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Hilfe...unser Sohn...


 
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Eliyoula




Anmeldungsdatum: 11.12.2007
Beiträge: 40

BeitragVerfasst am: 13.12.2013, 14:02
BeitragTitel: Hilfe...unser Sohn...
Antworten mit Zitat

Hallo,

ich wusste nun erstmal nicht, ob ich den Beitrag hier reinschreiben soll (weil die Probleme ja in der Schule sind) oder unter Krisensitzung (weil unser Sohn allgemein ein anstrenged Kind ist)...jetzt ist der Beitrag aber doch hier gelandet.

Also, ganz kurz, weil ichhier ja nicht so oft unterwegs bin...

Unser Sohn, 6, Klasse Gymnasium NRW. In der grundschule mal getestet mit 123, also nicht hochbegabt, aber doch überdurchscnittlich (wobei ich mich wirlich frage, ob da jetzt ein Unterschied ist...wo liegt man mit diesen 123...nicht Fisch nicht Fleisch...welchen ist man ähnlicher? Wie schlau ist man nun mit 123? usw.usf)

Unser Sohn hatte ja nun ne schwere Grundschulzeit, mit einem Wechsel und einer richtig miesen Lehrerin an der 2. Grundschule, die auch dem Lehrerkollegium am Gym bei dieser Konferenz in der 5. mitgeiteilt hat, wie schrecklich und schlimm unser Sohn doch sei...

Naja.
Unser Sohn ist auch nciht grade einfach, er ist so ne richtig schöne Mischung aus Sensibelchen, Trotzkopf, Sturkopf, S"Störenfried", Klassenclown, sagte ich Sensibelchen?, Freigeist, der glauvbe ich es am meisten hast, wenn jemand ihm was vorschreiben will, vor allem wenn er sich von dieser Person in irgendeiner Weise unfair behandelt fühlt. Und er fühlt sich oft unfair behandelt und zieht leider auch den Ärger an, wie das Licht die Motten. Natürlich hat er auch gute Eigenschaften, grade auch weil er so sensibel ist. Aber momentan herrschen eben wieder dicke Wolken.

Ich frage mich auch manchmal warum er so ist, wie er ist. (Ich meine Ich kenne es von mir, ich bin auch extrem hypersensibel, wenn es z.b. auch Geräusche geht, ich kann vieles nicht ertragen) und er ist halt auch so, aber auch emotional sensibel (hypersensibel?). Es gibt halt Kinder die dann schüchtern sind und sich zurückziehen...bei ihm ist es genau das Gegenteil, er wird laut und ausfallend, wenn er sich "schlecht" behandelt fühlt.
Ist in der schule natürlich nicht grade gern gesehen und hat ihm wieder aktuell ricthig dicken Ärger mit dem Lehrer eingebract.

Wenn ich könnte, würde ich ihn in eine kleine Privatschule mit 10 Kindern pro Klasse geben und so, aber das ist finanziell nicht drin.

Und unser Problem ist ja nun, durch diese Grundschullehrerin damals (die ihn wirklich gehasst hat) gab es nun schon den schlechten Start aufs Gym...und er stand schon unter besonderer Beobachtung...und nun hilft er sich durch sein Verhalten ja auch nciht grade weiter, dass es ihm selber besser geht...sein Mathelehrer ist nun auch wirklich ein echt übler (der hat meinem Mann, den er noch nie vorher gesehen hat, Sohnemans Heft vom Tisch gefegt beim Gespräch, als mein Mann ihm das Heft zeigen wollte).

Under Sohn hat jetzt auch nicht die besten Noten, in Fächern die ihm Freude machen (Geschichte, Philosophie usw. steht er 2), Latein 3, Deutsch 3, Englisch vorher 3, jetzt hat er aber ne 5 geschrieben, Mathe im Grunde 2, aber nun 5, laut Aussage des Lehrer. Einmal hat er eine Wochenarbeit einen Tag zu spät vorgelegt, so dass sie nciht gewertet wurde, sie wäre eine 1-2 laut Aussage des Lehrer (Wochenarbeit gibt es 3, ebenso wie Klassenarbeiten und die WA zählen für die mündlcihe Mitarbeit). 2. WA war eine 2 (mit 0 Fehlern, aber die 1 gab es nciht, da er die 3 Bonusaufgaben nicht gemacht hat, er dachte).
Mathearbeiten 4 und 3 bisher. 3. WA noch unbenotet, da noch in Arbeit (Sohn ist fast fertig, aber Lehrer meinte, "ja ihr Sohn macht das nur, um zu zeigen, dass er sich anstrengt" ?! Das ist doch der Sinn oder? Dass er zeigt, dass er es ernst meint und sich anstrengt, wie kann ihm daraus denn nun ein Strick gedreht werden? Soll er es nicht machen?. Und laut Lehrer wäre er versetzungsgefährdet.

