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1. Klasse; Langeweile


 
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Finna



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 09.03.2012
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 02.12.2014, 16:45
BeitragTitel: 1. Klasse; Langeweile
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Heute muß ich auch mal wieder schreiben.
Tochter im Mai 6 geworden ist ganz normal eingeschult worden. Konnte seit gut 1,5 Jahren Rechnen im 10er Bereich)(+ und -) und kannte auch schon etliche Buchstaben - hatte aber absolut kein Interesse am schreiben oder Lesen. Seit Schulbeginn ist der Ergeiz Lesen zu lernen so groß das sie überall erzählt, sie kann bis Weihnachten lesen - was sie bis jetzt auch gut umsetzt. Sie hat eine unwahrscheinlich schnelle Auffassungsgabe, kann Gedichte nach 2-3x hören schon gut wiedergeben, rechnet im 10er-Bereich ohne zu überlegen.
Mein Problem: dadurch das sie sich langweilt im Unterricht stört sie und spielt den Klassenclown; in Mathe und Deutsch bekommt sie jetzt Zusatzaufgaben, allerdings vernachlässigt sie jetzt ihre Pflichtaufgaben, d.h. "schnell fertig werden damit ich auch noch Zusatz bekomme". Leider hat sie dann eine "Sauklaue" und baut Flüchtigkeitsfehler ein wie z.B. i-Punkt vergessen und Bögen an den einzelnen Buchstaben oder Zahlen werden spiegelverkehrt geschrieben. Gestern hat sie sämtliche Bücher und Hefte mit Filzstift vollgeschmiert und hat den 3. Füller in 12 Wochen geschrottet. Jeden Tag sind alle Stifte abgebrochen oder irgendwas anderes kaputt (Lineal, Haarreifen, Anspitzer, Radiergummi).

KLassenlehrerin möchte Schulpsychologen einschalten und testen lassen ob GU-Bedarf besteht. Ich dachte bis jetzt immer das das nur für Kinder in Frage kommt die Lernschwierigkeiten haben oder so.

Kennt sich da jemand mit aus und kann Info geben.

LG
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sun
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Anmeldungsdatum: 03.03.2005
Beiträge: 2614
Wohnort: Rheinland

BeitragVerfasst am: 02.12.2014, 17:25
BeitragTitel:
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Hallo Finna,

ich hab gerade mal in deine Vorstellung von vor 2 Jahren geguckt. Da klang das ja eigentlich schon recht ähnlich: schlaues Kind mit Problemen im Verhalten und Feinmotorik.
Wie ist es denn dazu im Kindergarten weiter gegangen? Gab es mal weitere Gespräche mit Kinderärzten, Erziehern und/oder anderen Anlaufstellen?

Was sagt die Klassenlehrerin? Was ist in der Schule schon gelaufen außer Extra-Aufgaben - haben sie schon versucht, an ihrem Verhalten zu arbeiten? Ist deine Tochter, wenn sie ihre Extra-Aufgaben macht, konzentrierter und motivierter?

Mit Schulpsychologen habe ich schon gute Erfahrungen gemacht - es schadet auf jeden Fall nichts, da mal rundum Kind und Umgebung angucken zu lassen und sich Anregungen zu holen, wie es besser laufen könnte. Auf jeden Fall finde ich es sehr positiv, dass die Lehrerin schon auf den Wissensdurst deiner Tochter eingeht, auch wenn sie nicht immer das brave ordentliche Kind ist.

Mit GU ist "Gemeinsamer Unterricht" gemeint? Das gibt es nicht nur für Kinder mit Lernschwierigkeiten, sondern auch für Kinder mit z.B. Förderbedarf in der emotionalen, sozialen oder motorischen Entwicklung.
_________________
LG sun mit Naseweiß (*3/98, Studentin in NL), PeterPan (*6/99, dualer Student) und TigerLily (*6/05, 8. Klasse hb-Zweig)
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Finna



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 09.03.2012
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 02.12.2014, 17:46
BeitragTitel:
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Danke für deine Antwort.

