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Hallo aus München


 
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Murmeltier



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 03.02.2014
Beiträge: 5
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 05.02.2014, 14:49
BeitragTitel: Hallo aus München
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Hallo in die Runde,

nun bin ich also hier gelandet. In der Hoffnung, den einen oder anderen Gedankenanstoß zu erhalten, aber am meisten erhoffe ich mir den Effekt feststzustellen: anderen gehts auch nicht anders als uns. Also: so what...

Kurz zu uns: Ich bin alleinerziehend, habe zwei Söhne (die mir an manchen Tagen den letzten Nerv rauben und an den restlichen Tagen das beste sind, was mir je in meinem Leben widerfahren ist Smile

Der Ältere - 11 Jahre - hat ADS und ist hochbegabt (nicht vermuteterweise sondern getestet.)

Der Jüngere - 9 Jahre - hat ADHS und ist Legastheniker (und normal begabt).

Die Hochbegabung des Älteren hat sich in den letzten Jahren recht gut ins Schulleben integrieren lassen - zumindest die letzten beiden Jahre hatte er eine sehr kompetente Lehrerin, die ihn schön gefordert hat. Wechsel auf Gymnasium - kein Problem. Und nun ist er da in der 5. und macht nichts mehr. Null. Nada. Gar nichts!!! Bringt nur 5er nach Hause (was mir per se wurscht ist), schreibt im Unterricht nicht mit (was ich nicht verstehe) und vergisst ständig alles und nichts.

Und damit sind wir an des Pudels Kern gestossen: Ich weiß mit dem kleinen Kerl momentan nicht weiter: sind es die Pubertätshormone, die ihn sein Gehirn ins Regal stellen lassen? Ist er überfordert? Ist er unterfordert? Oder ist er beides? Was kann ich machen? Was sollte ich nicht machen?

An manchen Tage überfordert mich persönlich das alles sehr. Vor allem da ich alleine bin. Ganz alleine. Der Vater der Buben starb vor 2,5 Jahren. Macht es auch nicht gerade leichter...

Liebe Grüße & ich freue mich auf eine spannende Reise durch dieses Forum!

Das Murmeltier Smile
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Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir: "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!", und ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer...!
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ripley



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 05.02.2014, 16:45
BeitragTitel:
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Murmeltier, fühl Dich aufs Herzlichste begrüßt und willkommen geheißen! Und, ja, hier gibt es mehrere (Eltern von) Kids mit "Läusen UND Flöhen". Und fast immer wird einem geholfen. Mal mit Rat und Vorschlägen, mal mit einem akut benötigten Seelenstreichler.

Frage: Sind Deine Kinder - in welcher Form auch immer - in Behandlung?
_________________
LG
Ellen
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Murmeltier



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 03.02.2014
Beiträge: 5
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 05.02.2014, 22:21
BeitragTitel:
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Hallo,
Danke für deinen Willkommens-Gruß!
Ja, beide Jungs sind 2x die Woche in tiefenpsychologischer Therapie...
Liebe Grüße
_________________
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ripley



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 06.02.2014, 12:55
BeitragTitel:
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Ungewöhnlich, bei den geschilderten Diagnosen ...

DEINE Einschätzung des Therapieerfolges bisher?

Ach so, wenn Du was über MEINEN bzw. Sohnes Hintergrund erfahren willst (und warum ich so penetrant nachfrage) - einfach unten auf meinen Namen in der Signatur gehen. Da kommst Du auf unsere Geschichte hier.
_________________
LG
Ellen
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jutta
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Beiträge: 4602
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 06.02.2014, 13:13
BeitragTitel:
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Hallo und willkommen!

Mein erster Gedanke zu deinem Sohn war ähnlich wie bei ripley: Wenn er ADS hat, was bekommt er da als Stütze/Therapie?

Egal, was es ist, du bist wohl jetzt sehr gefragt, viel Struktur in sein neues Leben zu bringen.
Z.B. habe ich jahrelang mit meinem Sohn jeden Abend den Ranzen packen geübt. Er hatte für jedes Fach eine Ablage, jeder Hefter war farbig anders, damit er sich schneller orientieren kann.
Jeden Abend auf den Stundenplan schauen: Welche Fächer, wo sind die passenden Hausaufgaben (die du schon vorher kontrolliert hast), was brauche ich sonst noch?