Die Klassenlehrerin hat immer wieder gesagt, dass er eigentlich auf dem Gym gut aufgehoben ist und im mittleren Bereich liegt, wenn er sich anstrengen würde , würde er auch leicht in den besseren Bereich aufschließen, nur dass er eben oft unaufmerksam und schuddrig und unzuverlässig ist.

Sie sagte aber auch im letzten Gespräch, dass dies nun seine letzte Chance sei und er sich anstrengen muss und seine Arbeitsweise ändern muss.

Daran arbeiten wir ja auch und ich sehe auch Verbesserungen in seiner Einstellung und ich sehe, dass er versucht, sich selber zu verbessern und das Ganze ernster zu nehmen (Im Grunde dreht sich alles bei ihm um seine unterdurchscnittliche Arbeitsweise).

Aber der Druck ist echt groß momentan. Mich würde da auch interessieren, was können die Lehrer den machen? Ihn des Gymasiums verweisen? Ihn zwangsweise auf die Realschule schicken? Welche Möglichkeiten hätten wir? (Schulwechsel auf anderes Gym vielleicht?)
Wie ist das denn überhaupt rechtlich und so mit dem Versetzen auf die Realschule, welche Noten müssen vorliegen?

Unser Sohn will selber auf dem Gym bleiben...und so wie wir ihn kennen...es ist ja seine Arbeitseinstellung und seine Mischung aus Explosivkopf/Störenfried/ Freigeist und absoltem Sensibel, womit er sich immer wieder selber ein Bein stellt. Solange er sich selber nicht ändert, nimmt er sein Verhalten ja mit und sobald er wieder auf einen "ungerechten" "blöden" Lehrer oder Klasse trifft, bricht es ja aus ihm wieder aus. Vielleicht stimmt es ja was die Lehrer immer so sagen, "auf der Realschule hätte er endlich mal Erfolgserlebnisse (= 1en und 2en) und dann würde alles besser werden.
Vielleciht stimmt das ja, aber wenn nicht? (In meinen Augen ist er ein klassischer Underachiever) Dann wäre er auf der realschuke auch nur im mittleren/ unteren Bereich und würde wieder runschludern...und dann? Hauptschule?

Wir sind grad echt mit unserem Latein am Ende (und auch etwas sehr verzweifelt) und ich würde mich freuen, einfach ein paar spontane Gedanken und Erfahrungen von euch zu hören.

Vielen Dank fürs Lesen :)


apropro...ich schaue mir grade das Video on der Kajsa Johansson über Underachievement and...hilft es zu wissen, dass ich sowohl zu 10000% meinen Sohn UND auch mich selber wiedererkenne (ich bin vom totalen störenden underachiever in der Schule (also eher wie ein männlicher Underachiever) zur totalen hyperfokussierten Overachieverin im Studium mutiert (gehörte dann dort zu den 25% besten beim Abschluss)?

Momentan fühle ich mich jedenfalls als totale Versagerin was die Erziehung unseres Sohnes angeht.
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ripley



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Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 13.12.2013, 15:06
BeitragTitel:
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Hm.

Mir fallen an Deiner Schilderung verschiedene Dinge auf.

1) Liest sich wirklich eins zu eins so, wie es bei UNS war, als Junior in der 5. Klasse war.
2) Liest sich (nicht zuletzt aufgrund von Punkt 1) für MICH wie "klassischer Fall von ADHS - ggf. mit erblicher Komponente "
3) Durch Deinen gesamten Text zieht sich etwas durch, das ich - überspitzt, ja - beschreiben möchte als "wir gegen den Rest der Welt, auf alle Fälle aber gegen die doofen Lehrer, die das Kind nicht so zu nehmen wissen, wie es nunmal genommen werden sollte".