Im Kindergarten wurde nichts gemacht, da sie ja total "ungezogen" war. Sie ging auch nur in den Kiga wenn es wirklich notwendig war. Deshalb hat sie bestimmt auch die Schwierigkeiten sich unterzuordnen. Die Kinderärztin meinte nur immer, sie ist sehr weit für ihr Alter. Bei der Schuluntersuchung vor knapp 1,5 Jahren wurde nur gesagt, sie soll mal langsam machen sonst kommt sie gleich in die 2. Klasse.
In der Schule gibt es nichts anderes wie die Extra-Aufgaben. Am Verhalten beissen sich die Lehrer die Zähne aus. Da sie einfach nie das macht was sie soll, wie z.B. "wir malen das rot aus" und Madam malt es aber blau aus weil sie das so möchte.
Ob sie bei den Extra-Aufgaben konzentrierter ist weiß ich nicht, motivierter auf alle Fälle da zum Teil Sachen dabei sind was der Rest der Klasse noch nicht kann.
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sun
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Anmeldungsdatum: 03.03.2005
Beiträge: 2614
Wohnort: Rheinland

BeitragVerfasst am: 03.12.2014, 10:41
BeitragTitel:
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Hallo Finna,

schade, dass im Kindergarten nichts weiter passiert ist, denn offensichtlich sind die Probleme ja noch da.
Insofern halte ich es wirklich für eine Chance, dass beim Schulpsychologen dann doch mal umfassend geguckt wird, wie man deiner Tochter eigentlich am besten helfen kann, klar zu kommen. Ich drücke die Daumen!
_________________
LG sun mit Naseweiß (*3/98, Studentin in NL), PeterPan (*6/99, dualer Student) und TigerLily (*6/05, 8. Klasse hb-Zweig)
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Online
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 07.07.2008
Beiträge: 763
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BeitragVerfasst am: 04.12.2014, 08:58
BeitragTitel:
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Finna hat folgendes geschrieben:
Da sie einfach nie das macht was sie soll, wie z.B. "wir malen das rot aus" und Madam malt es aber blau aus weil sie das so möchte.


Hier spreche ich volles Verständnis für dein Kind aus. Worauf kommt es bei dieser Aufgabe an? Das ein Schulkind die Farbe rot erkennt? Oder wird das exakte Ausmalen bewertet?
WARUM sind Lehrer oftmals nicht tolerant und nehmen mit solchen (sorry) unnützen Dingen, den Kindern die Freude an der Schule?
(Hier musste ein Vortrag über eine Metrople gehalten werden. Eigentlich genau IHR Ding. Es gab London, Paris und Moskau. Aber der Lehrer hat den Kindern die Städte zugeteilt, also war hier stundenlanges Gezeder und "Geschrei", die Stadt sei doof usw. .... Unmut und Unlust, dabei hätte es soooo einfach sein können traurig. )
_________________
LG Anja

"Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt." - Aus Uganda
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Finna



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 09.03.2012
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 04.12.2014, 22:49
BeitragTitel:
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Online hat folgendes geschrieben:
Finna hat folgendes geschrieben:
Da sie einfach nie das macht was sie soll, wie z.B. "wir malen das rot aus" und Madam malt es aber blau aus weil sie das so möchte.


Hier spreche ich volles Verständnis für dein Kind aus. Worauf kommt es bei dieser Aufgabe an? Das ein Schulkind die Farbe rot erkennt? Oder wird das exakte Ausmalen bewertet?


Deutschunterricht: zusammenpassende Silben mit gleicher Farbe, es sollten eben alle die gleichen Farben verwenden.

Um bei der Farbe zu bleiben: Freiarbeit: Zusatz: Arbeitsblatt Lesen: verschiedene Sätze lesen und verstehen und dann ausführen: ein Satz war "Male 2 Tomaten." - Kind malt 2 Tomaten und malt sie gelb an - das war ein Fehler, denn Tomaten sind rot lt. Lehrerin (Kind sagte darauf sie hat schon gelbe und auch grüne Tomaten gegessen - da war sie gleich wieder vorlaut)