Feste Zeiten für Hausaufgaben, egal wo, aber sie sind wichtig. Regelmäßiges Vokabelabfragen von dir, jeden Tag. Vielleicht hilft euch ein Trainerprogramm wie Phase6 dabei?

Ein Kind mit ADS braucht viel länger, solche Strukturen aufzubauen. Wenn es in der Grundschule noch gut lief, sind es jetzt viele Fächer, Lehrer, Anforderungen, Raumwechsel, Unterrichtsstile.... das kann überfordern.
Soviel als erste Ideen....

Magst du sagen, wozu die tiefenpsychologische Therapie dient? Ist sie zur Verarbeitung des Verlustes des Vaters?

Wie lange habt ihr die Diagnosen denn schon?

Ich hoffe, du fühlst dich hier wohl und verzeihst die offenen Fragen....

Lieben Gruß
Jutta
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Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
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Murmeltier



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 03.02.2014
Beiträge: 5
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 06.02.2014, 14:45
BeitragTitel:
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Liebe Jutta,

Danke für Deine Antwort und für deine offenen Fragen - denn genau deswegen suche ich ja den Austausch.

Er hat die Diagnose ADS und Hochbegabung seit er 6 Jahre alt ist - damals meinte seine Lehrerin er sei noch nicht schulreif und wollte ihn zurückstellen und ich wusste, dass es genau das Gegenteil ist.

Er hat in der Grundschulzeit 3x das Marburger Konzentrationstraining durchlaufen, das hat ihm doch einiges gebracht. Gestern Abend habe ich beschlossen, ihm nochmal einen Kurs "zu gönnen", vielleicht schubst ihn das ein wenig an.

Deine Maßnahmen durchlaufen wir schon alle - wir sind extrem regelmentiert und durchgetacktet. Klare und immer wiederkehrende Strukturen. Nur scheitere ich eben an der Umsetzung: wie soll ich Hausaufgaben kontrollieren, wenn er sie nicht aufschreibt (mittlerweile habe ich vereinbart, dass die Lehrer ihm die Einträge machen, was er natürlich doof findet, aber es ist die einzige Möglichkeit zu wissen, was er auf hat). Ich frage ihn täglich Vokabel auf - allerdings bin ich jetzt drauf gekommen, dass er nur die Hälfte notiert hat... Wir lernen für die Schulaufgaben, er nennt mir unvollständige Kapitel die dran kommen... Usw, usw.

Gott sei Dank ist seine Lehrerin sehr nett und kompetent, aber auch sie ist mit ihrem Latein am Ende. Er steht kurz vor seinem ersten Verweis, weil er eben ständig fehlende Sachen hat (die in seiner Schultasche sind, aber er denkt nicht dran, wenn er es herzeigen soll surprise ). Momentaner Deal ist - denn ein wenig Konsequenz muss ich reinbringen: wenn in zwei Wochen ein Verweis im Briefkasten ist, sind seine Bücher weg (er liest für sein Leben gern) und wenn er alle Sachen gut zusammen hat und an Dinge denkt, dann kann er sich Computer-MInuten kaufen (da darf er noch gar nicht regelmäßig ran bis jetzt).

Die Therapie machen beide, um primär den Verlust von ihrem Papa zu verarbeiten, aber auch die 15 Monate davor, die extrem unschön waren. Die beiden Buben haben einfach schon soviele Dinge erlebt, die Kinder in dem Alter nicht erleben dürfte Sad... Und eigentlich sind wir da auf einem guten Weg. Bis gestern die Nachricht kam, dass ihr Nenn-Onkel und der beste Freund ihres Papas seit dem Wochenende im Sterben liegt. Jetzt habe ich natürlich keine Ahnung, inwiefern in das wieder zurück katapultiert...

Und mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Wenigstens scheint heute die Sonne...

