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jutta Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2005 Beiträge: 4602 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 28.05.2007, 22:41
Titel: Schulwechsel doch nicht gut gewesen? |
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Hallo!
Ihr kennt ja meine Geschichte, bzw. die meines Sohnes. Eigentlich haben wir ja auch keine wirklichen Probleme.
Sohni ist seit Januar in der freien Montessorischule.
Letzte Woche fragte mein Mann mehr nebenbei, was er denn nun seitdem so gelernt hat. Da kam ich ins Grübeln. Was hat er in 5 Monaten getan? Ich zähl mal auf, was ich mitbekommen habe:
- er hat sich die Bruchrechnung angesehen (weil ich zur Hospitation dabei war)
- er hat die Fahrradprüfung von Lük bearbeitet
- er kommt mit dem 1x1 gut klar
- er baut viel mit Steckwürfeln und Kaplabausteinen
- er hat die Wortarten angefangen (Nomen, Numerale, Adjektive)
- er hat die Bundesländer, Kontinente und Länder von Asien, Europa und Amerika kennengelernt ( als Puzzle, die Namen der Länder kennt er noch nicht, ausser den Bundesländern)
- er geht schwimmen (seit 4 Wochen) und macht Sport mit
- er hat Religionsunterricht verpflichtend
- Kunst und Musik fehlen, weil er sich zu den Kursen nicht eingetragen hat
Ist nicht grade viel, oder? Nun frag ich mich, ob er nicht doch mehr Druck braucht. Und ob er den dort bekommen kann, in Form einer verbindlicheren Planung der Woche. Wobei die Verbindlichkeit seitens der Lehrerin für Englisch sehr gering ist, hat sie doch die freiwillige Englisch-AG der 1. + 2. Klässler einfach aufgehört. Keiner weiß warum.
So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Was meint ihr, was würdet ihr tun? Abwarten, bis die 3. Klasse anfängt und beobachten? Dann sollen nämlich jeden Tag mindestens eine Mathe- oder Deutschaufgabe bearbeitet werden. Oder muss ich den Wechsel rückgängig machen? Das möchte ich ungern, Sohni geht gern dorthin.
Bitte um viele Meinungen!
Lieben Gruß von
Jutta _________________ Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99) |
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subu Sponsor

Anmeldungsdatum: 07.03.2005 Beiträge: 2029 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 28.05.2007, 23:05
Titel: |
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Liebe Jutta,
...findest du wirklich, dass das wenig ist?
Er ist doch noch gar nicht lange dort!
Er kommt mit dem 1x1 gut klar? Das ist doch schon mal die halbe Miete für Mathe!
Wortarten? Prima, das haben oftmals Kinder in der Situation noch nicht gehört!
Wie vergleichst du das ? Mit welchem Stand?
Schenk ihm Vertrauen, er wird sicher noch mehr schaffen - und sprich die Lehrerin ruhig an, manche Kidner brauchen auch bei Montessori vor allem am Anfang (und da ist er noch) ein wenig mehr Lenkung!
LG
subu |
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eva Quiz-Gewinnerin

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 1137 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 28.05.2007, 23:10
Titel: |
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Hallo,
ich kenne von den diversen Elternabenden inzwischen ziemlich einhellig diese mehr oder weniger starke Verwirrung der Eltern zu der Frage, was die Kinder eigentlich in der Schule lernen. Andererseits sind die Kinder die ganze Zeit beschäftigt und am Ende haben sie alles "Messbare" gelernt, was andere Kinder auch lernen.
Einen gewissen Überblick bieten die HA - die entsprechen im Wesentlichen dem Üblichen. Trotzdem weiß ich nicht, was sich so während des Vormittags tut. Andererseits - wenn man sich den Lehrplan ansieht, dann ist da eigentlich nicht viel vorgesehen für ein ganzes Jahr, wenn man es aus der Sicht eines Erwachsenen betrachtet.
