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matsel
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.02.2014 Beiträge: 13 Wohnort: 084
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Verfasst am: 02.07.2014, 05:47
Titel: Schulwechsel, klinische Diagnostik ADHS, Autismus |
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Hallo Ihr Lieben,
Ich hoffe ich finde hier ein paar Ratschläge oder ermunternte Worte. Kurz zur Vorgeschichte.
Mein Sohn 7, 1. Klasse, bis kurz vor Schulbeginn im Kiga völlig unauffällig. Dann plötzlich sehr viel Agression, sehr vorlaut. Es hieß, er sei einfach Schulreif. Zum Schulbeginn wurde es nicht besser. Er kotete u nässte wieder ein, heftige Wutanfälle, man konnte nicht mit ihm sprechen, großer Rückfall auch zB. bei den Essmanieren etc.pp.
Die Lehrerin riet zu einem IQ-Test, den er mit besten Leistungen abschloß. Später wurde er mit dem hawik4 getestet, auch wieder mit eindeutig überdurchschnittlichem Ergebnis. Zeitgleich waren wir beim Osteopathen, beim Hörtraining, beim Heilpraktiker, Kinderarzt, Erziehungsberatung, Begabtenförderung und Schulpsychologie.
Alles in allem lief es danach richtig gut, zu Hause und in der Schule.
Leider mußte die Klassenlehrerin zur Kur und war danach noch krank und viel für insgesamt 5 Wochen aus. Zeitgleich noch eine andere Lehrerin die viel diese Klasse unterrichtet. Mein Sohn hat diese Zeit denkbar schlecht überstanden. Alle Dinge die durch Schlupsychologen u Begabtenförderung festgelegt wurden, wurden nicht mehr eingehalten. Denkbar schlechte Vertretungslehrer wurden eingesetzt. Das Drehtürmodell wurde nicht mehr richtig genutzt, Lehrer wurden nicht über Zusatzmatierial informiert etc pp. Daraus resultiert natürlich, das er sich (wieder) verweigerte Lernstoff mit zu arbeiten, m,achte viel Blödsinn, ließ sich schlecht handeln. Alle Leute mit denen ich sprach, die meinen Sohn auch kennen, meinten, es sei ein normales Verhalten eines hochbegabten Kindes auf die pötzlich, andere, schwierige Situation. Seit die Lehrerin wieder da ist, läuf es nämlich wieder erheblich besser. Dennoch möchte die Schule das wir ihn klinisch untersuchen lassen auf ADHS und autistische Störungen, da er ja immer wieder auffällig ist und scheinbar nicht lernfähig, bei alten bekannten Mustern zu bleiben. In meinem Dusel habe ich dem Zugestimmt, da mir nicht wirklich bewußt war was das überhaupt bedeutet. Ich dachte, es werden ein paar Tests geschrieben, ähnlich einem IQ Test und dann wird gesagt, so ihr Kind hat/hat nicht ADHS. Tja, das ich dann aber für mehrere Wochen ("unter sechs-acht Wochen läuft hier nichts") mein Kind in die Psychatrie geben muß, wußte ich nicht. Und ehrlich, bin ich dazu auch nicht gewillt. Leider wird mein Sohn auf Grund der gesamten Situation irgendwie vors Loch geschoben. Natürlich ist er anders, natürlich ist er nicht einfach, trotzdem passen sowohl ADHS als auch autistische Störungen nicht wirklich. Auch die Kinderärztin hält das für sehr unwahrscheinlich. Irgendwie habe ich den Eindruck das mein Kind nicht seinen Weg an dieser Regelschule findet und suche daher ein anderes System. Wir haben hier einigen freie Schulen, mit alternativen Lernsystemen, zur Auswahl.
Vielleicht hat ja jemand Erfahrung mit solchen Testungen auf ADHS u/o Autismus bzw zum Schulwechsel (worauf sollte ich achten usw) |
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ripley
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2010 Beiträge: 912 Wohnort: RLP
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Verfasst am: 02.07.2014, 07:43
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Hallo Matsel.
Wir haben nur Testung auf HB und auf ADHS durch, NICHT auf Autismus. Somit kann ich Deine Frage nur teilweise beantworten.