Ich hab heute 2 Stunden hospitiert, einfach um mir ein Bild zu machen, weil fast jeden Tag kommt der Spruch sie hört nicht auf die Lehrer.
1. Stunde: lief ganz gut, neuen Buchstabe gelernt, sehr motiviert und konzentriert; beim Wiederholen aber wieder sehr unruhig und störend
2. Stunde: "Katastrophe" - eigentlich Gestalten, da Lehrerin auf Klassenfahrt Vertretung durch Pädagogische Mitarbeiterin(PM); Problem ist dabei das diese Person bei fast allen Schülern unbeliebt ist, leider auch schon bei meinem Kind; bzw. mein Kind hat null Respekt vor Ihr - ich war total geschockt - mein Kind fing an ihre Buntstifte abzubrechen indem sie sehr stark damit auf den Tisch haute; PM sagte nur zu der Klasse das sie dies nicht beachten sollen, darauf fing mein Kind an sämtliche Blätter zu zerknüllen und in den Raum zu werfen, auf das kurze "Hör damit auf" kam nur ein "Nein" - sie fing dann noch an sich auf den Boden zu rammeln und laut zu schreien und quiecken (ich hätte heulen können, da ich sie noch nie so erlebt habe) da die Klasse dadurch immer unruhiger wurde hat die PM kurzerhand die Stunde abgebrochen und alle ausser mein Kind mit nach draussen genommen

Mein Kind saß dann allein im Raum, immer noch auf 180 und inzwischen so weit hochgeschaukelt das sie sich nie allein hätte beruhigen können.
Ich hab ihr angemerkt das sie darauf gewartet hat das die PM das ganze beendet aber das tat sie nicht. Ich wollte mich nicht einmischen da ich ja nur schauen wollte.
Hab dann nur noch schnell mit meinem Kind das Papier eingesammelt und die Stühle wieder aufgestellt die sie dann vor Wut umgeworfen hat.
Bin nach kurzem Gespräch mit den Lehrern mit meinem Kind nach Hause gefahren.

So jetzt gehts wieder ab zur Kinderpsychologin da sie ja doch wie ein Kind mit ADHS wirkt. Ich hoffe nur wir kommen ohne dieses Scheiß Medikament aus.

Sorry für den langen Text, mußte mir das von der Seele reden.
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ripley



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BeitragVerfasst am: 04.12.2014, 23:14
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Zitat:
da sie ja doch wie ein Kind mit ADHS wirkt


Ja, auch mich dünkt, dass dieser Verdacht nahe liegt ...

Hi Finna!

Darf ich mich kurz vorstellen? Mutter eines inzwischen fast 17jährigen, der seit der 3. Klasse die Diagnose HB, seit der 4. die Diagnose ADHS hat und auch seit der 4. dieses "Scheiß Medikament" nimmt. Der jetzt nach übersprungener Mittelstufenklasse die 12. des Gymnasiums besucht. Sozial übrigens unauffällig (bis auf ein paar Spleens), wenn auch beklagenswert faul.

Ohne dieses "Scheiß Medikament" wäre er vermutlich so ab 13 oder 14 - schon Jahre auf einer E-Schule versauernd - delinquent geworden oder hätte gleich den einen oder anderen Monat, das eine oder andere Jahr in der Kinder- und Jugendpsychiatrie verbracht - exakt DAS hatten nämlich seinerzeit Eltern seiner Klassenkameraden gefordert.

Und er war in der ERSTEN Klasse weit weniger verhaltensauffällig als Deine Tochter.

Stell Deine Tochter dem Schulpsychologen oder besser noch in der KJP vor und überdenk vielleicht (ist nur so eine Anregung) mal Deine Haltung zu dem "Scheiß Medikament".

Nein, es LÖST die Probleme nicht, aber es macht das gemeinsame SUCHEN nach Lösungswegen oftmals erst möglich
_________________
LG
Ellen
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Finna



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Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 05.12.2014, 00:43
BeitragTitel:
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ripley hat folgendes geschrieben:


Nein, es LÖST die Probleme nicht, aber es macht das gemeinsame SUCHEN nach Lösungswegen oftmals erst möglich


Ja das weiß ich ja. Ich weiß auch das vielen Kindern und Erwachsenen damit super geholfen wurde, aber ich kenne eben auch viele Kinder mit starken Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Müde und Träge, können kaum noch lachen usw.
Wir haben Angst unsere immer fröhliche, naturliebene, bewegungsfreudige Tochter zu verlieren, viele die sie kennen freuen sich das sie immer so gut drauf ist und nicht schüchtern.
Wie gesagt so wie das in der Schule läuft ist es lange nicht zu Hause. Sie versucht viel zu Diskutieren mit sehr klugen Argumenten und damit kommen die Lehrer überhaupt nicht zurecht.
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ripley



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 05.12.2014, 09:51
BeitragTitel:
Antworten mit Zitat

Finna hat folgendes geschrieben:
Sie versucht viel zu Diskutieren mit sehr klugen Argumenten und damit kommen die Lehrer überhaupt nicht zurecht.


