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Neu hier mit Luxusproblem


 
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Bine3002




Anmeldungsdatum: 05.02.2014
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 06.02.2014, 09:57
BeitragTitel: Neu hier mit Luxusproblem
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Also wie fange ich an? Meine Tochter, 7 Jahre, 2. Klasse, definitiv hochsensibel und vielleicht hochbegabt. Auf den ersten Blick läuft gerade alles "voll Bombe"! Tolles Zeugnis, braves Kind. In der Schule war das auch von Anfang an so.

Im April machte unsere Tochter dann aber scheinbar einen „Fehler“. Sie fragte die Lehrerin nach „schwereren Aufgaben“ in Mathe. Und die Lehrerin sah sofortigen Handlungsbedarf und empfahl uns dringend, dass unsere Tochter in Mathe die Klasse überspringen soll und dann ggf. zu den Herbstferien die ganze Klasse. Wir lehnten das ab und fragten nach Zusatzaufgaben. Diese würde unsere Tochter schon bearbeiten, aber das reiche ihr nicht. In Wahrheit sind es einfach nur weitere Wiederholungsaufgaben, aber das wissen wir erst seit Neuestem. Wir wurden jedenfalls überredet, regelrecht müde gequatscht und es wurde versprochen, dass das Angleichen der Stundenpläne "überhaupt kein Problem" sei, war es dann aber doch. Die Folge war ein großes Chaos und Bedingungen, die wir und vor allem unsere Tochter nicht mehr schön fanden. Sie bekam Albträume und wir haben es abgebrochen. Im Nachhinein entschuldigte sich die Lehrerin für ihre Übereifrigkeit (so nannte sie es). Wir wissen im Nachhinein, dass das Ganze viel zu überstürzt stattfand und überhaupt nicht begleitet wurde. Seitdem ist Ruhe, was wir zu dem Zeitpunkt auch dringend haben wollten, aber das ist nun auch wieder nicht richtig (wir sind aber auch schwierig...).

In letzter Zeit klagt unsere Tochter vermehrt über Streitigkeiten in der Schule, manchmal hat sie Kopfschmerzen. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass sie abgeschaltet hat. Von dem, was sie so erzählt, ergibt sich ein gewisser Eindruck. Und eben dieser Eindruck wurde am Montag beim Elternsprechtag bestätigt. Wir haben bewusst die Lehrerin zuerst erzählen lassen und all das, was sie sagte, war keine Überraschung, d.h. unsere Wahrnehmung der Situation scheint nicht so verkehrt zu sein. Sie scheint sich so ganz langsam zurückzuziehen, auch wenn sie noch immer auf einem hohen Niveau ist.

Zu der eh schon ständigen Unterforderung kommen nun noch die Streitereien mit den Mitschülern. Da die Schule eine "Brennpunktschule" ist, sind die Streitigkeiten z. T. wirklich "unterirdisch" und finden auf Kindergartenniveau statt: Angebereien und Lügen sind an der Tagesordnung. Und meine Tochter "leidet" darunter, sie hasst Streit. Es ist auch blöd zu sagen "Die anderen sind schuld.", aber wenn meine Tochter im Zeugnis ein sehr gutes Sozialverhalten hat, dann spricht schon einiges dafür, dass sie nicht der Auslöser ist. Im Unterricht ist sie noch ein beliebter Partner in Gruppenarbeiten und auch beim Sport. Aber auf dem Schulhof wird sie in letzter Zeit häufiger allein bzw. eher bei den Erwachsenen gesichtet. Es scheint ihre Methode zu sein, sich weniger Stress auszusetzen. Da sie aber eigentlich gesellig ist, kann ich mir kaum vorstellen, dass das ihre Wunschvorstellung ist.

Ich denke, dass mein Mann und ich unsere Tochter recht gut kennen und gleichzeitig denke ich, dass eigentlich niemand sie wirklich gut kennt. Klingt das irgendwie seltsam? Ist es auch! Ihre Aussagen sind manchmal so widersprüchlich wie ihr ganzes Wesen. Immer schon hatte ich das Gefühl mindestens 3 Persönlichkeiten in einem Kind zu haben. Mittlerweile sind noch einige dazu gekommen, glaube ich.