Lieben Gruß & Danke fürs Zulesen
Murmeltier
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ripley



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 06.02.2014, 14:54
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Habt Ihr, also Du und der/die behandelnde(n) Arzt/Ärzte über Medikamentengabe nachgedacht? Also mal in aller Ruhe mögliche Vorteile gegen mögliche Nachteile abgewogen?
Ich will Dir nix aufschwätzen, nein. Aber ich sehe ja - durchaus über Jahre zuückblickend - was und wieviel es bei UNS geholfen hat. Und ich denke, mal vorurteilsfrei drüber NACHDENKEN schadet erstmal nix und niemandem. Ob man's dann auch probiert und was dabei dann rauskommt (oder auch nicht), ist ein ganz anderer Aspekt.

Noch 'ne Frage - musst Du aber natürlich nicht beantworten: Wie gut kommst Du mit dem Verlust zurande? Inwieweit und von wem wirst DU (therapeutisch oder schlichtweg menschlich) "abgefangen"?
_________________
LG
Ellen
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Murmeltier



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 03.02.2014
Beiträge: 5
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 06.02.2014, 15:08
BeitragTitel:
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Hallo Ellen,

ich habe mir gerade auch dein Profil angesehen.

Natürlich ist Medikamentengabe immer wieder ein Thema, das mich beschäftigt. Mein Neffe nimmt Medikinet gegen ADHS. Bei meinem Großen sehe ich eine Medikamentengabe gar nicht. Beim Kleinen schon viel eher (der ist auch mein noch größeres Sorgenkind...), aber ich habe mich ganz bewusst gegen Medikamente bislang entschieden. Die tiefenpsychologie Therapieform ist mir Sicherheit nicht die vorherrschende bei ADS oder ADHS, allerdings verstärken Traumata eben auch diese beiden Krankheitsformen. Und ich habe den Weg gewählt, dass sie in Ruhe ihre Basis aufräumen sollen, damit sie nicht irgendwann im Erwachsenenalter mit einem kaum zu bewältigenden Rucksack rumlaufen müssen... Das ist langwierig und nicht immer mit offensichtlichen Erfolgen gekrönt wie bei einer Verhaltenstherapie, aber ich denke es ist nachhaltiger...

Ich werde heute nochmal in mich gehen und schauen, wo ich noch mehr Struktur und Regelmäßigkeit reinbringen kann. Vielleicht einen Stundenplan für zu Hause schreiben. Eine to-do-Liste mit den rudimentärsten Dingen. Vielleicht würde das ja wirklich noch zusätzlich was bringen...

Und Danke deiner Nachfrage nach mir. Und riesengroßes "Glück" war, dass mein Mann und ich uns 3 Monate vor seinem Tod getrennt hatten. Das heißt mein Schmerz, ihn verloren zu haben, hat schon viel früher eingesetzt. Dadurch konnte ich für die Buben immer sehr stark sein. Noch dazu war ich selber bis vor einem Jahr in Therapie.
Und ich möchte hier gar nicht unser Leben an sich beklagen: wir haben auch ein sehr, sehr schönes und glückliches Leben, in dem halt die Trauer um den Papa (mal mehr und mal weniger) sehr präsent ist.

Wiedermal sehr ausführlich, aber ich hoffe, ich konnte dir damit einiges beantworten.
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jutta
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Beiträge: 4602
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 07.02.2014, 14:48
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Hallo Murmeltier,

ich lese aus deinen Sätzen, dass du sehr viel darüber nachdenkst, was deinen Kindern und dir gut tun würde. Das finde ich sehr wichtig und eine gesunde Einstellung.
Ein Tagesablauf ist sicher nicht verkehrt, wenn er nicht nur gelebt, sondern auch gelesen werden kann. Kurze Sätze, kleine Stichworte, zeitliche Übersichten... da gibt es vieles.

Wenn du ab und an das Gefühl hast, dein Sohn bemüht sich, er schafft es aber nicht, er vergisst es doch wieder, er wirkt traurig, weil er einfache Dinge nicht hinbekommt, die andere können, wenn sein Selbstwertgefühl leidet, dann würde ich den Schritt der "Krücke" Medikamente in Erwägung ziehen.

