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Sarah

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.05.2007 Beiträge: 43
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Verfasst am: 26.05.2007, 08:51
Titel: Hilfe- Mein Kind kann sich nicht von alten Sachen trennen! |
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Hallo ihr !
Kennt ihr das von euren Kindern auch?
Bei meinem Sohn ist es jedes Mal wieder ein Drama, wenn wir sein Zimmer ausmisten wollen. Er kann sich einfach von nichts trennen. Ob das nun Spielzeug ist, was eigentlich für Kleinkinder gedacht ist und wo er jahrelang nicht mehr gespielt hat oder Bilder, die er in Kartons stapelt und wo einige wirklich nur krickelakrack sind, er gibt freiwillig nichts her, alles scheint für ihn unentbehrlich. Selbst kaputte Sachen kann er immer noch irgendwie ganz dringend gebrauchen, ob das nun Autos ohne Räder oder Figuren mit abgebrochenen Beinen sind, nein, Marlon braucht das noch! Und wenn man mit ihm drüber diskutieren will, dass man irgendwann einfach auch mal wieder Platz für neue Dinge braucht, dann endet das Gespräch meist tränenreich. Und sammeln tut er wirklich auch alles. Ob das schöne Steine sind, die er draußen gefunden hat oder Gummibänder, mit denen der Spargel zusammengebunden war, Marlon will das unbedingt behalten und hortet es in seinem Zimmer. Dementsprechend sieht es in seinem Zimmer mittlerweile echt wüst aus, die Regale quellen über .
Jüngstes Beispiel: Wir haben Marlon einen neuen Schreibtisch gekauft, den wir heute abholen werden. Sein alter Schreibtisch stammt noch aus meiner Jugendzeit und ist eigentlich viel zu klein, hat auch nur zwei ganz kleine Schubfächer und sieht schon reichlich zerkratzt aus. Marlon hat sich jetzt auch wirklich schon sehr auf den neuen gefreut, bis er auf einmal die Frage stellte: "Muß ich denn dann meinen alten dafür abgeben?" Klar habe ich ihm erklärt, dass für den alten dann ja gar kein Platz mehr in seinem Zimmer ist und der neue ja viel schicker ist und man viel mehr Dinge in ihn reinbekommt. Nein, das war zuviel des Guten, seitdem freut Marlon sich nicht mehr auf den neuen Schreibtisch, er möchte lieber seinen alten Lieblingsschreibtisch behalten .
Vor einiger Zeit habe ich einfach mal einen Karton genommen und Marlon erklärt, dass wir nun mal sein Zimmer ausmisten, was schon mal eine Weltuntergangsstimmung in ihm hervorrief . Ich mußte ihm wirklich jedes Teil, was in den Karton kam, abschwatzen und lange Diskussionen mit ihm darüber führen. Naja, den Karton haben wir ungefähr halbvoll bekommen, ich stellte ihn dann blöderweise über Nacht in unseren Abstellraum und siehe da, am nächsten Tag war nur noch die Hälfte von dem, was wir aussortierten, in dem Karton. Marlon hatte den Rest inzwischen doch wieder in sein Zimmer verfrachtet, da ihm einfiel, dass er dieses und jenes doch noch dringend bräuchte !
Ich könnte hier jetzt noch seitenweise weiterschreiben, tut so gut, sich mal auszulassen , aber kennt ihr das auch? Gibt es hier noch mehr Ich-brauche-alles-und-will-nichts-wieder-hergeben-Kinder?
Danke fürs Zuhören.