Sie lässt sich nicht in eine Schublade einsortieren, wobei die Schublade mit den "Hochsensibelen" und "Hochbegabten" am Ehesten passt - nach allem, was ich darüber gelesen habe. Wenn man sich über deren Stärken und Probleme informiert, dann haben wir sehr viele Parallelen. Deswegen kann man sagen, dass die Entwicklung unserer Tochter gerade in eine Richtung geht, die nicht besonders erstrebenswert ist. Stichwort "Underachievement". Experten sind sich zwar uneinig, aber alle rieten uns, unbedingt darauf zu achten, dass es nicht so weit kommt, weil man das verdammt schwer in den Griff bekommt. Aber wo fängt es an?

Ihre Lehrerin weiß, was mit "solchen" Kindern passieren kann. Sie hat es bei ihrem eigenen Kind erlebt. Sie sagt, dass sie bei selbigem "Alles falsch gemacht zu haben, was man nur falsch machen kann". Sie spricht von "Beobachten" und gibt gleichzeitig offen zu, dass sie auch "überfordert" ist.

Im Moment nimmt unsere Tochter ganz normal am Unterricht teil, d.h. sie erhält keine Differenzierung. Die Zusatzaufgaben liegen für alle Kinder frei aus und sind eher Wiederholungsaufgaben. Das also, was unsere Tochter eigentlich so gar nicht braucht, denn eines der "Probleme" ist, dass sie den Stoff auch mit wenig Wiederholung sehr schnell erfasst. Außerdem bemerkte die Lehrerin, dass unsere Tochter sich niemals die "3-Sterne-Aufgaben" aussucht, sondern immer die aus der Mitte. Sie, die Lehrerin, schließt daraus, dass also gar kein Bedarf an schwierigeren Aufgaben bestünde.

Wir sehen das anders, denn aus Sicht unserer Tochter führte die Äußerung "Ich möchte schwerere Aufgaben" dazu, dass im Sommer ein großes Chaos entstand. Ist doch irgendwie logisch, dass sie sich nun lieber zurückhält. Neulich sagte sie, dass sie im „Mittelpunkt“ sein möchte, womit sie ausdrücken wollte, dass sie weder gut noch schlecht sein will. Nun sollte man aber dazu wissen, dass die "Mitte" in dieser Klasse ziemlich weit "unten" ist. 9 von 19 Kinder bekommen einen Nachteislausgleich wegen "Lernbehinderung, sozialer Schwäche, Dyskalkulie und Lese- und Rechtschreibschwäche".

Wir haben uns im Sommer einen "Experten" gesucht. Er ist Begabungscoach und hilft uns auch nicht so recht weiter, weil er natürlich nicht sagt: "Tun Sie dies und jenes, dann wird alles gut." Auch die Lehrerin, die Direktorin und die Kinderärztin sagen das nicht. Immer ist alles unsere Entscheidung. Und dann sagen wir, was wir denken und werden überredet. Prima. Beim Begabungscoach war ich gestern nochmal. Ich schilderte ihm die Entwicklung. Daraufhin sagte er: "Das sind die Fakten, aber wie geht es Ihrem Kind?"

Netter Denkansatz, aber wenn ich denken würde, dass es meinem Kind total super geht, würde ich mir doch wohl keine Hilfe suchen... Aber gut, fragen wir das Kind: In den nächsten Tagen haben wir einen Termin bei einer weiteren Beraterin, die an einer Grundschule arbeitet. Sie hat "viel Erfahrung" und will sich mit unserer Tochter unterhalten. Na gut, wenn sie glaubt, dass sie in einer halben Stunde dieses Kind kennenlernt...

Wir sind so weit, dass wir über einen Schulwechsel nachdenken. Die Weichen dafür sind gestellt, wir haben Berichte der Lehrerin und der Kinderärztin vorliegen. Wir sind schulbezirkgebunden, haben aber alles vorliegen, was wir für einen Schulwechsel bräuchten. Das Ding ist nur... wie finden wir eine Schule, wo wir nicht "Pest" gegen "Cholera" eintauschen. Im Moment haben wir wenigstens eine nette Lehrerin. Darüber muss man sich ja heutzutage schon freuen, wenn ich mich hier im Forum so umgucke.

