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Mal wieder eine Neue aus Berlin - Update


 
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TAfel



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Anmeldungsdatum: 11.06.2008
Beiträge: 373
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BeitragVerfasst am: 10.09.2013, 12:11
BeitragTitel: Mal wieder eine Neue aus Berlin - Update
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Ich folge jetzt mal dem Beispiel von Ripley und anderen:

Kind 1 ist mittlerweile in der 10. Klasse angelangt, von Langsamkeit ist seit Eintritt ins Gymnasium nichts mehr zu merken. Schulisch läuft es absolut problemlos, sie befindet sich ohne großen Aufwand im oberen Drittel ihrer Klasse. Sie hat auf jeden Fall die für sie passende Schule gefunden. Sozial ist sie in ihrer Klasse gut eingebettet, außerdem gestaltet sie ihre Freizeit mit vielen Musikprojekten an der bezirklichen Musikschule. Seit einem knappen Jahr ist sie größer als ich, nächstes Ziel ist es ihren Papa einzuholen, was sie vermutlich im nächsten oder spätestens übernächsten Jahr geschafft haben wird. Hier zu Hause wird immer wieder mal munter pubertiert, insgesamt aber so harmlos, dass wir uns bisher keine Gedanken über Alkohol- oder Drogenmissbrauch machen müssten. Sie verfügt nach wie vor über eine beneidenswerte Kommunikationsfähigkeit und kommt mit Erwachsenen und Jugendlichen gleichermaßen gut ins Gespräch (mittlerweile auch in fremden Sprachen). Auf einen Auslandsaufenthalt während ihrer Schulzeit hat sie verzichtet (so wir ihn denn hätten finanzieren können), weil sie mit ihren Freundinnen gemeinsam Abi machen möchte. Ihr Plan für die erste Zeit nach der Schule ist ein FSJ/FÖJ im Ausland, am liebsten in Neuseeland.


Kind 2 ist weiterhin eine pädagogische Herausforderung sowohl in der Schule als auch zu Hause. Er geht jetzt in die 8. Klasse, schwimmt bezüglich der Noten im Mittelfeld, hat auch im letzten Schuljahr wieder vier Tadel wegen nicht konformem Verhalten eingesammelt (fairerweise muss ich sagen, dass ein Tadel überhaupt nicht gerechtfertigt war und wir die Schule mal wieder als rechtsfreien Raum erlebt haben). Die Schule ist allerdings auch sehr freigiebig mit Tadeln. Er könnte nach Einschätzung seiner LehrInnen mit etwas mehr Einsatz deutlich bessere Noten erzielen. Mittlerweile ist er sozial in seiner Klasse angekommen, das hat aber fast 1,5 Jahre gedauert. Er geht mittlerweile auch wieder meistens gerne zur Schule.

Wegen der Probleme in der Schule und zu Hause hat er eine intensive Diagnostik durchlaufen. Nach Einschätzung der untersuchenden Ärzte beruhen seine Probleme auf seinen hohen kognitiven Fähigkeiten, sein behandelnder Psychologe sieht ziemliche eindeutige AD(H)S-Symptome, die er teilweise dank seiner Intelligenz kompensieren kann. Er schätzt ihn lernfähig genug ein, dass es ohne Medikamente geht. Wir werden sehen.

Seit ein paar Wochen ist Sohn so groß wie ich, er würde gerne irgendwann die 1,90 m erreichen wollen (die genetischen Voraussetzungen haben wir Eltern jedenfalls nicht sichtbar - sind beide eher klein). Im Gegensatz zu seiner großer Schwester beschäftigt er sich schon mit Berufswünschen, letzter Stand war Lehrer, Gerichtsmediziner oder Richter. Er liest immer noch sehr viel, mittlerweile empfiehlt er seiner großen Schwester Bücher, so dass beide zur Zeit oft dasselbe lesen. Trotz aller Probleme ist er ein sehr charmanter und liebenswerter Kerl, der unter seinen Ecken und Kanten manchmal selber am meisten leidet. Er spielt außerdem immer noch Klarinette, eventuell darf er nächstes Jahr mit dem Ensemble seines Lehrers nach Israel fahren. Beim Basketball gab es einen Durchhänger, weil er jetzt in der neuen Mannschaft wieder zu den Kleinen gehört. Da er aber bei den Spielen nicht nur auf der Bank sitzen muss, sondern auch eingesetzt wird, gibt es wieder Licht am Ende des Tunnels. Eigentlich möchte er noch einen Kampfsport lernen, momentan bräuchte die Woche dafür aber einen Tag mehr.