Ist das denn der Job der Lehrer? Diskutieren? Mal ... wieviele Kinder in der Klasse?

Finna,
einerseits muss ich grinsen, andererseits stellt es mir die Haare auf, wenn ich Dich lese. Weil Du exakt das von Dir gibst, was von mir selbst vor 10 Jahren gekommen wäre - und auch kam. Nur, dass ich in der Zwischenzeit dazugelernt habe, dazulernen MUSSTE, weil ich mit dieser Einstellung die Erziehung meines Sohnes voll gegen die Wand fuhr. Und ich habe SEHR viel ändern müssen, um diesen meinen früheren Mist wieder auszubügeln.

Mir wurde seinerzeit mal Folgendes vorgehalten (da wusste ich nur um die HB, aber noch nicht um das ADHS):
Zitat:
möglicherweise ist euer Goldstück euch einfach tendenziell intellektuell überlegen, und deshalb glaubt ihr, daß er Wunder was Tolles ist, und laßt ihm vor lauter Bewunderung und Elternstolz zu viele Freiheiten. Das resultiert dann in einem (durch die Eltern vermittelten) vollkommen übersteigerten Selbstbewußtsein des Kindes, was es unmöglich macht, ihm die Richtung zu weisen. Nix für ungut - ich habe solche Fälle schon öfter beobachtet, könnte ja sein, daß es hier auch zutrifft.


Und weißt Du was? Bis auf die Tatsache, dass hier eigentlich alle plusminus denselben IQ haben, war diese Beschreibung absolut und 100% zutreffend! Auch wenn ich das erst viel später eingesehen und geändert habe.

Wenn der Lehrer sagt "wir malen das rot aus" und Deine Tochter malt daraufhin blau aus, dann lässt das ZWEI Deutungen zu:
1. Ihr gefällt in dem Moment das Blau besser als das Rot
2. Sie sagt dem Lehrer dadurch "Du kannst mich mal!"
Ich denke, letzteres gibt den Ausschlag. (Unkenntnis der Farbnamen schließen wir beide aus, ja?)

Und bei "du kannst mich mal" hört für viele Lehrer der Spaß auf. Wenn Du mich (jetzt) fragst, zu Recht.

Denn es gibt unendlich viele Dinge, über die man mit einem Sechsjährigen diskutieren kann, darf und SOLLTE. Wie man es anstellen könnte, die Sterne zu zählen z.B. Oder darüber, welche Blume am schönsten aussieht. Oder warum in den Märchen die Prinzessinnen immer nur hübsch, aber ziemlich kraft- und hilflos sind, während es immer die Kerle sind, die stark, gut und Retter sind.

Eine simple Arbeitsanweisung aber, die ein Erwachsener, egal ob Eltern oder Lehrer, einem Erstklässler gegenüber äußert, ist KEIN diskussionswürdiges Sujet. Die wird befolgt. Punkt.

Mein Sohn hat das inzwischen gelernt:
ich: "Junior, du rechst heute Nachmittag bitte das Laub vom Rasen."
Junior [schief grinsend]: "Darüber diskutieren bringt jetzt nix, oder?"
ich [zurückgrinsend]: "Nö."

Deine Tochter muss es noch lernen. Ich schlage vor, bald.
_________________
LG
Ellen
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Finna



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 09.03.2012
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 05.12.2014, 14:34
BeitragTitel:
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Danke noch mal für deine ausführlichen Hinweise.
Das mit dem diskutieren mein ich so, das die Lehrer sich darauf einlassen und mit diskutieren. Wenn wir ihr etwas zu Hause sagen und sie fängt an mit warum, wieso, weshalb dann gibt es nur kurz von uns die Antwort "weil ich das sage" und meißt zwitschert sie dann ab und macht das ihr aufgetragene.