Wortarten - kann man in 5 Minuten erklären (übrigens lernen sie bei uns neben den 4 oder 5 "verpflichtenden" noch einige andere)
Addition, Substraktion bis 100 - wenn man's bis 30 kapiert hat, ist der Rest simpel
Multiplikation, Division - das ist mal was neues, lässt sich aber auch in einer Stunde erarbeiten....
Was man nicht mitbekommt ist zB: Rechnen im Zahlenraum bis 100.000 statt 100 (steht aber in keinem Heft zum nachlesen), mit dem Material viele Sachen "anreißen", die deutlich später fixiert und automatisiert werden (quadrieren, wurzelziehen), sich mit einem (Sach-)Thema vertieft beschäftigen, intuitives Verständnis fördern...
Mein Fazit: es wird sehr, sehr viel Wert auf Verständnis der Zusammenhänge (Zahlen, Wortarten etc.) gelegt, die Automatisierung aber auch nicht vernachlässigt (aber ev. ein bisschen eingeschränkt). Das Prinzip geht davon aus, dass die Kinder selber wissen, was sie für ihre Entwicklung brauchen. Das führt wohl auch dazu, dass sie das Gefühl haben, dass ihnen nichts "beigebracht" wurde (was ja tatsächlich stimmt) sondern dass sie nur "gespielt" haben. Nach der gleichen Methode haben die Kinder immerhin in 6 Jahren ihre Muttersprache gelernt, einige haben sich schon vor der Schule praktisch die gesamte Grundschulmathematik und den Deutsch-Stoff der ersten Klassen angeeignet...
Ich denke, dass man viel von dem, was sie lernen, einfach nicht klar fassen kann (nämlich das tiefliegende Verständnis), anderes übersieht man einfacht, weil nicht alles in einem chronologisch geführten Heft steht.
Was für mich total verblüffend war, war (bisher 3 mal in verschiedenen Klassen) die Reaktion der Eltern auf die Präsentation des Mathematik-Materials. Jedesmal waren einige Eltern (durch die Bank mit Abi) dabei, die meinten, jetzt einen völlig neuen Blick auf Mathe bekommen zu haben und endlich zu verstehen, was sie immer nur mechanisch angewendet hatten.
Das komische Gefühl kann ich nachvollziehen, allerdings sehe nicht ganz, wo das Problem liegt. Er hat Spaß an der Schule und kann offenbar das, was laut Lehrplan notwendig ist. Im Übrigen kann oder will er nicht klar fassen bzw. erzählen, was er so den ganzen Tag treibt, was vielleicht sogar ein gutes Zeichen ist (wenn man die ganze Zeit das gleiche macht, erinnert man sich eher, als wenn's abwechslungsreich war).
eva |
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UBI

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.03.2007 Beiträge: 270
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Verfasst am: 29.05.2007, 16:06
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Hallo Jutta,
ich habe ja eine Tochter im 2. SJ einer Regelgrundschule. Unsere Schule hat im Mittel ein hohes Niveau. Also: da brauchst du dir nicht allzuviel Gedanken machen.
Mathe: Addition und Subtraktion im Zahlenraum bis 100
1x1 (Automatisierung in NRW nicht mehr vorgesehen, macht der Lehrer Gott sei Dank aber trotzdem); sitzt noch nicht bei allen
Deutsch: Rechtschreibung: Großschreibung von Nomen und am Satzanfang; gängigste Satzzeichen, Konsonantenverdoppelung nach kurzen Vokal, das war's. Wortarten kennen sie: Nomen, Tuwort und Wiewort sowie den Begleiter des Nomens; kleine Bildergeschichten führen so gerade ans Schreiben heran....
Sachkunde: war wenig bislang (Magnete, unser Körper)
Also: wenn er da gerne hingeht, super, da würde ich mich entspannt zurücklehnen.