Nummer 3 ist in vielerlei Hinsicht das Kind ohne Probleme. Sie geht jetzt in die 4. Klasse und ist gut in ihre Klassengemeinschaft eingebettet (stellvertretende Klassensprecherin). Sie hatte ein sehr gutes Zeugnis und geht trotz weitem Schulweg gerne zur Schule. Langsamkeit ist zumindest in der Schule bei ihr kein Thema. Die Frage nach einem Wechsel nach der 4. Klasse auf die Oberschule (Berliner Schulsystem mit 6 Jahren Grundschule) stellt sich nicht wirklich, da die derzeitigen Rahmenbedingungen gut für sie passen. Sie nutzt auch gerne das sehr vielfältige AG-Angebot der Schule nach ihren Interessen.

Zu Hause ist Langsamkeit dann doch wieder ein Thema, da scheint sich aber auch allmählich Besserung einzustellen. Sie kann auch sehr temperamentvoll sein und damit dem Rest der Familie an den Nerven zerren. Ihre Freizeit ist ebenfalls sehr musiklastig, sie singt im Chor, spielt Geige und tanzt. Dann hat sie im letzten Jahr auch Basketball für sich entdeckt und ist jetzt im selben Verein wie ihr Bruder.

Soweit erstmal von uns.

VG Tafel
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Zuletzt bearbeitet von TAfel am 14.09.2013, 14:29, insgesamt einmal bearbeitet
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jutta
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BeitragVerfasst am: 11.09.2013, 15:36
BeitragTitel:
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daumen

Klingt doch gut soweit...

Kannst du den Verdacht auf ADS nachvollziehen? Ich bin immer wieder geneigt, eine hohe Begabung als Grund für problemhaftes Auffallen genauer zu hinterfragen.... Unterforderung ist ausgeschlossen?

Ich frage mich, wenn es eine Aufmerksamkeitsstörung ist, ob er nicht dann mal vernünftige Unterstützung bekommt und ein entsprechendes Training macht und auch eine medikamentöse Hilfe ausprobiert. Die Intelligenz mag noch ausreichen, es wird aber sicher ein Ende damit haben und es ist ja auch schön, wenn man sein Potenzial in andere Dinge stecken könnte.... Oder?

Napoleon nutzt auch gern seinen Intellekt, aber er kommt da an Grenzen, die uns und ihm immer wieder zeigen, dass eine kleine Dosis MPH doch noch angezeigt ist.( Die Ärztin wundert sich, dass die Höhe bei ihm ausreicht.)

Es klingt fast klischeehaft, aber Mädchen scheinen doch oftmals komplikationsloser zu sein.... ;)

Jutta
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TAfel



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BeitragVerfasst am: 11.09.2013, 17:31
BeitragTitel:
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Hallo Jutta,

ich sehe es so wie der Psychologe, es gibt nach meiner Einschätzung zu viele Symptome, die dafür sprechen. Bezüglich Medikation bin ich ein bisschen hin- und hergerissen. Eigentlich würde ich es gerne ausprobieren, der Psychologe sieht die Gefahr, dass Sohns Selbstbewusstsein zu sehr darunter leiden würde. Dass bei manchen Menschen extrem geringe Dosierungen ausreichen, habe ich auch schon von einer Psychologin im Bekanntenkreis gehört. Nachdem es letzte Woche hier auch wieder heftigst gekracht hat, suche ich vielleicht doch nochmal das Gespräch mit dem Psychologen. Sohn hat ein sozial-emotionales Kompetenztraining mitgemacht und an der Grundschule an einer Mediatorenausbildung teilgenommen. Die dabei gelernten Inhalte kann er aber nicht für sich anwenden.

Ob er trotz Schnelllerner noch unterfordert ist, kann ich nicht so richtig beurteilen. In den Fächern, die ihn interessieren und über die er sich durchs viele Lesen entsprechendes Wissen angeeignet hat, vielleicht schon. Das erklärt aber nicht, warum er zu Hause sich heimlich Lebensmittel (vorzugsweise mit hohem Zuckergehalt) unter den Nagel reißt, die er dann heimlich in seinem Bett verspeist. Und die in der Schule getadelten Verhaltensweisen weisen eigentlich jetzt auch nicht unbedingt auf Unterforderung hin. Es gibt auch Momente, wo ich merke, dass die kognitive Reife mit der emotionalen Reife einfach überhaupt nicht zusammenpasst. Außerdem hat Sohn noch verschiedene Gebiete, auf denen er mit einer Leichtigkeit gute bis sehr gute Leistungen erzielt (Instrument, Sport), dass er bisher keine Anstrengungsbereitschaft entwickelt hat.

Was die Mädchen betrifft, ich würde sagen, die sind anders kompliziert und haben zumindest weniger Probleme, sich an Regeln zu halten.