Das, was Du im oben Zitierten von Deinem Sohn als "nicht gerade einfach" schilderst...
Zitat:
Sensibelchen, Trotzkopf, Sturkopf, S"Störenfried", Klassenclown, sagte ich Sensibelchen?, Freigeist, der glauvbe ich es am meisten hast, wenn jemand ihm was vorschreiben will, vor allem wenn er sich von dieser Person in irgendeiner Weise unfair behandelt fühlt (...) er wird laut und ausfallend, wenn er sich "schlecht" behandelt fühlt


liest sich nämlich aus Erwachsenen-, damit aus Lehrersicht in etwa so: "unausgeglichen/labil, widersetzlich, verweigert sich Aufforderungen und Anordnungen, hält sich nicht an Regeln, stört den Unterricht (häufig? regelmäßig? dauernd?), rotzfrech, keinerlei Respekt vor Autoritäten, aggressive Tendenzen, deutlich verhaltensauffällig".

Hm, ich bin nur kein dezidierter Lehrerfreund, aber ich kann schon verstehen, dass es für Lehrer Erhebenderes gibt als Dein Kind zu bändigen. "Nicht gerade einfach"? "Lehrers Alptraum" würde ich tippen.

Das ist jetzt zwar harter Tobak, aber es ist NICHT böse gemeint, ich war damals ganz ähnlich drauf (AUCH wegen schlechter Erfahrungen mit der Grundschule).
Nur dass wir uns damals Hilfe (via Jugendamt) geholt haben, die zunächst zwischen uns (Familie) und Schule vermittelt hat und nach und nach auch eine Zusammenarbeit mit der Schule anregen/herstellen konnte.

IHR seid noch auf dem Weg, Euch (und das Forum) zu fragen, wie ihr (noch besser?) GEGEN die Schule arbeiten könntet.

Es mag sein, dass ich alles nur missverstehe. Ja. Aber ich kann nur von dem ausgehen, WAS ich lese und HERAUSlese (und das vor UNSEREM hiesigen Hintergrund). Und das sagt mir:
Ob ein erneuter Wechsel, egal ob auf ein anderes Gym oder an eine Realschule, Euch weiterbringt? Eher nicht.
Gegenvorschlag: Fragt die Lehrer, wie ihr besser an einem Strang ziehen könntet - und MACHT das dann. Kind ggf. testen lassen, und wenn es ist, um ADHS auszuschließen, dann über weitere Maßnahmen diskutieren.
Auf alle Fälle aber eigene Haltung und Erziehungsstil überdenken, ggf. überarbeiten.

Das im letzten Satz Geschriebene war damals für UNS das Schwerste, aber es hat uns sehr geholfen, das Kind wieder soweit auf die Schiene zu bringen, dass er (inzwischen 16, 11. Klasse) als "ganz normaler Teenager" durchgeht.


Viel Erfolg![/quote]
_________________
LG
Ellen
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Mubbi



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Anmeldungsdatum: 12.02.2013
Beiträge: 101
Wohnort: Saarland

BeitragVerfasst am: 13.12.2013, 18:16
BeitragTitel:
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Huhu,
ich hab ja auch so einen ähnlichen Fall hier. Mittlerweile 5. Klasse Gymnasium, IQ 125 laut Test.
Die Grundschul-Beschreibung könnte zu unserer passen. Die Klassenlehrerin hat mir erklärt, wir hätten den Test manipuliert, denn mein Sohn wär auch so ein Exemplar, wie du beschreibst und der wär nie im Leben schlau..
Ich habe in den letzten Monaten mehrere Bücher über Underachiver gelesen und wenn ich da was gelernt habe, dann, dass es nur besser wird, wenn alle an einem Strang ziehen. Ich hab meinen Junior gegen die ausdrückliche Empfehlung der Grundschule auf einem Gymnasium angemeldet, wo ich vorher die ganze Situation mit dem Direktor durchgesprochen hatte. Der - und auch die Lehrer an dieser Schule - sind zum Glück echt bemüht und verstehen auch die Problematik dieser Kinder. Die Noten sind immer noch durchschnittlich, aber ich kann damit leben, dass er eine 4 in Mathe hat, obwohl eigentlich locker eine zwei drin wär. Die Lehrer sagen, das gäb sich alles mit zunehmendem Alter. Mal sehen.
Also alles in allem stimme ich auch der Aussage von Ripley zu. Mit den Lehrern zusammen an einen Tisch..
Viel Glück!
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Eliyoula




Anmeldungsdatum: 11.12.2007
Beiträge: 40

BeitragVerfasst am: 13.12.2013, 19:36
BeitragTitel:
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Hallo ihr beiden und danke für eure Antworten.