Gruß
Ubi _________________ Ubi mit C. (Sommer 99)
Jeder nach seinen Möglichkeiten! |
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kerstin4 Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.02.2006 Beiträge: 1814 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 29.05.2007, 16:30
Titel: |
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Hallo,
ich kann mich Ubi nur anschließen.
Jetzt zum Ende des Schuljahres wird noch ein Buch "Der Findefuchs" bearbeitet, das greift dann in Sprache und Sachkunde. Sehr nett gemacht und ein Highlight zum Abschluß.
Das 1x1 sollte im Schlaf sitzen, der 100er Raum beherrscht werden in allen 4 Grundrechenarten und die einfachsten Rechtschreibregeln sitzen.
Gruß Kerstin _________________ auch der längste Weg fängt mit einem einzigen Schritt an
Kerstin4 |
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Alice Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.03.2005 Beiträge: 2419 Wohnort: Bayerisch-Schwaben
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Verfasst am: 29.05.2007, 17:14
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Liebe Jutta,
ich kann verstehen, dass Du unsicher bist. Aber ich glaube auch, Du solltest Dir keine Sorgen machen.
Bei uns in Bayern ist ja noch ein bisschen hin bis zum Schuljahresende, aber es ist ähnlich: Das Einmaleins steht nicht einmal mehr komplett im Lehrplan, also werden sie nicht alle Reihen am Ende können. Addition und Subtraktion im Hunderterraum, ein bisschen Messen und Geometrie.
Deutsch: Einige Lektüren, Nomen und Tunwörter, ein paar Rechtschreibregeln. Erste Geschichten (Bildergeschichte, Beschreibung, bei uns in Form von einem Rätsel "Welches Tier bin ich?")
HSU: Der Igel, die Hecke, Haustiere mit Schwerpunkt "Katze", Thermometer, Kalender und es kommt noch Verkehrserziehung/Fahrrad.
Also nichts wirklich Weltbewegendes.
In dem Thread über die Vergleichsarbeiten stehen ja einige Links zu den Arbeiten in Mathe und Deutsch - wenn Du gerne wissen möchtest, ob er den Stoff der zweiten Klassen (oder sogar den der dritten Klassen) der Regelschulen beherrscht, schau' Dir die Beispiele der letzten Jahre doch einmal an oder lass es ihn sogar machen, wenn er Lust hat.
Wenn ER gerade zufrieden ist und gut mit allem klar kommt, dann würde ich mich an Deiner Stelle doch entspannen und den Dingen ihren Lauf lassen.
Was meinen denn die Lehrer? Die können doch sicher auch eine Einschätzung abgeben?
Liebe Grüße!
Alice |
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jutta Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2005 Beiträge: 4602 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 29.05.2007, 19:43
Titel: |
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Ok. ich bin vielleicht zu anspruchsvoll.
Ich denke, wenn ich als Kind in einer solchen Umgebung hätte lernen dürfen, ich hätte mich voller Neugier und Freude darauf gestürzt. Bei ihm ist es eben nicht so und es wird immer weniger. Manche Sachen (Wortarten) macht er auch nur, weil ich ihm nicht erlaube, 5 Tage die Woche 4 1/2 Zeitstunden nur zu bauen, Fußball zu spielen und mit Würfeln zu hantieren.
Nun ein neuer Gedanke: Kann ein Kind in einer solchen Umgebung unterfordert sein? Weil er immer gedankenverlorener wird, es ist momentan eine echte Herausforderung für mich, ruhig zu bleiben. _________________ Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99) |
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Moffi Sponsor 2010/2011
Anmeldungsdatum: 29.03.2005 Beiträge: 2070
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Verfasst am: 30.05.2007, 08:53
Titel: |
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Hallo Jutta,
ich glaube schon, dass ein Kind auch in einer vorbereiteten Umgebung unterfordert sein kann.