Lieben Gruß und schönes Pfingstwochenende
Sarah |
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Silvers

Anmeldungsdatum: 26.03.2005 Beiträge: 179 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 26.05.2007, 09:04
Titel: Re: Hilfe- Mein Kind kann sich nicht von alten Sachen trenne |
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| Sarah hat folgendes geschrieben: |
| ... , aber kennt ihr das auch? Gibt es hier noch mehr Ich-brauche-alles-und-will-nichts-wieder-hergeben-Kinder? |
Wieso Kinder? Ich mag auch nichts wegtun, wenn es nicht sein muss
In meiner Kindheit war es praktisch, da hatten wir einen großen Speicher. Wenn dann die Sachen auf den Speicher kamen, dann waren sie ja nicht ganz weg und man konnte sich hin und wieder etwas zurück ins Kinderzimmer nehmen oder eben auf dem Speicher mit den alten Sachen spielen. Leider wollte mein Mann bei uns das Dachgeschoss ausbauen, aber ein Speicher, um Sachen dort abzustellen, hätte mir echt besser gefallen, als der Keller
Habe kürzlich von Axel Brauns 'Kraniche und Klopfer' gelesen. Da kam ich echt ins Grübeln. (Aber ich weiß nicht, wie alt dein Sohn ist, ab ca 12 Jahre kann man das schon empfehlen.) Naja, ganz so schlimm siehts bei uns nicht aus, der Boden ist meist gut begehbar, und hin und wieder wandert auch mal etwas auf den Sperrmüll. Da wäre noch ein kleiner Schreibtisch ... zum Basteln gut geeignet und für den Keller vllt noch etwas zu schade ... steht nun im Wohnzimmer ... |
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NinaHH Sponsor 2010/2011
Anmeldungsdatum: 24.01.2007 Beiträge: 1033 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 26.05.2007, 12:07
Titel: |
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Hallo Sarah,
ich kenne das auch (ja, auch von mir - ein bisschen. Aber wenn ich dann erstmal in Ausräumwut bin, flutscht es richtig gut ).
"Mama, Du bist gemein, weil Du IMMER ALLES wegschmeißen willst!!!"
Ich mache manchmal heimlich meine Runde und sortiere aus, packe alles in eine Tüte und stelle das oben in den Kellerschrank. Wenn ein halbes Jahr nicht danach gefragt wird, kommt es weg.
Oft geht es ganz gut, wenn andere Kinder in den Genuss kommen: Das ist für die Cousine, das für den Cousin und dann suchen wir noch etwas für die Kinder aus, deren Eltern kein Geld für Spielzeug haben (der Kindergarten hat mal eine solche Sammelaktion in Zusammenarbeit mit einem entsprechenden Institut gemacht).
Und ich habe auch schon - z.B. bei Zetteln und Bildern - die 3-Kisten-Variante durchgeführt: eine für "Behalten", eine für "Mal sehen" und eine für "kann weg". Und habe ihr gesagt, dass die "kann weg" nicht kleiner gefüllt sein soll als die anderen beiden. Dabei hilft mir aber, dass meine Große selbst sehr systematisch ist und zwar einerseits gerne hortet, andererseits aber ein aufgeräumtes Zimmer schätzt.
Bei Bildern hilft es auch, wenn ich selbst die sammle ("ich möchte die schönen Bilder gern aufbewahren"). Ich schreibe Namen und Datum drauf und es kommt in eine große Kiste. Wenn die mal voll ist, werde ich die schönsten bzw. interessantesten behalten und der Rest kommt eben weg, dann ist das aber schon lange genug her, dass es den Kindern nicht mehr weh tut (bzw. sie müssen es ja nicht mitbekommen...).
An Deiner Stelle würde ich jetzt wirklich sagen, mehr Platz ist nicht, in diesem Zimmer kann man sonst nicht mehr gehen, ohne sich weh zu tun und wenn möglich für alles einen Platz suchen. Und dann muss eben für alles neue, etwas altes hergegeben werden (das heißt aber auch, dass der neue Schreibtisch dann wohl noch nicht untergebracht werden kann ). Ob das funktionieren könnte kannst Du natürlich selbst am besten beurteilen, vielleicht sind meine beiden "Fälle" etwas weniger extrem...
Viel Erfolg bei der Überzeugungsarbeit
wünscht Nina |
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Synkopia Sponsor 2010/2011

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.03.2007 Beiträge: 1496 Wohnort: Nord-Württemberg
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Verfasst am: 26.05.2007, 21:35
Titel: Re: Hilfe- Mein Kind kann sich nicht von alten Sachen trenne |
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| Silvers hat folgendes geschrieben: |
aber ein Speicher, um Sachen dort abzustellen, hätte mir echt besser gefallen, als der Keller
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Tja, unser Keller ist auch schon ziemlich voll .