@Ripley...dein Gefühl ist nicht so falsch. Es wär mir auch lieber wenn es "wir zusammen mit dem Rest der Welt" wär. Allerding ist das nicht so einfach wenn man irgendwie immer wieder nur Schlechtes zu hören bekommt (natürlich ist auch Gutes dabei, aber das geht irgendwie unter.
Nochmal testen lassen,,hmm? Kann man das? Wir haben den Test ja beim Schulpsychologischen Dienst machen lassen.

@Mubbi: Ja so war es bei und auch, sie hat uns zwar noch eine einschränkende Empfehlung aber nur widerwillig gegeben. Ein Beispiel was mir grade wieder einfällt ist....die sollten mal für Deutsch ein Referat un dPlakat machen...Thema Buchdruck. Mein Sohn war total begeister und hat dann was zum Thema Gutenberg gemacht. Er hat recherchiert und wirklich ein ganz tolles Plakat gemacht. Er liebt sowas, da vergisst er alles andere und kann stundenlang an solchen Aufgaben sitzen. Dafür hat er aber dann keine Note bekommen. Die lehrerin meinte zu uns (sie hat mit meinem Mann telefoniert), es wäre so gut und eine 1, aber es sei zu perfekt, das kann nie im Leben unser Sohn gemacht haben, das habe betsimmt ihre Frau (also ich) gemacht.
Und sowas gab es dann immer wieder. Naja.

Oder heute z.b. gabs die Lateinarbeit zurück...er hat eine 4. In der Übersetzung eine 2 und in der Grammatik eine 5, da hat sogar der Lehrer druntergeschrieben, dass er total unnötige Fehler gemacht hat und doch einfach mal präzise arbeiten soll.
Und sowas haben wir haben immer bei ihm. Also er versteht alles und kann es, aber arbeitet total "underacieved", unordentlich, unsauber, unkonzenrtiert usw.

Ich weiß nicht, wir haben uns nicht wirlklich getraut, was von dem Testergebnis zu erzählen...ich meine, 123 ist ja nciht wirklich hoch und schon gar nicht hochbegabt. Wenn ich nun das Thema "Hochbeganung" anspreche, dann fände ich das komisch, weil er ja "offiziell" nicht hochbegabt ist.
Und dann noch "underachievement"...ich weiß nicht. Wir hatten natürlich schon Gespräche mit seinen Lehrern und bis auf den Mathelehrer sind die auch im Grunde alle positiv eingestellt. Die KL möchte ihn auch mitziehen und unterstützen, dennoch klang es letztens ein bisschen an, ob diese Schulform die richtige für ihn sei.
Ich weiß nicht, irgendwie kommt es mir so "vorgeschoben" vor, aber vielleicht wäre es wirklich besser, wenigstens mit der KL mal darüber zu sprechen.

Mubbi, wie hast du dich denn dann ausgedrückt "Ja, also mein Sohn ist 'fast' hochbegabt"? Hört sich doch irgendwie nicht sehr aussagefähig an. Ich würde gerne unserer KL einfach mal das Video der Johansen schicken :)

LG
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Tigermami
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BeitragVerfasst am: 14.12.2013, 01:04
BeitragTitel:
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Hallo,

ehrlich gesagt würde ich niemals irgendwelche Probleme gegenüber Lehrern etc. damit zu erklären versuchen, dass das Kind sehr schlau und unterfordert ist.

Ich denke einfach, das möchte keiner hören. Mein Sohn (mittlerweile 15 J.) hat auch immer wieder mal schwierige Phasen weil er einfach viele Dinge zu persönlich nimmt, über die seine Kumpel/Mitschüler manchmal nur müde lächeln.
Er ist dann auch völlig außer sich und vergreift sich im Ton, auch gegenüber seinen Lehrern.

Ich versuche ihm dann klar zu machen, dass das gar nicht geht. Und dass er da an SICH arbeiten muss. Ungerechtigkeiten oder ähnliches wird es immer wieder mal geben und andere Leute ändert man sowieso nicht, man kann nur sich selber ändern. Natürlich muss es legitim sein bei einer offensichtlichen Ungerechtigkeit auch seinen Unmut zu äußern, aber das Festbeißen an so etwas schadet einem zumeist nur selber.

