.
In der Zwischenzeit hält sie sich zunehmend für dumm, insbesondere in Mathe...
Ratlose Grüße
von
Edit: Habe Antwort von der Spezialistin bekommen, dass eine nicht umgeschulte Linkshändigkeit nicht der Grund für Blockaden sein kann. Das dachte ich mir schon... _________________ mit J. (11/01) auf dem Gymnasium und S. (6/05) in der Grundschule
June |
|
| Nach oben |
|
 |
LiaJolée
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.01.2011 Beiträge: 50
|
Verfasst am: 07.09.2013, 08:49
Titel: |
|
|
Hallo June!
Ihr könntet da natürlich Ursachenforschung betreiben, allerdings spielen da meist mehrere Dinge eine Rolle, die sich gegenseitig beeinflussen.
Unser Junior ist zwar schon in der 9. Klasse, hat solche Blockaden - gerade in Mathe - auch immer wieder. Bei ihm ist es so, dass er totale Panik schiebt, wenn er etwas nicht SOFORT versteht und dann geht gar nichts mehr.
Unsere kleinen Schlauköpfe sind es ja gewohnt, dass sie schulischen Stoff im Grunde ohne größere Anstrengung verstehen und anwenden. Wenn das dann mal nicht so ist, schaltet das Gehirn auf "Alarm" und es kommt zu diesem plötzlichen "Wissensausfall" mit Verzweiflungsreaktion. Angst macht Lernen unmöglich.
Viele hochintelligente Kinder müssen mit solchen Situationen erstmal umgehen lernen. Sie kennen nicht das Gefühl, vor einer wirklich herausfordernden Schulaufgabe zu sitzen und diese durch Anstrengung zu lösen. Ich habe mich damals gefreut, wie leicht meinem Sohn der Schulstoff fiel, bis ich feststellen musste, dass er nie eine Problemlösefähigkeit entwickelt hat, welches sich bis heute sehr nachteilig auswirkt. Kinder brauchen individuelle Herausforderungen in der Schule, denn beim Lösen eines Problems stellt sich am Ende dieses "Das war gar nicht so einfach, aber ich habe es geschafft"-Gefühl ein, welches das wichtigste überhaupt ist für's Lernen. Dass meinem Sohn das fehlt, habe ich erst sehr spät begriffen. Anstatt die Aufgaben als Herausforderung zusehen, plagt er sich noch heute in der Schule damit herum, bei auftretenden normalen Verständnisschwierigkeiten, einfach dicht zu machen. Entweder sagt er, er kann das nicht und verweigert die Mitarbeit oder reagiert eben mit Panik und bezeichnet sich als kompletter Looser.
Deine Tochter muss wissen, dass es in Ordnung ist und zum Lernen dazugehört, dass sie nicht weiß wie sie (Mathe)Aufgaben lösen soll. Selbst, wenn sie den Stoff eigentlich kann, kommt das eben auch vor. Wichtig ist dann 3 x tief durchatmen (oder besser 10 x ) und dann in aller Ruhe überlegen, was man tun kann, um zu einer Lösung zu kommen. Das müssen Grundschulkinder ja auch erst lernen. Deine Tochter könnte in ihrem Heft nach gleichen Aufgaben suchen, die sie schon mal gerechnet hat oder vielleicht steht ja auch was im Mathebuch oder sie fragt eben dich und du gibst ihr einen Hinweis.
Für dich bedeutet das im Vorfeld natürlich auch: Stay cool! Und zwar nicht nur nach außen so wirken, sondern aus Überzeugung, dass deine Tochter es schafft, diese Blockaden zu überwinden. Sie kann das! _________________ Grüße
Lia
_____________________
Lia mit Sohn (*06/99) |
|
| Nach oben |
|
 |
June Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.09.2007 Beiträge: 281 Wohnort: Schleswig-Holstein
|
Verfasst am: 07.09.2013, 14:08
Titel: |
|
|
Liebe Lia,
vielen Dank für Deine Antwort - es tut gut, dass jemand weiß, wovon ich rede
Bisher sind die Blockaden nicht in den Tests aufgetreten, aber ihr innerer Druck wächst ganz schön, weil es jetzt Zensuren gibt, das merke ich.
Ich sage ihr auch immer, dass ich weiß, dass sie es kann...
Die Idee, mit ihr Strategien zu suchen, wie sie alleine auch die Blockade lösen kann, finde ich sehr gut. Bisher wendet sie sich an die Lehrerin oder an mich, ich helfe ihr auch gerne, aber das gibt ihr ja doch immer ein Gefühl von Abhängigkeit oder Selber-Nicht-Gut-Genug-Sein.
Selbstwirksamkeit ist das Zauberwort!
Viele Grüße
von June _________________ mit J. (11/01) auf dem Gymnasium und S. (6/05) in der Grundschule
June |
|
| Nach oben |
|
 |
jutta Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2005 Beiträge: 4602 Wohnort: NRW
|
Verfasst am: 07.09.2013, 17:25
Titel: |
|
|
In solchen Fällen von "Ahnungslosigkeit" habe ich mein fragendes, verzweifeltes Kind auch gern gefragt, was genau an der Aufgabe denn bekannt ist und was eben nicht verstanden wird.
Durch das Erklären des eigenen Wissens kommt schon mal die ein oder andere Situation von "Ach ja!",- da ist die Selbstwirksamkeit schon im Gange!  _________________ Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99) |
|
| Nach oben |
|
 |
Sigiruna Sponsor 2010/2011
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.04.2006 Beiträge: 898 Wohnort: nicht mehr Nordfriesland!!!!
|
Verfasst am: 10.09.2013, 20:00
Titel: |
|
|
Moin!
Ich habe nur von einem umgeschulten Kind gehört. Anscheinend hat es wirklich was gebracht.
Blockaden haben oft Perfektionisten. Irgendwie scheint sie die Vorstellung, dass etwas nicht 100% und sofort da ist, total zu verstören. Sie sehen einen großen Berg ungelöster Fragen vor sich und finden nicht den Einstieg. Vielleicht kannst Du Deine Tochter in einem solchen Fall einfach fragen, ob sie es Dir erklärt kann. Dabei muss sie nämlich das Problem zergliedern, so dass es nicht mehr so riesig aussieht, und es lenkt sie außerdem von sich selbst ab. Bei Töchti, die mich immer wieder mit Panikattacken vor Klausuren, bei denen die 15 Punkten vorprogrammiert waren, beglückte, klappte das gut, wenn ihre Mitschüler sie um Erklärungen baten. _________________ Sigiruna
mit
Sohn 6/93, Dozent; Töchti 2/96, Mathemaster in Arbeit; Tertia 7/98, Studium |
|
| Nach oben |
|
 |
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
|