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Pinkyball
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.01.2007 Beiträge: 23
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Verfasst am: 03.05.2007, 08:30
Titel: Meine Große hat sich total verändert! |
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Hallo zusammen,
meine Tochter (6 Jahre alt) ist in der 1. Klasse. Sie kann jetzt lesen und will die Schreibschrift lernen, weil ihr die Druckschrift zu langweillig ist, Kopfrechnen ist nicht ihre Stärke. Sie ist oberpingelig und alles muss in Schönschrift geschrieben werden.
Jetzt zu meinen bzw. unseren großen Problem. Seit ein paar Wochen weint mein Kind bei jeder Kleinigkeit im Unterricht. Sie selber erzählt mir, dass ihr die Klasse zu laut ist und ich weiß, dass sie aufgrund ihrer weinerlichen Art der Spielball für jede Hänselei ist.
Ich habe jetzt schon versucht anhand von Rollenspielen zuhause ihr Selbstbewußtsein zu stärken, aber sie kann es in der Schule nicht in die Praxis umsetzen.
Mit der Lehrerin habe ich auch schon gesprochen, aber diese kann oder will (ich weiß es nicht) nichts machen.
Ich mache mir extreme Sorgen um meine Große, weil sie langsam auch schon zuhause "dicht" macht und niemanden an sich heran läßt, damit meine ich, dass sie sich ihre Gefühle nicht anmerken lassen will und sie sich auch so gut wie nie mündlich beklagt - mit der Ausnahme, dass sie bei mir "zusammenbricht" und weint!
Was kann und soll ich bloß nur tun.
Danke!
Viele Grüße
Susanne |
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SabSab Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.03.2005 Beiträge: 583
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Verfasst am: 03.05.2007, 20:20
Titel: |
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Hallo Susanne,
ich bin sicher nicht die Richtige, Dir zu antworten, denn ich habe drei Jungs und kenne mich mit Mädchen und ihren Reaktionsformen nicht so aus.
Aber mir fallen spontan ein paar Fragen ein:
Hat sich Deine Tochter schleichend verändert oder kam das recht plötzlich? Hintergrund der Frage ist, ob es einen Vorfall in der Schule gegeben haben könnte, der sie so verunsichert hat und über den sie so von sich aus nicht reden möchte?
Wie sieht es mit Freundinnen in der Klasse aus? Trifft sie sich auch nachmittags mit anderen Kindern? Oder ist sie eher eine Einzelgängerin?
Wie war es früher im Kindergarten? Hatte sie schon immer Probleme mit dem Selbstbewusstsein?
Vielleicht schreibst Du noch ein wenig mehr über Deine Tochter?
Liebe Grüße
Sabine |
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Island
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.03.2007 Beiträge: 205 Wohnort: BW
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Verfasst am: 03.05.2007, 21:13
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Hallo Susanne,
ich kann Dir nur schwer raten, will Dir mal mitteilen wie es bei uns war.
Unsere Maus hat uns vor einem Jahr ungefähr öfters mitgeteilt das die Schule langweilig ist. Wir haben es gehört sind aber nicht weiter darauf eingegangen weil sie als Kann-Kind (12/99) eingeschult wurde. Rückfragen bei der Lehrerin ergab, alles im grünen Bereich. Kind ist gut integriert und keine Auffälligkeiten.
Ab Ostern bekamen wir massive Probleme mit den Hausaufgaben. Was vorher so 15 Minuten dauerte waren plötzlich Nachmittagsfüllende Programme. Sie wollte nicht mehr zu ihren Klassenkameradinnen zum spielen, weil die waren alle zickig.
Nach den Pfingstferien kam es dann dick. Das Kind wollte nicht mehr allein zur Schule gehen, nicht mehr allein zum Schach, raus ging auch nicht. Selbst während unserer Anwesenheit bekam sie Angstzustände und begann zu weinen weil die Sirene anging, der Schwimmmeister laut sprach. Zu der Zeit begannen in der Klasse die Übungen für das Programm der Schulaufnahmefeier der neuen 1. Klasse.
Am dritten Tag der Proben fing das Kind an zu spucken, verweigerte die Schule. Als die Klassenleiterin den Klassenraum verließ brach sie in Tränen aus. Es ging nichts mehr. Das Kind bestand nur noch aus Angstzuständen. Der Zustand blieb und bis zu den Sommerferien erhalten.