Wenn man nicht in der Lage ist eine Privatschule o. ä. zu besuchen, was wahrscheinlich den meisten so geht, muss man sich mit den Gegebenheiten arrangieren. Wie soll ein Lehrer auch im normalen Schulalltag auf ganz viele unterschiedliche Probleme seiner Schüler eingehen? Das finde ich auch o.k., denn im späteren Leben bekommt man auch keine Extrawurst gebraten.

Was ist denn mit einem tollen Hobby? Also halt außerschulische Aktivitäten wo dein Sohn sich richtig ausleben kann, so dass der Schulalltag nicht das alles beherrschende Thema ist?

Ganz liebe Grüße
_________________
Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel
der Blickrichtung.

Tigermami
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ripley



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BeitragVerfasst am: 14.12.2013, 12:00
BeitragTitel:
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Zitat:
dass er total unnötige Fehler gemacht (...) Also er versteht alles und kann es, aber arbeitet total "underacieved", unordentlich, unsauber, unkonzenrtiert usw.


DAS sind wieder so Punkte, bei denen bei mir das ADHS-Lämpchen aufleuchtet.

Okay, aber zu dem Intelligenzdingens.
Guck mal hier (linke Spalten!): http://www.iqcomparisonsite.com/iqtable.aspx
Rein rechnerisch landet man danach mit einem getesten IQ von 123 auf einem Perzentilrang von 93kommaebbes. Das heißt, dass im Gesamt (!) der etwa Gleichaltrigen 7 Prozent genauso schlau oder schlauer sind. Jetzt sitzt Dein Sohn aber nicht in einem Vergleichsumfeld, das das Gesamt repräsentiert, sondern an einem Gymnasium, in dem sowieso schon ein gewisses Grundlevel an Cleverness versammelt ist. Nicht die Crème de la Crème, aber auch eher keine Minderbegabten (IQ unter 70) und vermutlich nicht irre viele Kinder mit sonstwie unterdurchschnittlichem IQ.
So, und jetzt überleg noch mal, wie viele Kinder an der Schule Deines Sohnes bzw. auch in seiner Klasse genauso schlau oder schlauer sind, aber KEINE Probleme haben, ihren Grips leistungs- und gewinnbringend umzusetzen.
Ich habe dazu jetzt KEINE harten Daten zur Hand, würde aber tippen, dass vielleicht ein Fünftel bis ein Viertel jeder Klasse sich +/- auf einem ähnlichen IQ-Niveau (oder, ggf. weit, drüber!) bewegen dürfte. Ist er da noch "außergewöhnlich begabt"?

Auch in unserer Erfahrung (und ja, bei uns lag das Ergebnis damals über 130) macht es weder bei den Lehrern noch im richtigen Leben besonderen Eindruck, wenn man mit IQ-Werten um sich wirft, so lange soziale und leistungsmäßige Basics nicht sitzen. Oder anders: Es nützt nix, wenn man einen Ferrari unterm Hintern hat, wenn man ihn mangels fahrerischer Fähigkeiten im Kiesbett kreiseln lässt.

Eine JA-Mitarbeiterin hat das mir gegenüber mal überaus charmant ausgedrückt: "Da liegt wohl kein intellektuelles, sondern ein pädagogisches Problem vor" ... So sehr mich das damals zum Kochen gebracht hat, so sehr gebe ich ihr aus heutiger Sicht Recht: Ich hab das Kind und seine Launen, Macken und Mucken viel zu lange und viel zu sehr in Schutz genommen, hab erwartet, dass die werte Lehrerschaft sich auf IHN einstellt, anstatt wirklich glasklar zu machen, dass die Anforderungen von AUSSEN zählen und ER sich denselben zunehmend anpassen muss, um in dieser nunmal wenig kuschligen gymnasialen Umwelt zu bestehen.

"Underachiever" ist ein schöner Begriff, zu dem es in der psychologischen Forschung jede Menge Arbeiten gibt. Im realen gymnasialen Schulalltag aber? Bleibst du oder fliegst du. Hast du gute, mäßige oder schlechte Noten. Machst du irgendwann Abitur ... oder musst dich mit einem weniger "wertigen" Abschluss zufriedengeben. Und auf dem Abgangszeugnis steht dann NICHT "Underachiever".