Es kommt doch sehr auf die Lehrer an. Wenn sie ihm das Material nicht erklären, findet er keinen Zugang dazu, dann muss er sich eben mit dem beschäftigen, was er von allein kann - und das ist vielleicht nicht das forderndste. Und wenn er nicht von selbst ankommt und erklärt, dass er das und das lernen will - dann kommt die Lehrerin vielleicht von selbst gar nicht auf die Idee dass er auch schwierigere Dinge bewältigen könnte.
Ich finde das sehr schwierig. Was sagt denn die Lehrerin? Vielleicht muss er einfach nur noch mehr Kraft und Selbstvertrauen tanken, bevor er loslegt.
Zum "Wechsel rückgängig machen": fandest Du es denn an der Regelschule besser?
LG,
Karin |
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UBI

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.03.2007 Beiträge: 270
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Verfasst am: 30.05.2007, 09:28
Titel: |
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Hallo Jutta,
| Zitat: |
Manche Sachen (Wortarten) macht er auch nur, weil ich ihm nicht erlaube, 5 Tage die Woche 4 1/2 Zeitstunden nur zu bauen, Fußball zu spielen und mit Würfeln zu hantieren.
Nun ein neuer Gedanke: Kann ein Kind in einer solchen Umgebung unterfordert sein? Weil er immer gedankenverlorener wird, es ist momentan eine echte Herausforderung für mich, ruhig zu bleiben. |
Eigentlich ist es ja nicht dein Job, die Freiarbeitsthemen zu regeln. Und in der Tat kann er unterfordert sein, wenn er sich nicht abholt, was er braucht, und es ihm keiner anbietet.
Du schreibst aber auch, dass er gerne hingeht. Auch für Montessorischulen gibt es eine Art Zeugnis, in dem der Lernfortschritt festgehalten wird. Was sagen denn seine Lehrerinnen? Wie schätzen sie ihn ein? Vielleicht genießt er gerade mal seine Freiheit? Andererseits: was würde ihn deiner Meinung nach interessieren? Was möchte denn dein Sohn? Wie geht es ihm? Ist er fröhlich und ausgeglichen? Das wäre ja auch so ein Indiz. Inhaltlich reicht das was du beschrieben hast für das 2. SJ. Was ist denn mit Sachthemen?
Gruß
Ubi _________________ Ubi mit C. (Sommer 99)
Jeder nach seinen Möglichkeiten! |
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sun Queen of yellowpress, Sponsor

Anmeldungsdatum: 03.03.2005 Beiträge: 2614 Wohnort: Rheinland
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Verfasst am: 30.05.2007, 10:31
Titel: |
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Hallo Jutta,
an normalen Grundschulen wird in einem Dritteljahr auch nicht mehr durchgenommen... es wird vielleicht öfter wiederholt, aber das war's auch schon...
Ich denke schon, dass es auf den Lerntyp ankommt, inwieweit man eine Montessori-Umgebung wirklich ausnutzt, so wie du es dir vorstellst.
Man sollte meinen, Kinder, die fit im Kopf sind und sich für viel interessieren, arbeiten sich Woche für Woche weiter vor und begeistern sich, an ihre Grenzen zu gehen. Aber du weißt ja selbst, dass Intelligenz nicht zwangsläufig eine Leistungsorientierung mit sich bringt.
Nach deinen Aussagen scheint es ihm momentan gut zu gehen, so wie es läuft. Dich ärgert aber, dass er sein Potential nicht ausnutzt. Hast du auch Bedenken, dass er sich Chancen dadurch verbaut?
Ich glaube schon, dass ein Kind in Freiarbeit unterfordert sein kann. Nicht jedes Kind traut sich an schwere Aufgaben von alleine heran, nicht jedes Kind kommt auf die Idee, dass es fitter als die anderen sein könnte und daher ruhig mal voran machen könnte, und nicht jedes Kind fordert von sich aus. Viele laufen einfach gerne mit und sind froh, ihre Ruhe zu haben.