Wir waren heute mal wieder bei der Kinderärztin (bei einer Vertretung die unser Kind noch nicht kennt);Sie hat ihr Fragen gestellt wegen Schule und warum sie nicht mitmachen möchte. Da kam mitunter der Satz ich hasse Frau ... weil die keine Lehrerin ist und bei Wiederholungen alles falsch erklärt.
Diese meinte dann nach dem kurzen Gespräch das sieht nach emotionaler Belastung aus. D.h. da sie ja Einzelkind ist würden wir ihr immer alles abnehmen wenn ihr etwas nicht paßt oder sie was nicht kann. Weil mein Kind sich nicht allein zu ihr setzten wollte, bzw. nicht gleich erzählen wollte warum wir da sind. (ich muß dazu sagen, das sie gegenüber Fremden immer erstmal sehr schüchtern ist).
Sie ist sonst total selbstständig, bewegt sich seit 1 Jahr allein im Dorf, verabredet sich mit ihrer Freundin am Nachmittag, geht auch mal allein Brot holen. Hat sich mit 3 komplett allein angezogen, sucht sich Kleidung selber aus. usw

Wenn sie bei irgendwas mal Schwierigkeiten hat dann wird sie ermuntert es weiter zu versuchen bis es klappt. z.B. hat sie letzte Woche eine Schneeflocke aus gefaltetem Papier ausgeschnitten, sie hat glaub ich 12 Anläufe gebraucht bis es geklappt hat ohne das einer was sagen mußte. Da kann sie sich komischerweise konzentrieren.
Oder sie hat unwahrscheinliche Schwierigkeiten beim Po abwischen, da ihre Arme im Gegensatz zum Körper sehr kurz sind, trotzdem muß sie das alleine machen, da ich ja in der Schule auch nicht helfen kann.

Jetzt holen wir uns erstmal einen neuen Termin bei der Psychologin, damit auf ADHS und einer evt höherern Begabung getestet werden kann.
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grünergeist
Quiz-Gewinnerin



Anmeldungsdatum: 21.05.2005
Beiträge: 2644

BeitragVerfasst am: 09.12.2014, 10:02
BeitragTitel:
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Hier gibt es auch ein höllisch dickköpfiges Kind. Bei geistlein wurde ein gewisser Gehorsam aber schon im Kindergarten mit eiserner Konsequenz eingeübt. So blieb eine Erzieherin oben beim unter der Bank verschwundenen geistlein, bis dieses auch aufgeräumt hatte, während die andere Erzieherin schon mit der Gruppe in den beliebten Garten ging. Diese Konsequenz hat geistlein auch immer wieder mal eingefordert. Wenn deine Tochter das in der Schule tut, mit entsprechender Steigerung, wenn keine Konsequenzen erfolgen, wirkt das in der Schule ziemlich fatal, weil die Lehrer natürlich keine Einzelbetreuung machen können. Vielleicht könntest du aber mögliche, schnell eintretende Konsequenzen mit den Lehrern planen, die dem Kind schon "wehtun" und in der Schule machbar sind.
Wenn es geht, sollte sie auch die logischen Konsequenzen von Ungehorsam zu spüren kriegen, meist neigt man als Mutter ja dazu, sich durchzusetzen, um diese Konsequenzen vom Kind abzuwenden, ohne, dass es sie spürt.

Die Dickköpfigkeit halte ich aber auch für eine Eigenheit, man könnte auch Zielstrebigkeit sagen, die zwar gemeinschaftstauglich angepasst werden muss, aber nicht nur negativ ist. Das ist eben ein längerer Lernprozess, mittlerweile, mit 13, kann geistlein sich ganz gut anpassen, schafft es aber immer auch mal, vor die Wand zu laufen. (Heiß Duschen, bloß weil sie 15 Minuten Ende September im Fluß schwimmen wollte? Hat geistlein doch nicht nötig, bloß weil die Älteren das sagen - und dann mit Unterkühlung im Wintermantel dahocken und zittern).
Da muss sie dann eben durch (auch durch die Erkältung) - und es wird besser mit den Jahren.

Diagnostik ist natürlich wichtig, aber man muss für das Verhalten Beeinflussungsmöglichkeiten finden, daran ändert die Diagnostik nichts.
_________________
Falls Freiheit überhaupt irgend etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen. [George Orwell]
grünergeist
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Finna



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 09.03.2012
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 10.12.2014, 01:19
BeitragTitel:
Antworten mit Zitat