Es waren Ferien und unserem Kind ging täglich besser. Die Probleme nahmen schlagartig ab. In den Ferien besuchte sie zahlreiche Ferienveranstaltungen und bekam kräftig Futter für den Kopf. Das Selbstbewußtsein stieg und ihr ging es gegen Ende der Ferien echt prima.
Erste Schulwoche im neuen Schuljahr und wir waren wieder da wo wir Wochen vorher aufgehört hatten. Darauf schaltete ich die Beratungslehrerin ein.
Nur wenige Schultage später saß das kleine Kind in der 3. Klasse und fühlte sich gut. Ihre Alte Klassenlehrerin war dagegen weil es das Kind nicht schaffen könne so labil wie sie war. Wir begingen trotz Alter, trotz Angstzuständen usw. die Flucht nach vorn. Von dem Tag an als sie jetzt 3 Klässlerin wurde, sind alle negativen Begleitumstände wie Kopfschmerzen, Spucken, Angstzustände... verschwunden. Wir haben wieder unsere kleine lustige, zufriedene "Kleine".
Im nachhinein ist uns klar geworden wie arg sie unter dem Alltag in der alten Klasse gelitten hat. Sie hat es in der Schule perfekt überspielt bis sie auch dort zusammen gebrochen ist, weil sie es nicht mehr ertragen konnte.
Im übrigen die Langeweile ist wieder da, aber die Themen ändern sich jetzt schneller und so kann sie es noch ertragen. Wir werden sehen was die Zeit noch bringt. Jetzt geht es ihr wieder gut und das rechtfertigt für uns die Entscheidung das Kind springen zu lassen. Sie mischte im übrigen in der neuen Klasse von Anfang an in der Oberliga mit.
Vielleicht hilft es Dir eine andere Seite an eurem Problem zu entdecken.
Gruß
Island |
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Pinkyball
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.01.2007 Beiträge: 23
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Verfasst am: 04.05.2007, 08:56
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Hallo Island, hallo Sabine,
lieben Dank für eure Antworten.
@Sabine
Meine Tochter zu beschreiben ist sehr schwer. Sie kommt mir manchesmal vor, als habe sie zwei Gesichter. Das fröhliche Gesicht zu hause und das angepasste, traurige in der Schule.
Leider hat meine Tochter keine Freunde. Sie ist eine Einzelgängerin und ihr reicht eigentlich nur eine Freundin.
Selbstbewußtsein hat meine Große nur in den Bereichen, die sie gut beherrscht und Erwachsenen gegenüber. Mir ist letzt auf dem Spielplatz augefallen, dass sie sich sehr stark zurückzieht, wenn eine große Gruppe (Cliquencharakter) von Kindern dazukommt - mit einzelnen kommt sie zurecht.
@Island
In manchen Punkten erkenne ich in deiner Tochter auch meine. In der Schule wissen die Förder/Beratungslehrerin sowie Klassenlehrerin, dass meine Tochter den anderen Kindern voraus ist, aber ich bekomme in den Bereich keine Unterstützung - es heißt ich solle sie alleine fördern!
Meine Tochter isst sehr schlecht, schläft sehr schlecht ein und "klagt" seit kurzem über Kopfschmerzen. Ich werde dies bzgl. mal den Kinderarzt aufsuchen.
Liebe Grüße
Susanne |
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Biene Maja Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 656 Wohnort: Augsburg
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Verfasst am: 04.05.2007, 11:08
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Hallo Susanne,
wie stellt sich die Schule denn das vor? Du sollst zu zuhause fördern? Das tut man doch sowieso.
Wie geht es ihr denn, wenn sie schwierigere Aufgaben zu machen hat? Gehen die besser oder verweigert sie dann?