Muss keinem gefallen. Ist aber so.
_________________
LG
Ellen
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jutta
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Anmeldungsdatum: 15.05.2005
Beiträge: 4602
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 14.12.2013, 20:14
BeitragTitel:
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Hallo Eliyoula,

ich kann mich ripley nur anschließen.
Wenn dein Kind schon immer so drauf war, dass alles um ihn herum blöd ist, ungerecht und zu laut/zu langsam/ usw., wenn er seine Impulskontrolle nicht beherrscht, unsauber, unregelmäßig und unkonzentriert arbeitet, wenn immer wieder gedacht/gesagt wird, er könnte, wenn er wollte... all das sind Faktoren, die auf ein ADHS hinweisen. Vor allem auch das hyperfokussieren, wenn ihn etwas "packt" (Referat).
Ich habe es mit dem nochmal testen so verstanden, dass eine ADHS-Ausschlussdiagnostik gemacht werden sollte.

Hat dein Sohn nämlich ein Problem mit seinem Stoffwechsel im Gehirn, dann kannst du selbst in einer Privatschule davon ausgehen, dass er immer noch er ist und seine Leistung nicht bringen kann, so sehr er wollen würde oder gefördert wird. Was meinst du, was mit seinem Selbstwertgefühl passiert, wenn er merkt, dass die anderen immer wieder besser sind, es schneller/ordentlicher hinbekommen?

Versteife dich nicht zu sehr auf den Begriff Underachievment. Damit wirst du in der Schule nichts erreichen. Überlege dir, ob du nicht doch mal hinterfragen solltest, was noch dahinter stecken könnte. Auch wenn man es nicht möchte, manches Kind ist eben nicht nur schlau, sondern vielleicht auch noch schlauer, als gedacht, aber mit einer Handbremse namens ADHS unterwegs....

Kann ich nur anraten. Jetzt kann man noch gegensteuern, wenn er betroffen ist. Sobald die Pubertät losgeht, wird es schwer...

Gutgemeinte Ratschläge und Grüße

Jutta
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Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
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Bachstelze




Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beiträge: 956

BeitragVerfasst am: 15.12.2013, 00:39
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Hallo,
ich würde sagen, das Testergebnis ist relevant, aber nur insofern, dass es zeigt, dass der Junge begabungsmäßig auf dem Gymnasium richtig ist.
Den Begriff Underachiever würde ich nicht verwenden, denn ich denke, der wirkt unterdessen bei den meisten Lehrern wie ein rotes Tuch. Zu oft wird er als Entschuldigung für alles mögliche verwendet.
Dennoch kannst du durchaus sagen, dass du den Eindruck hast, dass seine Leistungen nicht seinen Fähigkeiten entsprechen und dass du mit den Lehrern zusammen nach Möglichkeiten suchen möchtest, um das zu ändern. Das bedeutet aber auch, dass du bereit bist, dir ihre Vorschläge anzuhören.
Vorkommnisse wie mit dem Plakat würde ich schon auch ansprechen und klarstellen, dass er das wirklich selbst gemacht hat, und darauf hinweisen, wie deprimierend so eine Abfuhr für ein Kind ist, gerade wenn es sich so angestrengt hat. Und auch für solche Dinge ist es wichtig, dass ihr eine Vertrauensbasis mit den Lehrern aufbaut, damit sie wissen, dass wenn ihr sowas sagt, sie sicher sein können, dass es stimmt.

ADHS würde ich auch abchecken. Es ist nicht selbstverständlich, dass bei dem Test, den ihr gemacht habt, überhaupt in die Richtung geguckt wurde. Wir haben hier auch zwei diagnostizierte ADHSler im Haus. Bei Sandwich haben wir in der ersten Klasse getestet, weil er den Schulalltag absolut nicht auf die Reihe kriegte, Hausis waren ein Alptraum, Lesen war ein Greuel - und als wir das Testergebnis abholten, empfing uns die Psychologin mit einem strahlenden Lächeln: Ich gratuliere, Ihr Sohn ist hochbegabt! Meine Reaktion: Ja, damit sind nun alle unsere Probleme gelöst!
Im Ernst, überdurchschnittliche Begabung allein erklärt in den seltensten Fallen Verhaltensauffälligkeiten. Meist sind noch irgendwelche andere Baustellen beteiligt. Die müsst ihr finden und bearbeiten.
Wir haben damals alles mögliche durchgecheckt und auch vieles ausprobiert: Reaktionen auf Nahrungsmittel (bei uns besonders Zucker und Farbstoffe), Koordinationsschwierigkeiten, taktile Sensibilität, usw.
Außerdem haben wir nach konkreten Organisationshilfen gesucht, z.B. bestimmte Einbandfarben für bestimmte Bücher und Hefte, damit er seine Sachen im Unterricht schneller findet (vielleicht bei euch nicht aktuell, bei uns war es das), regelmäßig Schulranzen und Etui kontrollieren (in der 5. war das täglich!) um sicherzustellen, dass er hat was er braucht, Unterteilungen bei Hausaufgaben (z.B. jeweils nach 3 sauber gelösten Fragen kannst du dir ein Plätzchen nehmen), usw.
Beim Entwickeln solcher Hilfen kannst du ihn durchaus einbeziehen (was denkst du würde dir am meisten helfen?). Manchmal haben unsere Kinder die besten Ideen.