Da ich hier aber auch lesen konnte, dass wir zur Zeit eigentlich ein "Luxusproblem" haben, eben weil wir eigentlich gar keins HABEN, sondern nur ein BEKOMMEN könnten, lasse ich vielleicht auch einfach alles weiter laufen. Dazu sagt mein Bauch im Moment aber "Nein, dann geht es in die Hose!". Ihr seht schon... ass ich im Moment ziemlich durcheinander bin. So oder so... ich bin froh, dieses Forum gefunden zu haben und Ihr werdet zukünftig sicher noch einiges von uns hören... wenn Ihr mögt.
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jutta
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Anmeldungsdatum: 15.05.2005
Beiträge: 4602
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 06.02.2014, 13:03
BeitragTitel:
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Hallo Bine,

sei erst einmal herzlich willkommen!

Ich weiß nicht, wo ihr lebt, aber egal wo, ich würde dir zum regionalen Herzausschütten die DGhK empfehlen. Dort kann man dir zuhören, Tipps geben, Erfahrungen austauschen, von Schulen hören.... und: Die Kinder könnten "Gleichartige" kennen lernen, das tut ihnen sehr gut!

Ja, es scheint ein Luxusproblem zu sein, aber ganz ehrlich: Ich vermute, dass dein braves Kind innerlich leidet. Sie wird nicht ermuntert, Leistung zu erbringen, die Lehrerin ist sicher froh, dass sie eher pflegeleicht erscheint, gibt es genug andere, die noch deutlicher (lauter....) Hilfe brauchen.

Aber: Zusatzaufgaben würde ich nicht mehr zulassen! Deine Tochter braucht Ersatzaufgaben! Höheres Niveau, mehr in die Tiefe gehend. Nicht nur einfach dahin gelegt, sondern mit Erklärung und anschließender Rückmeldung durch die Lehrerin. Das (Erklärung und Rückmeldung) wird sie sicher auch für die nicht so schnellen Kinder anbieten, also bitte auch für deine Tochter!
Zu erzählen, sie hätte da als Mutter schlechte Erfahrungen gemacht und selber dann inaktiv zu bleiben ist nicht sehr sensibel.
Glaub mir, wenn Leidensdruck beim Kind herrscht, muss man handeln. Du kannst nochmals auf die Lehrerin zugehen und um andere Aufgaben bitten. Es gibt so viel Material, um schnelle, fitte Kinder zu füttern. Das muss ja gar nicht nur für deine Tochter ausliegen, aber eine deutliche Aufforderung bzw. Aufmunterung zu Leistungsbereitschaft von seiten der Lehrerin brauchen die Kinder schon.

Ein Schulwechsel ist sicher nicht so toll und sollte der letzte Weg sein. Es gibt noch andere Wege...

Viel Glück und Erfolg und bessere Zeiten!

Jutta
_________________
Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99)
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Bine3002




Anmeldungsdatum: 05.02.2014
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 06.02.2014, 13:58
BeitragTitel:
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Vielen Dank für deine nette Antwort.

Ich wollte noch etwas hinzufügen, was ich vergessen habe. Die Schule, die wir für einen evtl. Wechsel ins Auge gefasst haben, haben wir aus mehreren Gründen ausgewählt:
1. Es gibt drei 2. Klassen. In zweien davon kennt unsere Tochter bereits einige Mädchen, mit denen sie in der Freizeit spielt. Mit einer davon war sie im Kindergarten, es war immer ihre beste Freundin dort. Zwar gab es auch mal Zickereien, die hatten aber eine ganz andere "Qualität" als das, was in der Schule abgeht. Insgesamt ist es so, dass dort mehr Kinder "behütet" aufwachsen, während an der jetzigen Schule die meisten eher verwahrlost sind. In allen Jahrgängen sind dort Kinder, die sie schon kennt. Wir würden ihr das Ganze so verkaufen können, dass sie es freudig erwartet und die Bedenken sich in Grenzen halten. Wir würden vorher auch einen Probeunterricht machen, ohne läuft das nicht. Dass es Stress ist, keine Frage, aber ich denke, das schafft sie, sonst würde ich es nicht in Erwägung ziehen. Blöd wäre nur, wenn es in die Hose geht, sie dort dann gemobbt wird oder wieder ganz andere Probleme auftauchen.