Im Kindergarten gab es da auch keine Probleme mit. Sie konnte oft genug nicht mit raus, da sie einfach nicht fertig wurde mit aufräumen und anziehen. Dabei ist sie ein absolutes Draußen-Kind.
In der Schule fehlen die Konsequenzen völlig. Das einzige was war, das sie vom Auftritt bei der Rentner-Weihnachtsfeier ausgeschlossen wurde was ich finde nicht wirklich was mit der Schule zu tun hat und dann eben auch keine sofort folgene Konsequenz darstellt.
Und wenn mal noch eine zweite Lehrkraft im Raum ist geht diese meißt mit ihr raus wenn sie zu laut wird. Gestern hat sie dann mit ihr gerätselt, da würde ich als Kind auch stören wenn man so eine Aufmerksamkeit erhält.
Das läuft zuhause besser, wenn sie am Abend bummelt kann sie eben kein Buch mehr lesen oder kuscheln. ( Ab und zu vergisst sie das mal und merkt sich das ganz schnell wieder für den nächsten Tag.)

Unsere Schule arbeitet ja eigentlich mit Einschulungsphase, aber irgendwie merke ich davon nichts. Heute sagte sie mir das sie in Mathe ein Aufgabenblatt bekommen hat und damit sie niemanden stört damit in die 4. KLasse gehen mußte. Das ist ja echt nicht Sinn der Sache.

Außerdem hat sie seit sie in der Schule ist riesige Probleme mit der Stifthaltung, von Tag zu Tag wird es schlimmer. Es wirkt total verkrampft. Das ist beim Schreiben mit Füller wie auch beim Malen so. Das war sonst nie. Dadurch gehen natürlich ständig die Füller kaputt, weil bei 25 Kindern kann kein Lehrer immer zu sagen halt den Stift flacher. Da sie ja Leistungsstark ist wird da noch weniger darauf geachtet seitens der Lehrer.
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ripley



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BeitragVerfasst am: 10.12.2014, 11:01
BeitragTitel:
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Finna, für mich klingt das, was Du beschreibst, mit jedem Deiner Posts mehr nach ADHS. Aber gut, wenn man selbst einen rosa Elefanten vor der Nase hat, ist es bisl schwierig, daran vorbei zu schauen - sieht halt vieles ziemlich rosa und elefantös aus Wink
Aber unabhängig davon, wie das Kind jetzt heißt und wann Ihr einen Termin zur Diagnose bekommt (die dauert ja auch ..), Ihr müsst SCHNELL was tun, damit sich das Drama nicht verfestigt und ausweitet.

Sprich mal ausführlich(er?) mit den Lehrern und überlegt, welche Maßnahamen noch getroffen werden könnten, um das Fehlverhalten Deiner Tochter schneller und vor allem sinniger in geordnetere Bahnen zu lenken. Ich glaube, viele Lehrer sind ausgesprochen dankbar, wenn man ihnen (im Zweifel schriftlich) bescheinigt, dass sie auch mal disziplinierend vorgehen dürfen und SOLLEN. Denn sie befürchten (nicht ganz zu Unrecht), dass sie, wenn sie ein Kind auch nur mal etwas lauter ansprechen, sofort die elterliche Anwaltschaft am Hals haben.

Du schriebst, Du wärest mal zum Hospitieren in der Schule gewesen. Finde ich gut und wichtig. Sag, hast Du öfter vormittags Zeit? Hättest Du, wenn das für die Lehrer okay wäre (!) die Zeit und die Gelegenheit, auch öfter mit in der Schule zu sein und Töchterlein kräftig ins Gebet zu nehmen, wenn sie wieder so einen Zores veranstaltet? Ich könnte mir vorstellen, dass die Peinlichkeit, von der Mama coram publico einen ordenttlichen Rüffel zu bekommen, diese Maßnahme effektiv und auch durchaus nachhaltig wirken lässt.