Vieles, was im Kopf als Datenachterbahn nicht da landet, wo es hingehört, weil zu viel im Kopf ist, weil er sich vieles leicht merken kann, viele Gedanken zu allem und jedem macht, weil die Reize ihn überrollen, dieses Viele wird durch die Medikamente dahin transportiert, wo sie hingehören. Im Kopf ist weniger Wirrwarr, mehr Struktur, er kann dann die Struktur von außen auch im Kopf erleben und bekommt Dinge schneller/besser hin, die er vorher vermieden hat, vergaß oder nicht richtig konnte.
Erst dann greifen die Abläufe von außen auch viel besser.

Es verändert ihn nicht, sondern er erlebt sich wahrscheinlich eher mal so, wie er wirklich ist, ohne die alles überbordende Wahrnehmung im Kopf.
Könnte ein gutes Gefühl sein für ihn.

Wenn du diesen Schritt gehen möchtest, hat das nichts mit "Ruhigstellen" zu tun! Es gibt eine Einschleichphase, in der über Wochen hin die Dosis gesteigert wird, bis man die niedrigste und bestwirkenste Höhe gefunden hat, da sind die Kinder sehr unterschiedlich.

Kennst du das Buch "Verträumt, zu langsam und zu viele Fehler im Diktat" von Helga Simchen? Vielleicht wäre es ein gutes Buch für dich.

Wenn dein Sohn seit 5 Jahren als hochbegabtes Kind mit Träumerzügen diagnostiziert ist, wird es in ein paar Jahren, wenn die Pubertät richtig zuschlägt, nicht leichter für ihn. Dann stellt sich sein Gehirn nochmals um und er hat mit dem jetzigen schon Probleme....

Ich hoffe, du findest einen guten Weg für euch. So wie es läuft, läuft es nicht gut. Da braucht er noch viele Hilfestellungen.

Schönes Wochenende

Jutta
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Murmeltier



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Anmeldungsdatum: 03.02.2014
Beiträge: 5
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 07.02.2014, 15:02
BeitragTitel:
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Liebe Jutta,

Danke für deine Antwort. Allerdings ist Medikamentengabe für uns KEIN Thema. Nicht, weil ICH das nicht möchte, sondern weil das a) mit den Psychologen, b) mit den Psychiatern c) mit der Schule und d) mit mir so besprochen und geklärt wurde. Und ich bin auch ein wenig irritiert, da ich mich hier eher angemeldet habe, um Tipps zu erhalten, wie ich ihn vielleicht fördern kann, ohne ihn zu überfordern, welche Erfahrungen Eltern mit Übertrittsschwierigkeiten haben, etc.
Hätte ich mir Hilfestellung für ADS oder ADHS gesucht, hätte ich mich in einem entsprechenden Forum dort angemeldet...
Vielleicht drücke ich mich auch nur missverständlich aus, aber momentan fühle ich mich hier fehl am Platz...

Lieben Gruß,
Murmeltier
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NinaHH
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Anmeldungsdatum: 24.01.2007
Beiträge: 1033
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 07.02.2014, 16:42
BeitragTitel:
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Hallo Murmeltier,

ein ganz herzliches Willkommen auch von meiner Seite!

Auf deine Fragen zum „Pudels Kern“ kann ich natürlich nicht wirklich antworten, weil ich dein Kind nicht kenne – aber zum Thema „wie geht es anderen“ kann ich vielleicht etwas beitragen:

Ich habe auch einen 11jährigen, der gerade in die fünfte Klasse Gymnasium gewechselt ist (ob „Läuse“ (hochbegabt) haben wir nicht explizit getestet, ist aber gut möglich und ohne „Flöhe“ (ADS) – um bei dieser beliebten Forumsformulierung zu bleiben).

Auch ihm fällt der Wechsel aufs Gymnasium nicht leicht.
Obwohl wir mit „Struktur“ bisher keine Probleme hatten, ist auch bei ihm jetzt eine „enge Führung“ notwendig. Seit einer Woche klappt es - nach einem Lernentwicklungsgespräch und einem auch für ihn überraschend guten Zeugnis – gut, der Rucksack wird am Abend gepackt und ein Hausaufgabenheft geführt und die Aufgaben – manchmal sogar von alleine - erledigt. Aber vorher war all das ein Problem und oft musste er Klassenkameraden anrufen, was sie denn auf hätten und er vergaß seine Unterlagen zu Hause (oder auch in der Tasche).