Mit der DGhK hatte ich bisher nur telefonischen Kontakt. Die Ansichten der Dame glichen einem "radikalen Tierschützer". Das war mir zu extrem und passte nicht auf uns. Sie wollte mich überzeugen, nicht beraten. Das hat mich gestört. Aber ich kann es ja nochmal regional versuchen.
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ripley



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Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 06.02.2014, 14:36
BeitragTitel:
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Zitat:
Ihr seht schon... ass ich im Moment ziemlich durcheinander bin.


Ja. ;)
Geht uns allen aber von Zeit zu Zeit so winkie

Okay ...

NICHT, weil ich zu faul wäre, Deinen Text oben zu lesen (zu spät, bin schon komplett durch green), sondern weil es vielleicht DIR hilft, klarer zu werden:

Formulier' mal die ein bis zwei wichtigsten Fragen, die Du Dir und jetzt auch uns stellst, mittels (je) maximal zwei simplen, unverschachtelten Fragesätzen.

Dauert vielleicht ein bisschen. Aber solange man (s)eine konkrete Fragestellung nicht kennt, wie will man dann eine Antwort finden?
_________________
LG
Ellen
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Bine3002




Anmeldungsdatum: 05.02.2014
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 06.02.2014, 15:31
BeitragTitel:
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Zitat:
Formulier' mal die ein bis zwei wichtigsten Fragen, die Du Dir und jetzt auch uns stellst, mittels (je) maximal zwei simplen, unverschachtelten Fragesätzen.


Das ist gut Smile

1. Warum sind Schulen so bescheuert?
2. Warum sind Schulen so bescheuert?

haha

Nein, im Ernst. Meine Tochter soll jetzt erstmal dieses Gespräch führen. Ich sammele derzeit noch geeignetes Zusatzmaterial für den Unterricht und dann habe ich bestimmt noch ungefähr 1000 Fragen im Laufe der nächsten 10 Jahre.

Die erste würde jetzt lauten:
Bitte nennt mir geeignetes Unterrichtsmaterial für Mathe und Deutsch.

Geegnet ist alles, was das Kind möglichst selbstständig bearbeiten kann.
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Urmelis




Anmeldungsdatum: 30.07.2010
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 06.02.2014, 19:34
BeitragTitel:
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Hallo Bine,

WÜRDE deine Tochter denn tatsächlich andere Aufgaben bearbeiten? Wenn sie sich zur Mitte hin orientiert, dann will sie nicht auffallen - dann wird sie die anderen Aufgaben auch nicht nehmen.

Ich hatte beim Überfliegen gerade den Eindruck, dass ihr einen Experten sucht, der euch sagt, was ihr tun sollt - aber das ist m.E. nicht die Aufgabe des Beraters - der soll Möglichkeiten aufzeigen, Für und Wider aufzeigen - aber die Entscheidung trefft ihr, zumal ihr auch die Verantwortung tragt und es sowieso nur gelingen kann, wenn ihr dahinter steht.

Ich für meinen Teil finde, dass ein Schulwechsel ziemlich gut klingt ...

lg
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Bine3002




Anmeldungsdatum: 05.02.2014
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 07.02.2014, 09:40
BeitragTitel:
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Meine Tochter neigt dazu, Dinge zu vermeiden, die ihr auf den ersten Blick zu schwierig erscheinen oder vor denen sie erstmal etwas ängstlich ist. Außerdem möchte sie nicht stören und würde deswegen keine Aufgabe wählen, zu der sie noch eine Frage hätte. Wenn man ihr dann aber KURZ in RUHE erklärt, worum es geht, erfasst sie es sehr sehr schnell und arbeitet dann sehr selbstständig. Und danach ist sie stolz auf sich.

Meiner Meinung nach sollte die Lehrerin ihr die Aufgaben einfach vorlegen: "Du machst das, das ist gut für dich." Meine Tochter braucht ein WENIG Druck. Natürlich nicht zu viel, das wäre auch nicht gut. Aber ihr alles selbst zu überlassen ist nicht der richtige Weg.