Wie auch immer: Enge und offene Zusammenarbeit mit den Lehrern tut not!
_________________
LG
Ellen
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grünergeist
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Anmeldungsdatum: 21.05.2005
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BeitragVerfasst am: 10.12.2014, 14:07
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Ich glaube, Deine, möglichst dich selbst kritisch hinterfragende, Beobachtung ist hier gefragt: Was kann das Kind tatsächlich nicht, obwohl sie will und was macht sie nicht z.B. aus Widerwillen, weil sie mehr Beachtung oder positive Bestätigungmöchte o.ä..
geistlein konnte wunderbar und schnell aufräumen, sie WOLLTE nicht und hat ziemliche Wutanfälle gekriegt, wenn was nicht nach ihrer Nase ging (das erste Mal im zarten Alter von 14 Tagen). Diese Dickköpfigkeit ergab dann mit der Langeweile und der Reaktion auf die Behandlung in der Schule ein ziemlich schwierige Mischung.
In der ersten Klasse hatte sie richtig schlechte Leerer, sie war sofort in der Schublade, sie sollte am liebsten ADS haben und Medikamente kriegen, damit die Leerer Recht behielten. (Das ist nicht der Normalfall für Schule!!!) Durch die häufige Bestrafung für alles mögliche, (nachdem sie 20 Minuten von einem Älteren geärgert wurde und die Pausenaufsicht nichts tat, schlug sie dann zurück und bekam prompt einen Tadel, sowas in diversen Variationen.) entwickelte sie eine Mentalität, einfach alles zu machen, was ihr in den Kopf kam, es war ja egal, bestraft wurde sie eh. Sie wirkte entschieden verhaltensgestört, für mich war ihr Verhalten auf ihrer kindlichen Ebene aber nachvollziehbar und ich führte viele Gespräche mit ihr darüber, wie sich Verhaltensweisen und Änderungen auf andere auswirken, weil sie das aus dem Verhalten ihrer Umgebung nicht lernen konnte; die anderen Kinder waren durch sie oft genervt und mobbten schnell mit, wie der Leerer das vormachte.
Lehrer konnten mich auch nie von einer "organischen" Störung überzeugen. Wenn ein Zettel kam: "geistlein setzte sich einem Jungen auf den Kopf, dass er keine Luft mehr bekam", war sie mit damals 5 in der Lage, mir zu genau erklären, wie es dazu kam; wenn sie das nicht gekonnt hätte, hätte ich mir mehr Sorgen gemacht.
Nach Schulwechsel mit netter konsequenter Lehrerin besserte sich das Verhalten.
Darum bist du gefragt, rauszukriegen, ob sie versucht, ihr Verhalten zu steuern und es nicht schafft, oder ob sie es aus diversen kindlichen Gründen auch gar nicht versucht. Ich hoffe, sie kann mit dir sprechen, wie sie sich fühlt, was was so auslöst in ihr, das ist gar nicht so einfach, insbesondere, wenn sie weiß, dass ihr Benehmen als "schlecht" eingestuft wird.
Jetzt habe ich einen halben Roman geschrieben, aber ich erinnere mich gut, wieviel Sorgen ich mir damals gemacht habe, wie sich das Kind so entwickeln wird und hätte am liebsten gleich den Knopf gefunden, der das ändert.

Füller hat sie in Ihrer Grundschulzeit auch einige geschrottet, die Federn quasi gefaltet, da gibt es aber auch Qualitätsunterschiede, mein alter Schulfüller hat gehalten. Ich würde es erstmal mit Tintenroller versuchen, geistlein kam dann ganz gut mit so einem verbeulten Schreiblernfüller zurecht, das wurde auch langsam besser mit dem krampfigen Schreiben.
_________________
Falls Freiheit überhaupt irgend etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen. [George Orwell]
grünergeist
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ripley



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 15.05.2010
Beiträge: 912
Wohnort: RLP

BeitragVerfasst am: 11.12.2014, 08:44
BeitragTitel:
Antworten mit Zitat

Zitat:
Wenn ein Zettel kam: "geistlein setzte sich einem Jungen auf den Kopf, dass er keine Luft mehr bekam", war sie mit damals 5 in der Lage, mir zu genau erklären, wie es dazu kam; wenn sie das nicht gekonnt hätte, hätte ich mir mehr Sorgen gemacht.


Grünergeist, es tut mir leid, aber da mag ich nicht mit Dir konform gehen.

Ich bin nun wahrlich kein besonders friedfertiger oder in sich ruhender Mensch. Und ich kann mir tatsächlich ohne größere Probleme eine ganze Reihe Gründe und Ereignisketten vorstellen, die dazu führen, dass ich mich liebend gerne jemandem auf den Kopf setzen würde (oder dem Nachbarn eine Mülltonne überstülpen, oder den Hund mit den Ohren an den nächsten Baum nageln, oder, oder, oder).

In der Tat sind mir solche Vorstellungen alles andere als fremd; zuweilen finde ich sie auch ausgesprochen befreiend.

Ich kann mir aber keinen Grund vorstellen, der ein derartiges tatsächlich an den Tag gelegtes VERHALTEN rechtfertigt.
_________________
LG
Ellen
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