Zum Explodieren bei ungerechter Behandlung: Das ist ein Punkt, wo nichts hilft außer zu lernen, sich zu beherrschen. In vielen Fällen ist es möglich, solche Dinge zur Sprache zu bringen, aber es kommt immer auf das Wie an. Niemand wird ihn Ernst nehmen, wenn er rumschreit oder vor Erregung außer sich ist. Er wird lernen müssen (und das ist sauschwer, ich weiß), dass man viel mehr erreicht, wenn man es schafft, cool zu bleiben.

Zu deiner letzten Bemerkung, dass du sich bezgl. der Erziehung als Versager fühlt - zieh dir diesen Schuh bitte nicht an! Die meisten hier haben sich irgendwann so gefühlt und es kommt auch immer mal wieder, aber es wird besser mit der Zeit. Es ist nun mal so, dass manche Kinder anstrengender sind als andere und ihre Erziehung mehr Kraft und Aufwand erfordert. Dass du Hilfe suchst, ist der erste Schritt zur Verbesserung der Lage.
So wie es sich anhört, habt ihr einen langen Weg vor euch, aber auch lange Wege geht man Schritt für Schritt. Im Moment ist wohl das Dringenste, die Richtung festzulegen.

Liebe Grüße,
Bachstelze
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Bachstelze
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Mubbi



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Anmeldungsdatum: 12.02.2013
Beiträge: 101
Wohnort: Saarland

BeitragVerfasst am: 15.12.2013, 11:16
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Bei uns war das damals so, dass der Grundschul-Lehrer Ende der ersten Klasse den ADHS Test empfahl, weil er im Unterricht nicht still sitzen konnte, ständig träumte und/oder den Pausenclown spielte. Wirklich frech wird der nicht, aber spitze Bemerkungen kommen schon. Vor allem, wenn er sich grad dem Lehrer überlegen fühlt.
Der Test wurde gemacht, der Kinderpsychologe rief nur an und meinte, er müsse noch weitere Tests machen. Erst ganz am Ende kam das Ergebnis, was ja auch nicht wirklich half. In der Grundschule hab ich lange gar nix erzählt. Erst zum Ende des dritten Schuljahres habe ich die Klassenlehrerin gebeten, mit mir zusammenzuarbeiten, um zu schauen, ob sich die durchschnittlichen Noten verbessern. Heraus kam gar nix, im Gegenteil. Der Mathelehrer hat ihn dann vor der ganzen Klasse bloßgestellt: er wär nicht schlau, sondern dumm...
Beim Anmelden für die weiterführende Schule bin ich dann umgekehrt vorgegangen. Ich bin mit meinem Testergebnis und den Klassenarbeiten zu den verschiedenen Schulen hingegangen und hab gefragt, was sie mir empfehlen und ob ihre Schule für mein Kind die richtige wär. Wir haben uns dann für das Gymnasium entschieden, welches der Meinung war, sie hätten die Möglichkeiten, ihm zu helfen. Die Noten sind zwar immer noch durchschnittlich, aber das NIveau ist ja auch viel höher.
An der Grundarbeitshaltung müsssen wir immer noch arbeiten. Da sieht er einfach die Notwendigkeit nicht, Ordnung zu halten oder ordentlich zu schreiben. Aber nachdem ich mich da auch versuche, zurückzunehmen und ruhig zu bleiben, ist es auch viel besser geworden.
Ich merke halt oft, dass je mehr Stress ich auch mache, desto schlimmer wirds. Ist immer leichter gesagt als getan..
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