Das Problem bei der Entscheidung ist, dass ich im Sommer noch viel zu wenig Wissen über dieses Thema hatte. Wir wurden überrumpelt und sollten etwas entscheiden, was wir gar nicht überblicken konnten. Ich nehme NIE irgendeine Meinung einfach nur an, selbst dann nicht, wenn sie von einem Experten kommt. Ich höre zu, ich denke nach und suche mir Beratung (so wie jetzt hier). Und dann treffe ich schon meine Entscheidung. Leider weiß ich in diesem Fall nicht so wirklich, was die Lehrerin im Unterricht umsetzen kann und was nicht. Ich weiß z. B. nicht, ob sie eine Möglichkeit hat, meiner Tochter zwischendurch zu erklären, worum es bei den Zusatzaufgaben geht. Und deswegen fällt es mir auch schwer, das Material auszuwählen. Ich finde auch, dass das eigentlich der Job der Lehrerin wäre und nicht meiner.
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NinaHH
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Anmeldungsdatum: 24.01.2007
Beiträge: 1033
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 07.02.2014, 13:20
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Hallo Bine,

herzlich willkommen im Forum!

Wenn ich es richtig verstanden habe, siehst du für deine Tochter auf zwei Schienen Änderungsbedarf:

Das eine ist die soziale Situation in der Klasse. Als hochsensibles und harmonieliebendes Kind ist es für deine Tochter schwierig, in einer Klasse zu sein, in der es viele Streitereien gibt und du befürchtest, dass sie sich mehr und mehr zurückzieht und sich einsam fühlt.

Natürlich weißt du nicht, ob das in einer anderen Klasse anders ist. Zickige Mädels gibt es natürlich auch woanders und die „behüteteren“ sind nicht weniger perfide.

Hier würde sich mir die Frage stellen, ob deine Tochter denn den Wunsch hat, zu wechseln. Du schreibst etwas davon, ihr den Wechsel „zu verkaufen“ und es ist natürlich so, dass die meisten Kinder eher Bedenken haben vor neuen Gruppenkonstellationen. Dennoch, sollte ein Leidensdruck bestehen UND deine Tochter schon Kontakte zu den Mädchen in der anderen Klasse haben (was natürlich nicht zwangsläufig zu erneuerten Freundschaften führt), wird sie sicherlich auch einen eigenen Impuls für einen Wechsel mitbringen. „Überreden“ würde ich sie nicht, da du – wie du schriebst – nie sicher sein kannst, ob es besser ist.

Aber wenn es jetzt wirklich gar nicht mehr gut ist, wäre das doch Grund genug für einen neuen Versuch.


Das andere ist die Unterforderung. Leider meinen viele Lehrkräfte, weiteres Material auf gleichem Niveau sei eine zusätzliche Forderung. Und es ist ja auch verständlich, dass es schwierig ist, die fitteren Kinder zusätzlich zu fördern, womit man den Leistungsdifferenzen in der Klasse noch weiter verstärkt, vor allem, wenn es Kinder gibt, denen immer noch die Grundlagen fehlen und die eine Lehrkraft erst einmal auf den Stand bringen muss (wenn diese Kinder zu wenig Lernzuwachs haben, sind die Folgen für diese noch fataler). Und ich bin auch der Meinung, dass das Bereitstellen weiterer Aufgaben nicht ausreicht, sondern dass es auch hier individuelle Rückmeldung und Wertschätzung des Erreichten geben muss.

Ob du das in der anderen Schule bekommst, weißt du auch nicht – noch weniger, wenn ihr auf einer Klassenstufe bleibt. Aber wenn ihr Kontakte zu Kindern dort habt, könntest du ja vorher einmal mit den Eltern sprechen und über das Niveau und die Unterrichtsmethoden sprechen und ggf. auch Kontakt zu den Lehrerinnen suchen bzw. mit der Schulleitung der aufnehmenden Schule darüber sprechen, welche Klasse sie für möglich/besonders geeignet hält.