Ach ich verstehe dich nur zu gut. Auch bei uns war ja immer die Frage, lässt man Sohni durchgammeln, oder kann ihm ein Schubs von außen helfen, zufriedener und ehrgeiziger im Lernen zu werden, ohne dass man das vorher erkennen konnte?
Da beschäftigt man sich jahrelang mit Hb, nur bei den eigenen Kindern ist man ratlos... *seufz*  _________________ LG sun mit Naseweiß (*3/9 , PeterPan (*6/99) und TigerLily (*6/05) |
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jutta Sponsor
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2005 Beiträge: 4602 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 30.05.2007, 16:18
Titel: |
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Ich bin sehr nachdenklich geworden durch eure Kommentare. Ich bin mir nicht sicher, ob es gut weiter geht, aber ich hoffe es doch sehr.
Klar, ich sollte ihm nicht sagen, was er machen könnte (er hat durchaus auch eigene Ideen), aber ich kenne ihn ja gut genug. Sag ich garnichts, macht er garnichts. Und das aber dann mit Hingabe. Unter garnichts verstehe ich zuschauen bei anderen, toben, draußen spielen, werkeln, bauen. Aber eben kein schulisches Material.
Auch zu Hause ist er Minimalist. Aufräumen, Pflichten erledigen, regelmäßig Geige üben, zum Training oder Unterricht gehen ist meist unbeliebt oder schwer, langweilig oder er ist grad krank (Ich habe Kopfschmerzen). Ihm fehlt da einfach Anstrengungsbereitschaft. Was Pflichten angeht, und Schulsachen gehören dazu. Und ich erwarte es einfach. Oder fordere es ein. Sonst wird er ein Faulpelz bleiben. Das kann doch nicht gutgehen.
Die Lehrerinnen beruhigen mich immer. Sie sehen, dass er schnell begreift, viel kann und halten sich ansonsten mit Anforderungen zurück. Heute habe ich mitbekommen, dass er die Reimwörter, mit denen er gespielt hat, aufschreiben sollte. Das hat er nicht gemacht, weil es nicht Bestand des eigentlichen Spieles ist (O-Ton:" Man kann das machen, aber man muss nicht."). Die Lehrerin hat ihm gesagt, dass er es morgen machen müsse. Er drückt sich vor Schreibarbeiten. (Deshalb der leichte Druck von mir)
Gut, ich muss am 14.6. zum Elterngespräch mit Übergabe der Zeugnisse. Ich könnte ja mal fragen, wie sie zur Leistunganforderung sehen. Wenn er nicht einen gewissen Druck fühlt, macht er nichts und das muss er lernen. Sonst geht er in der weiterführenden Schule unter, er macht nämlich grundsätzlich nicht, was andere sagen. Oder nur widerwillig. Seine Autonomie ist da sehr ausgeprägt, damit hatten wir früher viel Stress. Versteht ihr, er braucht gewisse Vorgaben an Leistung, sonst scheitert er. Das ist meine Sicht der Dinge.
Etwas beruhigt, aber noch nicht zufrieden,
eure Jutta _________________ Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles (Goethe)
Jutta
Einstein (3/93) und Napoleon (3/99) |
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subu Sponsor

Anmeldungsdatum: 07.03.2005 Beiträge: 2029 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 30.05.2007, 16:40
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Hi nochmal liebe Jutta,
ich kann dich verstehen, habe auch so zwei eher-Minimalisten.
Sie machen nix, wenn sie nicht müssen - zumindest was mit der Schule zu tun hat.
Aaaaber: auf der normalen Schule sind die Kinder gezwungen, oft blöde oder stupide und wiederholende HA zu machen: da verlieren sie dann ganz die Lust IRGENWAS zu machen!
Ein wenig "Druck" deinerseits kann natürlich ein kleiner Vorteil sein, aber eher sollten die Lehrer ihn ein wenig mehr fordern, z.B. durch Wochenpläne für die Freiarbeit, die sie auf ihn abstimmen: wenn er schnell begreift, bekommt er eben nicht unbedingt mehr Aufgaben an der Zahl, sondern befasst sich mit den trickreicheren - aber völlig ohne Vorgabe ist auch Montessori nicht richtig verstanden, finde ich!