VG Tafel
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BeitragVerfasst am: 12.09.2013, 09:41
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Zitat:
warum er zu Hause sich heimlich Lebensmittel (vorzugsweise mit hohem Zuckergehalt) unter den Nagel reißt, die er dann heimlich in seinem Bett verspeist



Sehr bekanntes Problem :) Vorzugsweise abends oder nachts? Lt. unserem Doc und Ergotherapeuten ein typisches ADS-Symptom.
(Es soll Kinder geben, die sich spät abends heimlich Sahnetorten auf der Heizung auftauen und dann halbgefroren essen motz )

---
Zitat:
der Psychologe sieht die Gefahr, dass Sohns Selbstbewusstsein zu sehr darunter leiden würde


Erfahrungsgemäß eher gegenteilig bei mph-Gabe. Möchte der Psych dass nicht, weil Dein Sohn sich dann "mangelhaft" fühlt?

Ich kann Jutta nur zustimmen, warum soll er seine ganzen Kräfte in die Kompensation seiner Probleme stecken? Das ist soooooo kraftraubend traurig

Vllt. schreibt Ripley noch was dazu?

Liebe Tafel, ich schreib ja nur noch ganz selten hier, insbesondere zum Thema ADS, aber hier hatte ich ganz dringend das Bedürfnis mich zu melden. Ich würde mich nochmals ganz speziell an einen ADS-Profi wenden. Evtl. Selbsthilfegruppe oder so..

LG
die wahre Lisbeth
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jutta
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Beiträge: 4602
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 12.09.2013, 11:14
BeitragTitel:
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Tafel, nur mal so am Rande:
Schau mal bei Tokol nach....

Generell lese ich aus deinem Posting, dass du dich noch nicht traust, weil der Psychologe eher gegenteilig denkt.
Aber: Er muss den Alltag mit dem Sohn nicht managen, er muss nicht wie dein Sohn Kräfte mobilisieren, die ihm eine gewisse "Anpassung" ermöglichen. Das Selbstvertrauen leidet doch eher, wenn man immer wieder aneckt, etwas nicht hinbekommt wie andere, obwohl man es doch so gern möchte und aus seine Art versucht...

Ich bin sicher nicht jemand, der sofort zu Tabletten rät oder jedes Wehwehchen mit passender Medizin heilt. Aber eine Stoffwechselstörung kann man nicht einfach laufen lassen, wenn man den Verdacht hat, dass sie da ist. Wir haben es bisher nicht bereut und Kind ist durchaus selbstbewußt, kreativ und leistungswillig! Ein ganz normale Pubi eben.

Denk doch noch mal drüber nach und sprich auch mit Menschen, die in ähnlicher Lage sind/waren.

LG Jutta
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TAfel



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BeitragVerfasst am: 12.09.2013, 14:18
BeitragTitel:
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@Jutta und Lisbeth,

vielen Dank für eure Beiträge, sie bestärken mich darin, dass sich etwas ändern muss. Der Psychologe ist selber betroffen, hat aber ein Problem damit, wenn Kindern Psychopharmaka verabreicht werden. Für ihn sind die Symptome von Sohn auch eindeutig (für ADS). Aber wie du, Jutta, so schön gesagt hast, er braucht nicht den Alltag mit Sohn managen.

Liebe Grüße von Tafel
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ripley



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BeitragVerfasst am: 12.09.2013, 14:24
BeitragTitel:
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Zitat:
Zitat:
der Psychologe sieht die Gefahr, dass Sohns Selbstbewusstsein zu sehr darunter leiden würde


Zitat:
Erfahrungsgemäß eher gegenteilig bei mph-Gabe. Möchte der Psych dass nicht, weil Dein Sohn sich dann "mangelhaft" fühlt?

Ich kann Jutta nur zustimmen, warum soll er seine ganzen Kräfte in die Kompensation seiner Probleme stecken? Das ist soooooo kraftraubend traurig

Vllt. schreibt Ripley noch was dazu?


Ja, hier! Ihr habt gerufen?

Gut, unsere Erfahrung. Junior war ja sozial bzw. verhaltensbezogen arg auffällig. Vermutlich deutlich mehr als TAfels Sohn, aber das kann ich nicht beurteilen.

Ab der vierten Klasse nahm er MPH. Bis heute. Also rund fünf Jahre.

Vorher ist er eben bei versuchter Einwirkung (teils wirklichen Nichtigkeiten) einfach ausgetickt, egal, was oder wie man es gemacht hat. Und er war der festen Überzeugung, dass sich die ganze Welt gegen ihn verschworen habe.
UND, wie mein Mann es einmal auf den Punkt brachte "Er wäre so gerne ein besseres Kind, aber es gelingt ihm nicht".
Letzteres war übrigens am schlimmsten mitanzusehen.