Mein großer (inzwischen 8. Klasse) hatte in der GS massive Langeweileprobleme, die sich auf sehr ähnliche Art und Weise wie bei deiner Tochter geäußert haben. Wenn es ihm in der Schule langweilig war hat er in der Schule super-angepasst und zum Teil total blockiert reagiert (konnte auf einmal die Zahlen auf dem Zahlenstrahl nicht mehr einordnen obwohl er es mit 3 Jahren locker konnte, schrieb Zahlendreher,...) und zuhause zunehmend aggressiv. Sobald er wenigstens für 1 oder 2 Stunden am Vormittag schwierigere Aufgaben zu erledigen hatte war der Tag gerettet. Nur welcher Lehrer schafft das jeden Tag? Bei uns brachte erst ein Sprung Besserung und ich hatte meinen ausgeglichenen leistungsstarken und -willigen Jungen wieder. Vorher saß er in der Klasse und hat bei jeder Gelegenheit das heulen angefangen, danach war er glücklich und hat schwächeren Mitschülern geholfen.
Ich denke, ich würde bei deiner Tochter trotz der Einstellung der Schule die Flucht nach vorn anzutreten. Vielleicht kann sie versuchsweise oder für einzelne Stunden in der höheren Klasse hospitieren?
Schlafprobleme und auch die Kopfschmerzen hören sich für mich nach psychosomatischen Beschwerden an und ich befürchte, dass der Kinderarzt da auch nicht sehr viel machen kann. Bei uns am Ort schickt mir unser Kinderarzt immer wieder mal Kinder in meine Praxis um den Stress der dahinter steckt zu bearbeiten (und zu löschen).
Lass dich nicht unterkriegen
Liebe Grüße
Conny  _________________ Ein Tag ohne ein Lächeln ist ein verlorener Tag
Biene Maja |
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Pinkyball
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.01.2007 Beiträge: 23
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Verfasst am: 04.05.2007, 14:20
Titel: |
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Hallo Conny,
danke für deine Antwort.
Fördern heißt für die Klassenlehrerin und Förder/Beratungslehrerin meiner Tochter Lernhefte zu kaufen, meine Tochter soll CD hören und gleichzeitig dazu lesen usw.
Meine Art von Fördern ist, sie in dem zu bestärken, was zu macht. Wenn sie die Schreibschrift lernen will, zeige ich ihr diese, meine Tochter wollte lesen und ich habe mich mit ihr hingesetzt und ihr zugehört, ich gehe mit ihr, wenn die Zeit da ist, ins Planetarium oder dem Mitmachmuseum, und natürlich dem Spielplatz.
Manchesmal mag sie es gerne schwierige Aufgaben zu erledigen, manchesmal nicht. Es hängt auch oft von der Tagesstimmung (Schulalltag) ab. In den Ferien ist sie für Aufgaben eher zu haben.
Nein, unterkriegen lasse ich mich nicht. Es tut gut, mit euch darüber zu sprechen.
Danke!
Liebe Grüße
Susanne |
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Biene Maja Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 656 Wohnort: Augsburg
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Verfasst am: 04.05.2007, 20:14
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Hallo Susanne,
ich habs mir fast gedacht, dass es manchen sicherlich vorallem langweiligen Schultagen auch nicht wirklich klappt mit extra-Aufgaben.
Ich erinnere mich noch mit Schrecken, dass ich in der 3. Klasse meines Großen immer schon den schrecklichen Donnerstag fürchtete. Nach 2 Stunden Handarbeiten noch ne Stunde Religion, Sport und dann Deutsch und Mathe.
Wenn er nach diesem Tag zuhause war schaute er mich mit Augen an, als hätte er den ganzen Vormittag durchgesoffen oder gekifft. Er war kaum ansprechbar, sinnvolle Antworten waren den ganzen Tag kaum zu erwarten. Hausis dauerten ewig und waren voller Fehler. An Tagen wo er in der höheren Klasse schnuppern durfte und auch dann für beide Klassen Hausis machte war er fröhlich, gutgelaunt und ehrgeizig (vor allem bei den schwierigen Aufgaben ).
Was sagen die (Unter-)F(o)örderlehrer denn dazu, wenn man ihnen erzählt, dass das was in deiner Macht steht allein leider nicht ausreicht? Es ist doch Sache der Schule alle Kinder zu fördern wie sie es brauchen. Wie können sie es da verantworten, dass sich deine Tochter viele Vormittage langweilt?
