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grünergeist
Quiz-Gewinnerin



Anmeldungsdatum: 21.05.2005
Beiträge: 2644

BeitragVerfasst am: 11.12.2014, 13:07
BeitragTitel:
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Das hätte ich mir nach dem Zettel der Leerer auch nicht vorstellen können, es wurde auch von keinem hinterfragt, sie hätte dort aber auch nichts gesagt. Die Geschichte war, dass ein älterer Junge, der bei den anderen Eltern schon als Schläger bekannt war, sie wieder einmal geärgert hatte. Sie war damals sehr schmal, wirkte also schon wie ein geeignetes Opfer, zumal sie sich immer sehr spät bis gar nicht wehrte und nie raufte, sie war aber durch den Sport kräftig.
Nach einer Attacke "besiegte" sie den Jungen, saß in der Sandkiste auf seiner Brust und ihre Erzählung war dann: "Da saß ich dann auf ihm drauf und er hörte nicht auf zu schlagen und zu treten, da wußte ich nicht, was ich machen soll und bin immer höher gerutscht, damit er mich wenigstens nicht so trifft." Da tauchte dann eine Pausenaufsicht auf, und geistlein war wieder schuld.
Das war glaube ich der fünfte Vorfall mit diesem Jungen, danach war Ruhe. Wenn sie zur Aufsicht ging, versteckte sich der Knabe, und die Leerer sagten ihr, "ist doch nicht so schlimm, spiel einfach weiter". Allein war sie sowieso immer.
Ihr Verhalten finde ich absolut nachvollziehbar und im Grunde auch unaggressiv, sie hätte ihm eins auf die Nase geben können, damit Ruhe ist. Das wollte sie gar nicht, sie wollte nur nicht mehr geärgert werden und sonst half ihr keiner. Eine Fünfjährige, die eben nie zum Spaß gerauft hat, weiß auch nicht wie gefährlich das sein kann, sich auf Hals oder Kopf zu setzen.
Das ist nur ein Beispiel für die Diskrepanz zwischen Außenbild und innerem Erleben des Kindes. Ich denke mir, bei einem Kind, dass sich im Wutanfall mit anderen prügelt, würde sich eine solche Beschreibung ganz anders anhören. Ich halte das für ein wichtiges Kriterium, die Ursachen von Fehlverhalten zu erkennen. In unserem Fall wäre es falsch gewesen die Anpassung um jeden Preis anzustreben, da mussten zuerst die äußeren Verhältnisse geändert werden, damit das Kind lernen kann, sein Verhalten zu ändern.
Wenn man das Kind dazu bekommt sich zu äußern, was Schule in so einem Moment so unerträglich macht, können die Erwachsenen (ich beziehe mal echte Lehrer mit ein) einschätzen, ob das Kind lernen muss was zu schlucken und wie das gesteuert werden kann, die Bedingungen geändert werden müssen oder andere Formen der Hilfe (Therapie, Medikamente) nötig sind. Es geht ja darum, eine dauerhafte Verhaltensänderung zu erreichen, nicht darum, das Kind zu ändern.
_________________
Falls Freiheit überhaupt irgend etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen. [George Orwell]
grünergeist
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Finna



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 09.03.2012
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 12.12.2014, 16:50
BeitragTitel:
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grünergeist hat folgendes geschrieben:
Ich glaube, Deine, möglichst dich selbst kritisch hinterfragende, Beobachtung ist hier gefragt: Was kann das Kind tatsächlich nicht, obwohl sie will und was macht sie nicht z.B. aus Widerwillen, weil sie mehr Beachtung oder positive Bestätigungmöchte o.ä..
geistlein konnte wunderbar und schnell aufräumen, sie WOLLTE nicht und hat ziemliche Wutanfälle gekriegt, wenn was nicht nach ihrer Nase ging (das erste Mal im zarten Alter von 14 Tagen). Diese Dickköpfigkeit ergab dann mit der Langeweile und der Reaktion auf die Behandlung in der Schule ein ziemlich schwierige Mischung.
In der ersten Klasse hatte sie richtig schlechte Leerer, sie war sofort in der Schublade, sie sollte am liebsten ADS haben und Medikamente kriegen, damit die Leerer Recht behielten. (Das ist nicht der Normalfall für Schule!!!) Durch die häufige Bestrafung für alles mögliche, (nachdem sie 20 Minuten von einem Älteren geärgert wurde und die Pausenaufsicht nichts tat, schlug sie dann zurück und bekam prompt einen Tadel, sowas in diversen Variationen.) entwickelte sie eine Mentalität, einfach alles zu machen, was ihr in den Kopf kam, es war ja egal, bestraft wurde sie eh. Sie wirkte entschieden verhaltensgestört, für mich war ihr Verhalten auf ihrer kindlichen Ebene aber nachvollziehbar und ich führte viele Gespräche mit ihr darüber, wie sich Verhaltensweisen und Änderungen auf andere auswirken, weil sie das aus dem Verhalten ihrer Umgebung nicht lernen konnte; die anderen Kinder waren durch sie oft genervt und mobbten schnell mit, wie der Leerer das vormachte.
Lehrer konnten mich auch nie von einer "organischen" Störung überzeugen. Wenn ein Zettel kam: "geistlein setzte sich einem Jungen auf den Kopf, dass er keine Luft mehr bekam", war sie mit damals 5 in der Lage, mir zu genau erklären, wie es dazu kam; wenn sie das nicht gekonnt hätte, hätte ich mir mehr Sorgen gemacht.
Nach Schulwechsel mit netter konsequenter Lehrerin besserte sich das Verhalten.
Darum bist du gefragt, rauszukriegen, ob sie versucht, ihr Verhalten zu steuern und es nicht schafft, oder ob sie es aus diversen kindlichen Gründen auch gar nicht versucht. Ich hoffe, sie kann mit dir sprechen, wie sie sich fühlt, was was so auslöst in ihr, das ist gar nicht so einfach, insbesondere, wenn sie weiß, dass ihr Benehmen als "schlecht" eingestuft wird.
Jetzt habe ich einen halben Roman geschrieben, aber ich erinnere mich gut, wieviel Sorgen ich mir damals gemacht habe, wie sich das Kind so entwickeln wird und hätte am liebsten gleich den Knopf gefunden, der das ändert.