In den Kartons auf dem noch nicht ausgebauten Speicher, sind natürlich nur Dinge, die wir ganz sicher noch brauchen!
Liebe Grüße an alle Platzmangelgeplagten (liegt doch am Platzmangel, oder?) _________________ Synkopia mit Tochter (*7/95), Sohn (*4/97), Tochter (*6/99) und Sohn (*9/04) |
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clementine
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.03.2007 Beiträge: 1393 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 27.05.2007, 17:07
Titel: Bäumchen wechsele dich.... |
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Hallo Sarah,
kennen tu ich das auch - gleich zweimal ... göga UND sohn sind hier die Messies
bei Sohn räum ich ehrlich gesagt heimlich aus und ich sag auch nix.... ich werf´s nicht weg, es kommt in den Keller. Meist fragt er dann auch nicht mehr danach. Wenn ja, dann gibts eine Art Tauschgeschäft...
Versuche, mit ihm gemeinsam auszumisten enden genau wie bei Euch - er kann ALLES brauchen und will noch mit allem spielen - selbst mit den Babyrasseln . Letztendlich fliegt aber die Hälfte davon doch nur rum, wird aus den Regalen gezerrt und das wars.... und deshalb mach ichs inzwischen auch heimlich
lg _________________ clementine mit Sohn 9/03 und Tochter 6/07
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Wenn die Klügeren immer nachgeben, geschieht nur das,
was die Dummen wollen.
Albert Einstein |
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jutta Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2005 Beiträge: 4602 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 27.05.2007, 19:10
Titel: |
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Da mein Sohn auch gern aufhebt, was man irgendwann mal gefunden, geschenkt bekommen oder selbst gekauft hat, habe ich nach der Heimlichaufräumzeit wie bei verschiedenen von euch eine neue Strategie angefangen.
Wenn seine Kiste (DIN A4 Größe) "voll" ist, darf er sich daraus ein paar Sachen aussuchen, die er wirklich noch braucht. Letztens waren es 10 Sachen. Der Rest kommt weg. Ich erhoffe mir davon, dass er lernt, sich zu trennen und Kategorien für seine Sachen findet. Die ganzen Ü-Eier-Figuren z. B. sind solange interessant, bis sie das erste Mal aufgebaut und weggeräumt sind. Das kann er noch nicht so ganz, er hat statt 10 Dinge ungefähr 20 rausgesucht, aber zum Schluss waren es 10. Und es gab kein Wort später darüber, dass er sich vertan hätte oder irgendwas doch vermisst.
Mit 8 Jahren denke ich, kann ich das schon langsam erwarten bzw. aufbauen.
Vorher wäre es sicher auch zu früh gewesen, er ist eher der Typ "Ritualebenötiger". Alles was er kennt, gibt Sicherheit. Neues wird schonmal misstraurisch beäugt und beobachtet, bevor es Einzug in sein Leben halten darf.
Ist das bei euch auch so?
LG Jutta _________________ Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99) |
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Sarah

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.05.2007 Beiträge: 43
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Verfasst am: 27.05.2007, 20:43
Titel: |
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Hallo,
toll, dass hier so viele geantwortet haben und es anscheinend mehreren so geht wie mir.
| jutta hat folgendes geschrieben: |
Vorher wäre es sicher auch zu früh gewesen, er ist eher der Typ "Ritualebenötiger". Alles was er kennt, gibt Sicherheit. Neues wird schonmal misstraurisch beäugt und beobachtet, bevor es Einzug in sein Leben halten darf.
Ist das bei euch auch so?