Ich vermute bei meinem Sohn eher eine Über- als eine Unterforderung, aber nicht hinsichtlich des Lernstoffes, sondern hinsichtlich der neuen Komplexität von Sozialleben und Schule.

Auf einmal gibt es nicht zwei, sondern 8 verschiedene Lehrkräfte, Wechsel der Klassenräume nach der Stunde, Lehrkräfte, die etwas von ihm verlangen (und er nicht mehr bequem einfach mitschwimmt) und – was ich für das Anstrengendste halte – die Notwendigkeit, sich in einem neuen Sozialsystem seinen Platz in der Klasse zu erkämpfen (und das in einem Umfeld, in dem es zu einem großen Teil darum geht, wer wieviel I-Phones/Playstations/Wiis etc. hat bzw. Spielzeit mit denselben nutzen kann – wobei er (aufgrund seiner blöden Eltern…) nicht mithalten kann). DAS scheint für meine Sohn das wichtigste Thema zu sei.

Ich glaube, Pubertät ist es (zumindest bei meinem) noch nicht, aber dass ihn etwas umtreibt und er häufig unzufrieden oder unglücklich ist, nehme ich wahr.

Ich habe leider noch keinen guten Weg gefunden, damit umzugehen. Das bisherige Austesten hat ergeben, dass es zu helfen scheint, wenn ich großzügiger das „Herumdaddeln“ erlaube und er im Gegenzug strukturiert an seine „Pflichten“ herangeht.

Was sagt dein Sohn denn selbst zu seinen Noten? Sind die ihm auch egal? Fühlt er sich wohl in der Klasse oder vermisst er seine vorigen Klassenkameraden? Ist es ihm wichtig, an der Schule zu bleiben? Hat er eine Idee, woran es liegt, dass er im Unterricht nicht mitmacht? Was ist anders als an der bisherigen Schule? Wie ist sein Status unter den Mitschülern?

Das sind nur ein paar von den Fragen, die ich (in Außerachtlassung des ADS, weil ich davon keine Ahnung habe) mir bzw. ihm stellen würde, um herauszufinden, was er braucht.

Auf jeden Fall ist es doch toll, dass er gerne liest! Ich weiß, das nervt auch manchmal, wenn ein Kind so vollkommen in diese Welten abtaucht und manchmal nicht daraus hervorkommen will (meine Tochter ist eine solche Leseratte), aber seit bei meinem Sohn diese Faszination der „viereckigen“, elektronischen Medien erwacht ist, finde ich Bücher eher harmlos. Zumindest machen Bücher meine Kinder nicht so schlecht gelaunt…

Ich hoffe, du kommst den Ursachen der Schulprobleme auf den Grund – oder jedenfalls einen gangbaren Weg, damit umzugehen.

Viele Grüße von Nina
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jutta
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Anmeldungsdatum: 15.05.2005
Beiträge: 4602
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 12.02.2014, 15:23
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Hallo Murmeltier,

ich will dich nicht zu Medikamenten überreden! Aber ich bin mir gerade nicht mehr sicher, ob du für dich so klar bist. Du schreibst
Zitat:
Natürlich ist Medikamentengabe immer wieder ein Thema, das mich beschäftigt.

woraus ich entnahm, dass es für euch eine Option sein könnte, dann antwortest du mir ganz gegenteilig
Zitat:
Allerdings ist Medikamentengabe für uns KEIN Thema.


das irritiert mich. Entschuldige nochmals, ich will dir nicht zu nahe treten oder dich überreden. Ich spreche aber auch aus Erfahrung, die hat mich reagieren lassen. Wir haben sowohl Medikamente als auch keine Medikamente gegeben. Mein Sohn merkt nur, dass er sich besser konzentrieren kann, wir sehen auch ein besseres Schriftbild, weniger träumen, offener für Veränderungen.