Nein, bei uns war für die ADHS-Diagnose KEINE stationäre Aufnahme nötig. Mir ist auch sonst kein ADHSler bekannt, der für diese (!) Diagnostik stationär hätte aufgenommen werden müssen. Dafür aber eine Reihe ambulanter Termine.
Vielleicht fragst Du zusätzlich noch andere Kinder- und Jugendpsychiater an (niedergelassene, ich vermute DU hast in einer Klinik angefragt)?
Und, ja, man kann ganz prima "Läuse und Flöhe" haben (HB UND ADHS). Das kommt auch gar nicht so selten vor. Hier ja auch.
Ob das aber bei EUCH zutrifft? Ich kratze mich da ehrlich gesagt am Kopf. Wenn Dein Kind in den ersten Lebens- und auch Kindergarten-Jahren völlig (?) unauffällig war und DANN plötzlich auffällig wurde, passt das nicht so ganz zu ADHS (zu Autismus aber auch nicht). _________________ LG
Ellen |
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grünergeist Quiz-Gewinnerin

Anmeldungsdatum: 21.05.2005 Beiträge: 2644
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Verfasst am: 02.07.2014, 09:51
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Hallo matsel,
die Kinderärztin kennt deinen Sohn sicher schon länger, auch aus der Zeit vor der Schule?
Wenn du auch den Eindruck hast, dass sie kompetent ist, würde ich ihre Meinung höher einstufen als die von Leuten, die ihn nur als "Problemkind" kennenlernen. Vielen Lehrern ist es lieber, dass das Kind eine Störung hat, als dass ihre mangelhafte Pädagogik Fehlverhalten auslöst.
Gleichzeitig muss dein Sohn, je älter er wird, mit Frust umgehen lernen ohne seine Umgebung ständig in Mitleidenschaft zu ziehen und sich aufzureiben. Für Eltern ist der Mittelweg zu finden, einerseits das Kind zu stärken und seine Eigenheiten nicht zu pathologisieren, andererseits so zu erziehen, dass das Kind gemeinschaftsfähig bleibt auch wenn ihm vieles in der Gemeinschaft unverständlich oder unliebsam bleibt.
Mein geistlein (mittlerweile 12) sollte in der ersten Klasse zum I-Kind gemacht werden, wir haben uns - in der Großstadt einfach - durch Sprung und Schulwechsel den miserablen Bedingungen entzogen, dann lief es besser. Auch wenn ich ihr immer noch ein besseres Selbstvertrauen wünschen würde, hält sie inzwischen doch einiges mehr aus.
Bei Euch scheint es mit der alten Lehrerin wieder besser zu werden, das ist ein Zeichen, das das Kind anders kann, wenn seine Eigenheiten beachtet werden. Das beachten der Eigenheiten wird aber weniger werden, damit muss er klarkommen, mit 7 ist er aber noch ziemlich klein und darf einige Jahre an den Lernprozess verwenden.
Ein diagnostikwürdiges Zeichen wäre, wenn er auf einen Wechsel der Bedingungen nicht mit besserung reagieren kann, aktuell würde ich ihn erstmal wieder in Ruhe bei seiner neuen alten Lehrerin ankommen lassen, bevor ein Diagnostikmarathon die Besserung erschwert. _________________ Falls Freiheit überhaupt irgend etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen. [George Orwell]
grünergeist |
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Bachstelze
Anmeldungsdatum: 27.03.2005 Beiträge: 956
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Verfasst am: 04.07.2014, 18:15
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Hallo matsel,
für uns war für ADHS ebenfalls keine stationäre Aufnahme nötig. Autismus weiß ich nicht. Ich wäre gegenüber 6-8 Wochen in der Psychiatrie doch auch sehr skeptisch und würde erst mal alle anderen Möglichkeiten auschecken - besonders, wie schon gesagt, wenn es jetzt, sobald die Abmachungen eingehalten werden, wieder besser geht.
Ansonsten unterschreibe ich ebenfalls, was ripley und grünergeist geschrieben haben.
Liebe Grüße - und lasst euch nicht unterkriegen
Bachstelze _________________ Bachstelze |
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