LG Jutta |
Jepp, genau dies trifft auch auf meinen Sohn zu. Manchmal glaube ich, dass es damit zusammenhängt, dass wir bis vor drei Jahren mit meiner Schwiegermutter zusammen in einem Haus gelebt haben, wir wohnten oben, meine Schwiemu unten, dass war für meinen Sohn immer toll, dass er jederzeit seine Oma besuchen konnte. Meine Schiegermutter ist dann in einen 10 km entfernten Ort gezogen und wir in ein eigenes Haus. Diese Trennung hat Marlon damals (da war er vier, jetzt sieben Jahre alt) sehr schlecht überwunden, es gab noch ein Jahr später oft tränenreiche Abschiede von Oma, wenn wir sie besuchten. Und selbst heute noch redet er oft davon, dass es mit Oma zusammen in einem Haus viel schöner war und er gerne wieder zurückziehen würde, obwohl wir jetzt viel mehr Platz haben. Aber ich frage mich wirklich, ob es damit zusammenhängt, dass Marlon sich von Dingen schlecht trennen kann und alles "zusammenhalten" will. Aber vielleicht interpretiere ich auch zuviel in die Sache hinein??
Gestern hatten wir einen sehr stressigen Tag, wir haben den Schreibtisch abgeholt und haben bei Ikea noch Wandregale etc. gekauft und dann nachmittags das Kinderzimmer umgeräumt, jetzt hat er wenigstens mehr Platz, seine Sachen aufzubewahren . Ein kleines bißchen durfte ich sogar mit seiner Genehmigung noch aussortieren, ein paar Bilder und ein paar kaputte Sachen, die wirklich unbrauchbar sind. Der alte Schreibtisch steht jetzt erstmal bis zum nächsten Sperrmüll in der Garage, da kann er ihn wenigstens noch besuchen gehen .
@ Clementine: Ja genau, das meine ich. Marlon hat wirklich zum Teil noch richtiges Babyspielzeug, damit spielt er nie, aber hergeben will er es auch nicht. Hinzu kommen noch ca. 30-40 Kuscheltiere, die er sammelt, wenn auch nur eins davon weg sollte, das wäre ein Riesendrama.
@ Nina: Das mit dem Abgeben an kleinere Kinder haben wir auch schon öfters versucht. Zum Beispiel haben wir letztes Jahr dem zweijährigen Sohn meiner Freundin Marlon`s Fisher-Price-Bauernhof gegeben, da Marlon da eh schon lang nicht mehr damit spielte und das Ding nur noch ein Staubfänger war. Nach einer kurzen Diskussion war Marlon dann auch bereit, den Bauernhof abzugeben, denn der zweijährige konnte sich bei uns mit dem Ding stundenlang beschäftigen. Als Marlon dann abends ins Bett ging, war er auf einmal dann doch sehr weinerlich und bettelte, dass wir den Bauernhof am nächsten Tag doch wieder abholen sollten , ich habe dann mit ihm ausgemacht, dass wenn der Sohn meiner Freundin irgendwann auch zu groß für den Bauernhof ist, er ihn wiederhaben kann. Noch heute fragt er ab und zu, wann das endlich sein wird.
Aber das mit dem heimlichen Aussortieren und erstmal für ein halbes Jahr wegstellen ist ein guter Tipp, das werde ich auch mal ausprobieren. Denn heimlich aussortieren und dann ganz wegzugeben, wäre mir dann doch etwas zu gewagt, falls er es bemerkt und dann ein Riesentheater macht. Denn einen Standpunkt vertritt Marlon ganz heftig: "Das ist mein Zimmer und ich alleine darf entscheiden, was mit meinen Sachen und meinem Zimmer passiert". Das ist ihm sehr wichtig und er lässt auch keinen Anlass aus, mir diesen Standpunkt mitzuteilen . Er hat ja auch Recht, denn er soll das Zimmer ja auch sauber halten (im Sinne von aufgräumt) und trägt die Verantwortung.
Der Tipp mit der 3-Kisten-Variante ist auch gut, dass werde ich nächstes Mal ausprobieren.
@ Silvers: Marlon ist sieben Jahre alt. Was ist denn Axel Brauns 'Kraniche und Klopfer' genau?
Liebe Grüße
Sarah |
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Silvers

Anmeldungsdatum: 26.03.2005 Beiträge: 179 Wohnort: NRW
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