Ich bleibe dabei, ich würde versuchen, sie weiterzubringen, dass sie in einer höheren Klasse schnuppern darf. Vielleicht sehen sie dann, was sie so nicht glauben wollen oder können. - Dass sie unterfordert ist.
Liebe Grüße
Conny  _________________ Ein Tag ohne ein Lächeln ist ein verlorener Tag
Biene Maja |
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wombat

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.03.2007 Beiträge: 324 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 06.05.2007, 20:20
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Hallo,
im Großen und Ganzen haben die Vorredner es schon auf den Punkt getroffen, den ich auch gern etwas vertiefen möchte.
Es nützt nicht viel zu Hause "für den Fall" in der Schule zu üben.
Ich habe so einen Sohn ( 1 Kl), dessen Selbstbewußtsein ist sehr wenig vorhanden, deshalb traut er sich nichts zu in der Schule.
Ich finde es so traurig, wenn er deshalb zu Hause weinend zusammenbricht. Der Lehrer sagt er bleibt weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Deshalb wäre es für ihn nicht wirklich gut zu springen: Neue Kinder, die Fragen, sich behaupten müssen, zurechtfinden, warm werden- alles nicht seine Stärken.
Aber es muss in der Schule daran gearbeitet werden.
Oder eben doch springen.
Solche Kinder können den Mut, oder die durchsetzende Kraft, noch nicht mal mit ihren Geschwistern üben.
Eine Pädagogin im Gymnasium, hat mit mir lange über einen möglichen Sprung meiner früheingeschulten Tochter gesprochen.
Die Aussage war sehr klar: Wenn der Vormittag langweilig ist, kann man das mit dem spannendsten Programm am Nachmittag nicht wieder gut machen.
Wir sind nicht gesprungen, wir haben die GS gewechselt.
Es war die erste Zeit besser mit der Langeweile.
Aber wie macht man ein kluges Kind selbstbewußter?
Wie entlockt man ihm seine Fähigkeiten?
Besser: wie bringt man so einem Kind bei, dass es sich in der Schule wohlfühlen kann?
Ich habe so lustige Arbeitskärtchen mit Rätselaufgaben für ihn gekauft und einfach in die Schutasche gepackt:)
Die heissen:Schon fertig?Und was jetzt? Von Bartel, Almuth.
Viele mitleidige Grüße
wombat |
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Pinkyball
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.01.2007 Beiträge: 23
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Verfasst am: 09.05.2007, 09:03
Titel: |
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Hallo zusammen,
entschudigt, dass ich mich erst heute wieder melde aber mein Kleiner lag mit einer Virusinfektion im Bett!
@Biene Maja
Hallo Conny,
das ganz große Problem bei meiner Tochter ist, dass sie sich in der Schule (Klassenlehrerin) nicht beklagt, wenn ihr langweillig ist. ...und die Förderlehrerin steht auf dem Standpunkt, dass man die Kinder zuhause fördern soll - sprich ich als Mutter bekomme in dieser Schule keine Unterstützung.
@Wombat
Hallo Wombat,
mein Mann und ich sind auch am Überlegen, ob wir die Schule wechseln, denn für einen Sprung bräuchte meine Große die Unterstützung von den Lehrern und ich bezweifel, ob sie diese dort bekommen wird - dies ist mir in den letzten Tagen, nach langen Überlegungen bewußt geworden.
Ich werde euch in den nächsten Wochen, (in ca. 10 Wochen ist das 1. Schuljahr beendet), auf den Laufenden halten, was ich schulisch verändern kann bei meiner Großen.
Noch einmal lieben Dank an euch alle und bis dann
Susanne |
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sun Queen of yellowpress, Sponsor

Anmeldungsdatum: 03.03.2005 Beiträge: 2614 Wohnort: Rheinland
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Verfasst am: 09.05.2007, 09:52
Titel: |
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| wombat hat folgendes geschrieben: |
Ich habe so lustige Arbeitskärtchen mit Rätselaufgaben für ihn gekauft und einfach in die Schutasche gepackt:)
Die heissen:Schon fertig?Und was jetzt? Von Bartel, Almuth. |
Guter Tipp, die werd ich auch mal bestellen! _________________ LG sun mit Naseweiß (*3/9 , PeterPan (*6/99) und TigerLily (*6/05) |
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