Als drittes Entscheidungskriterium nennst du die Lehrerin. Ob eine Lehrerin „nett“ ist oder nicht, ist sicherlich wichtig für dein Kind, wobei ich in all den Jahren keine bösartige Lehrkraft angefunden habe, sondern eben welche, die sich stärker und erfolgreicher bemüht haben und andere. Und die „Nettigkeit“ der jetzigen Lehrerin nutzt deiner Tochter im Moment offenbar wenig. Und ja, sinnvolles Zusatzmaterial sollte von der Lehrerin gestellt werden, du kannst natürlich so etwas wie „Zahlenrätsel“ (http://www.raetsel-fuer-kinder.de/kinderseiten/) zur Verfügung stellen oder Aufsatzthemen für Deutsch, aber wenn das von der Lehrerin gar nicht in den Unterricht einbezogen wird bzw. von ihr gewürdigt wird, ist es nichts als eine ABM-Maßnahme.


Welche Alternativen gibt es sonst?
Was spricht gegen einen Sprung (an dieser bzw. einer anderen Schule)?
Wie groß ist der Leidensdruck/der Wunsch nach Veränderung der Situation bei deiner Tochter?
Was sind deine konkreten Befürchtungen bezüglich eines Wechsels? Wie wahrscheinlich ist deren Eintreten?

Diese Fragen treiben dich wahrscheinlich um und die Antworten tragen zu der Entscheidung bei. Zu der letzteren Frage hat mir (=Kontrollfreak) mein Bruder gesagt: „Probleme der Zukunft werden in der Zukunft gelöst“, das fand ich hilfreich.

Mit meiner Tochter (hb und m.E. auch hochsensibel), mittlerweile 8. Klasse, hatten wir an zwei Stellen einen nicht-regulären Wechsel eingefügt, einmal von einem Kindergarten zu einem anderen aufgrund von Unterforderung; diese Entscheidung kann ich im Nachhinein als „naja“ bewerten: Ein Wechsel war zwar gut, aber es hätte sicherlich noch bessere Alternativen gegeben.

Das zweite Mal in Klasse 2, wo wir sowohl die Unterforderung als auch die soziale Situation als so ungünstig bewertet haben, dass wir den Sprung in die nächste Klassenstufe gewagt haben – hier würde ich nach wie vor sagen, dass es eine sehr richtige Entscheidung war.

Beide Entscheidungen hat unsere Tochter mitgetroffen und mitgetragen – ich glaube, alles andere wäre schwierig gewesen.


Tut mir leid, bei mir ist’s wieder mal länger geworden Wink.

Viele Grüße von Nina
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Bine3002




Anmeldungsdatum: 05.02.2014
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 07.02.2014, 13:39
BeitragTitel:
Antworten mit Zitat

Du hast es richtig verstanden. Das ist ja schon mal gut.

Deine Fragen möchte ich beantworten:
1. Meine Tochter kennt und mag einige Mädchen aus einer Klasse der Wunschschule. Sie sind m.E. nicht ganz so zickig. Meine Tochter würde aber immer das Gewohnte vorziehen. Anders wäre es vielleicht, wenn sie Lust hätte, einige Probetage zu absolvieren. Erst dann kann sie ja wirklich entscheiden, was ihr besser gefällt.
2. Im Stoff ist die neue Klasse ähnlich weit. Die Methoden scheinen aber unterschiedlich zu sein. So gibt es z. B. Wochenpläne, was meiner Tochter gut täte. Und sie schreiben wesentlich mehr Diktate und auch mit mehr Worten. Das bedeutet ja schon "mehr lernen" (wobei meine Tochter im Schreiben schon ganz gut ist).

Zitat:
„Probleme der Zukunft werden in der Zukunft gelöst“, das fand ich hilfreich.


Dem stimme ich absolut zu. Ich bemühe mich auch, gerade nur die Probleme zu bearbeiten, die da sind. Dazu gehört aber alles, was ich aufgezählt habe. Meine Tochter stört der ständige Streit, sie träumt davon. Meine Tochter langweilt sich. Sie nimmt es hin, aber sie hätte es schon gerne anders. Deswegen hat sie ja auch danach gefragt. Das sie sich nun zurückzieht, ist eine Folge aus der Reaktion auf ihre Frage nach schwereren Aufgaben.
Also ja, wir sind in der Gegenwart, nicht in der Zukunft.
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Alben, Ford, Forum, Garten, Kinder, Laufen, Liebe, NES



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