Füller hat sie in Ihrer Grundschulzeit auch einige geschrottet, die Federn quasi gefaltet, da gibt es aber auch Qualitätsunterschiede, mein alter Schulfüller hat gehalten. Ich würde es erstmal mit Tintenroller versuchen, geistlein kam dann ganz gut mit so einem verbeulten Schreiblernfüller zurecht, das wurde auch langsam besser mit dem krampfigen Schreiben.


Stimmt, alles ist bei meiner fast gleich.

Wir haben jetzt mit der Diagnosestellung begonnen, leider erst Anfang März einen Termin im KH/Psychologin.

Heute hat sie sämtliche Schulbücher regelrecht zerstört und wieder wurde sie in keinster Weise gebremst. Mein Mann mußte sie abholen, da sie sich in ihrer Wut auch noch verletzt hat an einer Tischkante und bestimmt 20min geweint hat bis der Papa kam. (Es blutete am Ohr).

Diese ganzen Ausraster begannen wirklich erst mit Schuleintritt, bzw. so langsam im Ferienhort.

Als Baby war sie eigentlich eher zu ruhig, erst wie sie dann laufen konnte war sie ständig auf Achse, wollte z.B. nie im Wagen geschoben werden und so.

Schwieriger als andere Kinder ist sie dann immer gewesen, aber nicht auf die Art wie es jetzt zugeht. Z.B. Schränke ausräumen war sie kaum zu bremsen, ein "Nein" zu akzeptieren fällt ihr erst jetzt leichter.
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scout




Anmeldungsdatum: 02.03.2005
Beiträge: 1774
Wohnort: ba-wü

BeitragVerfasst am: 16.12.2014, 13:24
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hi finna,

du schreibst, dass sie erst seit der einschulung diese ausraster hat, dass sie aber während der kindergartenzeit auch nicht regelmäßig hingegangen ist. du schreibst nicht, warum das so war. ist sie denn gerne da hingegangen oder eher widerwillig?

als mutter eines heftigen ads-kindes (allerdings ohne ausraster und wildheit) gebe ich dir zu bedenken, dass eventuelle symptome umso schlimmer auftreten, je mehr sie gezwungen sind, unter reizüberflutung funktionieren zu müssen. solange die reizumgebung passt, freut man sich an den aufgeweckten, aktiven, wissbegierigen kindern. kommt aber druck von außen, dann crashen sie mehr und mehr. je nach naturell entwickeln sich verweigerung, blockaden oder auch aggressives abwehrverhalten.

meiner ansicht nach könnte man theoretisch jeden menschen zum crash treiben, wenn der druck hoch genug wird. dass besondere bei ads-kindern ist aber, dass sie schon bei ziemlich "normalen" herausforderungen crashen, die andere kinder mit leichtigkeit ertragen oder sogar schön finden.

im kindergarten kann man die kids auch mal einen tag zu hause lassen. man macht zu hause was schönes mit ihnen und erspart ihnen den täglichen stress, in der gruppe funktionieren zu müssen. das habe ich auch so gehandhabt, als der sohn immer mehr den kindergarten verweigerte. da treten die "symptome" selten oder gar nicht auf, man denkt als mutter, es wäre doch alles bestens.

in der schule geht das dann aber nicht mehr, da müssen sie hin und es wird einfach eine gewisse anpassungsfähigkeit in der gruppe eingefordert. eben weil nicht jeder machen kann was er will, vor allem, wenn das formen annimmt wie du sie beschreibst. meiner war ja ein friedlicher, der sich eher zurückzog als kämpfte. dennoch konnte man das nicht einfach laufen lassen, er brauchte hilfe, um die schule ertragen zu lernen.