Durch die Pensen, die unser erledigen müssen, stehen sie auch immer wieder einmal ein wenig (oder auch mal mehr) unter Druck - und das ist für meine Kaliber hier gar nicht übel, denn dann fahren sie voll zur Leistung auf!
Wenn DU forderst, könnte er blockieren - sprich mit der Lehrerin über deine Sorge, dass er nicht lernen könnte, sich zu organisieren usw...vielleicht "fruchtet" das mehr, als die Sorge, dein Sohn würde sein Potenzial nicht entfalten!
Liebe Grüße
subu |
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UBI

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.03.2007 Beiträge: 270
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Verfasst am: 30.05.2007, 16:59
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Hallo Jutta,
| Zitat: |
| Die Lehrerin hat ihm gesagt, dass er es morgen machen müsse. |
Das ist ja schon mal ein guter Ansatz. Wenn ihm alles sehr leicht fällt, ist es schwierig, ihn zu Schularbeiten zu verdonnern. Das ist ja gerade der Unterschied zur Regelschule, er darf sich die Wiederholungen sparen. Allerdings sollte es bei Montessori eine "vorbereitete Umgebung" für ihn geben. Die Lehrer definieren den Rahmen, in dem er agieren kann. Ich kann mir nicht denken, dass der ausschließlich aus Spielen besteht. Ein Gespräch mit den Lehrerinnen ist da sicher sinnvoll.
Ansonsten gibt es für Kinder, denen alles leicht fällt, nichts besseres als ein Instrument zu lernen. Mit Geige bist du da eigentlich auch gut bestückt. Setze ein feste Übezeit und -dauer durch und verschaff ihm aber auch Erfolgserlebnisse (Konzerte?). Wenn er da Disziplin lernt, dann ist das ja auch gut.
Gruß
Ubi _________________ Ubi mit C. (Sommer 99)
Jeder nach seinen Möglichkeiten! |
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eva Quiz-Gewinnerin

Anmeldungsdatum: 02.03.2005 Beiträge: 1137 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 30.05.2007, 17:19
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Hallo,
ich hab noch ein bisschen mit meinen Töchtern geplaudert...
Bei uns handhaben es die Lehrer wohl meistens so, dass sie den Kindern erst einmal Zeit geben, sich selbst etwas zu suchen. Schließlich muss man sich an diese Freiheit auch erst gewöhnen (speziell, wenn man gewechselt hat). Wenn das dauerhaft zu einseitig wird, oder die Kinder gar nicht recht arbeiten, werden die Vorgaben schrittweise enger.
Ich würde auf jeden Fall mit den Lehrerinnen reden, wie die es sehen. Solange es keine Probleme mit dem Stoff gibt, ist ja noch reichlich Zeit bis zur weiterführenden Schule, um eine für ihn passende Arbeitshaltung zu entwickeln.
eva |
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Alice Sponsor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.03.2005 Beiträge: 2419 Wohnort: Bayerisch-Schwaben
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Verfasst am: 30.05.2007, 18:21
Titel: |
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Liebe Jutta,
ich weiß genau, dass ich ganz ähnlich überlegen würde wie Du. Ich selbst bin immer hin und her gerissen, ob mein Schnurps vielleicht deutlich mehr gefordert werden müsste. Oder eben nicht.
Ich bin sicher, dass er weitaus mehr leisten könnte, als er im Moment tut. Er ist, was Schule und Instrument angeht, eher sehr minimalistisch. Im Sport strengt er sich gerne an.