Das kann bei euch anders liegen. Ich kenne dich und das Kind nicht. Du bist die Expertin für dein Kind. Du entscheidest. Nicht die Schule, nicht dein Kind, nicht die Psychologen oder Psychiater. Du lebst mit deinem Kind. Daher kannst du am ehesten erkennen, wenn etwas nicht rund läuft. Vielleicht ist es ja wirklich eher ein Anpassungsproblem. Das ist sowohl bei Hochbegabung als auch ADS und der Kombi nicht ungewöhnlich.

Zeig ihm, wie er lernen kann. Frag ihn ab, wenn es um Vokabeln und Grammatik geht. Hat er in der Heftführung Probleme? Da stellen die Lehrer gern schriftlich vor, wie sie (in den mündlichen Fächern) diese gern erledigt sehen. Arbeitsblätter zu Hause zu vervollständigen gilt als Hausaufgabe, ganz selbstverständlich.
Wenn er in der Grundschule nie wirklich lernen musste, haut ihn das jetzt vielleicht um. Er kann es vielleicht gar nicht.
Solltest du das alles schon mit ihm machen, dann schau dir die Klasse an. Hat er Anschluss? Wie läuft es in den Pausen? Was erzählt er da so?

Was hast du schon probiert? Nicht, dass wir alles auflisten, was du schon gemacht hast (über einen längeren Zeitraum ausprobiert)...

Lieben Gruß
Jutta
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oesb
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Anmeldungsdatum: 09.07.2007
Beiträge: 1535
Wohnort: Wankendorf

BeitragVerfasst am: 12.02.2014, 17:46
BeitragTitel:
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Hallo,

ADHS und Chaos gehören für mich oft zusammen. Eigentlich hilft nur eins, konsequente Abläufe und was ich auch wichtig finde nicht nur zusammen lernen, sondern auch Lerntechniken an die Hand geben. Aber es geht so ganz langsam vorwärts und leider halt auch oft nicht sichtbar.

Wünsche dir und deinen Beiden ganz viel Kraft
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LG Oesb
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sun
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Anmeldungsdatum: 03.03.2005
Beiträge: 2614
Wohnort: Rheinland

BeitragVerfasst am: 12.02.2014, 19:58
BeitragTitel:
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Hallo Murmeltier,

herzlich willkommen! Klingt, als würde es nicht langweilig bei dir!

Bei meinen Großen ist der Übertritt schon ein bisschen her, bei meiner Jüngsten steht er noch an.
Ich erinnere mich aber noch, dass der Übertritt einfach eine "logistische" Herausforderung für die Kinder war:
- Früheres Aufstehen, Busfahrten
- Mehr und unregelmäßigere Hausaufgaben
- Viele verschiedene Lehrer mit unterschiedlichen Stilen
- Mehr Bücher und Hefte
- Zügiges Arbeitstempo
- Vorpubertäre Wandlung der Kinder
- Neue soziale Gruppe, in der man seinen Platz finden muss
- Es wird nicht so viel von Seiten der Schule drauf geachtet, dass die Organisation glatt geht (haben alle mitbekommen, was für Hausaufgaben anliegen?)

Das kann natürlich, egal ob hb oder nicht und ob ADS oder nicht, dafür sorgen, dass es nicht so glatt läuft.

Wenn dein Sohn viel vergisst und nicht mitschreibt, sieht mir das auch eher nach einer Überforderung aus - nicht eine inhaltliche Überforderung vom Schulstoff, sondern eine Überforderung vom neuen organisatorischen Rahmen. Dass man da das Thema ADS nicht völlig außen vor lassen kann, ist klar - denn das scheint mir bei diesem Thema einfach mehr im Vordergrund zu stehen als die Hochbegabung, die er in diesem Rahmen gerade nicht ausleben kann.

Was sagt denn dein Sohn selbst? Ist er unglücklich?

Ich würde deutlich das Gespräch mit euren Anlaufstellen suchen (Klassenlehrer, Therapeuten, ...).
_________________
LG sun mit Naseweiß (*3/98, Studentin in NL), PeterPan (*6/99, dualer Student) und TigerLily (*6/05, 8. Klasse hb-Zweig)
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