ich finde es gut, dass ihr euch hilfe holt, denn wenn bereits so früh eindeutige anzeichen auftreten, dann dürft ihr eltern den kopf nicht in den sand stecken. das wichtigste instrumentarium einer jeden diagnostik ist die möglichst genaue analyse der vorgeschichte, da könnt ihr eltern vorarbeiten. erfahrungsgemäß dauert es eine zeitlang, bis man sich als Mutter dem gedanken öffnen kann, dass irgendwas nicht stimmt. aber augen zumachen hilft nicht, sie können in der schule sehr schnell aus der kurve fliegen.

im übrigen kann man sich auch über rosa elefanten ;) kundig machen und von tipps profitieren, auch wenn das kind vielleicht kein ausgewachsener adhs-ler ist oder die symptome nicht ständig oder superkrass auftreten. was du erzählst, lässt aber auch bei mir ein paar alarmglocken klingeln.

gruß
scout
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'It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities.' (Albus Dumbledore)
scout
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Finna



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Anmeldungsdatum: 09.03.2012
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 20.12.2014, 06:12
BeitragTitel:
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scout hat folgendes geschrieben:
hi finna,

du schreibst, dass sie erst seit der einschulung diese ausraster hat, dass sie aber während der kindergartenzeit auch nicht regelmäßig hingegangen ist. du schreibst nicht, warum das so war. ist sie denn gerne da hingegangen oder eher widerwillig?



gruß
scout


Sie ist gerne gegangen, hat sich aber dennoch viel gelangtweilt. Das letzte Jahr wollte sie eigentlich fast immer gehen wenn sie auch zu Hause bleiben konnte, einfach um ihre Freunde zu sehen.
Unser KIGA lebt ein bißchen hinterm Mond. Ist zwar klein mit 15-25 Kindern, aber es wird kaum was gemacht. Mit Farbe malen, ausschneiden, basteln usw. wird da kaum angeboten. Den ganzen Tag spielen kann da für ein wissbegieriges Kind schon mal langweilig werden.

Sie sagt ja auch jetzt in der Schule das es langweilig ist, bzw. das es ihr nicht schnell genug geht.
Wir sind jetzt schon am Überlegen ob wir sie in eine andere Schule lassen. Da sind 2 1. Klassen mit nur 16 Kindern und es wird auch mehr auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen. Jetzt bei 25 Kindern ist das einfach nicht möglich, auch weil fast 2/3 eher leistungsschwach sind.
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Syringa



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Anmeldungsdatum: 14.01.2012
Beiträge: 117
Wohnort: Elbflorenz

BeitragVerfasst am: 20.12.2014, 13:48
BeitragTitel:
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Finna hat folgendes geschrieben:
Da sind 2 1. Klassen mit nur 16 Kindern und es wird auch mehr auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen. Jetzt bei 25 Kindern ist das einfach nicht möglich, auch weil fast 2/3 eher leistungsschwach sind.


Doch, es ist möglich (ich erlebe es ja gerade mit meinem Sohn, da sind 27 Kinder in einer Klasse und die individuelle Förderung funktioniert wunderbar, siehe mein Thread dazu hier im Forum), aber eben nur, wenn die Lehrer dazu willens sind, Unterstützung von Kollegen und Direktor erhalten und allgemein ein dafür offenes Klima an der Schule herrscht. Da in der Klasse meine Sohnes gerade der Gegenbeweis erbracht wird, kommt mir das Argument mit den vielen Schülern irgendwie wie eine billige Ausrede dafür vor, individuelle Förderung gar nicht erst zu versuchen.

Ich drücke dir die Daumen für eine passende Lösung für deine Tochter. Wie steht es denn in der Schule mit den kleinen Klassen um das Thema Begabtenförderung? Kleine Klassen alleine sind ja noch kein Garant dafür, z.B., wenn seitens der Schule klugen Kindern generell ein besonderer Förderbedarf abgesprochen wird... Das gibt es ja leider auch, daß selbst bei pädagogischem Fachpersonal die Meinung vorherrscht, nur leistungsschwache Kinder bedürften besonderer Aufmerksamkeit.
_________________
LG, Syringa und Pfiffikus (03/08 )
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Finna



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Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 21.12.2014, 05:58
BeitragTitel:
Antworten mit Zitat

Syringa hat folgendes geschrieben:


Wie steht es denn in der Schule mit den kleinen Klassen um das Thema Begabtenförderung? Kleine Klassen alleine sind ja noch kein Garant dafür, z.B., wenn seitens der Schule klugen Kindern generell ein besonderer Förderbedarf abgesprochen wird... Das gibt es ja leider auch, daß selbst bei pädagogischem Fachpersonal die Meinung vorherrscht, nur leistungsschwache Kinder bedürften besonderer Aufmerksamkeit.


Wie es mit Begabtenförderung aussieht wissen wir nicht. Haben bis jetzt nur Infos von einzelnen Eltern das halt spezieller auf die Kinder eingegangen wird. So wie ich es auch von anderen Schulen gehört hab (von Kollegen, Freunde, usw.) werden da die Kinder wohl innerhalb der Klasse in leistungsstark, normal, schwach geteilt. Sowas wird ja an unserer Schule nicht gemacht.
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