Unsere Klassenlehrerin hat mir geraten, ihn einfach selbstständig machen zu lassen. Seit einigen Monaten also macht er die Hausaufgaben allein (ich darf allerdings nachher noch kontrollieren). Wir üben nichts mehr, auch keine Rechtschreibewörter etc., es sei denn, es ist explizit auf. Er notiert kaum Hausaufgaben. Macht grundsätzlich nichts, was nur "freiwillig" auf ist. Klingt auch nicht direkt nach Hochleister.
Aber: Letzte Woche war Elterngespräch. Die Lehrerin war des Lobes voll. Er macht seither im Unterricht wohl prima mit (da hat er vorher gerne Gymnastikübungen gemacht). Er hat überall gute bis sehr gute Noten. Das Einmaleins kann er ohne zusätzliches Üben. Die Rechtschreibung wird tatsächlich auch besser, obwohl er NICHTS freiwillig schreibt.
Jetzt habe ich mir gedacht: Vielleicht ist es für manche Kinder ja auch einfach gut so? Offensichtlich reicht es ihm völlig, seine irgendwie leistungsbezogene Energie im Schulalltag einzubringen. Nachmittags dann eben nur das Nötigste - es REICHT ja tatsächlich. Die gesamte Restkraft kann er dann darauf verwenden, was ihm wichtig ist: Sport und Freunde und Freunde und Freunde und Sport.
Im Großen und Ganzen ist er so glücklich, die Schule ist zufrieden und ich bin es auch. Natürlich könnte er vielleicht mehr oder schneller oder - aber sein Lebenskonzept scheint gerade sehr harmonisch zu sein, so wie es ist.
Vielleicht ist es bei Deinem Sohn ähnlich? Vielleicht liegt sein Ehrgeiz einfach nicht darin, besonders weit zu sein in Mathe oder gut schreiben zu können? Vielleicht reicht es ihm (momentan), dass er die Anforderungen, die die Schule stellt, erfüllt und nebenher Zeit hat für die Sachen, die ihn interessieren. Bei ihm also vielleicht das Bauen und das Tagträumen. Auch Tagträumen kann für einen Menschen sehr wichtig sein.
Natürlich kann ich hier total falsch liegen. Das ist schon klar. Ich habe aber bei meinem Sohn entdeckt, dass er mir selbst zwar in vielen Dingen ähnelt, aber in anderen auch überhaupt nicht. Ihm ist definitiv nicht wichtig, ob seine Sachen ordentlich sind (war es mir immer). Er würde nie etwas machen, wenn er keine Lust dazu hat, nur um der Lehrerin zu zeigen, dass er "willig" ist. Und für ihn funktioniert das ja. Ich habe mich also entschieden, dass ich ihn einfach machen lassen, weil sein Weg für ihn ja richtig zu sein scheint. Warum sollte ich das "running system" stören?
Wenn Dein Sohn viel weiß und viel kann und die Lehrer das auch bemerken, dann lernt er vielleicht auch nebenbei viel mehr als es aussieht. Es ist halt ein anderer Weg. Aber vielleicht kein falscher oder schlechter, nur anders? Es muss ja auch nicht nur "Schulisches" sein, was die Kinder lernen. Das, was er für die Schule braucht, scheint er ja zu können. Aber unter Umständen sind es noch ganz andere Dinge, die für ihn gerade wichtig sind und die er bei seinen anderen Aktivitäten lernt.
Ach, ich weiß den richtigen Weg ja auch nicht. Aber solange es eigentlich kein echtes Problem gibt, er die schulischen Anforderungen locker bewältigt und die Lehrer auch eher nichts Auffälliges oder Negatives wahrnehmen, würde ich ihn wohl doch einfach machen lassen, ihn einfach mal bewusst so akzeptieren, wie er ist und vor allem akzeptieren, dass er die Sachen auf seine Weise angeht. Möglicherweise hilft das - ich hoffe es für Dich!
Ich wünsche Dir gute Nerven und nicht so viele Zweifel. Ich weiß, wie schwer das ist, aber ich wünsche es Dir trotzdem!
Liebe Grüße
Alice |
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