Ich persönlich vergleiche das Chaos im Kopp, das AD(H)S anrichtet, immer mit einer Situation, in der man in einem Raum sitzt, vor einem läuft der Fernseher, hinter einem das Radio, zwischendurch rumpelt die Deutsche Bahn vorm Haus, die Straßenbahn hinterm Haus vorbei, das Telefon klingelt in unregelmäßigen Zuständen, und irgendjemand will wieder was ... und dabei soll man dann konzentriert denken oder arbeiten können! Lass sagen, einen Bericht schreiben. Oder einen Essay. Wie gut wird das dann? Wie geht es EUCH damit? Wie klug und wie begabt fühlt Ihr Euch mit dem, was Ihr unter solchen Bedingungen zustandegebracht habt?

Ich weiß nicht, wie IHR so etwas wegsteckt, aber bei MIR reicht schon das Radio in der Küche plus der Fernseher im Wohnzimmer und ich merke, wie ich anfange, mich innerlich aufzudrehen (Woher HAT das Kind das nur!? devil)

Mit der Entscheidung zur Medikation war keineswegs "alles paletti", aber wir bekamen langsam Zugang zum Kind, um dann eben erzieherisch einwirken zu können. ER wiederum war nicht mehr in diesem Zustand des permanenten geistigen und emotionalen "Overloads", konnte sich besser konzentrieren, hatte nun die Möglichkeit, erst mal einen Moment zu überlegen und DANN erst (oh Wunder! angemessener!) zu reagieren.

Aus unserer Sicht ist das MPH also nur ein Türöffner für alles, was man dem Kind und auch was das Kind sich selbst vermitteln will. Er ist nun imstande, sein Potenzial zu nutzen. WENN er dies denn will. Und auf den Gebieten / bei den Tätigkeiten, die ihn interessieren. (Sozialkunde etwa gehört da nur begrenzt dazu. winkie )

Über die Jahre haben wir die Medikation übrigens nicht erhöht, sondern sogar verringert.

HEUTE sagt Junior selbst, dass er auch mal einen Schultag ohne MPH überstehen kann (passiert sogar ab und an, wenn er etwa die Einnahme morgens vergisst). Aber "ohne" muss er erheblich mehr Energie aufwenden, um die Schotten weit genug hochzufahren, um sich eben nicht aufzuziehen. Und das ist dann Kraft und Energie, die ihm dann an anderen Ecken fehlt.


Noch was zum Selbstwert. Ja, eines Tages KAM Junior nach Hause, am Boden zerstört. Irgendein anderer Schüler hatte (vermutlich absolut ins Blaue hinein) eine Bemerkung gemacht à la "Haste heute deine Medikamente nicht genommen?" und Junior fühlte sich "ertappt". Wir haben damals lange geredet, ich habe MPH zum einen mit Insulin für Diabetiker, zum anderen mit dem Brillentragen verglichen ... und kurze Zeit später ging er von sich aus auch in seiner Klasse sehr offen mit der Medikation um. Aber, ja, diese Klippe GIBT es.

TAfel, vielleicht überlegt Ihr mit Eurem behandelnden Arzt mal, ob Ihr überprüfen wollt, ob und welche Verbesserung sich unter MPH ergeben kann. Es GIBT ja auch sogenannte Non-Responder.
Haben wir damals gemacht: Drei Wochen lang wurde, in langsam ansteigender Dosierung MPH-Verum gegeben, drei Wochen lang Placebo. Weder wir Eltern NOCH Junior NOCH der Kinderarzt wusste, wann was gegeben wurde, die Verblindung hatte seine Mitarbeiterin gemacht und abschließend aufgedeckt (natürlich hätten wir das bei Problemen jederzeit nachfragen können). Das Ergebnis dieser Übrprüfung war bei uns sehr eindeutig. Übrigens im schulischen wie im häuslichen Bereich.
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LG
Ellen
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TAfel



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BeitragVerfasst am: 12.09.2013, 16:04
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Hallo Ellen,

das was du beschreibst, würde ich mir von einer Medikation erwarten, eben dass Sohn innehalten und erst mal nachdenken kann und erzieherisch etwas erreichbarer wird. Genau das Austicken bei Nichtigkeiten stört hier oft den Familienfrieden. Ich erhoffe mir keine Wunder, sondern sehe es eher als Mittel für Sohn, etwas leichter durchs Leben zu kommen und sich damit vielleicht auch neue Chancen zu eröffnen (z.B. dass die LehrerInnen ihm einen Schüleraustausch zutrauen).

An euch alle drei auch noch vielen Dank für eure Aussagen zum Selbstbewusstsein, der Psychologe sieht in der Tat die Gefahr, dass sich Sohn dann mangelhaft fühlt. Deswegen finde ich eure Erfahrungsberichte sehr hilfreich.

Liebe Grüße Tafel
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